Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
FC 1910 Lößnitz
FC 1910 Lößnitz2:4Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Achtelfinale - Sachsenpokal - Saison 2018/2019
Mittwoch, 31. Oktober 2018, 13:30 Uhr
Erzgebirgsstadion, A**
Zuschauer: 3.450
Schiedsrichter: Seidl (Langenbernsdorf)
FC 1910 LößnitzTorfolgeChemnitzer FC
T Köpsel
A Frenzel (89. Wanzek)
A Trehkopf
A Thiam
A Sprunk (60. GrafGelbe Karte)
M BecherGelbe Karte
M Wessel (89. Prügner)
M WölfelGelbe Karte
M Troschke,
S Werneke
S HauckGelbe Karte

Trainer: Klingbeil
0:1 T. Müller (8.)
1:1 Werneke (19./Foulelfer)
1:2 T. Müller (39.)
2:2 Werneke (63.)
2:3 Frahn (77.)
2:4 Frahn (92.)

T SowadeGelbe Karte
A Itter
A Velkov
A Taag
A Tallig
M Garcia (46. Mauer)
M Karsanidis
M Grote
M Langer
S Hovi (69. BozicGelbe Karte)
S T. Müller (62. Frahn)

Trainer: Bergner
Spielbericht

Mühsamer Sieg gegen starken Landesligisten

Von jb

Nach vielen Jahren sollte es endlich mal wieder ins Stadion des Erzfeindes gehen. Doch nicht der langjährige Rivale mit den hässlichen Vereinsfarben war der Gegner, nein, es war der Landesligist aus dem nahen Lößnitz, eigentlich nur als letzter Ort vorm Gästeblock bekannt. Das sagt zum einen viel über die sportlichen Werdegänge des CFC und der Unblauen, zum anderen eröffnet es zugleich die Möglichkeit, das ebenfalls neu erbaute Stadion einigermaßen entspannt und günstig zu besuchen. Die heutigen Hausherren waren lange Jahre fester Bestandteil der Bezirksliga bzw. Landesklasse, der sportliche Aufstieg und die höchste sächsische Spielklasse hing dann auch mit der Auflösung der II. Mannschaften der der großen Vereine im Bezirk zusammen – einige Spieler gingen dann halt nach Lößnitz. Neben den sicherlich noch vielen Himmelblauen bekannten Wölfel und Troschke (gehörten vor über 10 Jahren aus der Jugend kommend zwei Jahre zum Kader der Männerelf des CFC und waren teilweise Stammspieler in der Oberliga) verbrachten mit Thiam, Sprunk und Köpsel noch weitere Spieler in der heutigen Lößnitzer Startelf mehr oder weniger viele Jahre im himmelblauen Nachwuchs.

Damit aber genug des Vorgeplänkels. Bestes Spätsommerwetter, eine für dieses Spiel sehr gute Kulisse, etwa 50/50 verteilt. In der Startelf der Himmelblauen einige Änderungen, mit Sowade, Taag (Innenverteidigung), Hovi, Tallig (Strum) und Karsianidis (als Linksverteidiger) erhielten einige Ersatzspieler Spielpraxis.
Die erste Chance des Spiels gehörte Lößnitz. Sprunk köpft eine Wölfel-Ecke auf das Tor, Itter und Sowade klären im Verbund. Der eingeleitete Gegenzug führt dann zum 0:1. Müller zieht ins Zentrum und schießt von der Strafraumgrenze trocken ins Tor. Geht also alles den erwarteten Gang? Natürlich nicht. Kurz darauf ein toller Pass von Wölfel in die Nahtstelle der CFC-Innenverteidigung auf Werneke. Velkov trabt nur hinterher, weil man hinten ja mit Sowade einen modernen, mitspielenden Torwart hat. Blöd nur, wenn der über den Ball tritt. Werneke frei durch, Sowade hechtet hinterher und holt ihn von den Beinen. Klarer Elfmeter, und der Schiedsrichter zieht sofort Rot. Auf der CFC-Bank machte sich Lucas Hiemann schon fertig, doch es gab noch Gesprächsbedarf zwischen einigen Spielern, dem Schiedsrichter und dem Assistenten – mit dem Ergebnis einer Korrektur, die Rote wurde zurückgenommen und stattdessen Gelb gezückt. Großer Unmut im Heimbereich, aber wohl richtig. Das Thema Doppelbestrafung wurde ja schon vielfach diskutiert, und vor einiger Zeit das Thema etwas angepasst. Die Vereitelung einer klaren Torchance muss kein Rot mehr sein, falls das Foul „ballorientiert“ war. Daher die Entscheidung wohl korrekt. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher.
Damit war das Spiel wieder offen, der CFC tat sich vorne schwer (Halbchancen wurden durch Hovi, Langner und Tallig vergeben) und agierte hinten zu unkonzentriert (Sowade klärt unbedrängt zu Gegner, zu viel riskantes Quergeschiebe am und im eigenen 16er). Auffällig, dass fast alle Offensivaktionen des CFC über die linke Seite mit Garcia und Karsianidis liefen. Das lag sicher auch daran, dass sich Müller immer wieder ins Zentrum verirrte, statt auf der Außenbahn zu bleiben. Immerhin führte das zum ersten Tor, und kurz vor der Pause auch zum 1:2. Karsianidis flankte nach Zusammenspiel mit Garcia in den Strafraum, und Müller köpft zur erneuten Führung ein.
Auf den Rängen hatten beiden Seiten (obwohl der Gegner Lößnitz war natürlich viele Schachter dabei) nach all den Jahren scheinbar Lust, sich gegenseitig etwas aufzuziehen. Großes Gelächter auf Heimseite, als der CFC-Block in das „4. Liga, Chemnitz ist dabei“ lautstark einstimmte. Der Konter mit „Pleitegeier!“ Sprechchören auch ganz nett.

