Nichts zu holen an der Bremer Brücke
von Thorsten Heinrich
Ein fies-kalter Samstag-Nachmittag in der niedersächsischen Tiefebene, ca. 250 fröstelnde Fans in himmelblauer Kluft, rieben sich bereits vor dem Anpfiff verwundert die Augen, stand plötzlich und unerwartet der langjährige Stamm- Torhüter Philipp Pentke in der Anfangsformation.
Nicht ganz so überrascht war man ob der zweiten „Wiedereingliederung“, Marc Hensel übernahm eine der 6er-Positionen im Mittelfeld. Fabi Stenzel agierte nach der sehnlichst erwarteten Rückkehr Kevin Conrad´s wieder offensiver. Insgesamt wurden sechs Positionen umstrukturiert.
Mit dem Anpfiff zelebrierte der himmelblaue Anhang einen nette Auswärts- Choreo, die Mannschaft erhielt zudem lautstarke Unterstützung von den Rängen. So legten die Jungs auch rasant, und deutlich zu sehen: richtig engagiert los.
Die Defensive ließ kaum nennenswerte Aktionen zu, kam ein Ball mal bis in Tornähe, pflückte der aufmerksam mitspielende Penne diesen sicher weg. Einzig im Spiel nach vorne, abgesehen von wenigen Versuchen, einen schnellen Konter zu fahren, war das CFC-Spiel leider wieder von Ideenlosigkeit geprägt, anstatt über schnellen Kombinationsfußball, dem Gegner Schwierigkeiten zu bereiten, wurde meist das Tempo aus dem Spiel genommen, die statischen Bewegungsabläufe trugen ihr Übriges zu einem soliden, aber wenig ansehnlichen Spiel bei. Mit großem Einsatz gestaltete man die Partie bis zum Halbzeitpfiff recht ausgeglichen und ging mit einer verdienten Punkteteilung in die Kabinen.
Was die den erkrankten Trainer Heine vertretenden Co-Trainer dort auch gesagt haben mögen, entweder waren es die falschen Worte, oder sie wurden kräftig missverstanden, denn die Mannschaft schien um mindestens einen Gang nach unten geschaltet zu haben. Immer häufiger hatte man in den nicht mehr so bissig geführten Zweikämpfen das Nachsehen, das Stellungsspiel einiger Akteure war zum Haare raufen, so dass Stanislav Iljuchenko fast folgerichtig - völlig freistehend - zur Osnasen- Führung einköpfen konnte (57. Minute). Gerade Iljuchenko, der Top- Torschütze der unblauen Niedersachsen, hätte man auf dem Zettel haben müssen! Wachgerüttelt durch dieses wieder einmal unnötige Gegentor, entwickelten unsere Jungs ein kurzes Feuerwerkchen, das der VfL mit dem 12 Minuten später folgenden 2-0, wieder durch Iljuchenko, zu löschen wusste. Als sich dann der gelb vorbelastete Marc Endres eine überflüssige Aktion fernab des eigenen Tores leistete und er folgerichtig vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, war das Spiel gelaufen. Osnabrück war zu cool und gut, als dass sie zugelassen hätten, dass der Club nochmal gefährlich aufkommt. Zu ungefährlich, durchsichtig und einfach gestrickt war aber vor allem das himmelblaue Offensivspiel. Das Spiel plätscherte bis zum Schlusspfiff vor sich hin, ohne die Stadionbesucher von den Sitzen zu reißen.
Fazit: Aufgrund der schwachen 2. Halbzeit muss man von einer verdienten Niederlage sprechen. Es lag nicht an strittigen Schiedsrichterentscheidungen (beim Stand von 1-0 übersah das Gespann wohl ein Handspiel im Osna- Strafraum), es lag nicht an widrigen Umständen, vielmehr scheiterte unsere Mannschaft erneut an sich selber. Mit derart wenig Kreativität, mit derart schwankenden Leistungen, mit 98% Siegeswillen reicht es in dieser starken 3. Liga definitiv nicht, weder den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern, noch von höheren Zielen zu sprechen.
Aus einer mäßigen Mannschaft, ragten Marc Hensel (gute Übersicht, gute Zweikampfwerte, ruhender Pol) und vor allem Rückkehrer Kevin Conrad heraus (richtig gutes Spiel als rechter Verteidiger, mit allem, was dazu gehört, defensiv wie offensiv) heraus. Fleißbiene Fabian Stenzel bestach zum gefühlten 1966 x durch seine aufopferungsvolle Spielweise, ist ein ganz wichtiger Führungsspieler und aus der Mannschaft nicht mehr weg zu denken.
