Längste MV aller Zeiten mutiert zur Schlammschlacht

12.12.2017, 01:31 Uhr | 2411 Aufrufe
+++ 530 Mitglieder in der Messe Chemnitz erleben Schlammschlacht zwischen Aufsichtsrat und ehemaligem Vorstand +++ Im Zentrum der Auseinandersetzung Ex-Vorstand Bohne und AR-Chef Bauch +++ Zusammenarbeit zwischen den Gremien war sichtlich eine Katastrophe +++ Beltrame stellt acht Pakete für die langfristige wirtschaftliche Konsolidierung des CFC vor +++ Bauch kritisiert Medien für Berichterstattung +++ Bohne nennt Kosten für Stadionnutzung deutlich zu hoch +++ Emotionaler Auftritt von Sportchef Ziffert +++ Knappe Ergebnisse bei den Entlastungen +++ Vorstand 2016/17 nicht entlastet +++ Antrag auf sofortige Abwahl des Aufsichtsrates scheitert deutlich +++ Neue AR-Mitglieder Löster, Brunhuber und Uhlig gewählt +++ Meistermannschaft von 67 zu Ehrenmitgliedern ernannt +++ MV endet erst kurz vor Mitternnacht nach 5 Stunden +++

Bericht folgt...

Der MV-Ticker der Freien Presse zum Nachlesen:

17.59 Uhr: Herzlich Willkommen aus der Messe Chemnitz. Hier findet heute die Mitgliederversammlung des Chemnitzer FC statt. Vorstand und Aufsichtsrat werden über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten. Drei Kandidaten wollen sich in den Aufsichtsrat wählen lassen. Die wirtschaftliche Lage des CFC ist genauso angespannt wie die sportliche. Es werden hitzige Diskussionen erwartet. Los geht es 18.30 Uhr. "Freie Presse" ist für Sie vor Ort.

18.10 Uhr: In 20 Minuten soll es losgehen, die Zuschauertribüne in der Messehalle füllt sich langsam. Rund 2600 Mitglieder hat der CFC, Platz wäre für alle ausreichend vorhanden. Eingetroffen sind bis jetzt rund 300.

18.15 Uhr: Erwartet wird auch die Drittligamannschaft des CFC. Trainer Horst Steffen ist bereits da.

18.22 Uhr: Eingetroffen ist nun auch Dr. Mathias Hänel, der seit Anfang Dezember nach rund zehn Jahren im Amt nicht mehr Vorstandschef des CFC ist. Der Saal füllt sich weiter, reichlich 500 Mitglieder sind bereits drin, draußen an der Anmeldung haben sich Schlangen gebildet.

18.29 Uhr: Die Spieler treffen ein. Anders als noch im Vorjahr gibt es heute keinen Applaus.

18.33 Uhr: Versammlungsleiter Nico Beltrame gibt bekannt, dass sich der Beginn der Veranstaltung um fünf Minuten verzögert. Vorher soll die genaue Anzahl der anwesenden Mitglieder ermittelt werden.

18.39 Uhr: Los geht's. Im Präsidium haben links die Aufsichtsräte Gunther Kermer und Uwe Bauch, rechts Sportvorstand Steffen Ziffert und Ehrenratsmitglied Mario Lengtat platzgenommen. In der Mitte sitzt Nico Beltrame, ehemaliger Vorstand, mittlerweile kooptiertes Mitglied des Aufsichtsrats und heute Versammlungsleiter.

18.41 Uhr: Nico Beltrame begrüßt Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig als "besonders prominenten Gast". Dafür gibt es Applaus. Weitere Gäste und die Vertreter von Funk und Presse werden begrüßt. Dafür gibt es keinen Applaus.

18.42 Uhr: 530 stimmberechtigte Mitglieder sind im Saal. Die Beschlussfähigkeit der Versammlung ist gegeben.

18.46 Uhr: Die Mitglieder werden befragt, ob die Veranstaltung öffentlich durchgeführt werden soll. Die Alternative: Ausschluss der Öffentlichkeit, das heißt der Presse.