Zur zweiten Halbzeit kam Mauer für Garcia, was einige Umstellungen zur Folge hatte (Mauer rechts, Müller im Sturm und Tallig links). Nach einem ruhigen Beginn hatten Mauer (abgewehrt) und Grote (drüber) eine Doppelchance. Doch nach einer Stunde drehte der Landesligist nochmals auf, immer wieder über den auffälligen Werneke und immer wieder mitten durch die himmelblaue Innenverteidigung hindurch. Zuerst scheiterte er an Sowade nach einem weiten Pass von Sprunk, dann schoss er aus spitzem Winkel vorbei. Dann hatte der CFC durch Hovi eine Chance, sein Kopfball nach Mauer-Flanke ging leider an die Latte. Kurz darauf überrumpelte Hauck mit einem Heber über die Verteidigung ebendiese, Werneke stand am Strafraum frei vor Sowade und setzte den Ball zum 2:2 in die Maschen vorm Gästeblock. Beim CFC kam dann mit Frahn und Bozic (für Müller und Hovi) die erste Sturmreihe aufs Feld. In dieser Phase merkte man dann doch, dass den Landesligaspielern langsam die Kräfte ausgingen. Es wurde bis zum Schluss gegengehalten, aber die Spritzigkeit aus der ersten Stunde war weg. Nach etwa 70 Minuten scheiterte Tallig noch mit einem Schuss an Köpsel, legte kurz darauf nach Bozic-Vorarbeit quer zum mitgelaufenen Frahn, der frei zum 2:3 einschob. Bozic (Pfosten) und Mauer (nach einem 80 Meter Solo abgewehrt) scheiterten noch, in der Nachspielzeit traf Frahn bei einem Konter nach Vorarbeit von Mauer zum 2:4 Endstand.

Fazit: Die Gastgeber hielten sich an das vorher angekündigte. Sie stellten sich nicht hinten rein sondern spielten ordentlich mit. Mehrfach hatten sie es erschreckend einfach, die himmelblaue Abwehrreihe zu überspielen. Am Ende zählt das Weiterkommen, aber der Auftritt des CFC war alles andere als überzeugend.

Wertung: 4

Bester Himmelblauer: entfällt

Trainerstimmen

David Bergner (CFC) bei mdr.de:
"Entscheidend ist der Einzug in die nächste Runde. Unsere Fehler sind bei den Gegntoren bestraft worden. Vor der Pause hat uns nach dem 2:1 die Zielstrebigkeit vorm gegnerischen Tor gefehlt. Dass der Gegner dann seine Chance wittert, ist ganz normal im Pokal. Aber wir haben die kritische Phase überstanden und zurückgeschlagen."

Rene Klingbeil (Lößnitz) bei mdr.de:
"Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft. Es war eine starke und beherzte Partie. Wir haben ein bisschen an der Sensation geschnuppert. Ich hatte gehofft, dass wir uns vielleicht in die Verlängerung retten können. Aber dass du gegen eine Mannschaft wie Chemnitz überhaupt das 2:2 so lang hälst, ist richtig stark."

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