Meistersaison: Auswärtspunkt & Heimsieg zum Auftakt

24.08.2016, 08:28 Uhr | 843 Aufrufe
Im ersten Beitrag zur Meistersaison 1966-67 blickten wir auf den Kader des FCK, die Ziele von Cheftrainer Horst Scherbaum und die Testspiele vor der Saison zurück, nun soll es um die ersten beiden Punktspiele gehen.

Geraer ProgrammheftDer erste Spieltag führte den FC Karl-Marx-Stadt in das thüringische Gera. Der Aufsteiger zur Oberliga hatte den Klassenerhalt als Ziel und würde sich über jeden erhaschten Punkt freuen. Und so kam es am Ende auch - die Partie im „Stadion der Freundschaft“ endete vor 13.000 Zuschauern mit einem torlosen Remis. Das Spiel war kein Leckerbissen, übereinstimmend berichteten sowohl die „Fuwo“ als auch das „Sportecho“ von einer müden, teilweise hart geführten Partie mit wenigen guten Torszenen. Vor allen den höher dotierten Gästen wurde angekreidet, erst zu wenig fürs Spiel getan zu haben und später zu hart eingestiegen zu sein. Heute würde man einfach sagen: Na und? Auswärts zum Auftakt einen Punkt geholt! Als wichtig wurde vor allen eine Szene in der 15. Minute bewertet, als der Geraer Rechtsaußen Schattauer bei einem Zweikampf mit Peter Müller bei einem Pressschlag verletzt wurde. Damals gab es keine Auswechslungen (!), so dass der Gastgeber nach mehreren „Belastungsversuchen“ den Spieler vom Feld nahm und nur noch zu Zehnt agierte.

1. Spieltag der Saison 1966-67
Wismut Gera - FC Karl-Marx-Stadt 0:0
FCK-Aufstellung: Hambeck – Kreul, Feister, P. Müller, A. Müller, Posselt – Steinmann, Erler, Schuster, Rüdrich, Vogel
Zuschauer: 13.000 (Stadion der Freundschaft)

FCK-Spieler Klaus Rüdrich gegen den Geraer StrempelAus dem Fuwo-Spielbericht: Erst als die respektvollen Geraer merkten, daß die Himmelblauen aus Karl-Marx-Stadt beinahe noch mehr Respekt zeigten und sich nur schüchtern aus ihrer eigenen Hälfte herauswagten (im Hineingehen in den Mann zeigten sich einige Spieler, speziell Kreul, allerdings weniger schüchtern), legte er die Scheu ab und sorgte von der 15. Minute (bis zur 25.) für einige starke Szenen vor Hambecks Gehäuse, der hervorragend hielt. [..] FCK-Trainer Horst Scherbaum erklärte unter anderem: „Meine Spieler hatten zum Oberliga-Auftakt noch nicht die nötige Nervenstärke. Daraus entsprangen auch viele unnötige Fouls.“

Aus dem Sportecho-Bericht: Zehn Minuten Spannung und Klasse, das aber ist wohl zu wenig für ein Oberligaspiel. Natürlich hatte Gera dabei einen plausiblen Grund für das Nachlassen der Konzentration und der Leistungen: Rechtsaußen Schattauer wirkte bald nur noch als Statist. Seine Verletzung rührte zwar nicht von einem Foul her, aber dennoch muß gesagt werden, daß einige FCK-Leute allzu forsch an den Mann gingen. Verteidiger Kreul muß offensichtlich Mann und Ball und noch besser unterscheiden lernen. Aber er war nicht der einzige Sündenbock eines Spiels, in dem die Einfallslosigkeit der Geraer Stürmer ebensowenig ein Tor zuließ wie die an drei Fingern abzuzählenden Chancen der Gäste.



FCK-Programmheft vom SpielNach dem 0:0 beim Aufsteiger in Gera traf der FCK am 2. Spieltag daheim auf den BFC Dynamo. Die Berliner waren in der Vorsaison Neunter geworden und als Fan brauchte man damals vor den Entscheidungen des pfeifenden Personals noch keine Angst zu haben, denn der Dauer-Sieges-Status der "Biffzen" nahm erst ab 1979 abnormale Züge an. Die klare Nummer Eins in Berlin war damals der FC Vorwärts Berlin, aus dem 1971 der FC Vorwärts Frankfurt werden sollte. Ein Heimsieg gegen den BFC durfte also erwartet werden, und durch ein Tor von Dieter Erler wurde dieser auch erreicht. Nach der Partie belegte der FCK nach zwei Spieltagen den 5. Tabellenplatz.

2. Spieltag der Saison 1966-67
FC Karl-Marx-Stadt - BFC Dynamo 1:0
FCK-Aufstellung: Hambeck - Kreul, Feister, P. Müller, A. Müller - Posselt, Schuster, Wolf - Matyschik, Erler, Vogel
Torschütze: 1:0 Erler (69.)
Zuschauer: 15.000 (Ernst-Thälmann-Stadion)

FCK-Torschütze Dieter ErlerAus dem Fuwo-Spielbericht: Hambeck hatte ruhigen Nachmittag - im zweiten Abschnitt erspielten sich der jetzt torgefährlicher stürmende FCK deutliche Vorteile gegen den im Angriff restlos versagenden BFC Dynamo. In 360 Minuten vermochten die Sturmreihen beider Mannschaften lediglich einen Treffer zu erzielen. Erler, dem überragenden Mann dieser Partie, blieb verdientermaßen das spielentscheidende Tor in der 69. Minute vorbehalten, als Matyschick eine scharfe Eingabe von Vogel ablegte und der Halbstürmer den Ball mit dem linken Fuß genau ins lange Eck des Dynamo-Tores platzierte. Das überaus knappe 1:0 besagt allerdings nicht, daß die Angriffsleistungen des Gastgebers im zweiten Abschnitt weit zielstrebiger erfolgten als bis zum Wechsel und daß dem fangsicheren Berliner Schlußmann Bräunlich wohl das alleinige Lob dafür gebührt, daß sich das Ergebnis am Ende noch in Grenzen hielt. [..]

Viermal schossen die Stürmer des FCK bis zum Wechsel auf das gegnerische Tor, wobei jedoch nur die beiden Schüsse von A. Müller (!) und Vogel ihr Ziel fanden. [..] Die später weit konzentriertere Partie des FCK kam wie folgt zum Ausdruck: Zwölf Torschüsse im zweiten Abschnitt, von denen sechs Bräunlichs Reaktion herausforderten, Stumpf einmal auf der Linie klären mußte, Vogel einmal die Latte traf sowie einen scharf getretenen Ball Bräunlich genau auf den Körper jagte, von wo aus er gegen den Pfosten und dann zurück ins Feld sprang. [..]


Surftipp:
» Zum Spielplan des FC Karl-Marx-Stadt in der Meister-Saison 1966-67

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