18.48 Uhr: Die Mitglieder stimmen mehrheitlich gegen den Ausschluss der Öffentlichkeit, nur 70 wollen die Presse nicht im Saal haben. Wir dürfen bleiben und weiter für Sie berichten.

18.51 Uhr: Mathias Hänel tritt ans Pult und hält den Bericht des Vorstands. Er beklagt die nach wie vor große Unruhe im CFC und die Fluktuation in den Führungsgremien des Vereins. 75 Prozent des Führungspersonals seien in den letzten zwölf Monaten aus unterschiedlichen Gründen gegangen. Kontinuität sehe anders aus.

18.57 Uhr: Der CFC hat aktuell 2565 Mitglieder, darunter sind 265 aktive Fußballer, bzw. Fußballerinnen. Mathias Hänel beantragt mit seiner Rede auch die Entlastung des Vorstandes für die Geschäftsjahre 2015/16 und 2016/17.

19.02 Uhr: Mathias Hänel spricht von einer sportlich enttäuschenden Saison 2016/17, die trotz prominenten Personals nur auf Platz acht endete. Positiv sei der Gewinn des Sachsenpokals zu erwähnen, der dem CFC in diesem Sommer das wirtschaftlich sehr einträchtige DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern ermöglicht habe. Dafür gebühre der Mannschaft der Vorsaison und dem Trainerteam um Sven Köhler Dank. Das aktuelle Drittligajahr könne für den CFC nun zum "verflixten siebten Jahr" werden. Der Abstieg sei ein Horrorszenario.

19.12 Uhr: Mathias Hänel betont: Chemnitz und der CFC können stolz auf ihr neues Stadion sein. Es sei eines der schönsten der Dritten Liga.

19.22 Uhr: Der CFC hat im Geschäftsjahr 2016/17 9.269.000 Euro eingenommen und 9.085.000 Euro ausgegeben. Dieses positive Geschäftsergebnis kam allerdings nur durch die 1,2 Millionen Euro von der Stadt Chemnitz und einen 1,5-Millionen-Euro-Kredit von Eins Energie zustande.

19.28 Uhr: Der CFC könne mehr Einnahmen in den Bereichen Mitgliedsbeiträge und Merchandising erreichen. Große Steigerungen auf der Einnahmeseite seien auch für die Zukunft kaum zu erwarten, ein Mäzen in Chemnitz nicht in Sicht. Bedeutet: Der CFC muss sparen.

19.33 Uhr: Mathias Hänel wird deutlich: Persönliche Befindlichkeiten spielen eine viel zu große Rolle in den Führungsgremien des CFC. Zuerst komme der Verein. Dafür gibt es von den Mitgliedern Applaus. Uwe Bauch klatscht nicht. Hänel fordert, dass künftig Vorstand und Aufsichtsrat von den Mitgliedern gewählt werden. Das stärke die Demokratie im Verein. Mathias Hänel verabschiedet sich nach mehr als zehn Jahren in der Vereinsführung von den Mitgliedern. Der CFC sei zurück auf der Fußballlandkarte, Chemnitz habe auch künftig mindestens Drittligafußball verdient. Noch einmal Beifall für Dr. Hänel. Auf Mathias Hänel folgt Uwe Bauch mit dem Bericht des Aufsichtsrats.

19.39 Uhr: Bauch beginnt mit einem Dank an Mathias Hänel. Danach sagt er, in den letzten Jahren sei eben nicht alles gut gelaufen. Sonst wäre der CFC nicht in eine so bedrohliche wirtschaftliche Schieflage geraten. Bauch referiert ausführlich zu den vielen Personalwechseln in der Clubführung.

19.43 Uhr: Uwe Bauch lobt die bisherige Arbeit von Sportvorstand Steffen Ziffert. Applaus.

19.48 Uhr: Uwe Bauch: Die Chemie zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stimmte zuletzt nicht mehr. Der Aufsichtsrat habe kein ausreichendes Feedback und keine Berichte vom für die Finanzen zuständigen Vorstand Stefan Bohne und von Geschäftsführer Lars Schauer erhalten. Beim CFC habe man von Sommer diesen Jahres bis November mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet.

