CFC schmeißt Mainz aus Pokalrunde eins
von Erik Büttner
Wer dachte, Hohenstein 2012 oder Neugersdorf 2014 sei Pokalwahnsinn gewesen, der wurde am Freitagabend eines besseren belehrt. Der Chemnitzer FC als Drittligaspitzenreiter kegelte den Bundesligisten FSV Mainz 05 aus dem Pokal und das in einem Spiel, wie es irrer nicht laufen kann. Am Ende der 90 Minuten hieß es 3:3, nachdem der CFC schon 0:2 hinten lag. Die Verlängerung endete beim Stand von 5:5. Das Elfmeterschießen zogen die Himmelblauen dann souverän mit fünf Treffern.
CFC-Trainer Karsten Heine entschied sich, gegen den Bundesligisten mit Neuzugang Marco Kehl-Gomez einen etwas defensiveren Spieler für den verletzten Glasener zu bringen. Pünktlich mit dem Anpfiff vor 10.287 Zuschauern auf der Fischerwiesenbaustelle setzte ein Regenschauer ein. Als der vorüber war, hatte Mainz sich mit zwei guten Chancen ausgetobt und die Partie, von zwei starken Defensivreihen geprägt, wogte hin und her. Als Chemnitz immer stärker wurde, nutzte jedoch Zimling einen Abwehrfehler von Stenzel und brachte den Favorit in Front (25.). Chemnitz zeigte sich erst einmal unbeeindruckt und suchte weiter den eigenen Treffer. Doch in den Minuten vor der Pause mussten sie sich gegen nun stärker und selbstbewusster agierende Mainzer heftiger wehren, was zu Lasten der Offensive ging. Trotzdem hielten die Himmelblauen gut mit dem Erstligist mit.
Nach dem Seitenwechsel übernahm zunächst der CFC die Initiative und hatte durch Kehl-Gomez gleiche eine gute Möglichkeit. Doch im Gegenzug netzte Shinji Okazaki zum 2:0 (49.) ein. Aber Chemnitz hatte eine Antwort und einen Anton Fink. Er verkürzte nach Freistoß von Lais auf 1:2 (51.) um zwei Minuten später aus der Distanz von rechts zum 2:2 auszugleichen.
Fortan entwickelte sich ein offenes Spiel, in der Chemnitz die Mainzer Gäste immer wieder in Bedrängnis brachte, aber auch Mainz mehrere hochkarätige Chancen hatte. Da hatte der CFC auch mehrmals Glück, als der asiatische Mainzer Angriff Bälle an Latte und Pfosten setzte oder das leere Tor nicht traf. Mainz lebte insbesondere von seinen nimmer müde werdenden Japanern und Koreanern, die den CFC immer wieder vor schwere Aufgaben stellten. Und eine seiner Chancen nutzte dann auch Koo, als ein Sonntagsschuss im rechten Eck des CFC-Tores einschlug (72.). Vorausgegangen war aber eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich - nicht seine einzige. Chemnitz aber wurde nicht müde, dem Rückstand nachzugehen und den Ausgleich zu suchen. Das wurde drei Minuten vor Spielende belohnt. Garbuschewski, Fink sowie Hofrath kombinierten sehenswert und Hofraths Schuss vom linken Strafraumecke fälschte Bungert unhaltbar zum 3:3 (87.) ab. Spätestens jetzt bebte die Fischerwiese zusammen mit der mit 5.000 Leuten besetzten Südtribüne.
Es ging also in die Verlängerung. Beim CFC schwanden langsam die Kräfte, doch die Himmelblauen Mannen bissen auf die Zähne und machten Mainz weiter das Leben schwer. Als sich dann Garbu auf rechts durchtankte, in die Mitte flankte und dort der völlig frei stehende Markus Ziereis zum 4:3 (103.) einnickte, wurde es für die Gäste noch schwerer. Doch nach Freistoß von Geis köpfte ausgerechnet Eigentorschütze Bungert zum erneuten Ausgleich ein (108.). Doch die neuen Himmelblauen bricht man nicht so einfach. Von Krämpfen geplagt setzten sie nicht auf das Elfmeterschießen sondern suchten weiter ihr Heil im Angriff. Und dann 119. Minute: Garbu gibt von rechts rein, Kehl-Gomez hat Mühe den Ball zu kontrollieren, aber berappelt sich auf und drischt den Ball vor der Südkurve in die Maschen. 5:4 - das muss der Sieg sein - denkst‘e. Die letzte Minute läuft, Pentke hat den Ball und wird bedrängt, schlägt den Ball ungenau ab, genau in den Fuß von Geis, der aus 55 Metern ins leere Tor trifft. 5:5 - aus - Elfmeterschießen.
