Licht - und Schattenspiele in himmelblau mit einem Halbjahr voller Geschenke ...

13.01.2003 von Timo Görner & Pierre Schönfeld ( 112)
 
Abgedreht
Die Hinrunde in Bildern.
 
Verlust I
20.07. - Saisoneröffnung und Prymula noch in Himmelblau. Doch wenige Tage später war der erste Hoffnungsträger weg.
 
Fanarbeit
23.07. - Da war die Welt noch in Ordnung. Gut gelaunt beantwortet CFC-Coach Matthias Schulz die Fragen der Fans im Fanpage-Chat.
 
Auftaktsieg
27.07. - Auftakt gegen Münster geglückt, dank Demir-Doppelpack. Die "9" wird man sich merken müssen.
 
Sieg in Bochum VI
02.08. - Gibt's das? - fragt man sich verwundert... CFC gewinnt überraschend beim Aufstiegskandidaten Wattenscheid 09.
 
Zwischenziel erreicht
10.08. - Gerechtes Remis gegen den Aufstiegsfavoriten aus Essen. Schulles Punktevorgabe geschafft. Paules letzter Tanz auf der Fiwi.
 
Das Drama der letzten Minuten beginnt
17.08. - Verl. Tolle Stimmung dank 2:1-Führung beim himmelblauen Anhang. Bis zur 87. Minute. Dann bekommt der CFC noch zwei Eier ins Nest gelegt und verliert...
 
Haue von den Bubis
24.08. - Die Führung durch Krieg nutzte nichts. Am Ende setzte es eine 1:4-Klatsche gegen die Amateure des HSV. Aua!
 
Befreiungsschlag in Kiel
27.08. - Das dritte Spiel gegen einen Tabellenletzten in Folge. Dank Krieg und Demir endlich Sieg statt Niederlage. Da plumpsten die Steine ;o)
 
Verlust II
02.09. - Schock! Die Himmelblauen verlieren ihren besten Spieler Paule Fröhlich an St. Pauli.
 
Angstgegner besiegt
08.09. - Endlich! Angstgegner DSC dank einem Biermann-Treffer mit 1:0 besiegt. Starker Einstand von Mboma.
 
Armselig
10.09. - Nazis greifen auf dem Chemnitzer Stadtfest den schwarzen CFC-Neuzugang Mboma an. CFC-Fans im Internet zeigen Flagge.
 
Das Drama der letzten Minuten, Teil II
15.09. - Wieder gibt der CFC einen sicheren Sieg aus der Hand. Bis zur 80. eine 2:0-Führung, am Ende aber nur 2:2 gegen Dortmunds Amateure. Der Ausgleich fällt in der 93. Minute...
 
Fans setzen Zeichen
21.09. - Beim Derby: CFC-Fans beziehen Stellung: pro Mboma und Toleranz, gegen Ausländerfeindlichkeit und rechte Gewalt.
 
 
Deja vu? Nur beinah...
21.09. - Derbytime: der Halbzeitstand von 0:2 läßt böse Erinnerungen wach werden. Dank Tchipi und Demir kann die erneute Schmach verhindert werden.
 
Kleiner Lichtblick
03.10. - Nach der Pleite in Leverkusen: Sieg im Achtelfinale des Sachsenpokal. Landesligist Markranstädt beim 1:5 ohne Chance.
 
Depression
06.10. - Der Himmel weint über Chemnitz. Zu Recht: sang- und klanglose 0:2-Niederlage gegen Osnabrück.
Licht - und Schattenspiele in himmelblau mit einem Halbjahr voller Geschenke ...

... für viele seiner Gegner, die aus Verl, Dortmund, Hamburg, Plauen, Krefeld-Uerdingen und anderswo kamen. Relativ wenig Licht und viel zu viel Schatten deswegen, weil dieses halbe Jahr wie schon im Vorjahr für den gemeinen CFC-Freund sei es im Stadion oder zu Hause an den Geräten eine Achterbahnfahrt der Gefühle bereithielt, Enttäuschungen und Frust auf der einen, Hoffnung und Applaus für die Kicker im neuen himmelblauen oder roten Dress auf der anderen Seite.

"Raus aus dieser Scheißlage - finanziell und sportlich", so hatte es unser Stammkeeper vor der Saison auf dieser unserer Seite umschrieben. Beides kann man als nicht gelungen ansehen, im Gegenteil sportlich ging es noch ein paar Sprossen tiefer, finanziell steht man wieder mal oder immer noch vor einem brisanten Drahtseilakt, von dem lange keiner so richtig wusste, warum, wie schwer, wie lange noch. Die Prognosen vor der Saison unter Fans und in der Öffentlichkeit waren schwierig und uneins wie selten. Vom Aufstieg als Wunschtraum bis zur nackten Angst vor dem Absturz in die Viertklassigkeit, hin zu "alten Kameraden" aus Zwickau, Jena, Leipzig, Magdeburg. Sportlich ein erster Rückschlag schon vor der Saison mit dem Abgang von Prymulla als einen der vermeintlichen Hoffnungsträger Richtung Ahlen auch aufgrund seiner schwierigen persönlichen und familiären Situation, dem mit dem Wechsel von Christian Fröhlich zu einem "kommenden Regionalligisten" nach Hamburg an den dortigen Kiez nach dem ... Spieltag ein weiterer Verlust folgte.