19.51 Uhr: Uwe Bauch: Ein ehrenamtlich im Verein tätiges Mitglied von Aufsichtsrat oder Vorstand könne nicht gleichzeitig Dienstleister für den CFC sein. Bei Stefan Bohne und seiner Firma Logsol war bzw. ist das der Fall.

19.55 Uhr: Uwe Bauch sagt, Stefan Bohne zum Rücktritt zu drängen, sei im Sinne der Mitglieder des CFC gewesen.

20.03 Uhr: Uwe Bauch erwähnt, dass viele Vereine in der Dritten Liga gravierende wirtschaftliche Probleme haben. Der VfR Aalen und der FSV Frankfurt stellten in der Vorsaison Insolvenzanträge. Die Aufwendungen für den Spielbetrieb (Stadien, Reisen) seien hoch, die Einnahmen (TV-Verträge) zu niedrig. Die Konkurrenzsituation rund um Chemnitz sei besonders groß (Aue, Zwickau, Dresden, Halle, Jena, Erfurt, Leipzig), der Kampf um Fans und Werbepartner hart.

20.08 Uhr: Diese Erkenntnisse sind das Ergebnis einer Analyse des CFC durch die Firma BDO. Die Bewertung des CFC durch BDO spiegelt sich in einer Ampelgrafik wider. Vier Lichter leuchten gelb, vier andere rot, keines grün. Eine sehr negative Beurteilung.

20.16 Uhr: Uwe Bauch hat auch die Medien als Übeltäter ausgemacht. Negative Stories verkauften sich eben besser. Wegen des medialen Anprangerns der Rolle der Stadt in der Frage der Unterhaltung des Stadions seien die Aufsichtsräte Simone Kalew und Dirk Balster zurückgetreten.

20.19 Uhr: Insgesamt aber sei in den letzten Jahren beim CFC möglicherweise ein zu positives Bild von der wirtschaftlichen Lage gezeichnet worden.

20.24 Uhr: Uwe Bauch sagt, dass er jedes Mal Angst und Grauen spürt, wenn er die Geschäftsstelle im Sportforum sieht. Es gäbe nicht einmal eine Kaffeemaschine. Es sähe da aus wie 1991. Da könne man keine Gäste empfangen, keine Sponsoren mit hinnehmen.

20.27 Uhr: Die Spieler der B-Jugend verlassen die Veranstaltung. Uwe Bauch spricht noch immer.

20.31 Uhr: Uwe Bauch betont noch einmal, zum Stadion-Neubau habe es für den CFC keine Alternative gegeben. Das alte habe nicht mehr den DFB-Anforderungen entsprochen, das neue biete zudem viel bessere Vermarktungsmöglichkeiten. Barbara Ludwig habe den Neubau persönlich forciert und durchgesetzt, dafür gebühre ihr großer Dank. Applaus.

20.34 Uhr: Bauchs Kritik: Auf Wunsch des damals verantwortlichen Vorstands musste alles im Stadion vom Besten und vom Feinsten sein. Das sei Wunsch des CFC, nicht der Stadt gewesen.

20.41 Uhr: Uwe Bauch hat eine Stunde gesprochen, kommt zum Ende. Er wünscht sich und glaubt auch an den Klassenerhalt. Die nächste Aufgabe sei es, einen starken neuen Vorstand zu finden, der den CFC gut repräsentiere. Applaus und zehn Minuten Pause.

20.56 Uhr: Die Pause ist beendet. Nächster Tagesordnungspunkt: Diskussion. Es spricht Stefan Bohne.

21.00 Uhr: Stefan Bohne geht auf die persönlichen Angriffe seitens Uwe Bauch ein, unterstellt ihm, in Teilen seiner Ausführungen gelogen zu haben. Auch er, Stefan Bohne, sei ehrenamtlich für den CFC tätig, nicht ein einziger Cent sei an ihn geflossen. Diese Behauptung werde für Bauch auch ein juristisches Nachspiel haben.

