Benni Förster schiesst den CFC in die dritte Liga
von Pierre Schönfeld
Es war exakt 15:19 Uhr als auf der altehrwürdigen Fiwi alle Dämme brachen. Die Aufforderung von Olaf Kadner doch noch 2 Minuten zu warten bis sich Schiri und Bullen in die Kabine begeben hatten ging unter in einen geradezu orgiastischen Jubel. Binnen weniger Sekunden füllte sich das heilige Grün, stürmten von allen Seiten die himmelblauen Fans auf den Rasen. Es war endlich geschafft, der Chemnitzer Fußballclub in die dritte Bundesliga aufgestiegen.
Irgendwo war es eine Ironie des Schicksals, dass an diesem vorletzten Spieltag der Regionalliga unser CFC ausgerechnet gegen die Rasenballsportler von Leipzig den Aufstieg perfekt machen konnten. Gegen die Mannschaft, manche sagen auch einfach nur das Produkt, welche vor der Saison als Topfavorit angetreten war und die Regionalliga nur als Durchgangsstation betrachtete, als simples Häkchen auf dem Weg zur Championsleague. Noch vor dem Spiel tönte Bald-nicht-mehr-RB-Trainer Oral dass sie die kleinen Wölfe zum Meister machen wollten. Wie so vieles was sich die Brausetruppe in dieser Saison vornahm, sollte auch dieses nicht gelingen. Weil, ja weil sie auf eine Mannschaft des CFC traf, die den absoluten Willen hatte, eine großartige Saison mit dem Sieg gegen RB zu krönen.
Über 12.000 Fans in der proppenvollen Fiwi empfingen die Mannschaft mit blau-weissen Tüchern, ein optischer Genuß. Auf dem Transpi in der Südkurve stand "Vergoldet unsere Farben".
Die Ausgangslage war klar. Gewann der CFC war er aufgestiegen. Bei jedem anderen Ergebnis hätte man nach Halle schauen müssen. Dort spielten die kleine Wölfe gegen den HFC. Gewännen die Wölfe, würde es am letzten Spieltag zum großen Showdown in Wolfsburg kommen.
Hart aber fair ging es in der ersten Halbzeit zu. Man merkte bei beiden Mannschaften, dass sie gewillt waren die Partie zu gewinnen. Rockenbach prüfte in der 17. Minute Philipp Pentke per Freistoß-Hereingabe. Löwe dribbelte nach 28 Minuten bis zur Grundlinie, fand aber mit seiner Hereingabe keinen Abnehmer. Nur vier Minuten später zielte Garbuschewski per Freistoß knapp über das Tor. Auf der Gegenseite schoß Geißer aus 20 Metern neben den Kasten von Pentke (39.). So ging es torlos in die Kabine.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. So manche Person aus dem VIP-Bereich war noch bei den warmen Häppchen da hatte Mr. Goalgetter himself, Benni Förster, eiskalt zugeschlagen. Einen Fehler der Bullenabwehr nutzte er gnadenlos aus und überwand Neuhaus per Flachschuß. Plötzlich war alles egal, auch dass in Halle alles für die Wölfe lief, die trotz einer roten Karte und Elfer für Halle (Kanitz an die Latte!) führten und am Ende die Partie mit 2:0 gewinnen sollten.
Dieses wertvolle 1:0 bedeutete den Aufstieg und wurde mit riesiger Leidenschaft verteidigt. RB spielte zwar gefällig mit, aber spätestens vor dem Tor von Pentke wurden sie von den himmelblauen Abwehrspielern gestoppt. Für den CFC vergab Wilke per Kopf (knapp vorbei) die beste Chance, für die vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Für einen Lacher sorgte noch die Südkurve, die sportlich fair per Transpi dem Aufsteiger zum Klassenerhalt gratulierte. Gegen Spielende wurde die Anspannung fast unerträglich. Schliesslich war klar - nur ein RB-Treffer würde die Party in eine Trauerveranstaltung verwandeln. Dann, endlich, nach 92 Minuten, pfiff Schiri Schalk die Partie ab.
Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit. Erst auf dem Rasen und später auf dem Marktplatz als tausende Fans ihren Helden auf dem Rathausbalkon, welcher wider Erwarten doch von OB BaBaLu freigegeben wurde, zujubelten. Danke Jungs, für eine großartige Saison. Danke Jungs, für so grandiose Erlebnisse wie dem 6:0 gegen Lübeck, dem 6:1 bei den Maggis oder dem großen Pokalfight gegen Stuttgart. Danke Jungs, dass ihr im entscheidenden Moment die Nerven behalten habt. Danke Jungs, dass ihr Chemnitz wieder in den Profifussball gebracht habt. Ihr habt Euch Euren Platz in den himmelblauen Geschichtsbüchern wahrhaft verdient.
Es war faszinierend zu beobachten, wie beherrscht, ja fast schon unterkühlt der Architekt des Erfolges, Gerd Schädlich, auf den Aufstieg reagierte. Während um ihm herum alles jubelte und feierte, sprach der 58 Jahre alte Fussball-Lehrer davon, dass er hofft dass es nun im Chemnitzer Fussball wieder aufwärts geht und dass noch "Luft nach oben ist". Eine solche Reaktion mag dem emotionalen Fan vielleicht etwas befremdlich erscheinen doch vielleicht ist genau das das Geheimnis des Erfolges. Es ist eine alte Floskel, dass im Überschwank des Erfolgs die meisten Fehler gemacht werden. Bei Gerd Schädlich ist das nicht zu erwarten. Systematisch hat er eine defensivstarke Mannschaft mit riesigem spielerischen Potential und gewaltiger Offensivkraft aufgebaut. Drei Jahre Aufbauarbeit hat er nun mit dem Aufstieg gekrönt. Die Kehrseite des Erfolgs ist ihm sicherlich mehr als bewußt. Die Aufstiegshelden von Samstag werden wohl nur noch zweimal so zusammenspielen. Gerd Schädlich wird also wieder aufbauen müssen. Doch dann in Liga 3! Mit unserem Chemnitzer FC! Endlich!