Als der CFC am 6. August zu einem kurzfristig anberaumten Test beim SV Germania an der Annaberger Str. antrat, war die himmelblaue Welt noch so was wie in Ordnung. Gegen den SC Preußen Münster wurde beim 2:1 bzw. nachträglich 2:0 gewerteten Auftakt eine insgesamt solide und ordentliche Leistung angeboten, auch wenn der Gegner heute stramm Richtung Oberliga marschiert. Freitagabend 6 Tage später wurde sich mit dem 3:1 in der Lohrheide zu Wattenscheid "tief im Westen" für das desaströse 0:3 in der Vorsaison als unrühmlicher "Aue-Nachtisch" revanchiert, statt Beschimpfungen und Frust der mitgereisten Fans gab es Applaus und neue Hoffnung auf eine akzeptable Saison, keine "Rote Karte für Versager" diesmal. Mag der Sieg glücklich gewesen sein und die SG 09 damals noch im "Tiefschlaf" zum Saisonauftakt, der CFC kam schon mal gut aus den Startlöchern und stand dort, wo man ihn am liebsten hätte - Aufstiegsplatz 2. Der Test gegen den SVG stand nunmehr schon unter dem Gesichtspunkt "Probe für ein Spitzenspiel", denn am Samstag danach gastierte mit dem SC Rot-Weiß Essen der Topfavorit auf den Aufstieg an der Gellertstraße, dem man ein insgesamt nicht unverdientes 1:1 abknöpfen konnte und zumindest größtenteils den gelungenen Start bestätigte, zumal man mit dem Gegner durchaus mithalten konnte. Was jedoch schon damals auffiel war ein deutliches Abbauen in den Schlussminuten, welches die Rot-Weißen durch ihre fahrlässige Chancenverwertung auch beeinflusst durch Holger Hiemann damals nicht nutzen konnten, dies schafften aber schon Tage später die krisengeschüttelten Kicker vom SC Verl, welche den Spielverlauf in den letzten 5 min. auf den Kopf stellten und den CFC mit einer unnötigen, aber letztendlich verdienten 3:2-Niederlage nach Sachsen zurück schickten. Das erste von vielen bitteren Geschenken dieser Saison, dem sich eine "exzessive Großzügigkeit" im nächsten Spiel gegen die HSV-Amateure anschloss, als man statt eines eh schon eher ernüchternden 1:1 gegen einen damaligen Tabellenletzten ein nicht für möglich gehaltenes 1:4 in der schon wieder "bröckelnden Festung Fischerwiese" kassierte und wieder in den letzten 10 min. die Fans und das Umfeld vor den Kopf stieß. Ein Teil der Fans schwor sich danach jedenfalls, man gehe künftig lieber in die Bezirksklasse zum SV Eiche Reichenbrand, speziell die Verl-Schlachtenbummler mussten sich reichlich vergackeiert vorkommen. Das Murmeltier machte Station beim Club und grüßte zwar nicht täglich, aber fast im wöchentlichen Turnus. In Kiel auf bestem norddeutschem Acker, in Dortmund auf mächtig geschichtsträchtigem Rasen, in Leverkusen bei "Endstation Kommerz" an der "Bushaltestelle Köln-Nord", auf dem Krefelder Zentral-Friedhof, in Bremen auf Platz 11 des ruhmreichen Weser-Stadions und schließlich als ein berüchtigtes Ausscheidungsprodukt seine Temperatur schon teilweise in einen gasförmigen Zustand versetzt hatte zu Hause gegen Paderborn. Immer wurde in den letzten min. die Stellung aufgegeben, scheuchten selbst erfahrene Kicker wie Hühner durch den himmelblauen Defensivsektor, zur Freude der Konkurrenz. Zwischendurch bog man dann bemerkenswerter weise ein neuerliches deprimierendes 0:2 zu Hause gegen den Schacht noch in den Schlussminuten in ein 2:2 um und verhinderte wenigstens diese Demütigung 2. Teil. Diese wurde dann aber nachgereicht und zwar in Plauen, als selbst der harte Kern unter den immerhin noch knapp 400 mitgereisten Fanatikern endgültig die Nase gestrichen voll hatte und sich dann von der Mannschaft abwandte, nachdem diese mit einer Arbeitsverweigerung erster Güte in Halbzeit 1 gegen einen nicht mal sonderlich überragenden Oberligisten Schande über den CFC gebracht hatte. Auch hier wurde wieder fleißig ´ne Lokalrunde geschmissen und durch einen Sekundenschlaf einer Chemnitzer Fußball-Legende mit eigenem Fanclub Geld und wieder mal Ansehen und Prestige leichtfertig verspielt.