21.04 Uhr: Stefan Bohne: Bauchs Versuch, einen Keil zwischen die Vorstände zu treiben, werde scheitern. Alle Beschlüsse im Vorstand seien gemeinsam getroffen worden. Bauchs Rede sei eher schädlich für den CFC, zum Fremdschämen geeignet gewesen. Dicke Luft.

21.14 Uhr: Stefan Bohne erläutert seine Tätigkeit im vergangenen halben Jahr. Er dankt Infront. Ohne die Zugeständnisse des Vermarkters hätte der CFC im Sommer niemals eine Lizenz erhalten. Bohne dankt auch dem Caterer (Polster), der bereit war, einen gültigen Zehnjahresvertrags nachzuverhandeln. Einige Punkte des Sanierungskonzepts seien umgesetzt, andere noch in Arbeit.

21.24 Uhr: Stefan Bohne erläutert, auf welchen Wegen der CFC im Sommer die Mittel aquiriert hat, um die vom DFB für Erteilung der Lizenz geforderten rund vier Millionen Euro nachzuweisen. Er fährt fort mit den aktualisierten Planungen für die laufende Saison. Ein entscheidender Punkt: 660.000 Euro Gebühr für die Stadionnutzung seien für einen Drittligisten einfach nicht zu stemmen. Der Durchschnitt der Liga liege bei 300.000 Euro.

21.29 Uhr: Der CFC plant für diese Saison mit 8.029.000 Euro an Einnahmen und 7.825.000 Euro Ausgaben. Am Ende stünde ein Gewinn von 204.000 Euro.

21.32 Uhr: Stefan Bohne bekommt für seine Ausführungen Applaus. Jetzt ist Nico Beltrame an der Reihe. Er outet sich erst einmal als Raser, sagt, dass er auf der Autobahn immer der Schnellste sei, da er keinen Blick in den Rückspiegel brauche.

21.40 Uhr: Beltrame erläutert einen "Stresstest", dem die Planungen des CFC unterzogen wurden. Das Ergebnis: In der nächsten Saison könnten die Einnahmen deutlich zurückgehen, der CFC zwischen 0,5 und 1,5 Millionen Euro Verlust machen. Ein solches Minus sei nicht akzeptabel. Am Etat für die Profimannschaft könne man als Drittligist keine weiteren Einsparungen vornehmen, andere Ideen müssen her, um diese Lücke zu schließen. Sieben Pakete mit Überlegungen gibt es.

21.46 Uhr: Ein wunder Punkt: Den CFC kostet jedes Heimspiel rund 70.000 Euro. Das ist zu viel. Ein anderer, zuvor schon von Stefan Bohne angesprochen: 660.000 Euro Gebühr für die Stadionnutzung sind zu hoch. Ein dritter: 370.000 Euro kostet den CFC das Sicherheitskonzept. Hier muss optimiert, bzw. gespart werden. Außerdem: Die Einnahmen aus Drittveranstaltungen im Stadion liegen bisher noch unter 50.000 Euro. Hier ist Potenzial für Einnahmen. Die sieht Beltrame auch im Bereich Vermarktung.

21.50 Uhr: Ein weiteres von Beltrames Paketen: Gewinnung neuer Zuschauer durch attraktive Ticketeingruppierungen. Es gibt nicht nur sieben, sondern acht Pakete: Stadt, Land Sachsen und DFB sollen in die Arbeit des CFC eingebunden werden. Auf Nico Beltrame folgt Aufsichtsrat Gunther Kermer.

21.59 Uhr: Kermer erklärt, er habe im Auftrag des Aufsichtsrats eine Kontrolle der Buchhaltung des CFC durchgeführt. Die Mitarbeiterinnen seien fleißig, aber unzureichend angeleitet, in der Buchhaltung gebe es große Mängel. Kermer kritisiert, dass die CFC-Geschäftsführung sogar den Aufsichtsratsvorsitzenden, zugleich Namenssponsor des Stadions, wegen ausstehender Zahlungen in Höhe von 125.000 Euro gemahnt habe. Uwe Bauch habe inzwischen alle Forderungen beglichen, sogar 45.000 Euro zusätzlich gezahlt.

