CFC-Nachwuchs holt sich Sachsenpokal - der Bericht

29.05.2014, 09:23 Uhr | 1055 Aufrufe
Was die erste Mannschaft des Chemnitzer FC in dieser Saison geschafft hat, machte die A-Jugend nach: Sie wurde Sachsenpokalsieger. Das Finale gewannen die Himmelblauen gegen die in der Bundesliga spielende SG Dynamo Dresden mit 2:1. Schubert und Hansch trafen früh, der SGD glückte nach einer halben Stunde einzig der Anschlusstreffer.

Dass der „Sächsische Fußballverband“ (SFV) für Überraschungen sorgen kann, ist nichts ungewöhnliches, was dieser sich jedoch bezüglich der Austragung vom A-Jugend-Sachsenpokalfinale zwischen dem Chemnitzer FC und der SG Dynamo Dresden genau gedacht hat, wird wahrscheinlich ewig sein Geheimnis bleiben. Denn bis dato gibt es keine offizielle Pressemitteilung zu der kurzfristigen Verlegung von Meerane nach Leipzig. Angeblich hätten sich 50 Krawallmacher auf irgendeiner Online-Plattform angekündigt, um den friedlichen Rahmen zu sprengen und für bürgerkriegsähnliche Zustände zu sorgen. Und da das Richard-Hoffmann-Stadion in Meerane nur einen Zugang besitzt, ist, so die Schlussfolgerung, keine Trennung der Fangruppen möglich, ein Gedanke, auf den die SFV-Verantwortlichen auch früher hätten kommen können, schließlich fand im Jahr zuvor das Damen-Finale an besagter Spielstätte statt. Ebenso die Polizei legte bei der Sicherheitsbesprechung ihr Veto ein.
Die im Vorverkauf abgesetzten Tickets – fünf wanderten nach Dresden, 30 nach Chemnitz – ließen Böses erahnen, allerdings hatte sie bei ihren Zahlen die Rechnung ohne den Meeraner-Kassenwirt gemacht, denn dort wurden bereits 250 Karten an die heimische Bevölkerung, zu denen sicherlich der ein oder andere Zwickau-Anhänger zugerechnet werden muss, verkauft, zudem gingen über 100 in Chemnitzer Hände; einzig bei den Dresdner wurde sich nicht verzählt. Dort waren es überall fünf. Meerane wollte ein großes Fußball-Fest zelebrieren, wurde am Ende allein im Regen stehen gelassen.

Gesucht wurde daraufhin vehement eine Spielstätte, die allen Ansprüchen hinsichtlich der Sicherheit genügt. Der erste Versuch scheiterte. Das Finale sollte im Sport- und Freizeitzentrum in Taucha stattfinden, nur fiel dieses Vorhaben aufgrund ununterbrochenem Regens im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Es war Mittwochvormittag, sechs Stunden vor dem Abpfiff, und es fehlte die Wiese mit den zwei Toren. Die Zeit drängelte, die SFV-Herren suchten weiter, immer weiter, bis ihnen die „Egidius-Braun-Anlage“ in Leipzig in den Sinn kam. Gegen Mittag sickerte diese Entscheidung durch, bloß spielte das Wetter in Leipzig nach wie vor verrückt. Dauerregen dominierte, an ein Spiel war irgendwie nicht wirklich zu denken. Zwei Stunden vor dem Anpfiff herrschte auf dem Gelände größtenteils gähnende Leere. Einzig eine Sekretärin und ein SFV-Herr waren vor Ort. Beide bejahten, so der letzter Stand, der ihnen mitgeteilt worden ist, die Austragung des Finales.

Als eine bekannte Leipziger Security, bestehend aus zwei Damen und drei Herren, sowie sechs vollbesetzte Polizeiwagen nacheinander eintrudelten, wurde es immer konkreter, immer wahrscheinlicher. Als dann ein großer SGD-Mannschaftsbus sowie vier kleine CFC-Transporter ankamen, war klar, dass sich der SFV durchgesetzt hat. Ein Sicherheitskonzept gab es nicht, man vertraute der Improvisation á la: „Das wird schon werden...“

Es fehlten einzig: Zugänge, Parkplätze, Eintrittskarten, Zivil-Polizisten für die Stadionverbotler, Bier und Bratwürste. Das Finale wurde zur Farce. Dessen ungeachtet ließen es sich 112 Damen und Herren – trotz der fehlenden Kommunikation der Offiziellen sowie dem mehr als bescheidenen Wetter – nicht nehmen und bevölkerten, bewaffnet mit Regenschirmen, den Kunstrasenplatz, der leider nur zwei Stufen vorweisen kann. Die beiden anderen unkünstlichen Plätze wären – aus Sicht eines Groundhoppers – besser gewesen. Sowohl aus Chemnitz als auch aus Dresden waren höchstens zehn bekannte Gesichter anwesend. Der Rest bestand aus Familienmitglieder, Fußballfreunden und Friede-Freude-Eierkuchen-Anhängern.

In einem – aus Sicht der Ligenzugehörigkeit – ungleichen Duell ist Angriff immer die beste Verteidigung. Und das nahmen sich die in der Regionalliga gegen den Ball tretenden Himmelblauen von der ersten Sekunde an zu Herzen und überraschten damit in der Anfangsphase gleich zweimal die Dresdner. Erst schlug ein wunderbar geschlenzter Freistoß von Schubert perfekt im Giebel ein, ehe wenige Augenblicke später Hansch einen Abwehrfehler zu nutzen wusste und eiskalt den Schlussmann tunnelte. Anschließend rasteten alle Himmelblauen sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen aus. Ein Auftakt nach Maß, der Sicherheit gab, der die Konzentration schärfte. Der Favorit aus Dresden benötigte eine halbe Stunde, um wieder in Tritt zu kommen. Eine flache Flanke in den Rücken der Verteidigung wurde unhaltbar unter die Latte gezimmert. Der Ball wurde unverzüglich wieder aus dem Netz gefischt und auf den Anstoßpunkt gelegt – die SG Dynamo Dresden war wieder da, und blieb es in bis zum Pausenpfiff. Die himmelblaue Defensive wurde gehörig unter Druck gesetzt, geriet aber zu keinem Zeitpunkt ins Schlingern.

Ein Zustand, der sich auch nach dem Seitenwechsel nicht änderte. Je länger die Partie dauerte, desto unzufriedener wurde Dresden, desto sicherer stand Chemnitz, die zwar in der Schlussphase vergaßen, den Sack zu schließen, trotzdem als Sieger den Platz verließen. Und diesen Erfolg im Anschluss lautstark im Leipziger Regen feierten. Mit einem großen goldenen Pokal und mit himmelblauen Liedern aus Kurve feierten die Nachwuchs-Kicker vom Chemnitzer FC die Sensation, während von allen Stehreihenstehern friedlich Applaus gespendet wurde.

Final bleibt es aber dabei, dass sich der „Sächsische Fußballverband“ mit diesem Finale keinen Gefallen getan hat. Transparenz sieht anders aus.

Unser Dank geht an Lenny (Bericht) und Pasa (Bilder).

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