Heimdreier geholt & "Fluch der Nachspielzeit" bezwungen!
von Erik Büttner & Frank Neubert
Kurz vor dem dritten Advent verabschiedete sich der Chemnitzer FC mit dem ersehnten Heimsieg in die Weihnachtsferien. Drei Tore fielen im Spiel vor 3.300 Zuschauern gegen den SV Wacker Burghausen - zwei für Chemnitz und eines für die Gäste. Und diesmal wurde auch die zuletzt diabolische Nachspielzeit - heuer drei Minuten - schadlos überstanden. Vor und nach dem Spiel gab es in der Fanhalle die Verlängerung der Glühweinparty zugunsten der himmelblauen D-Jugend und am UC-Stand konnte für die langen Winternächte eine 148-seitige Ausgabe des kleinen Zeitvertreibs ergattert werden. Die Frage, ob es nach dem Anpfiff erneut die Aktion 12:12 geben würde, klärte sich bereits mit einem Blick in den UC-Infoflyer "Das Neue Testament", in dem es zum am 12. Dezember verabschiedeten DFL-Papier hieß: "Ihr seht, es gibt noch immer genug Gesprächsbedarf über dieses Papier und genau deswegen werden wir auch heute wieder 12 Minuten und 12 Sekunden schweigen, um unseren Unmut über die Verabschiedung auszudrücken. Weitere Aktionen werden dann in der Winterpause geplant. Infos folgen über die bekannten Kanäle."
Der 2:1-Sieg des CFC auf den bestens präparierten, grasgrünen Fiwi-Teppich ging so völlig in Ordnung, hätte aber durchaus höher ausfallen können. Denn die Himmelblauen hatten in der Partie Chancen für drei Spiele. Und das ging bereits in den ersten Minuten los, als Fink doppelt verpasste (4., 5.). Dann zappelte der Ball in Minute 17 im Tor. Doch statt Torjubel gab es die gelbe Karte für Förster, denn er hatte den Ball mit Maradona-Technik und der "Hand Gottes" ins Gehäuse befördert. Dass die Chemnitzer auch regelkonform Tore erzielen können, bewies Landeka nur Sekunden später (18.). Aus spitzem Winkel vollstreckte der Linksaußen auf Vorlage von Stenzel, der völlig berechtigt den Vorzug für Le Beau erhielt. Nur 4 Minuten später stand es 2:0. Fink war im Strafraum zu Boden gegangen, Schiedsrichter Bandurski entschied auf Strafstoß und Fink traf selbst zu seinem 13. Saisontor (22.). Nun kam richtig Unruhe ins Spiel, weil Burghausen sichtlich unzufrieden war - wohl über die eigene Leistung, wohl auch mit dem Schiedsrichter. Davon ließen sich die Himmelblauen etwas anstecken und so kam Burghausen zu durchaus guten Ausgleichsmöglichkeiten. Doch Chemnitz blieb die tonangebende Mannschaft und hätte durch Landeka auf 3:0 erhöhen müssen - doch er zirkelte den Ball knapp am Kasten vorbei (30.).Der Seitenwechsel ging einher mit Burghausens Anschlusstreffer. Holz zog aus etwa 25 Metern stramm ab und traf mustergültig und unhaltbar in die rechte obere Ecke (49.). Das Spiel gestaltete sich anschließend sehr munter, weil beide Mannschaften offensiv agierten, aber in der Defensive teilweise sündigten. So entstanden Chancen fast als Fließbandware; das Mehr davon für die Heimmannschaft. Doch es blieb beim 2:1, denn Fink, Förster und Landeka (Riesenchance in der 74. Minute: Fink legt wunderschön quer zu Landeka, der bringt das Kunststück fertig und semmelt 1 m vor der Torlinie den Ball über die Latte) ließen teils mehrfach beste Chancen ungenutzt. Burghausen kam aus dem Spiel nur einmal in diese Gelegenheit, die himmelblaue Verteidigung klärte aber in höchster Not. Gefahr ging von den Gästen so fast nur durch Standards aus, zumindest solang sie nicht ausgeführt waren - letztlich blieben diese Situationen harmlos. Und so mussten die Himmelblauen diesmal auch kaum in den drei Minuten Nachspielzeit zittern. Die absolvierten sie fast konzentrierter als die 90 Minuten davor und sicherten sich so die hochverdienten drei Jahresendzähler.


