Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Hallescher FC
Hallescher FC1:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
2. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 06. August 2016, 14:00 Uhr
Erdgas Sportpark, Halle
Zuschauer: 8.716
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Hallescher FCTorfolgeChemnitzer FC
T Bredlow
A Brügmann
A KleineheismannGelbe Karte
A BarnofskyGelbe Karte
A Baumgärtel
M Müller (64. Sliskovic)
M GjasulaGelbe Karte
M Ajani
M Pfeffer (78. El-Helwe)
M Röser (78. Wallenborn)
S Pintol

Trainer: Schmitt
1:0 Pintol (9.)
1:1 Fink (58.)

T Kunz
A Bittroff
A Endres
A ConradGelbe Karte
A Grote
M Reinhardt (59. Dem)
M Jopek (75. Stenzel)
M Türpitz
M Fink
M Mast (72. Hansch)
S Frahn

Trainer: Köhler
Spielbericht

Glücklicher Punktgewinn an der Saale

Von dFT

Bei bestem Wetter führte die erste Auswärtsreise der neuen Saison gleich nach Halle, wo im Frühjahr Chemnitz seinen Aufschwung fortsetzte und Halle endgültig im Abstiegstrubel ankam, was sich auf deren Seite in einer umfangreichen Personalrochade während der Sommerpause äußerte. Die saisonanfangsbedingt große Vorfreude auf den ersten Auswärtsauftritt mag ebenso Ursache für das überpünktliche Auftauchen der Chemnitzer Anhänger gewesen sein wie die Erfahrungen mit den zeitraubenden, genauen, langsamen Einlassprozeduren in Halle – jedenfalls waren schon 30 Minuten vor Anpfiff alle drin oder aber zumindest keiner mehr draußen.

Vernebelter Auftakt bei den HimmelblauenDie Himmelblauen beginnen im nur etwas mehr als halb besetzten Erdgas Sportpark vor etwa 1100 Gästeanhängern wieder in den solargrünen Leibchen der Erfolgsphase im Frühjahr, haben ansonsten aber nichts von damals dabei. Der völlig neu formierte HFC (noch 4 Kicker vom Frühjahrsaufgebot stehen auf dem Rasen) weist vom Anpfiff weg nicht nur enormen Willen und Siegeshunger nach, sondern auch einen Plan. Gjasula ist Dreh- und Angelpunkt eines variablen, laufintensiven und schnellen Spiels, bei dem erstaunlich viele Rädchen ineinander greifen, feine Laufwege mit und ohne Ball zu beobachten sind und die Chemnitzer Defensive von einer Bewährungsprobe in die andere geschickt wird. Chemnitz setzt dem Behäbigkeit, eine lasche Einstellung zum Spiel, Zweikampfscheu, zu oft sichere Entfernung zum Gegner und gedankliche Langsamkeit entgegen. Testspielmodus gegen einen unterklassigen Verein sozusagen. Pures Entsetzen im lautstark unterstützenden Gästeeck, als man das Elend erkennen konnte, nachdem sich der himmelblau-weiße Rauch, der die Auswärtssaison optisch eröffnete, verzogen hat. Als zu diesem Katalog an Missständen ein kapitaler Bock von Bittroff kommt, der eine Flanke ohne jede Not flach und quer zurück in die Mitte köpft, sagt Halle in Person von Pintol danke und führt früh. Nun gehen die Jalousien bei einigen Himmelblauen endgültig runter, während Halle ein einseitiges Spiel nach Belieben dominiert und den Chemnitzern nur ein Strohhalm bleibt: man bekommt kein weiteres Gegentor, weil die Hallenser aus ihrer Überlegenheit letztlich nur sehr selten auch Chancen kreieren, die aber von der himmelblau-solargrünen Defensive oder spätestens von Kunz zunichte gemacht werden. Nach etwa 30 Minuten sind dann auch die letzten Protagonisten in der Gesamtszenerie angekommen. Dies betrifft zum einen die heimische Fankurve, die nun erstmals -abgesehen vom Torjubel- auch akustisch von der Gästekurve aus gehört werden kann. Und zum anderen meint dies die Gästeelf auf dem Platz, die durch einen Frahn-Schuss erstmals ein Interesse an eigenen Torabschlüssen und so etwas wie möglicher Torgefahr anzeigt. Zur Pause bleibt es beim knappen 0:1 aus Gästesicht und damit ist alles positive zu einer entsetzlichen ersten Hälfte gesagt.

