Spielbericht // Saison 2014/2015

 
Borussia Dortmund II
Borussia Dortmund II1:3Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
8. Spieltag - 3. Liga - Saison 2014/2015
+++ Nachholespiel +++
Mittwoch, 17. September 2014, 19:00 Uhr
Stadion Rote Erde, Dortmund
Zuschauer: 1.741
Schiedsrichter: Huber (Bogen)
Borussia Dortmund IITorfolgeChemnitzer FC
T Alomerovic
A Narey
A Sarr
A Hornschuh
A Bandowski (76. Nyarko)
M Solga
M Amiri
M Jordanov (62. Kefkir)
M Gyau
M Harder
S VäyrynenGelbe Karte

Trainer: Wagner
0:1 Stenzel (14.)
1:1 Harder (22.)
1:2 Fink (40.)
1:3 Kehl-Gomez (45.)

T Pentke
A ConradGelbe Karte
A Röseler
A Endres
A Poggenberg
M Stenzel
M Lais
M Türpitz (84. Garbuschewski)
M Kehl-Gomez (84. Scheffel)
M Ofosu (32. Cincotta)
S Fink

Trainer: Heine
Spielbericht

Per Nachholer wieder auf den Thron der 3. Liga geklettert

Von Lenny (Team cfcfans.de) & Thorsten Heinrich

Nachholspiel. Unter der Woche. Gegen die spielstarke zweite Vertretung von Borussia Dortmund. Im altehrwürdigen Stadion „Rote Erde“, besucht von 1.741 Zuschauern, darunter 150 himmelblaue Schlachtenbummler, welche im ersten Durchgang - dank Treffer von Stenzel, Fink und Kehl-Gomez - bereits dreimal jubeln durften. Der zwischenzeitliche Ausgleich wurde zum einzigen Schönheitsfehler im System. Durch den 3:1-Auswärtserfolg klettert der Kraftklub wieder auf den Thron!

Pech und Glück liegen oftmals unmittelbar nebeneinander. Seit dem letzten Gastauftritt bei der kleinen Borussia aus Dortmund sind exakt sieben Monate und zwei Tage vergangen. Damals, im Februar, verlor der Chemnitzer FC an einem verregneten Freitagabend sang- und klanglos mit 0:3, landete auf dem harten Boden der dritten Liga, verfolgt vom Abstiegsgespenst. Die 100 himmelblauen Anhänger standen wie begossene Pudel im Ruhrpott-Regen, mit dickem Hals, schlechter Laune, wenig Hoffnung. Wenn ihr weiter so spielt, steigt ihr noch ab. Klare, eindeutige Ansage…

Am Ende konnte die Klasse glücklicherweise gehalten werden - und im Sommer folgte ein Schnitt. Ein Neuanfang. Viele gingen, viele kamen. Und damit auch die Skepsis. Doch - nach nunmehr neun Spielen - muss den Verantwortlichen ein positives Zeugnis ausgestellt werden. An die Dramen von damals erinnert sich keiner mehr, das, was gegenwärtig auf dem Rasen von den himmelblauen Protagonisten gezeigt wird, ist überragend und beängstigend zugleich. Und dabei ist scheinbar egal, wem Trainer Heine sein Vertrauen schenkt.
Nach dem Heimsieg gegen Hansa Rostock standen hinter einigen Siegern ein Fragezeichen. Dazu gehörten Danneberg und Garbuschewski. Beide wurden geschont, wobei zweitgenannter am Ende doch noch paar Minuten spielen musste, spielen durfte. Im Mittelfeld liefen deswegen zu Beginn Lais und Kehl-Gomez auf. Der Rest blieb identisch sowie angriffslustig, zielstrebig und erfolgreich. Es dauerte eine Viertelstunde, ehe die 150 angereisten himmelblauen Anhänger erstmalig Grund hatten, um zu jubeln und den Spitzenreiter-Ruf durch die „Rote Erde“ zu skandieren.

