So spielt ein Spitzenreiter!
von Frank Neubert
Nach dem gelungenen 4:2-Heimauftakt gegen Cottbus II hat der CFC auch im ersten Auswärtsspiel der Rückrunde 2010-11 einen verdienten Sieg eingefahren. Im randthüringischen Meuselwitz wurde nach 90 Spielminuten ein lässig-souveränes 4:0 für die Himmelblauen verbucht. Der Club schickte damit zum zweiten Mal eine klare Botschaft an die Konkurrenz, dass man sich in Chemnitz trotz einer durchwachsenen Frühjahrsvorbereitung und dem Ausfall des Stammkeepers als Tabellenführer in keinster Weise die Butter vom Brot nehmen lassen möchte. Respekt vor dieser Leistung *hutzieh*!
Unter den 2.000 Zuschauern auf der Zipsendorfer Glaserkuppe drückten knapp die Hälfte den Jungs aus Chemnitz die Daumen. Im Laufe des Spiels tauten immer mehr Gesangsherde in der bluechip-Arena auf, so dass im Verlauf der zweiten Spielhälfte sogar ein schallendes F-C-K über drei Blöcke hinweg möglich wurde. Auftauen, ja, dass ist wohl das richtige Stichwort, denn der leichte Wind verwandelte die Traversen bei -5 °C in Gefriertruhen mit gefühlten -20 °C. Wobei dem Gästeanhang bereits an den Kassen der erste kalte Schauer über den Rücken jagte - fette 9 Euro wollte der ZFC für den Eintritt in seinen Tempel haben. Auf die Frage nach dem sonst üblichen Preis surrte das Kassenmäuschen ganz ehrlich "7 Euro" zurück und zuckte danach nur mit den Schultern. Die Erklärung lieferte der Stadionsprecher: das erworbene Ticket berechtigte gleichzeitig zum Eintritt für die Partie des ZFC gegen Cottbus II am nächsten Mittwoch. Dieses Angebot hätten ganz sicher Hunderte von Club-Fans gern genutzt - blöd nur, dass am gleichen Abend der glorreiche FCK gegen den VFC ran muss. Im Ernst gesprochen: Ein solches Ticket-Gebaren mit der Querfinanzierung des nächsten Spiels über den Gästeanhang ist eine unverschämte Frechheit!
Auf dem glatten, mit einer hauchdünnen Schneedecke versehenen Rasen hatte zunächst der Gastgeber mehr vom Spiel. Der Club agierte erstaunlich passiv und sah sich nicht in der Lage, die weiten Räume, die das aufrückende ZFC-Team anbot, in irgendeiner Art und Weise sinnvoll zu nutzen. Auch die Stimmung im langgezogenen Gästeblock blieb unterkühlt. Lediglich ZFC-Torwart Dix wurde zu Beginn mit "Bauer sucht Frau"-Singsang etwas bespasst, aber das prallte an dessen Leibesfülle locker ab. Auf der Gegenseite musste sich Stefan Schmidt zwar keine Gesänge anhören, dafür aber bei den Meuselwitzer Angriffen ordentlich auf der Hut sein. Einmal galt es vor dem quirligen Gasch am Ball zu sein, dann einen Fernschuß von Luck zu entschärfen. Schmidt löste diese Aufgaben souverän - und sollte somit seinen Kritikern nach dem Cottbus-Spiel den Wind aus den Segeln genommen haben. Nach mehr als einer halben Stunde (!) gab es die erste nennenswerte Offensiv-Aktion des Clubs. Löwe knallte einen Freistoß aus 25 Metern direkt aufs Tor, doch die durch den Strafraum fliegenden 110 Kilo von Dix wuchteten den Ball aus der Gefahrenzone. In der 37. Minute erspähte Löwe die erste große Lücke in der aufgerückten ZFC Abwehr - Schlosser wurde sofort per Steilpass bedient, und der kleine Wibelwind aus Pobershau netzte zum 1:0 ins Dreiangel ein! Ganz großes Kino! Den Gegner kommen lassen und mit der ersten Chance in Führung gehen! Jawohl, genau sooo spielt ein Spitzenreiter!