Mainz beginnt mit Geis, er trifft. Garbuschewski für den CFC, Ausgleich. Auch Koo und Türpitz lassen nichts anbrennen. Dann Jara für Mainz. Jara, ja genau der Jara, dessen Fehlschuss Chiles Aus bei der WM gegen Brasilien besiegelte. Jara tritt an…und Penne hält. Der Pechvogel des Abends wieder in der Spur zum Helden. Dann Hofrath für den CFC - Führung, 8:7. Park, Kehl-Gomez und Brosinski treffen und nun es liegt an Anton Fink. Er tritt an, schießt, und Tooooooooorr! Der CFC ist in Runde zwei des DFB-Pokals!!!! 10.000 liegen sich in den Armen und die neue Südtribüne ächzt ein erstes Mal unter dem toben Freudentaumel. Auf der Gegengerade fliegen erst die Hände zur Welle mit der Mannschaft, dann werden die Mobiletelefone gezückt um die Anzeigetafel zu fotografieren: CFC 10, Gast 9 - in Worten: Zehn zu neun gegen einen ambitionierten Bundesligisten - das ist schon ein Foto fürs Familienalbum wert.
Verdient haben sich die Himmelblauen diesen Sieg, weil sie auch in der Verlängerung nie aufgaben und unermüdlich kämpften und ackerten. Auch wenn nicht alles Gold und einiges Glück im Spiel war, so hat doch die Mannschaft gezeigt, wozu sie im Stande ist. Einem Erstligist fünf Tore aus dem Spiel heraus einzuschenken muss man erst einmal machen. Und es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Mannschaft auch nach dem frühen 0:2 in Halbzeit zwei kaum beeindruckt vom Spielstand zeigte. Wenn es Karsten Heine gelingt, den Angriff noch effizienter zu gestalten, dann werden wir in dieser Spielzeit noch viel, viel Freude an dieser Mannschaft haben.
Versüßt wird Chemnitz Sieg übrigens mit knapp 300.000 EUR Prämie. Und im Kalender heißt es schon mal den 28./29. Oktober zu reservieren - dann wird Runde 2 gespielt.
CFC-Trainer Karsten Heine entschied sich, gegen den Bundesligisten mit Neuzugang Marco Kehl-Gomez einen etwas defensiveren Spieler für den verletzten Glasener zu bringen. Pünktlich mit dem Anpfiff vor 10.287 Zuschauern auf der Fischerwiesenbaustelle setzte ein Regenschauer ein. Als der vorüber war, hatte Mainz sich mit zwei guten Chancen ausgetobt und die Partie, von zwei starken Defensivreihen geprägt, wogte hin und her. Als Chemnitz immer stärker wurde, nutzte jedoch Zimling einen Abwehrfehler von Stenzel und brachte den Favorit in Front (25.). Chemnitz zeigte sich erst einmal unbeeindruckt und suchte weiter den eigenen Treffer. Doch in den Minuten vor der Pause mussten sie sich gegen nun stärker und selbstbewusster agierende Mainzer heftiger wehren, was zu Lasten der Offensive ging. Trotzdem hielten die Himmelblauen gut mit dem Erstligist mit.
Nach dem Seitenwechsel übernahm zunächst der CFC die Initiative und hatte durch Kehl-Gomez gleiche eine gute Möglichkeit. Doch im Gegenzug netzte Shinji Okazaki zum 2:0 (49.) ein. Aber Chemnitz hatte eine Antwort und einen Anton Fink. Er verkürzte nach Freistoß von Lais auf 1:2 (51.) um zwei Minuten später aus der Distanz von rechts zum 2:2 auszugleichen.