Fink leitete den Führungstrefferspielzug mit einem Pass auf Kehl-Gomez ein, dieser passte von der Außenposition in den Rückraum, wo Lais lauerte. Allerdings sprang dieser, mit dem Wissen, dass hinter ihm noch einer, in dem Fall Stenzel, steht, über den Ball. Stenzel vollendete anschließend abgeklärt. Mit seinem schwächeren linken Fuß. 0:1. Clever. Und effektiv. Auswärtssieg, der aber in der 22. Minute ins Stocken geriet: Pentke ließ einen Schuss aus der Distanz abklatschen, welcher danach von Harder mit einem Kopfball über die Linie gedrückt wurde. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Lais, den ein schwacher Ofosu nicht ausmerzen konnte. Sein Gegenspieler zog ab, bereitet damit den Ausgleich vor. Eine Fehlerkette, die passiert. Ofosu, der keinen guten Abend erwischte, musste infolgedessen nach einer halben Stunde schon Platz machen. Für ihn kam Cincotta - und das Tempo.

Er wuselte auf seiner linken Seite. Und steuerte in der 41. Minute die Vorlage zur erneuten Führung bei. Fink vollendete gewohnt sicher. Linker Fuß, Innenpfosten. Das Glück des Tüchtigen. Im Februar hätte der Ball niemals im Netz gezappelt, sondern wäre herausgesprungen. Wie die Zeiten sich ändern.

Der Gästeblock außer Rand und Band, die Heimischen mussten ihren monotonen Schalplatten-Support ein zweites Mal unterbrechen. Kaum wieder damit begonnen, herrschte in der Nachspielzeit - alle guten Dinge sind drei! - wieder Ruhe. Nach einem Eckball, der schon so gut wie geklärt wurde, bugsierte Lais den Ball wieder in den Strafraum zurück. Sein missglückter Schuss wurde zur perfekten Vorlage für Kehl-Gomez, der via Drehschuss den Ball in den Giebel zimmerte. 3:1! Und das Tor ausgiebig zelebrieren. Mit einem Kick gegen die Eckfahne. Vor dem lauten Supporters-Block der Dortmunder Amateure, die daraufhin kurzzeitig die Contenance verloren, diese aber nach dem Seitenwechsel wiederfanden. Dauerunterstützung. Für ihr Team, welches dem Kraftklub jedoch an diesem Abend nicht gewachsen war. Spielunabhängig. Mit einer Ausnahme: Eben beim Ausgleich.

Mit dem Banner „Freie Sicht für Stadionverbotler!“ wurden die heute anwesenden sechs Ausgesperrten gegrüßt, welche - zumindest eine Halbzeit lang - das Spiel vom Marathontor aus verfolgen konnten. Als die Staatsmacht das zu unterbinden versuchte, ging man die Konfrontation friedlich aus dem Weg und verließ den Platz. Beide Fanszene skandierten daraufhin mehrfach: „Gegen alle Stadionverbote!“ - die Heimischen, aufgrund von Masse und Dach, logischerweise lauter als der Gästemob, der aber dessen ungeachtet für Stimmung sorgte. Dazu regelmäßig mit fünf Fahnen schwenkte. Wir sind Chemnitz!
Das eigene Team verwaltete nach dem Seitenwechsel die Führung tiefen-entspannt und souverän. Die Dortmunder versuchten, fanden aber nicht das passende Mittel. Entweder räumte die himmelblaue Defensive vorzeitig ab. Oder Pentke, der einen ruhigen Abend im großen Schatten des Westfalenstadions verlebte.

Abpfiff - und lächelnde Gesichter machen sich auf dem Weg zu ihren Anhängern! Heja-FCK, Laola-Welle, Abklatschen am Zaun! Es ist, mit Verlaub, surreal, der Wahnsinn, kaum zu glauben. Der Chemnitzer FC nimmt nach neun Spielen den Platz an der Sonne ein. Es ist, ja, gerade ist es ganz schön okay…

Rund ein Viertel der Saison ist absolviert, der Chemnitzer FC steht mit 20 Punkten auf dem Platz an der Sonne der Tabelle der 3. Liga. 20 Punkte (6 Siege, 2 Unentscheiden, 1 Niederlage), eine sensationell gute Ausbeute von 2,22 Punkten je Spiel… sollte der Club dies bis zum Saisonende ähnlich erfolgreich weiter praktizieren können, werden wir in der obersten Region der Tabelle verweilen. Besonders erwähnt sei noch die Tordifferenz von 14-4 Toren = 14 geschossene Tore in 9 Spielen, macht einen Schnitt von 1,55 Tore je Spiel, das spricht für eine gute Offensivarbeit, die gerade einmal 4 Gegentore (0,4 Tore je Spiel) sprechen gar für eine ausgezeichnete Defensivarbeit. Neben dieser Effektivität, spielen die Heine- Jungs noch einen richtig ansehnlichen und mitreißenden Fußball. Die Mannschaft macht einen richtig guten Job.