Klappe zu für Matthias Schulz, wo man im Stadion und in anderen Treffpunkten unabhängig von Schuld oder Versagen in Anbetracht der sportlichen Misere selten soviel Diskussion und offenen Protest der Fans erlebte, die ihrerseits die Mannschaft in die Pflicht nahm und als Hauptverantwortlichen für die katastrophale Entwicklung sah. Bei der mittlerweile 3. Heimpleite in Folge mit Dirk Barsikow als nunmehr 6. Trainer seit August 2000 (Franke, Kuze, Lienemann, Karkuth, Schulz) auf dem "Schleudersitz CFC-Trainer" säumten Transparente mit wie Erich Honecker früher immer meinte "eindeutigen Losungen und Parolen". Wer da war, wird sich erinnern. Der CFC jetzt ganz unten angekommen, sportlich wie auch im Ansehen in der Stadt, wo man zuweilen schon belächelt wurde oder einem angeraten wurde, doch seinen Schal "wegzuschmeißen, da die Herde ja eh nichts mehr gebacken bekommt.". Nach 15 Spieltagen nur noch 1 mickrigen Zähler von einem Abstiegsplatz (15.) entfernt, zur gleichen Zeit im Vorjahr war man nah dran an den Aufstiegsrängen. Und das im Wesentlichen mit der gleichen Mannschaft. Durchgereicht von Rang 2 nach 2 Spieltagen bis auf 15 1 Spieltag später, denn egal ob man die Tabelle damals mit dem Spielausfall in Dresden oder dem 1:2 sieht, Platz 16 ist nun mal ein Freiticket für die Oberliga.

Licht - und Schatten dann auch unter dem neuen Mann, der zur Überraschung vieler Joachim Müller hieß und von einigen auch im hiesigen Forum als DEN Treffpunkt der CFC-Fans im Web skeptisch beäugt wurde, mich eingeschlossen. Sportlich Finger nach oben, speziell die Leistung gegen die aufstrebende SG Wattenscheid 09 am "Tag 4 unter Jo" ließ aufhorchen, auch über die Chemnitzer Stadtgrenzen hinweg. Das die plötzliche Steigerung, das "Comeback alter Tugenden" auch mehr oder weniger nicht unbedingt positive Rückschlüsse auf den Charakter diverser vermeintlicher Führungsspieler schließen ließ, war vielen klar, wichtiger erschien aber das man die wochenlange Achterbahnfahrt nach unten erstmal gestoppt hatte. Kalt erwischt wurden die Optimisten im Fanlager dann von der knappen Mitteilung, dem CFC fehlt mal wieder einiges an Kohle, um die Saison wie gewünscht über die Runden zu bringen. Die zuvor im Raum stehenden bzw. eher "schwebenden Zahlen" schienen sich zu bewahrheiten, die man zuvor als "Pessimisten und Schwarzseher" titulierte schienen leider mal wieder Recht zu haben, wenn es zum unseren Club ging. Knallharte und endgültige Aufklärung geriet in die Kategorie "dringlich", die Chance wurde bei der Mitgliederversammlung am 9.12. nur teilweise genutzt. Positives dennoch hier in der Chefetage nach Monaten der Querelen und Rücktritte bis zur phasenweisen Führungslosigkeit des Vereins einige Dinge, die man durchaus als solches ansehen sollte. Man holte ehemalige Fußball-Größen wieder ins schlingernde Boot. Rico Steinmann übernahm quasi sportlich das Ruder auf der Kapitänsbrücke ohne richtigen Schiffskommandanten und überzeugte bislang mit Auftreten und Arbeit, darf wohl auch sich auf die Schulter klopfen, wenn es unter Joachim Müller wieder mittelfristig nach oben geht. Mit Uwe Heß und Frank Sorge wurden zwei weitere dem sach - und geschichtsträchtigen Fan bekannte ehemalige Kicker des damaligen FCK in das Umfeld geholt und bilden als Mitglied des neu geschaffenen Ehrenrates einen Teil der hoffentlich reichlich in Zukunft genutzten Rechte zur Mitbestimmung im Verein, dazu installierten auch die Fanpage bzw. die "Clubsurfer" einen ihrer Protagonisten in dieses Gremium. Die Zusammenkunft lies auch deutlich werden, dass der Teil der Mitglieder immer größer wird, welche das Demokratieverständnis innerhalb eines Clubs wie des CFC klar erkennen und zur Geltung bringen, genau diese Defizite brachten dem Verein in der Vergangenheit ja einige Probleme, siehe die Treffen in früheren Jahren, speziell 1996 und 1997.

