Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:1SF Lotte
SF Lotte
5. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 27. August 2016, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.168
Schiedsrichter: Tobias Reichel (Sindelfingen)
Chemnitzer FCTorfolgeSF Lotte
T Kunz
A Stenzel
A EndresGelbe Karte
A Conrad
A Grote
M ReinhardtGelbe Karte (46. Danneberg)
M Dem
M Türpitz (46. Hansch)
M FinkGelbe Karte
M Mast
S Frahn

Trainer: Köhler
0:1 Nauber (94.)

T Fernandez
A Langlitz (81. Tankulic)
A HeyerGelbe Karte
A Nauber
A Neidhart
M Dej
M KaffenbergerGelbe Karte
M Freiberger
M Pires-Rodrigues (88. Brock)
M Steinhart
S Rosinger (74. Lindner)

Trainer: Atalan
Spielbericht

1. Niederlage nach desaströser Leistung

Von Matthias Mally

Mit den Sportfreunden aus Lotte gastierte ein weiterer Neuling der Liga im Stadion an der Gellertstraße. Aufmerksam machten die Rand-Osnabrücker zuletzt mit dem Weiterkommen im DFB-Pokal durch einen Sieg über Bundesligist Werder Bremen. Nicht zuletzt dadurch waren die Himmelblauen gewarnt.
Im Glutofen Fischerwiese begann der Club ohne den zuletzt gesetzten Bittroff. Für ihn besetzte Stenzel die rechte Abwehrseite. Bei über 30 Grad dauerte es nur wenige Minuten bis der Gast aus Lotte die Absicht deutlich machte, 3 Punkte aus Sachsen mitnehmen zu wollen. Bedingt durch schläfriges Abwehrverhalten kamen sie bereits nach 5 Minuten zu einer Doppelchance, welche Torhüter Kunz jedoch zu Nichte machte. Es sollte ein Sinnbild der ersten Halbzeit sein. Während Lotte mit einfachem, unkomplizierten Fußball und frühem Pressing zu beeindrucken wusste, fehlte es bei den Himmelblauen an allem. Elementare Dinge wie Einsatz, sichtbarer Wille, Tempo im Angriffsspiel und körperliche Robustheit suchte man vergebens. Teilweise hatte man den Eindruck, das nur der CFC der Hitze Tribut zollen musste. Die erste Torgelegenheit für Chemnitz lies bis zur 18. Minute auf sich warten. Finks Schuss war jedoch zu unplatziert. Zehn Minuten später ergab sich die größte Himmelblaue Chance in Halbzeit 1. Ecke von Mast auf den kurzen Pfosten, doch Jamil Dem drückte den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Das war es dann auch an himmelblauer Herrlichkeit in Halbzeit 1. Allein Kevin Kunz und der fahrigen Chancenverwertung der Gäste ´war es zu verdanken, das es mit 0 zu 0 in die Kabinen ging.

Trainer Sven Köhler reagierte auf die schlechte Leistung in der 1. Halbzeit mit einem Doppelwechsel in der Pause. Die indisponierten Reinhardt und Türpitz raus, Hansch und Danneberg kamen hinein. Die ersten Zehn Minuten nach der Pause kam der CFC mit mehr Schwung aus der Kabine. Daraus resultierten gute Gelegenheiten durch Dem und Frahn. Besonders Hansch wusste in den ersten Minuten durch seine Schnelligkeit zu gefallen. Jedoch waren diese Minuten nach dem Pausentee nur ein kurzes Strohfeuer. Recht schnell verfiel der CFC erneut in die bekannte Lethargie. Angriffe des Teams von Sven Köhler resultierten eher aus dem Zufall heraus. Eine zündende Spielidee, ein Leader, der das Heft in die Hand nimmt, wenn es nicht läuft, war über die gesamte Spielzeit nicht zu erkennen. Und doch war es Pech, das Danneberg in der 80. Minute nur die Latte traf. Daniel Frahn hatte gut abgelegt. Als sich alle bereits mit dem 0 zu 0 mehr oder weniger zufrieden abgefunden hatten, kam es wie es nach solch einer Leistung kommen musste. Letzter Angriff der Gäste. Die Flanke von der rechten Seite wurde nicht verhindert und Nauber konnte in der Mitte ungestört vollenden. Direkt danach folgte der Schlusspfiff und die Pfiffe hallten durchs Rund.

Fazit: Nach der ansprechenden Leistung in Aalen ist das Erlebte vom Samstag umso unerklärlicher. Die Leistung des Schiedsrichters, die brütende Hitze, die vorhandene Euphorie bei den Gästen - nichts davon rechtfertigt ein tempoarmer, nahezu blutleerer und ideenloser Auftritt der Himmelblauen. Gestandene Zweitligaspieler, die definitiv noch nicht in Liga 3 angekommen sind. Teilweise mangelhaftes Halten der zugewiesenen Positionen. Viel zu große Abstände zwischen der defensiven und offensiven Reihe. Dazu eine ungenügende Einstellung. Ausgenommen von 3 einzelnen Halbzeiten ziehen sich diese Defizite bisher wie ein roter Faden durch die noch junge Saison. Es ist nicht nur die Aufgabe des Trainerteams diese Defizite zu begleichen jeder einzelne sollte sich bezüglich persönlicher Ziele mit der Mannschaft und der Einstellung zum Sport hinterfragen.

Wertung: 4,5 Bisher schlechteste Saisonleistung mit einem am Ende verdienten Sieger.

Bester Himmelblauer: Kunz

Trainerstimmen

Ismail Atalan (SFL) bei mdr.de:
"Zuerst einmal ein Kompliment an die Aktiven. Denn bei dieser Hitze dem Ball hinterherzujagen, war sicher nicht ganz leicht. Man hat von Anfang an gemerkt, dass Chemnitz den Sieg wollte, aber auch wir wollten nicht mit leeren Händen wieder heimfahren. Wenn man dann in der Nachspielzeit als 1:0-Sieger vom Platz geht, ist es sicherlich auch etwas glücklich. Wenn man aber das gesamte Spiel beurteilt, waren wir der verdiente Sieger. In der ersten Halbzeit hatten wir die größeren Chancen. In den 15 bis 20 Minuten der zweiten Halbzeit hätten wir uns aber auch über einen Rückstand nicht beschweren dürfen. Aber so bin ich nur stolz auf meine Mannschaft, was sie derzeit leistet."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"In der ersten Halbzeit haben wir kein gutes Spiel gemacht und keinen Zugriff auf Spiel und Gegner bekommen. Das ist uns in Aalen beim letzten Spiel wesentlich besser gelungen. Bei unseren Gästen hat man durch den Pokalerfolg auch die breite Brust gespürt. In der zweiten Halbzeit waren wir aktiver und hatten auch die Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Am Ende bin ich sehr enttäuscht über den späten Gegentreffer und die Niederlage."

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