Nach der Pause war erneut der Gastgeber am Drücker. Ein Distanzschuß von Schmidt zischte am Pfosten des CFC-Tores vorbei. Aber der Club war nun präsenter, wacher, und vor allem viel mehr gewillt, in der urkundlich erstmals als "Muzelbuze" erwähnten Stadt einen Dreier einzufahren. Schaschko warf einen Blick über das Spielfeld, sah den startenden Schlosser, der fast deckungsgleich zum ersten Treffer auf halblinker Position davonstiefelte und nach wenigen Schritten eiskalt zum 2:0 verwandelte! Jetzt feierte auch der Gästeblock ordentlich ab, denn dieser Treffer kurz nach der Pause war der gefühlte Genickschlag für die Einheimischen. Deren große Träume, den Sieg aus dem Vorjahr eventuell wiederholen zu können, waren damit endgültig geplatzt. Das Spiel plätscherte nun etwas vor sich hin, die Halata-Elf fand kaum noch statt, und der himmelblaue Spitzenreiter lauerte lässig-cool auf weitere Fehler des ZFC. Förster traf nach Flanke von Garbuschewski das Lattenkreuz und Schlosser köpfte galant am langen Pfosten vorbei. Apropos Schlosser: Endlich durfte er mal in der Startelf ran und CFC-Coach Schädlich dürfte nur schwerlich Gründe finden, ihn nach diesem Spiel und dieser Leistung wieder auf die Bank zu setzen. Letztlich folgte nach einem Traumpass von Förster noch das 3:0 durch Garbuschewski und nach einer präzisen Löwe-Flanke das 4:0 per wuchtigen Kopfstoß durch Förster. Darauf gab es nur noch eine Antwort: Fette "Spitzenreiter - Spitzenreiter"-Sprechchöre aus dem Gästeblock.
Fazit: Der himmelblaue Traum darf weiter geträumt werden. Es ist einfach nur phantastisch, was diese Elf leistet. Der perfekte Start aus der Winterpause ist nicht nur für das eigene Selbstvertrauen gut, sondern zugleich das klare Signal an die Konkurrenz, dass der Spitzenreiter aus Chemnitz keinerlei Schwächen zeigt. Sehr schön auch, dass Ersatzkeeper Schmidt nicht nur eine solide Leitstung geboten hat, sondern mit seiner Abwehr das oft gerühmte "zu Null" erkämpft hat. Absolut lobenswert auch die himmelblaue Ersatzbank, wo sich Edelreservist Schlosser mit 4 Treffern in 2 Partien mehr als empfohlen hat! Nun geht es am Mittwoch gegen den VFC bereits weiter - und bei allem Respekt vor den Vogtländern kann es eigentlich nur darum gehen, die sensationelle Ausgangsposition in der Liga gleich noch weiter auszubauen...
Unter den 2.000 Zuschauern auf der Zipsendorfer Glaserkuppe drückten knapp die Hälfte den Jungs aus Chemnitz die Daumen. Im Laufe des Spiels tauten immer mehr Gesangsherde in der bluechip-Arena auf, so dass im Verlauf der zweiten Spielhälfte sogar ein schallendes F-C-K über drei Blöcke hinweg möglich wurde. Auftauen, ja, dass ist wohl das richtige Stichwort, denn der leichte Wind verwandelte die Traversen bei -5 °C in Gefriertruhen mit gefühlten -20 °C. Wobei dem Gästeanhang bereits an den Kassen der erste kalte Schauer über den Rücken jagte - fette 9 Euro wollte der ZFC für den Eintritt in seinen Tempel haben. Auf die Frage nach dem sonst üblichen Preis surrte das Kassenmäuschen ganz ehrlich "7 Euro" zurück und zuckte danach nur mit den Schultern. Die Erklärung lieferte der Stadionsprecher: das erworbene Ticket berechtigte gleichzeitig zum Eintritt für die Partie des ZFC gegen Cottbus II am nächsten Mittwoch. Dieses Angebot hätten ganz sicher Hunderte von Club-Fans gern genutzt - blöd nur, dass am gleichen Abend der glorreiche FCK gegen den VFC ran muss. Im Ernst gesprochen: Ein solches Ticket-Gebaren mit der Querfinanzierung des nächsten Spiels über den Gästeanhang ist eine unverschämte Frechheit!Auf dem glatten, mit einer hauchdünnen Schneedecke versehenen Rasen hatte zunächst der Gastgeber mehr vom Spiel. Der Club agierte