Wertung: 3

Beste Himmelblaue: Stenzel, Endres, Cincotta

Pressestimmen

Kicker-Online

Effektiver CFC übernimmt Rang eins

[..] Überraschend dann das 1:0 für die Gäste: Nach einem Ballgewinn schaltete Kehl-Gomez schnell um, spielte Fink an, der CFC-Kapitän steckte auf Stenzel durch, der vor BVB-Schlussmann Alomerovic keine Nerven zeigte und aus 14 Metern flach einschob. Die erste durchdachte Offensivaktion brachte prompt die Chemnitzer Führung (15.). Wenig später hätte Fink auf 2:0 erhöhen können, traf aber nur den Außenpfosten (21.). [..] Nach dem 1:1 war der BVB das bessere Team. Gyau bot sich aus spitzem Winkel eine gute Chance zur Führung, nutzte diese aber nicht (30.). Dortmund war die agilere Mannschaft. Das missfiel Gästecoach Heine. Er nahm Ofosu vom Feld. Dieser, sauer über seine Auswechslung, verweigerte seinem Trainer den Handschlag und trat eine Flasche um. Für den Offensivmann kam Cincotta (32.). [..] Der Joker brauchte keine Anlaufzeit. Erst setzte er sich auf der Außenbahn durch und legte für Fink auf - 2:1, das siebte Saisontor des Knipsers (40.). Dann war Kehl-Gomez nach einer Ecke von Cincotta erfolgreich und erhöhte auf 3:1 - der Pausenstand(45.+1). Während Dortmund II im Angriff oft die Präzision fehlte, schlug Chemnitz dreimal eiskalt zu und führte zur Pause nicht unverdient. [..]

Bild-Chemnitz

Chemnitzer FC stürmt an Tabellenspitze

Der Chemnitzer FC grüßt wieder von ganz oben! Das Nachholspiel bei Dortmunds Amateuren gewann der CFC 3:1 (3:1). Damit verdrängten die Himmelblauen Dynamo von Platz 1 in der 3. Liga. [..] Die Gäste legten vor 1800 Fans ordentlich los, gleich der erste Angriff saß: Auf der rechten Seite startete Kehl-Gomez durch, seinen Pass konnte Fabian Stenzel ungehindert aufnehmen und schob die Kugel aus 12 Metern ins Tor - 0:1 (14.). Ausgerechnet Stenzel! Für den Mittelfeldspieler war es der erste Ligatreffer überhaupt im Trikot der Himmelblauen, das er seit 2011 trägt. [..] Der CFC eiskalt: Kurz vor der Pause legte Kehl-Gomez nach – 1:3 (45.). Eine richtig starke erste Halbzeit der Gäste! Trotzdem hielt sich Sportchef Stephan Beutel zurück: „Hier ist nichts entschieden.“ Doch er musste sich eines Besseren belehren lassen. Seine Mannschaft spulte den Vorsprung sicher über die Zeit und zurrte die Tabellenführung fest. [..]

MDR-Online

Chemnitz dank Auswärtssieg wieder Tabellenführer

Beide Teams zeigten zu Beginn ein flottes Spiel mit leichten Vorteilen auf Chemnitzer Seite. In der 14. Minute kamen die Gäste dann zu ihrem ersten Schussversuch und der war auch prompt im Tor. [..] Die Dortmunder waren nur kurz schockiert und kamen mit ihrem ersten guten Angriff dann auch zum Ausgleich (22.). Erst vergab CFC-Torjäger Anton Fink eine Möglichkeit und traf nur den Pfosten. Im Gegenzug ließ Philipp Pentke im Tor der Chemnitzer einen 20-Meter-Schuss von Väyrynen prallen. Harder reagierte am schnellsten und köpfte aus rund sechs Metern ein. [..] Mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit erhöhte Chemnitz sogar auf 3:1. Nach einer zunächst geklärten Ecke, bekamen die Sachsen den Ball erneut. Die Abseitsfalle der Dortmunder griff nicht und so konnte Kehl-Gomez den Ball volley ins rechte obere Eck schießen. [..] Die BVB-"Bubis" waren in der Folge in der Vorwärtsbewegung zu harmlos. Chemnitz hingegen kam noch zu weiteren guten Gelegenheiten. Die besten davon vergaben Fink (68.) und Türpitz (74.). Chemnitz kontrollierte das Spiel bis zum Ende und feierte somit den dritten Auswärtssieg der Saison. [..]

