Saison 2019/2020
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:2FSV Zwickau
FSV Zwickau
18. Spieltag - 3. Liga - Saison 2019/2020
Freitag, 06. Dezember 2019, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.128
Schiedsrichter: Storks (Velen)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Zwickau
T Jakubov
A ItterGelbe Karte
A Hoheneder
A Reddemann
A Milde (89. Blumberg)
M Bohl
M Langer
M Awuku (67. Hoppe)
M Bonga
M Garcia (78. Tuma)
S HosinerGelbe Karte

Trainer: Glöckner
0:1 König (3.)
1:1 Hosiner (30./Handelfer)
1:2 Huth (32.)
2:2 Langer (40.)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Huth (59.)

T Brinkies
A Godinho (84. Odabas)
A HandkeGelbe Karte
A Hehne (54. JensenGelbe Karte)
A Lange (75. Wegkamp)
M Frick
M ReinhardtGelbe Karte
M Schröter
M Miatke
S KönigGelbe Karte
S HuthGelbrote Karte

Trainer: Enochs
Spielbericht

Gerechtes Remis im Derby

Von jb

Der Nikolaus stopfte den Chemnitzer Fußballfans dieses Jahr ein Drittligaderby in die Stiefel. Damit es dabei auch die richtige Stimmung gibt, fand dieses an einem Freitagabend statt. Und passend zur Adventszeit zündeten beide Fanblöcke zu Spielbeginn ein paar Lichter an. In der Südkurve Weißer Blinker und blauer Rauch (Hauptsache die neue Anzeigetafel hält das aus…), der Gästeblock ergänzte das Bild klassisch mit roten Bengalos.

CFC - FSV Zwickau 2:2Im Vergleich zur Vorwoche nahm Patrick Glöckner zwei Änderungen in der Startelf vor. Langer ersetzte den angeschlagenen Müller in der Zentrale, und vorn durfte überraschend Awuku für Tallig ran. Bei den Gästen natürlich die ehemaligen CFCer Reinhardt und König in der Startelf. Und die beiden sollten auch schnell im Mittelpunkt des Geschehens stehen, denn der FSV begann deutlich druckvoller. Einen Schuss nach Ecke konnte Jakubov in der zweiten Minute mit tollem Reflex noch zum nächsten Eckball klären, doch dann war er machtlos. Ecke Reinhardt, Kopfball König, 0:1 (3.). So einfach kann Fußball sein. Langer ist zwar an König dran und eigentlich ist er selbst ja auch kopfballstark, sah aber gegen den langjährigen Zweitligaprofi keinen Stich. Warum allerdings unser Kapitän und Abwehrchef zwei Meter daneben ohne Gegenspieler teilnahmslos am Fünfmeterraum steht ist nicht erklärbar.
Immerhin waren die Himmelblauen jetzt auch auf dem Platz, versuchten sich durch die gegnerische Defensive zu spielen. Während es nun in der Offensive die ein oder andere Chance gab (Garcia, Bonga) wackelte die Defensive weiter. Immer wieder wurde der Ball hinten rum gespielt, obwohl nach wenigen Minuten offensichtlich war, dass Jakubov an diesem Abend einige Probleme mit dem Ball am Fuß hatte. Unverständlich, wieso dieses einerseits ineffektive langsame und andererseits gegen anlaufende Zwickauer riskante Ballgeschiebe am und im eigenen Strafraum bis zum Schlusspfiff weiter durchgezogen wurde.