Blickte man zu Spielbeginn im Auswärtsblock, wegen der regen Rotation noch in verdutzte Gesichter, so blickten viele Fans, die diese weite Reise auf sich genommen hatten, besorgt und ungläubig drein. Die Leistungskurve mit den entsprechenden Ergebnissen, seit Mitte September (mit dem 0-1 gegen Cottbus ging die rasante Reise Richtung Tabellenkeller los), spricht eine klare Sprache: es handelt sich nicht um ein Formtief, der Chemnitzer FC hat auf dem Platz ein Qualitätsproblem. Wir taumeln vor uns hin, aber echte Reaktionen lassen auf sich warten. Das ist besonders beängstigend. Was das Trainerteam durch etliche Umstellungen auch zu verändern versuchte, was an taktischen Umstellungen vorgenommen wurde, es hat nicht zur Kehrtwende zurück in die Erfolgsspur gereicht. Vielmehr hat es den Anschein, als habe man sich auf diesem niedrigen Niveau jetzt „eingespielt“. Vier Spiele wurden nun in Folge mehr oder weniger sang und klanglos verloren. Das sind Fakten, die Spielweise seit nunmehr 10 Spielen, lässt auch größte Optimisten sorgenvoll in die Zukunft blicken.
Die gestern oft sehnsüchtig zitierte Winterpause wird als Allheilmittel nicht ausreichen, um das Ruder herum zu reißen. Es müssen sich grundlegende Dinge ändern, die Mannschaft muss zu alter (gezeigter) Stärke zurück geführt werden, da sind Heine und seine Mitstreiter mehr denn je gefordert. Das Team ist jung, daher abhängig von einem führungsstarken Übungsleiter. Heine wird den Beweis liefern müssen, in der Lage zu sein, die Mannschaft zielgerichtet in die Erfolgsrichtung (zurück) zu führen. Ihm sei das richtige Händchen von Herzen gewünscht. Zunächst aber einmal „Gute + schnelle Besserung, Trainer“.
Am kommenden Samstag, 20.12. 2014, Anpfiff um 14.00 Uhr, trifft der CFC auf der Bielefelder Alm, auf den derzeitigen Tabellenführer. Trübe Aussichten, was die Punkteausbeute angeht. Die Devise kann nur lauten: ein letztes Mal in diesem Jahr ALLE Kräfte bündeln, auf dem Platz und im Auswärtsblock. Wir gehen als krasser Außenseiter in dieses Spiel. Wir haben eigentlich keine Chance. Lasst sie uns nutzen, als verschworene himmelblaue Einheit.
Nicht ganz so überrascht war man ob der zweiten „Wiedereingliederung“, Marc Hensel übernahm eine der 6er-Positionen im Mittelfeld. Fabi Stenzel agierte nach der sehnlichst erwarteten Rückkehr Kevin Conrad´s wieder offensiver. Insgesamt wurden sechs Positionen umstrukturiert.
Mit dem Anpfiff zelebrierte der himmelblaue Anhang einen nette Auswärts- Choreo, die Mannschaft erhielt zudem lautstarke Unterstützung von den Rängen. So legten die Jungs auch rasant, und deutlich zu sehen: richtig engagiert los.
Die Defensive ließ kaum nennenswerte Aktionen zu, kam ein Ball mal bis in Tornähe, pflückte der aufmerksam mitspielende Penne diesen sicher weg. Einzig im Spiel nach vorne, abgesehen von wenigen Versuchen, einen schnellen Konter zu fahren, war das CFC-Spiel leider wieder von Ideenlosigkeit geprägt, anstatt über schnellen Kombinationsfußball, dem Gegner Schwierigkeiten zu bereiten, wurde meist das Tempo aus dem Spiel genommen, die statischen Bewegungsabläufe trugen ihr Übriges zu einem soliden, aber wenig ansehnlichen Spiel bei. Mit großem Einsatz gestaltete man die Partie bis zum Halbzeitpfiff recht ausgeglichen und ging mit einer verdienten Punkteteilung in die Kabinen.