Freie Presse

CFC erkämpft sich Platz an der Sonne zurück

[..] Auch nach dem Seitenwechsel war es immer wieder Cincotta, der die CFC-Offensive sichtlich belebte. In der 68. Minute brachte er einen Eckball auf Fink, dessen Schuss klärte ein Dortmunder auf der Linie. "Wir haben unseren Matchplan durchgezogen, in der zweiten Halbzeit kaum etwas zugelassen", resümierte Heine. "Das war ein hartes Stück Arbeit, am Ende ein verdienter Sieg", freute sich Kapitän Fink. Keeper Pentke erklärte: "Das Gegentor war unglücklich, aber die Mannschaft hat mit beiden Toren eine sehr gute Reaktion gezeigt und mich mit diesem Doppelschlag aus dem kleinen Tief wieder herausgeholt." Die Chemnitzer bleiben übrigens im Westen. Bis Freitag übernachten und trainieren sie in der Sportschule Kamen-Kaiserau. Am Freitag reisen sie weiter nach Stuttgart, wo am Samstag das nächste Spiel gegen die Bundesliga-Reserve des VfB ansteht. [..]

Ruhr-Nachrichten

Die Talfahrt des BVB II hält weiter an

Während die Borussia nun schon seit fünf Spielen vergeblich auf einen Sieg wartet und nur einen Punkt von den Abstiegsrängen entfernt ist, schafften die Chemnitzer mit dem gestrigen Dreier den Sprung an die Tabellenspitze. „Die Niederlage geht in Ordnung. Wir sind auf eine sehr gute, sehr gut organisierte und dynamisch Mannschaft getroffen, die uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht hat“, erkannte BVB-II-Trainer David Wagner nach dem Schlusspfiff neidlos an. [..] Vor allem beim dritten Gegentreffer wirkte die Abwehr der Schwarzgelben aber zu sorglos und ließ den Schützen völlig allein im eigenen Strafraum. Auch nach dem Wechsel gelang es dem BVB nicht, die Abwehr der Gäste vor Probleme zu stellen. Startelf-Debütant Tim Väyrynen stand allein gegen die ebenso langen Innenverteidiger auf verlorenem Posten. So konnte Chemnitz das Spiel ungefährdet verwalten. [..]

Trainerstimmen

Karsten Heine (MDR-Online):
"Wir sind hier hergekommen, um unser Spiel durchzusetzen. Das heißt, wir wollten gegen diese junge Dortmunder Truppe früh stören und sie nicht ins Spiel kommen lassen. In der ersten Halbzeit ist uns das grundsätzlich gut gelungen. Wir wollten schnell kombinieren und Richtung Tor agieren. Auch das ist uns gelungen. Nach dem Führungstreffer hatten wir auch die Chance auf das 2:0. Doch dann haben wir viel zu einfach das 1:1 bekommen, haben aber sehr effektiv zurückgeschlagen. In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel dann gut kontrolliert und nichts mehr zugelassen."

David Wagner (MDR-Online)
"Die Niederlage geht grundsätzlich in Ordnung. Wir sind auf eine sehr gut organisierte, dynamische und spielstarke Mannschaft getroffen. Chemnitz hat das sehr gut gemacht. Wir haben es nicht verstanden, dass Pressing der Gäste zu überspielen. In der zweiten Halbzeit konnten wir es offener gestalten, ohne dass das Spiel wirklich ansehnlich war. Ich kann mit der Niederlage leben, weil wir uns gewehrt haben und auf eine starke Chemnitzer Mannschaft getroffen sind."

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