Der erste größere Aufreger im Spiel, als Awuku mit dem Ball am Fuß in der 16er zieht und ein Zwickauer ihn am Knöchel trifft. Ein Elfer wäre die richtige Entscheidung gewesen, doch die Pfeife blieb stumm. Glücklicherweise ist der Zwickauer Handke ein fairer Sportsmann, und ein paar Minuten später verursachte er einen zweifelsfreien Elfer. Einen hohen Ball stoppt er mit der Brust, dieser springt kurz vor der Torauslinie auf vom Tor weg, doch Handke boxt ihn mit der Hand weiter. Keine Ahnung, was dem durch den Kopf ging. Jedenfalls nahm Hosiner die faire Geste an und versenkte die Kugel vom Punkt zum 1:1 (30.).
CFC - FSV Zwickau 2:2Der Jubel in der Südkurve war kaum verklungen, da konnten die Gäste schon wieder feiern. Wieder ein Standard, dieses Mal ein Freistoß. Der segelt hoch in den CFC-Strafraum und Huth kommt völlig frei zum Abschluss, aber Kuba pariert wieder großartig. Reddemann gab dabei keine gute Figur ab, weil er mit den Armen gestikulierend Richtung Assistenten schaute und Abseits reklamierte, anstatt sich um seinen Gegenspieler zu kümmern. Dann kam der abgewehrte Ball postwendend hoch zurück, Reddemann pennt wieder (weil er nicht raus rückt) und Huthlässt den Ball nur leicht von seinem Kopf abtropfen, gegen die Laufrichtung von Jakubov - 1:2 (32.).
Wenigstens ließen sich die Himmelblauen davon nicht schocken sondern setzten sofort nach. Eine Flanke von Garcia beförderte Hoheneder Richtung Tor, doch Brinkies konnte den Ball gerade noch vor der Linie stoppen. Allerdings schaltete Langer schneller als die Gästeabwehr und spitzelte den Ball zwischen Pfosten und den noch am Boden liegenden Torwart zum 2:2 ins Netz (40.). Kurz darauf war Halbzeit.

Nach der Pause ließ die Qualität des Spiels deutlich nach. Zwar blieb es intensiv, aber herausgespielte Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Für den CFC sorgten Hosiner und Bohl jeweils mit einem Fernschuss sowie der eingewechselte Hoppe nach schöner Einzelleistung für die Glanzpunkte, aber zählbares sprang nicht mehr heraus. Und das, obwohl die Himmelblauen ab der 59. Minute in Überzahl spielten, Hosiner und Huth sahen nach einer Rangelei jeweils Gelb, für den Zwickauer war es die zweite des Abends.
Neben der weiterhin unsicher wirkenden Defensive des CFC fielen gestern insbesondere Milde (nur unterirdische Standards), Bonga (war bis auf die eine Chance in HZ 1 komplett abgemeldet bzw. stand sich selbst kopflos im Weg) und der eingewechselte Tuma (seine wenige Aktionen völlig verhauen, inkl. Katastrophenfreistoß) negativ auf.

Fazit: Spannendes und emotionales Derby mit gerechter Punkteteilung. Spielerisch allerdings ein großer Schritt zurück, erinnerte wieder an die Spielweise unter David Bergner.

Wertung: 3

Beste Himmelblaue: Bohl, Jakubov


Trainerstimmen

Joe Enochs (FSV) bei mdr.de:
"Wir haben 30 Minuten in Unterzahl gespielt und in dieser Zeit einen Weitschuss zugelassen. Da sind wir sehr stolz, wie wir da aufgetreten sind. In der ersten Halbzeit kamen wir durch eine Standardsituation in Führung, dann kriegen wir den Ausgleich durch einen Handelfmeter. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Dann machen wir das 2:1 und dann verlieren wir nach einer Standardsituation die Ordnung und kriegen das 2:2. Aber das ist okay, so ist Fußball. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen umgestellt. Die Chemnitzer wollten hinten herum spielen, wir haben attackiert, dann kam die Gelb-Rote Karte und das ist einfach schade. Deswegen konnten wir nicht alles nach vorn werfen, um keine weiteren Gegentore zu bekommen."

Patrick Glöckner (CFC) bei mdr.de:
"Es ist immer schwer, wenn man Zuhause Punkte liegen lässt, obwohl du eigentlich ein gutes Spiel machst. Du spielst dominant, du hast extrem viele Sachen richtig gemacht, doch dann kriegst du zwei Standardtore, obwohl vorher ganz klar war, dass König der Zielspieler ist. Da musst du hellwach sein und dann klingelt es schon nach drei Minuten. Das ist ein bisschen ärgerlich. Wir sind aber zweimal gut zurückgekommen, dass zeigt die Moral von uns. Das Entscheidende war, dass wir wieder im letzten Drittel zwar wieder ein paar Pässe gespielt haben, die dann aber nicht so ausgespielt wurden, um effektiver zu sein."

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