Meistersaison: FC Karl-Marx-Stadt gewinnt 1:0 in Dresden!

12.04.2017, 12:12 Uhr | 2069 Aufrufe
Programmheft zum Spiel SGD-FCKNach dem 3:1-Heimsieg gegen den HFC legte die DDR-Oberliga eine dreiwöchige Spielpause ein, damit sich die nationalen Auswahlmannschaften besser auf ihre Aufgaben vorbereiten konnten. Die Olympia-Auswahl gewann mit 5:0 in Athen (Tor: Manfred Lienemann), die Nationalelf besiegte die Niederlande mit 4:3 (Tor: Eberhard Vogel). Aber auch der FCK war in den drei Wochen fleißig und absolvierte fünf Testspiele, die allesamt gewonnen wurden (u.a. 3:1 bei Brieske-Ost, 6:0 gegen Stahl Callenberg, 7:0 gegen Fortschritt Eppendorf). Am 8. April ging die Reise nach Dresden, um bei den Dynamos im Punktspiel zu bestehen. Stolze 2.000 FCK-Fans feuerten im Rudolf-Harbig-Stadion ihre Himmelblauen an und feierten am Ende einen knappen, aber verdienten 1:0-Erfolg. Vogel hatte bereits nach drei Minuten die Führung erzielt. Nach dem Spiel feierten die Club-Fans mit „Heja FCK“-Sprechchören den Sieg und auf der Laufbahn rannte Edelfan Leo Bachmann mit der FCK-Fahne herum - aus heutiger Sicht völlig unvorstellbar. Da die hinter dem FCK platzierten Teams alle verloren (Lok Leipzig, Rostock, Jena) wuchs der Vorsprung des Clubs in der Tabelle auf traumhafte 6 Punkte an!
Fuwo-Schlagzeilen zum 19. Spieltag
19. Spieltag der Saison 1966-67
SG Dynamo Dresden - FC Karl-Marx-Stadt 0:1
FCK-Aufstellung: Hambeck - Rüdrich, Feister, P. Müller, A. Müller - Posselt, Schuster, Steinmann - Lienemann, Erler, Vogel
Torschütze: 0:1 Vogel (3.)
Zuschauer: 33.000 im Rudolf-Harbig-Stadion

Fuwo-Bericht vom 11.04.67:
Das Tor folgte dem Glückwunsch
2.000 FCK-Fans waren in Dresden dabei[..] Dynamo-Kapitän Pfeifer überreichte beiden Geburtstagskindern vor dem Anpfiff Blumen. Vogel und Kallenbach gratulierten sich gegenseitig, und genau 150 Sekunden später hatte der Linksaußen das erste Duell gegen den Torwart zu seinen Gunsten und damit das Spiel entschieden. Steinmann schlug den ersten Eckball (insgesamt 7:3 für Dynamo) in den Torraum. Kallenbach blieb wie angewurzelt stehen. Vogel bedankte sich für diesen Fehler auf seine Weise, stieg nach oben und schmetterte die Kugel mit dem Kopf in die Maschen. 2 000 Karl-Marx-Städter Schlachtenbummler jubelten, schwenkten blau-weiße Fahnen. Über 31 000 Dresdener Zuschauer waren schockiert, hatten auch in der Folge kaum Gelegenheit, ihre Mannschaft wie gewohnt anzufeuern. [..]

"Zu vielbeinig war die Abwehr des FCK", klagte Trainer Fuchs. "An solchen Deckungen haben sich schon klügere Mannschaften die Zähne ausgebissen. Wir waren zwar überlegen, doch die anderen haben gewonnen", resignierte er. [..] Schuster übernahm nach 20 Minuten die Position des angeschlagenen P. Müller, Erler, Steinmann waren mehr im eigenen Strafraum zu finden als in der gegnerischen Hälfte, in der meist nur Lienemann stand, dabei immer oft drei Mann beschäftigte, die er nicht nur einmal klug ausspielte, den Ball haltend und Zeit gewinnend, bis andere nachrückten. "Wir haben den Kampf angenommen und gewonnen", freute sich FCK-Trainer Scherbaum. "Jeder kämpfte für den anderen bei uns, und ich will keinen Spieler hervorheben. Daß die Verfolger Punkte ließen, ist ein großer Vorteil für uns. Die Entscheidung kann schon am Sonnabend fallen." (Klaus Schlegel)

Fuwo-Rubrik „Zum Schiedsrichterkollektiv“:
Ein Spiel, das nicht einfach zu leiten war. Riedel entledigte sich seiner Aufgabe im Verein mit seinen Kollegen voller Umsicht, griff von Anfang an energisch durch und hatte das Geschehen in der Hand. Daß er zweimal klares Foulspiel an Gumz und Vogel übersah, mindert das Lob nicht.

Eberhard Vogel trifft zum 1:0 für den FCKFreie Presse:
FCK klug auf Dresden eingestellt
[..] Bereits in der 3. Minute flog Vogel förmlich in eine Steinmann-Ecke hinein und stieß den Ball mit dem Kopf ins Netz. Dieser Treffer rüttelte Dynamo vollends wach und ließ sie zu ihrer gefürchteten Kampfkraft finden. Hinzu kam für den FCK das Handicap, daß Peter Müller wegen einer Hüftverletzung (15.) zeitweilig ausscheiden mußte und sich dann mit halber Kraft in Rechtsußenposition mühte, daß Rüdrich (20.) durch eine Knieprellung arg behindert war und die Zurücknahme Schusters in die Abwehr die Angriffskonzeption über den Haufen warf. Was der Spitzenreiter jedoch an diesem Tag trotz der geschilderten Umstände und der unerbittlichen Härte der Dresdner bot, das forderte selbst dem Dynamo-Anhang Bewunderung ab. Fritz Feister steigerte sich nach anfänglicher Nervosität in blendende Form, Schuster zeigte eine Verteidiger-Partie mit viel Raffinesse und Übersicht, A. Müller klärte kaltblütig manche heikle Situation, und was dennoch den Weg aufs Tor fand, wurde eine sichere Beute des fangsicheren, reaktionsschnellen Hambeck. Im Mittelfeld schufteten Erler und Posselt, und als Angriffsspitzen beschäftigten Vogel und Lienemann die Dresdner Deckung mehr als es dieser lieb war. [..] (Gerhard Oertel)

Freie Presse:
Ein Spieltag für den FCK
Kubego-Grafik zur Oberliga-Spitze in der Fuwo[..] Nationalmannschaftslinksaußen Eberhard Vogel und Dynamo-Torwart Kallenbach feierten an diesem 19. Spieltag Geburtstag und wurden mit großen roten Tulpensträußen geehrt. Ein paar Minuten später setzte der nun 24jährige Karl-Marx-Städter seinem um ein Jahr älteren Kollegen einen Kopfball ins Netz und bereitete sich damit das schönste Geburtstagsgeschenk, das für seine Elf zwei wichtige Punkte bedeuten sollte. Noch lange nach dem Treffen erklangen die Heja – Heja – FCK-Rufe im weiten Stadionrund, und an den Umkleidekabinen lauerten die Dresdner Fußballbuben auf die Sieger des Tages. Nach ihrer Meinung stehen die Autogramme der Erler, Vogel, Feister, Hambeck, Lienemann und Co. am höchsten im Kurs, weil sie bald mit dem Titel des Deutschen Fußballmeisters 1966/67 verbunden sein könnten.


Surftipp:
» Zum Spielplan des FC Karl-Marx-Stadt in der Meister-Saison 1966-67

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