Spielbericht

2. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1984/1985
BSG Stahl Riesa
BSG Stahl Riesa
1:1
FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt

Pressestimmen

FUWO

Routinier braucht mehr Hilfe

Die Frage nach dem Regisseur löste beim Riesaer Trainer Peter Kohl und dem Karl-Marx-Städter Verantwortlichen Manfred Lienemann unterschiedliche Reaktionen aus. "Eigentlich suchen wir für unsere junge Mannschaft noch einen Spielmacher. Fred Mecke soll die Aktionen steuern, aber bei allem Fleiß fehlt ihm dafür mit seinen 23 Jahren doch noch die Erfahrung", sagte der Riesaer. Was für seine Mannschaft nichts anderes heißt, als mit einer möglichst geschlossenen Leistung, mit Druck und Dynamik dieses Fehlen zu überspielen.

Beim FCK steht mit Joachim Müller ein profilierter Akteur in der spielgestaltenden Zone, der auch schon in Auswahlvertretungen die Regie übertragen bekam. Nur, der 32-jährige, immerhin schon bei 315 Oberligaspielen stehend, der auch fünf Länderspiele bestritt, benötigt größere Unterstützung von seinen Mannschaftskameraden. Von Jürgen Bähringer, wenn er den Angriff antreibt, dann aber auch von Mario Neuhäuser und Wolfgang Ihle, die dafür mit ihrer Spielweise prädestiniert sind, den Joachim entlasten sollen", urteilt Manfred Lienemann.

Aus der Sicht des FCK kann nach dem 1:1 durchaus gesagt werden, daß Joachim Müller seine Aufgabe erfüllte, seine Übersicht vor allem beim Führungstor demonstrierte, als er Persigehl geschickt einsetzte, dessen Eingabe Glowatzky dann aus Nahdistanz verwertete, wenn er also am Ball war, geschickt agierte. Bähringer hatte jedoch alle Mühe, unter dem Druck der Stahl-Elf seine Abwehr zu organisieren. Er wagte sich nur wenige Male zur Entlastung nach vorn. Und an Neuhäuser, jener junge Mann, der sich gerade in der vergangenen Saison in den Vordergrund gespielt hatte, und Wolfgang Ihle lief das Spiel zu sehr vorbei. "Von ihnen müssen wir einfach mehr erwarten", resümierte der FCK-Verantwortliche.

Auch Meckes Bemühen war offensichtlich. Doch schon von der Anlage her, alles möglichst im höchstem Tempo zu bestreiten, scheint der Ex-Dresdener nicht zum Spielgestalter zu tendieren. So baute das Spiel des Gastgebers mehr darauf, daß immer wieder einer der jungen Spieler mit Vehemenz nach vorne stürmte und Zweikämpfe gewann. Die großen Kombinationen kamen so nicht zustande. Aber den einen Punkt hatte sich jede Elf auf ihre Weise verdient.

(Jürgen Nöldner)

Trainerstimmen

Peter Kohl (FuWo)
"Die Mannschaft steigerte sich sichtlich gegenüber dem Auftaktspiel. Vor der Pause, in unserer druckvollsten Phase, konnten wir das Spiel für uns entscheiden."

Manfred Lienemann (FuWo):
"Wir wollten diese Partie eigentlich für uns entscheiden. Doch nach dem Strafstoß geriet die Mannschaft sichtlich durcheinander. Sie fand vornehmlich in der zweiten Hälfte nicht mehr zu ihrem Spiel."

2. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1984/1985
Mittwoch, 22. August 1984, 17:00 Uhr
Stadion der Stahlwerker "Ernst Grube", Riesa
Zuschauer: 8.000
Schiedsrichter: Haupt (Berlin)
BSG Stahl Riesa
T Boden
A Zschiedrich
A I. Pfahl
A VettersGelbe Karte
A Rüster
M G. Kerper
M Mecke
M Rziha (76. F. Kerper)
S J. Pfahl
S Jentzsch (57. Winkel)
S Drewniok

Trainer: Peter Kohl
FC Karl-Marx-Stadt
T Krahnke
A Bähringer
A BirnerGelbe Karte
A Uhlig (19. A. Müller)
A Schwemmer
M Heß
M J. Müller
M Neuhäuser
S Ihle
S Glowatzky
S Persigehl (80. Bletsch)

Trainer: Manfred Lienemann
Tore
0:1 Glowatzky (5.)
1:1 Mecke (14./Handstrafstoß)