Die berühmte "Muh jedenfalls ist noch nicht vom Eis" und wird es auch noch in der Rückrunde vermutlich für mehrere Wochen nicht sein, weder sportlich noch finanziell. Dennoch sollten die letzten Spiele und auch zumindest die 2. Halbzeit in Dresden für die Dinge auf dem Rasen Hoffnung und verhaltene Zuversicht bringen, auch wenn jetzt noch nicht eindeutig klar sein dürfte, mit welcher Mannschaft der CFC im März gegen den SC Verl in den Abstiegskampf starten wird und ob die Platzierung nach dem Spiel in Köln auch entsprechenden Wert haben wird. Aber mit dieser Unsicherheit leben ja auch andere Vereine mit sportlich besserem Stand und irgendwo hat man unter den Fans ja schon fast gelernt, mit Hiobsbotschaften zu leben. Wichtig bleibt der Verein, dem nach wie vor Leute wie Du und Ich die Treue halten und der Teil unseres Lebens ist.

In diesem Sinne auf eine andere, bessere Rückrunde und : Raus aus dieser Scheißlage, sportlich und finanziell ...
 
Abgedreht
Die Hinrunde in Bildern.
 
Das Drama der letzten Minuten, Teil III
12.10. - Zum Schreien: wieder führen die Himmelblauen auswärts, wieder kassieren sie kurz vor Spielende ein Gegentor, diesmal in der 89. Minute. Am Ende nur 1:1 in Uerdingen.
 
Grausam
19.10. - Der Tiefpunkt: willen- und kampflos schenkt der CFC die Punkte her. Paderborn schießt in den letzten 10 Minuten 2 Tore und darf jubeln.
 
Niederlage in Bremen
27.10. - Bremen, Platz 11: Der Wind bläst den himmelblauen Kickern auf dem Rasen und von den Rängen stark ins Gesicht. Wieder eine Niederlage: 1:3 beim Spitzenreiter.
 
AUS im Pokal = AUS für Schulle
30.10. - Letzter Arbeitstag für Matthias Schulz. Nach 2:3-Pokal-Aus in Plauen muß er seinen Hut nehmen.
 
Protestnoten im ganzen Stadion
02.11. - Fanproteste: Transpis mit eindeutiger Botschaft überall im Stadion sollen die Spieler an ihre Mitschuld erinnern.
 
Ohne Fortune
02.11. - Barsikows einziges Spiel als Cheftrainer endet trotz starker Leistung gegen Babelsberg mit einer Niederlage. DIESMAL fehlte das Glück.
 
Achim im Glück
16.11. - Mit dem neuen Coach, dem Ex-FCK-Kicker Joachim Müller, kommt das Glück zurück. Im Duell gegen den Abstieg holt der CFC hochwichtige drei Punkte gegen die Amateure des 1. FC Köln.
Mit einem Sieg gegen Wattenscheid und Punktgewinnen in Münster und Essen entfernen sich die Himmelblauen ein Stück weit von der Abstiegszone.
 
Niederlage im Nachholer
14.12. - Die Nachholepartie bei Dynamo verlieren die Himmelblauen knapp mit 1:2. Ausschreitungen von Dynamo-"Fans" nach dem Spiel lassen den Fußball zur Nebensache werden.
 
Vorgestellt
Einige Protagonisten.
 
Traumhaft
Der Goalgetter und Shootingstar der Himmelblauen in der Hinrunde, Ersin Demir, träumt von Zweitligafußball. Geht er dieses Ziel mit Chemnitz an?
 
Kämpfer
"Zu leicht" für die Regionalliga? Denkste! Sebastian Meyer kämpfte sich zurück in die Regionalligamannschaft und in die Herzen der Fans. Stark!
 
Enttäuschung
Kein Fußballgott mehr - "Teilzeitkapitän" Ingo Walther enttäuschte die Fans.
 
Unverzichtbar
Ihn braucht die Mannschaft. Als Kämpfer und Antreiber mit spielerischem Können unverzichtbar: Tzvetomir Tchipev.
 
Starke Jungs
Spitzenreiter der Bezirksliga. Zwickau aus dem Pokal gekegelt, sich wacker gegen Dynamo geschlagen. Starke Jungs - unsere Zweite!
 
Hoffnungsträger I
Rico is back! Der FCK/CFC-Star vergangener Tage übernimmt die sportliche Verantwortung im Vorstand. Eine kluge Entscheidung!
 
Hoffnungsträger II
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Die Null steht wieder beim Club. Der neue Chef auf der Kommandobrücke macht die Schotten dicht. Auf geht's Achim!