Saisonauftakt 1983-84: Als der FCK mit 4:0 gegen Union Berlin siegte
08.07.2026, 07:30 Uhr | 492 Aufrufe
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Amerika ist aktuell noch im vollsten Gange, aber hierzulande wird bereits fleißig für die Saison 2026-27 trainiert. In dieser Vorbereitung empfängt der Chemnitzer FC am Donnerstag (9.7.26) den Erstligisten
1. FC Union Berlin auf der Fischerwiese (Anstoß 18.30 Uhr). Für das neu formierte Team von Cheftrainer Benjamin Duda stellt dieses Treffen das eigentliche
Highlight der Vorbereitung dar, auch wenn die Himmelblauen bis zum ersten Punktspiel noch drei weitere Testspiele bestreiten werden. Der Test gegen die "Eisernen" fungiert als Saisoneröffnung und Härtetest zugleich.
Tickets für diese Partie gibt es im CFC-Fanshop, im
Ticket-Online-Shop und an der Tageskasse.

Zeit für einen kleinen historischen Ausflug in den
August 1983: Auch da kamen die Unioner zur Saisoneröffnung an die Gellertstraße, allerdings nicht zum Test, sondern zum ersten Spieltag in der DDR-Oberliga-Saison 1983-84. Knapp 10.000 Zuschauer wollten ihren FC Karl-Marx-Stadt zum Auftakt siegen sehen, und sie erlebten einen glanzvollen Auftritt der Elf von Cheftrainer Manfred Lienemann. Durch Tore von Mario Schubert, Mario Neuhäuser, John Bemme und
Club-Legende Jürgen Bähringer siegten die Himmelblauen mit
4:0 und standen durch diesen hohen Erfolg nach dem
ersten Spieltag an der
Spitze der Oberliga-Tabelle. Am Ende der Saison kam der FCK auf dem 6. Tabellenplatz ein, die Wuhlheider belegten Platz 12. Zudem blieb der Club als einzige Oberligamannschaft in jener Saison daheim unbesiegt. Nachfolgend einige Pressestimmen zur damaligen Partie auf der Fischerwiese:
Fuwo
Die Gäste, durch Verletzungs- und Besetzungsprobleme angeknackst, erwiesen sich als "gefundenes Fressen" für den FCK, der topfit, voller Ehrgeiz, Schwung und Tatendrang auf den Plan trat. „Endlich sind wir einmal erfolgreich gestartet“, strahlte Jürgen Bähringer, neben Joachim Müller der entscheidende Akteur im Spiel der Platzherren. Er freute sich vor allem über die drei Jüngsten in der Elf, „die ihre Chancen beherztund klug nutzten“. Schubert bedankte sich für einen kapitalen Fehl-Rückpaß von Quade mit einem Flachschuß in die rechte Ecke; Neuhäuser verwandelte eine Freistoßablage von J. Müller mit einem prächtigen Linksschuß; Bemme („Unser auffälligster Stürmer“, so Trainerassistent Manfred Fuchs) „staubte“ nach einem Volleyschuß von Bähringer, der an den Pfosten klatschte, ab. Union-Schlußmann Gehrke, der Oberliga-Debütant, war da ebenso machtlos wie gegen Bähringer, der völlig frei vor ihm auftauchte. [..] Aber gemach, was der Erfolg wirklich wert ist, wird sich schon am Sonnabend in Dresden zeigen!
Manfred Lienemann (Trainer FCK): „Ich freue mich über den gelungenen Einstand, aber bei uns lief noch längst nicht alles rund und reibungslos.“
Harry Nippert ( Trainer Union): „Die Mannschaft half dem FCK mit schweren individuellen Fehlern erst in den Sattel. Sie krankte auswärts erneut unter Konzentrationsmängeln, bewies gerade im Abwehrverhalten zu wenig Kompromißlosigkeit, im Mittelfeld und vorn zu wenig Durchsetzungsvermögen.“
Neues Deutschland
Der FCK, mannschaftlich sehr geschlossen wirkend, bekam von den Unionern zum Sieg eine „goldene Brücke“ gebaut. [..] „Ohne eine konzentrierte und kompromißlose Abwehr ist nichts zu gewinnen“, urteilte Union-Trainer Harry Nippert nach dem völlig verpatzten Auftakt. Seine Elf operierte ohne Feuer und Schwung, besaß nicht eine einzige Chance! Der FCK dagegen wirkte spritzig, zielstrebig. (Klaus Thiemann)
Freie Presse
Dem Publikum attraktiven Fußball bieten - dieses Ziel des Trainers Manfred Lienemann und seiner Schützlinge war bis etwa Mitte der zweiten Halbzeit deutlich sichtbar. [..] Möglichkeiten für weitere Treffer blieben dabei nicht aus. So verfehlten Bähringer (29. Minute Freistoßrakete), Neuhäuser (33. Minute Scharfschuss aus etwa 20 Metern) und Uhlig (36. Minute Kopfball) nur knapp, Glowatzky scheiterte nach herrlichem Zusammenspiel mit J. Müller (53. Minute) am Union-Torhüter Gehrke. Nach den zwei Paukenschlägen zum Auftakt der zweiten Halbzeit - nach einem Freistoß Bähringers an den Pfosten vollendete Bemme, der wiederum anschließend den FCK-Libero mit einem schönen Paß zum 4:0 freispielte - ließen die Karl-Marx-Städter die Zügel etwas schleifen. Doch auch daraus konnte die Unionelf keinen Vorteil ziehen. Spätestens am FCK-Strafraum war Endstation, wobei Außenverteidiger Birner mit umsichtigem Abwehrspiel gefiel.
Junge Welt
Eine klare Sache für den Gastgeber! Ihm gelang - gestützt auf die schnellen Führungstreffer - beinahe alles, während Union über spielerische Ansätze nicht hinaus kam. [..] So nutzte der FCK taktische und individuelle Schwächen des Gegners, der in der Abwehr besonders konfus wirkte, zu schönen Toren. (Wolfgang Schönherr)
Bildquellen: FCK-Programmheft (1983), Zeitung Neues Deutschland (1983)