Fortan entwickelte sich ein offenes Spiel, in der Chemnitz die Mainzer Gäste immer wieder in Bedrängnis brachte, aber auch Mainz mehrere hochkarätige Chancen hatte. Da hatte der CFC auch mehrmals Glück, als der asiatische Mainzer Angriff Bälle an Latte und Pfosten setzte oder das leere Tor nicht traf. Mainz lebte insbesondere von seinen nimmer müde werdenden Japanern und Koreanern, die den CFC immer wieder vor schwere Aufgaben stellten. Und eine seiner Chancen nutzte dann auch Koo, als ein Sonntagsschuss im rechten Eck des CFC-Tores einschlug (72.). Vorausgegangen war aber eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich - nicht seine einzige. Chemnitz aber wurde nicht müde, dem Rückstand nachzugehen und den Ausgleich zu suchen. Das wurde drei Minuten vor Spielende belohnt. Garbuschewski, Fink sowie Hofrath kombinierten sehenswert und Hofraths Schuss vom linken Strafraumecke fälschte Bungert unhaltbar zum 3:3 (87.) ab. Spätestens jetzt bebte die Fischerwiese zusammen mit der mit 5.000 Leuten besetzten Südtribüne.
Es ging also in die Verlängerung. Beim CFC schwanden langsam die Kräfte, doch die Himmelblauen Mannen bissen auf die Zähne und machten Mainz weiter das Leben schwer. Als sich dann Garbu auf rechts durchtankte, in die Mitte flankte und dort der völlig frei stehende Markus Ziereis zum 4:3 (103.) einnickte, wurde es für die Gäste noch schwerer. Doch nach Freistoß von Geis köpfte ausgerechnet Eigentorschütze Bungert zum erneuten Ausgleich ein (108.). Doch die neuen Himmelblauen bricht man nicht so einfach. Von Krämpfen geplagt setzten sie nicht auf das Elfmeterschießen sondern suchten weiter ihr Heil im Angriff. Und dann 119. Minute: Garbu gibt von rechts rein, Kehl-Gomez hat Mühe den Ball zu kontrollieren, aber berappelt sich auf und drischt den Ball vor der Südkurve in die Maschen. 5:4 - das muss der Sieg sein - denkst‘e. Die letzte Minute läuft, Pentke hat den Ball und wird bedrängt, schlägt den Ball ungenau ab, genau in den Fuß von Geis, der aus 55 Metern ins leere Tor trifft. 5:5 - aus - Elfmeterschießen.
Mainz beginnt mit Geis, er trifft. Garbuschewski für den CFC, Ausgleich. Auch Koo und Türpitz lassen nichts anbrennen. Dann Jara für Mainz. Jara, ja genau der Jara, dessen Fehlschuss Chiles Aus bei der WM gegen Brasilien besiegelte. Jara tritt an…und Penne hält. Der Pechvogel des Abends wieder in der Spur zum Helden. Dann Hofrath für den CFC - Führung, 8:7. Park, Kehl-Gomez und Brosinski treffen und nun es liegt an Anton Fink. Er tritt an, schießt, und Tooooooooorr! Der CFC ist in Runde zwei des DFB-Pokals!!!! 10.000 liegen sich in den Armen und die neue Südtribüne ächzt ein erstes Mal unter dem toben Freudentaumel. Auf der Gegengerade fliegen erst die Hände zur Welle mit der Mannschaft, dann werden die Mobiletelefone gezückt um die Anzeigetafel zu fotografieren: CFC 10, Gast 9 - in Worten: Zehn zu neun gegen einen ambitionierten Bundesligisten - das ist schon ein Foto fürs Familienalbum wert.
Verdient haben sich die Himmelblauen diesen Sieg, weil sie auch in der Verlängerung nie aufgaben und unermüdlich kämpften und ackerten. Auch wenn nicht alles Gold und einiges Glück im Spiel war, so hat doch die Mannschaft gezeigt, wozu sie im Stande ist. Einem Erstligist fünf Tore aus dem Spiel heraus einzuschenken muss man erst einmal machen. Und es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Mannschaft auch nach dem frühen 0:2 in Halbzeit zwei kaum beeindruckt vom Spielstand zeigte. Wenn es Karsten Heine gelingt, den Angriff noch effizienter zu gestalten, dann werden wir in dieser Spielzeit noch viel, viel Freude an dieser Mannschaft haben.
Versüßt wird Chemnitz Sieg übrigens mit knapp 300.000 EUR Prämie. Und im Kalender heißt es schon mal den 28./29. Oktober zu reservieren - dann wird Runde 2 gespielt.


(83. Ziereis)