22.03 Uhr: Kermer beklagt, Stefan Bohne habe als Vorstand die von ihm versprochene Transparenz nie geleistet. Nicht befriedigend sei auch die Einbindung kleinerer Sponsoren in den Verein durch Infront. Kermers Rede ist beendet. Jetzt spricht Steffen Ziffert, seit Mai Sportvorstand beim CFC.

22.06 Uhr: Ziffert berichtet über seine Tätigkeit in den letzten sechs Monaten. Er beginnt damit, dass er Sven Köhler gern als Trainer behalten hätte. Köhler habe in 2016/17 keine faire Saison gehabt. Gescheitert war eine Vertragsverlängerung mit Sven Köhler daran, dass Ziffert ihm einen neuen Co-Trainer zur Seite stellen wollte. Das lehnte Köhler aus Loyalität gegenüber seinem Freund Ulf Mehlhorn ab.

22.09 Uhr: Ziffert bemerkt, dass der CFC in den letzten Jahren für Drittligaverhältnisse zu teure Spielerverträge abgeschlossen habe. Vor Ziffert hat der beurlaubte, noch bis Sommer 2018 beim CFC unter Vertrag stehende Sportdirektor Stephan Beutel die Verträge ausgehandelt.

22.15 Uhr: Zifferts Aussage zur laufenden Saison: Der CFC hat die schlechteste Abwehr der gesamten Liga, steuert auf Abstiegskurs. Vor dem CFC stünden nun 19 Endspiele. Die Mannschaft müsse endlich anfangen, den treuen Fans etwas zurückzugeben, und zwar am Sonnabend in Zwickau. Ziffert spricht Kapitän Marc Endres persönlich an: Er müsse jetzt dabei vorangehen. Chemnitz stehe für seriösen, ehrlichen Fußball. Magdeburg sei ein Vorbild für den CFC. Steffen Ziffert beendet seine kurze Rede, bekommt viel Applaus.

22.18 Uhr: Geschäftsführer Lars Schauer nimmt das Mikrofon. Er kritisiert die Polemik einiger seiner Vorredner und die persönlichen Anfeindungen. Die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle als unqualifiziert abzustempeln, sei eine Frechheit. Wütende Zwischenrufe aus dem Publikum: Man möge endlich aufhören, dreckige Wäsche zu waschen.

22.21 Uhr: In der Diskussion ist endlich das erste Mitglied im Publikum an der Reihe: Man solle endlich mal über Lösungen, statt nur über Probleme sprechen. Auf eine entsprechende Frage antwortet Uwe Bauch: Der am Abend noch zu wählende Aufsichtsrat habe zwei Monate Zeit, einen neuen Vorstand zu berufen. Seinen Vorsitzenden wähle der Vorstand dann selbst.

22.24 Uhr: Ein weiteres Mitglied kritisiert die Diskussionskultur der Veranstaltung. Die Antwort von Uwe Bauch fällt etwas umständlich aus.

22.28 Uhr: Der Zwischenrufer beim Beitrag von Lars Schauer ist am Mikrofon: Er will Lösungen aufgezeigt bekommen, wie es mit dem CFC wieder aufwärts gehen kann. Der nächste Redner beklagt, zwischen den Versammlungen im letzten und in diesem Winter habe es - obwohl damals angekündigt - keine Veranstaltungen für Mitglieder gegeben.

22.30 Uhr: Ehrenrat Mario Lengtat kündigt für Januar die Vorstellung des Entwurfs für eine neue Satzung an.

22.34 Uhr: Ein Mitglied spricht Trainer Horst Steffen an, lobt Tom Scheffel und Julius Reinhardt. Er hoffe, dass Jamil Dem bald wieder mitwirken könne und dass der CFC trotz aller Skepsis doch noch die Klasse halte. Vor allem die Abwehr müsse sich steigern.

22.36 Uhr: Die Diskussion ist beendet. Jetzt findet die Abstimmung über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für die vergangenen beiden Geschäftsjahre statt.