Irgendwo war es eine Ironie des Schicksals, dass an diesem vorletzten Spieltag der Regionalliga unser CFC ausgerechnet gegen die Rasenballsportler von Leipzig den Aufstieg perfekt machen konnten. Gegen die Mannschaft, manche sagen auch einfach nur das Produkt, welche vor der Saison als Topfavorit angetreten war und die Regionalliga nur als Durchgangsstation betrachtete, als simples Häkchen auf dem Weg zur Championsleague. Noch vor dem Spiel tönte Bald-nicht-mehr-RB-Trainer Oral dass sie die kleinen Wölfe zum Meister machen wollten. Wie so vieles was sich die Brausetruppe in dieser Saison vornahm, sollte auch dieses nicht gelingen. Weil, ja weil sie auf eine Mannschaft des CFC traf, die den absoluten Willen hatte, eine großartige Saison mit dem Sieg gegen RB zu krönen.Über 12.000 Fans in der proppenvollen Fiwi empfingen die Mannschaft mit blau-weissen Tüchern, ein optischer Genuß. Auf dem Transpi in der Südkurve stand "Vergoldet unsere Farben".
Die Ausgangslage war klar. Gewann der CFC war er aufgestiegen. Bei jedem anderen Ergebnis hätte man nach Halle schauen müssen. Dort spielten die kleine Wölfe gegen den HFC. Gewännen die Wölfe, würde es am letzten Spieltag zum großen Showdown in Wolfsburg kommen.
Hart aber fair ging es in der ersten Halbzeit zu. Man merkte bei beiden Mannschaften, dass sie gewillt waren die Partie zu gewinnen. Rockenbach prüfte in der 17. Minute Philipp Pentke per Freistoß-Hereingabe. Löwe dribbelte nach 28 Minuten bis zur Grundlinie, fand aber mit seiner Hereingabe keinen Abnehmer. Nur vier Minuten später zielte Garbuschewski per Freistoß knapp über das Tor. Auf der Gegenseite schoß Geißer aus 20 Metern neben den Kasten von Pentke (39.). So ging es torlos in die Kabine.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. So manche Person aus dem VIP-Bereich war noch bei den warmen Häppchen da hatte Mr. Goalgetter himself, Benni Förster, eiskalt zugeschlagen. Einen Fehler der Bullenabwehr nutzte er gnadenlos aus und überwand Neuhaus per Flachschuß. Plötzlich war alles egal, auch dass in Halle alles für die Wölfe lief, die trotz einer roten Karte und Elfer für Halle (Kanitz an die Latte!) führten und am Ende die Partie mit 2:0 gewinnen sollten.
Dieses wertvolle 1:0 bedeutete den Aufstieg und wurde mit riesiger Leidenschaft verteidigt. RB spielte zwar gefällig mit, aber spätestens vor dem Tor von Pentke wurden sie von den himmelblauen Abwehrspielern gestoppt. Für den CFC vergab Wilke per Kopf (knapp vorbei) die beste Chance, für die vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Für einen Lacher sorgte noch die Südkurve, die sportlich fair per Transpi dem Aufsteiger zum Klassenerhalt gratulierte. Gegen Spielende wurde die Anspannung fast unerträglich. Schliesslich war klar - nur ein RB-Treffer würde die Party in eine Trauerveranstaltung verwandeln. Dann, endlich, nach 92 Minuten, pfiff Schiri Schalk die Partie ab.
Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit. Erst auf dem Rasen und später auf dem Marktplatz als tausende Fans ihren Helden auf dem Rathausbalkon, welcher wider Erwarten doch von OB BaBaLu freigegeben wurde, zujubelten. Danke Jungs, für eine großartige Saison. Danke Jungs, für so grandiose Erlebnisse wie dem 6:0 gegen Lübeck, dem 6:1 bei den Maggis oder dem großen Pokalfight gegen Stuttgart. Danke Jungs, dass ihr im entscheidenden Moment die Nerven behalten habt. Danke Jungs, dass ihr Chemnitz wieder in den Profifussball gebracht habt. Ihr habt Euch Euren Platz in den himmelblauen Geschichtsbüchern wahrhaft verdient.
Es war faszinierend zu beobachten, wie beherrscht, ja fast schon unterkühlt der Architekt des Erfolges, Gerd Schädlich, auf den Aufstieg reagierte. Während um ihm herum alles jubelte und feierte, sprach der 58 Jahre alte Fussball-Lehrer davon, dass er hofft dass es nun im Chemnitzer Fussball wieder aufwärts geht und dass noch "Luft nach oben ist". Eine solche Reaktion mag dem emotionalen Fan vielleicht etwas befremdlich erscheinen doch vielleicht ist genau das das Geheimnis des Erfolges. Es ist eine alte Floskel, dass im Überschwank des Erfolgs die meisten Fehler gemacht werden. Bei Gerd Schädlich ist das nicht zu erwarten. Systematisch hat er eine defensivstarke Mannschaft mit riesigem spielerischen Potential und gewaltiger Offensivkraft aufgebaut. Drei Jahre Aufbauarbeit hat er nun mit dem Aufstieg gekrönt. Die Kehrseite des Erfolgs ist ihm sicherlich mehr als bewußt. Die Aufstiegshelden von Samstag werden wohl nur noch zweimal so zusammenspielen. Gerd Schädlich wird also wieder aufbauen müssen. Doch dann in Liga 3! Mit unserem Chemnitzer FC! Endlich!