Was die den erkrankten Trainer Heine vertretenden Co-Trainer dort auch gesagt haben mögen, entweder waren es die falschen Worte, oder sie wurden kräftig missverstanden, denn die Mannschaft schien um mindestens einen Gang nach unten geschaltet zu haben. Immer häufiger hatte man in den nicht mehr so bissig geführten Zweikämpfen das Nachsehen, das Stellungsspiel einiger Akteure war zum Haare raufen, so dass Stanislav Iljuchenko fast folgerichtig - völlig freistehend - zur Osnasen- Führung einköpfen konnte (57. Minute). Gerade Iljuchenko, der Top- Torschütze der unblauen Niedersachsen, hätte man auf dem Zettel haben müssen! Wachgerüttelt durch dieses wieder einmal unnötige Gegentor, entwickelten unsere Jungs ein kurzes Feuerwerkchen, das der VfL mit dem 12 Minuten später folgenden 2-0, wieder durch Iljuchenko, zu löschen wusste. Als sich dann der gelb vorbelastete Marc Endres eine überflüssige Aktion fernab des eigenen Tores leistete und er folgerichtig vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, war das Spiel gelaufen. Osnabrück war zu cool und gut, als dass sie zugelassen hätten, dass der Club nochmal gefährlich aufkommt. Zu ungefährlich, durchsichtig und einfach gestrickt war aber vor allem das himmelblaue Offensivspiel. Das Spiel plätscherte bis zum Schlusspfiff vor sich hin, ohne die Stadionbesucher von den Sitzen zu reißen.
Fazit: Aufgrund der schwachen 2. Halbzeit muss man von einer verdienten Niederlage sprechen. Es lag nicht an strittigen Schiedsrichterentscheidungen (beim Stand von 1-0 übersah das Gespann wohl ein Handspiel im Osna- Strafraum), es lag nicht an widrigen Umständen, vielmehr scheiterte unsere Mannschaft erneut an sich selber. Mit derart wenig Kreativität, mit derart schwankenden Leistungen, mit 98% Siegeswillen reicht es in dieser starken 3. Liga definitiv nicht, weder den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern, noch von höheren Zielen zu sprechen.
Aus einer mäßigen Mannschaft, ragten Marc Hensel (gute Übersicht, gute Zweikampfwerte, ruhender Pol) und vor allem Rückkehrer Kevin Conrad heraus (richtig gutes Spiel als rechter Verteidiger, mit allem, was dazu gehört, defensiv wie offensiv) heraus. Fleißbiene Fabian Stenzel bestach zum gefühlten 1966 x durch seine aufopferungsvolle Spielweise, ist ein ganz wichtiger Führungsspieler und aus der Mannschaft nicht mehr weg zu denken.
Blickte man zu Spielbeginn im Auswärtsblock, wegen der regen Rotation noch in verdutzte Gesichter, so blickten viele Fans, die diese weite Reise auf sich genommen hatten, besorgt und ungläubig drein. Die Leistungskurve mit den entsprechenden Ergebnissen, seit Mitte September (mit dem 0-1 gegen Cottbus ging die rasante Reise Richtung Tabellenkeller los), spricht eine klare Sprache: es handelt sich nicht um ein Formtief, der Chemnitzer FC hat auf dem Platz ein Qualitätsproblem. Wir taumeln vor uns hin, aber echte Reaktionen lassen auf sich warten. Das ist besonders beängstigend. Was das Trainerteam durch etliche Umstellungen auch zu verändern versuchte, was an taktischen Umstellungen vorgenommen wurde, es hat nicht zur Kehrtwende zurück in die Erfolgsspur gereicht. Vielmehr hat es den Anschein, als habe man sich auf diesem niedrigen Niveau jetzt „eingespielt“. Vier Spiele wurden nun in Folge mehr oder weniger sang und klanglos verloren. Das sind Fakten, die Spielweise seit nunmehr 10 Spielen, lässt auch größte Optimisten sorgenvoll in die Zukunft blicken.
Die gestern oft sehnsüchtig zitierte Winterpause wird als Allheilmittel nicht ausreichen, um das Ruder herum zu reißen. Es müssen sich grundlegende Dinge ändern, die Mannschaft muss zu alter (gezeigter) Stärke zurück geführt werden, da sind Heine und seine Mitstreiter mehr denn je gefordert. Das Team ist jung, daher abhängig von einem führungsstarken Übungsleiter. Heine wird den Beweis liefern müssen, in der Lage zu sein, die Mannschaft zielgerichtet in die Erfolgsrichtung (zurück) zu führen. Ihm sei das richtige Händchen von Herzen gewünscht. Zunächst aber einmal „Gute + schnelle Besserung, Trainer“.
Am kommenden Samstag, 20.12. 2014, Anpfiff um 14.00 Uhr, trifft der CFC auf der Bielefelder Alm, auf den derzeitigen Tabellenführer. Trübe Aussichten, was die Punkteausbeute angeht. Die Devise kann nur lauten: ein letztes Mal in diesem Jahr ALLE Kräfte bündeln, auf dem Platz und im Auswärtsblock. Wir gehen als krasser Außenseiter in dieses Spiel. Wir haben eigentlich keine Chance. Lasst sie uns nutzen, als verschworene himmelblaue Einheit.


(51. Thee)