erstaunlich passiv und sah sich nicht in der Lage, die weiten Räume, die das aufrückende ZFC-Team anbot, in irgendeiner Art und Weise sinnvoll zu nutzen. Auch die Stimmung im langgezogenen Gästeblock blieb unterkühlt. Lediglich ZFC-Torwart Dix wurde zu Beginn mit "Bauer sucht Frau"-Singsang etwas bespasst, aber das prallte an dessen Leibesfülle locker ab. Auf der Gegenseite musste sich Stefan Schmidt zwar keine Gesänge anhören, dafür aber bei den Meuselwitzer Angriffen ordentlich auf der Hut sein. Einmal galt es vor dem quirligen Gasch am Ball zu sein, dann einen Fernschuß von Luck zu entschärfen. Schmidt löste diese Aufgaben souverän - und sollte somit seinen Kritikern nach dem Cottbus-Spiel den Wind aus den Segeln genommen haben. Nach mehr als einer halben Stunde (!) gab es die erste nennenswerte Offensiv-Aktion des Clubs. Löwe knallte einen Freistoß aus 25 Metern direkt aufs Tor, doch die durch den Strafraum fliegenden 110 Kilo von Dix wuchteten den Ball aus der Gefahrenzone. In der 37. Minute erspähte Löwe die erste große Lücke in der aufgerückten ZFC Abwehr - Schlosser wurde sofort per Steilpass bedient, und der kleine Wibelwind aus Pobershau netzte zum 1:0 ins Dreiangel ein! Ganz großes Kino! Den Gegner kommen lassen und mit der ersten Chance in Führung gehen! Jawohl, genau sooo spielt ein Spitzenreiter!
Nach der Pause war erneut der Gastgeber am Drücker. Ein Distanzschuß von Schmidt zischte am Pfosten des CFC-Tores vorbei. Aber der Club war nun präsenter, wacher, und vor allem viel mehr gewillt, in der urkundlich erstmals als "Muzelbuze" erwähnten Stadt einen Dreier einzufahren. Schaschko warf einen Blick über das Spielfeld, sah den startenden Schlosser, der fast deckungsgleich zum ersten Treffer auf halblinker Position davonstiefelte und nach wenigen Schritten eiskalt zum 2:0 verwandelte! Jetzt feierte auch der Gästeblock ordentlich ab, denn dieser Treffer kurz nach der Pause war der gefühlte Genickschlag für die Einheimischen. Deren große Träume, den Sieg aus dem Vorjahr eventuell wiederholen zu können, waren damit endgültig geplatzt. Das Spiel plätscherte nun etwas vor sich hin, die Halata-Elf fand kaum noch statt, und der himmelblaue Spitzenreiter lauerte lässig-cool auf weitere Fehler des ZFC. Förster traf nach Flanke von Garbuschewski das Lattenkreuz und Schlosser köpfte galant am langen Pfosten vorbei. Apropos Schlosser: Endlich durfte er mal in der Startelf ran und CFC-Coach Schädlich dürfte nur schwerlich Gründe finden, ihn nach diesem Spiel und dieser Leistung wieder auf die Bank zu setzen. Letztlich folgte nach einem Traumpass von Förster noch das 3:0 durch Garbuschewski und nach einer präzisen Löwe-Flanke das 4:0 per wuchtigen Kopfstoß durch Förster. Darauf gab es nur noch eine Antwort: Fette "Spitzenreiter - Spitzenreiter"-Sprechchöre aus dem Gästeblock.Fazit: Der himmelblaue Traum darf weiter geträumt werden. Es ist einfach nur phantastisch, was diese Elf leistet. Der perfekte Start aus der Winterpause ist nicht nur für das eigene Selbstvertrauen gut, sondern zugleich das klare Signal an die Konkurrenz, dass der Spitzenreiter aus Chemnitz keinerlei Schwächen zeigt. Sehr schön auch, dass Ersatzkeeper Schmidt nicht nur eine solide Leitstung geboten hat, sondern mit seiner Abwehr das oft gerühmte "zu Null" erkämpft hat. Absolut lobenswert auch die himmelblaue Ersatzbank, wo sich Edelreservist Schlosser mit 4 Treffern in 2 Partien mehr als empfohlen hat! Nun geht es am Mittwoch gegen den VFC bereits weiter - und bei allem Respekt vor den Vogtländern kann es eigentlich nur darum gehen, die sensationelle Ausgangsposition in der Liga gleich noch weiter auszubauen...


(46. Schmidt)