22.39 Uhr: Das Ergebnis für den Vorstand fällt äußerst knapp aus. Weil das so ist, müssen die Mitglieder ihre Ja- oder Nein-Kärtchen noch einmal in die Höhe halten, es wird ein zweites Mal gezählt.

22.44 Uhr: Der Vorstand ist für die Saison 2015/16 mit 184 Ja- bei 158 Nein-Stimmen entlastet. Jetzt wird über die Entlastung des Aufsichtsrats für den gleichen Zeitraum abgestimmt.

22.48 Uhr: Auch der Aufsichtsrat ist für 2015/16 entlastet. Es gab 183 Ja-, 161 Nein-Stimmen und 65 Stimmenthaltungen.

22.57 Uhr: Für das Geschäftsjahr 2016/17 fällt das Ergebnis für den Vorstand anders aus: Die Mitglieder verweigern dem Gremium die Entlastung (157 Ja-, 183 Nein-Stimmen, 60 Enthaltungen), behalten sich damit mögliche Schadenersatzansprüche gegen die damaligen Vorstände vor. Der Aufsichtsrat hingegen wird auch für diesen Zeitraum von den Mitgliedern mit 158 Ja- bei 148 Nein-Stimmen und 82 Enthaltungen entlastet.

23.02 Uhr: Es folgt Tagesordnungspunkt 7. Der Antrag, eingereicht von Mitglied Tom Bartel, fordert die Abwahl des Aufsichtsrats und eine Neuwahl des Gremiums. Begründung: die öffentlich ausgetragen Schlammschlacht zwischen den Gremien. Mario Lengtat spricht zu diesem Antrag. Er sei abzulehnen, unter anderem, weil der CFC dann kein Führungsgremium mehr hätte.

23.04 Uhr: Uwe Bauch äußert sich zum Abwahlantrag. Er sei diskreditiert worden, habe das Recht sich zu wehren.

23.07 Uhr: Ein Mitglied fordert Uwe Bauch und Gunther Kermer zum Rücktritt auf. Unruhe im Saal.

23.09 Uhr: Gunther Kermer nimmt das Mikrofon und erklärt, sich mit Rücktrittsgedanken zu tragen. Er habe sicher Fehler gemacht. Wenn andere es besser könnten, mache er gern Platz. Jetzt wird über den Antrag zur Abwahl des Aufsichtsrats abgestimmt.

23.10 Uhr: Der Antrag wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Aufsichtsrat bleibt im Amt.

23.12 Uhr: Jetzt kommt die Nachwahl der Mitglieder für den Aufsichtsrat. Zur Wahl stellen sich Helmut Brunhuber, Thomas Uhlig und Norman Löster. Ausgewählt unter 27 Bewerbern hat das Trio der Ehrenrat.

23.15 Uhr: Die drei Kandidaten stellen sich kurz vor, zwei sind Unternehmens-Geschäftsführer, einer Jurist.

23.20 Uhr: Alle drei Kandidaten werden mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat gewählt. Es gibt Applaus und Blumen. Die ersten Mitglieder verlassen den Saal.

23.22 Uhr: Tagesordnungspunkt 10: Ehrungen und Auszeichnungen. Alle Mitglieder der Meistermannschaft von 1967 werden zu Ehrenmitgliedern des CFC erklärt. Die offizielle Ehrung der Meister von 1967 erfolgt im Februar beim Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena.

23.27 Uhr: Uwe Bauch hält das Schlusswort. Er bedankt sich für das Vertrauen der Mitglieder. Auch Mathias Hänel und Stefan Bohne bekommen noch Blumen. Der Saal leert sich.

23.30 Uhr: Nach knapp fünf Stunden ist die Mitgliederversammlung des CFC beendet. Als ernüchterndes Fazit der Veranstaltung bleibt: Nach wie vor sind persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten beim CFC offensichtlich wichtiger als konzentrierte Arbeit, ein bisschen Hoffnung auf Besserung bleibt. Die "Freie Presse" verabschiedet sich aus der Chemnitzer Messe. Vielen Dank!


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