Es ging hart zur SacheUnverändert kommen die Mannschaften aus der Kabine und dies betrifft weitestgehend auch die Szenerie des Spiels. Ein wenig mehr Tempo nach vorn, ein, zwei halbe Abschlüsse – ja. Aber in Summe ändert sich nichts. Die bisherigen Zweitligakicker erkennen (hoffentlich), dass in dieser dritten Liga jeder Gegner passabel kicken kann und Hacke, Spitze und Außenrist ohne Bewegung nicht ausreichen werden. Allerdings ohne, dass diese Erkenntnis schon zu einem anderen Spiel der Jopek, Mast, Reinhardt und Co führt. Vielleicht ja am Mittwoch. Dann könnte man auch am Stellungsspiel in der Defensive arbeiten, insbesondere Grote braucht bei seiner Umschulung wie erwartet noch einige Grundkurse Linksverteidigung. Und man könnte daran arbeiten, das defensive Mittelfeld zu verdichten, damit nicht mehr jeder abgewehrte Ball zu einer zweiten Gelegenheit des Gegners wird. Während Sven Köhler vermutlich einen umfassenden Trainingsplan bastelt, um all die Schwachstellen in den Griff zu bekommen, verbummelt Halle eine dicke Konterchance und schaut etwas zu aufgerückt zu, wie Chemnitz über links einen Angriff schlampig spielt und wie so oft verschleppt. Na, immerhin noch hinten rum auf Reinhardt in die Mitte, der geht, wird nicht gestellt, darf über 5m auf Fink schieben, der sich den Ball zurechtlegt und aus über 20m ins rechte obere Eck haut. Fürs Phrasenschwein: Ein Sonntagsschuss am Samstag. Ein Tor aus dem Nichts. Ein Tor, dass nur der individuellen Klasse, in dem Fall: Schusstechnik, unseres Spielers zu verdanken ist. Bis dahin unverdient und das Spiel auf den Kopf stellend. Was solls, 1:1. Halle knabbert kurz und versuchts dann nochmal, Kunz hält den Punkt fest. Köhler verstärkt (!) mit seinen drei Einwechslern Stenzel, Dem, Hansch die Gastelf. Die drei bringen Laufbereitschaft, Ruhe am Ball, Zweikampfstärke, Mut mit. Und dann, dann merkt man, dass bei Halle die Akkus leer sind. Die Gretchenfrage: Nach dem Spiel mit dem einen, glücklichen Punkt zufrieden sein? (Wieder einmal) Fink rettet den PunktOder gegen kaputte Gegner auf den Lucky Punch gehen? Immerhin: in den letzten 10 Spielminuten kontrolliert endlich der CFC das Spiel, ohne aber auf Risiko zu gehen. Ein fulminanter Freistoß an die Latte (Fink), eine vielversprechende Szene an der Grundlinie (Hansch) und ein letzter Freistoß, der im Nachgang zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Fink und Türpitz führt – dann ist dieses Spiel aus, ohne dass Chemnitz Weltmeister geworden wäre.

Was bleibt? Man weiß es nicht. Die individuelle Klasse ist bei manchen da, wird uns Punkte holen können, wenn es das Spiel nicht hergibt. Der Auftritt in Halbzeit eins erinnerte an den Abstiegskrampf letzte Saison (nur das Köhler dies so auch einordnet und nichts von einem guten Spiel erzählt), über die 90 Minuten gesehen wird der CFC mit den vorderen Tabellenregionen nichts zu tun haben, sollte man nicht rasch Lösungen für die zahlreichen Baustellen finden. Laufbereitschaft und Zweikampfhärte sind unersetzlich, gern zulasten des Schnicker-Potenzials. Andererseits: man ist ungeschlagen *hüstl* - und wenn man die richtigen Lehren zieht und Dreier folgen lässt … das Hallesche Fachpublikum unkte ja schon, dass Köhlers Mannschaften des öfteren erst später in die Gänge kommen.

Wertung: 3,0

Beste Himmelblaue: Conrad, Kunz

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Wir haben ein sehr intensives Spiel erlebt, mit dessen Ergebnis ich zufrieden bin. In der ersten Halbzeit war der HFC deutlich besser und ging mit Hilfe unserer Abwehr, die schlecht postiert war, verdient in Führung. Die zweite Hälfte war dann ausgeglichener, weil wir besser in die Zweikämpfe gefunden haben. Das 1:1 war natürlich eine hervorragende Einzelleistung von Anton Fink. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Siegchancen."

Rico Schmitt (HFC) bei mdr.de:
"Es war ein schönes Spiel auf hohem Drittliganiveau. So etwas wollen die Zuschauer sehen, deshalb kommen sie ins Stadion. Wir haben von Beginn an viel investiert. Eine starkes Pressing, ein gutes Zweikampfverhalten und ein gefährliches Umschaltspiel meiner Mannschaft prägten die ersten 45 Minuten. Fußball ist ein Fehlerspiel und wir haben die Chemnitzer Abwehr dazu gezwungen. In die zweite Halbzeit sind wir etwas schwer hineingekommen, wir spielten zu viele lange Bälle und der CFC war einfach präsenter. Dennoch hatten wir eine große Chance durch Ajani. Der CFC-Ausgleichstreffer durch Fink war natürlich eine tolle Einzelleistung. Das ist eben Fink. Wenn wir in Regensburg an die Leistung der ersten Hälfte anknüpfen können, dann werden wir auch dort punkten."

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