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1. Spieltag · Regionalliga Nord
SV Wilhelmshaven
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vs.
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Chemnitzer FC
Samstag, 08. August 2009, 13:30 UhrJade-Stadion, Wilhelmshaven

Zweites Auswärtspunktspiel in Folge beim SV Wilhelmshaven...

Von Timo Görner und Erik Büttner
...denn das letzte Gastspiel des CFC 2008/2009 fand eben im "Jade-Stadion" statt. Die Himmelblauen treffen aber nun auf einen reichlich veränderten Gegner.

Die abgelaufene Saison unseres Gegners
Einer sehr soliden Herbstrunde des SV Wilhelmshaven folgte eine eher schwache Frühjahrsrunde, die den SVW in leichte Abstiegsgefahr brachte. Für einige Experten und Fußballfreunde waren die Norddeutschen nach 18 Spieltagen durchaus eine positive Überraschung. Grundstein für das starke Abschneiden der Hinrunde war die Heimstärke. Die Norddeutschen stellten mit nur bemerkenswerten 14 Treffern nach Magdeburg die zweitbeste platzbauende Gemeinschaft. Verloren wurde nur gegen die II. des HSV (0:4) und den späteren Staffelsieger Kiel (0:2), dagegen Altona (4:1) deklassiert. Auch auf Reisen präsentierte sich der SVW ordentlich: 3 Begegnungen wurden siegreich gestaltet, unter anderem zum Auftakt in Kiel (2:0) überrascht. Dass Wilhelmshaven dennoch nicht als Spitzenteam dieser Liga gelten konnte, bewiesen die Pleiten in Cottbus (0:1) und bei Türkiyemspor (1:2).
Vor den 16 Spielen im Jahr 2009 ging für den SVW als 5. Platzierten mit 10 Punkten Abstand nach ganz oben nicht mehr viel. Aber auch zur Abstiegszone war jede Menge Puffer (13 Zähler). Der Start ins neue Punktspieljahr misslang dann gründlich. 6 Spiele am Stück gingen verloren, die 4 ersten davon gar ohne eigenen Treffer. Speziell die Vorstellung beim feststehenden insolventen Absteiger FC Sachsen (1:3) enttäuschte Fans und Vereinsführung. Nach dieser 6. Niederlage in Folge kam es dann zum 2. Trainerwechsel der laufenden Saison. Boris Ekmescic (44) musste seinen Stuhl räumen und machte Platz für den "starken Mann im Hintergrund", Wolfgang Steinbach (54). Der konnte den gnadenlosen Absturz zumindest bremsen. In den nächsten 4 Heimspielen wurden 10 von 12 möglichen Punkten eingeheimst und damit der Klassenerhalt endgültig gesichert. Auswärts siegte Wilhelmshaven in Rostock (5:2). Als der CFC am vorletzten Spieltag in Wilhelmshaven aufkreuzte, waren alle Messen gelesen und es standen eher die wirtschaftlichen Grundlagen der neuen Regionalliga-Saison im Fokus.
Von Rang 5 ging es bis zum Ende der Spielzeit auf Platz 11. Das Abschlusszeugnis für die Auftritte zu Hause weist ein "befriedigend bis gut" aus, für die auswärtigen ein "ausreichend". 52 Gegentore und 45 erzielte Treffer sprechen ungefähr für den Tabellenstand.
Im Landespokal Niedersachsen scheiterte der SVW bereits in Runde 1 bei Oberligisten TuS Pewsum (4:5).

Delegierungen für diese Saison
Das Team wurde gründlich umgebaut und fast komplett neu aufgestellt. Unter den 20 "Abtrünnigen" findet sich fast eine komplette Stammelf, denn 10 der 20 zählten dazu. Torwart Fabian Lucassen (20) zog es zum HSV II. 3 Abwehrspieler sind nicht mehr dabei: Andreas Gaebler (25) ging nach Magdeburg, Stefan Conrad (25) nach Cloppenburg und Marc-André Nimptsch (24) nach Münster. Auch im Mittelfeld sind Verluste aus dem Stamm zu verzeichnen. Der Pole Waldemar Kowalczyk (33) wechselte zum VfB Oldenburg, der Slowake Peter Suchy (32) zu Bayernligist Würzburger Kickers und der ausgeliehene Kanadier Jonathan Beaulieu-Bourgault (20) kehrte zum FC St. Pauli zurück. Im Angriff konnte Wilhelmshaven die "Lebensversicherung" Wojciech Pollok (27) nicht halten. Der Torschützenkönig der Nord-Staffel (22 Tore) ging wie Nimptsch nach Münster. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Polloks Sturmpartner Marcus Storey (26), den es in die Oberliga Niedersachsen zum SV Drochtersen/Assel zog. Beide kamen auf 33 der 45 SVW-Torerfolge. Nummer 3 im Bunde der Offensivabgänge ist Maksut Azizi (23), der erst einmal ohne neuen Verein abging.

Unter den 20 Neuen finden sich fast nur U23- und A-Jugend-Spieler. Für die Torwartposition wurden Andre Weis (19/Koblenz) und Hergen Gerdes (20/SV Werder II) verpflichtet. Beiden fehlt bislang die Erfahrung aus einer 1. Mannschaft. Der Abwehrbereich wurde mit 6 neuen Akteuren besetzt, dabei kommen mit dem Kroaten Ante Balic (25/FC Sachsen) und Robert Stark (22/Halle) 2 aus dem Nordosten. Balic war in Leipzig gesetzt, Stark in Halle nicht. Auch Kevin Nennhuber (21/Emden) und die Spieler aus U23-Teams wie Jan-Christian Meier (21/Wolfsburg II), Lasse Neubert (21/Hannover II) und Marc Neumann (19/eigene U23) fristeten eher ein Dasein auf der Ersatzbank, verfügen damit über sehr wenige Erfahrungen in der Regionalliga. Für das Mittelfeld wurden 8 neue Aktive geholt: Mit Steffen Puttkammer (20/Oberneuland) und Pa-Malick Joof (23/Türkiyemspor) wurden Leute geholt, die sich 2008/2009 solide in Liga 4 präsentierten. Ansonsten finden sich mit den ehemaligen A-Jugendlichen Patrick Reinsch (19/Paderborn), Musa Karli (19/Osnabrück), Marten Niemeyer (18/ Oldenburg) und Marco Fiore (20/Schalke) auch hier unbekannte Namen mit noch wenig Meriten in Liga 4. Hinzu kamen aus der Oberliga Niedersachsen Patrick Bärje (23/Osterholz-Scharmbeck) sowie aus Cloppenburg Henning Große-Macke (21). Für den Angriff stießen von Hannover 96 II im "Doppelpack" der Libanese Ali Moslehe (22/Hannover II) und Max Wegner (20) zum SVW hinzu, aus Verl kam Waldemar Jurez (23) und aus der Bezirksoberliga Niedersachsen Martin Habben (22/TuS Essens).
Das Durchschnittsalter der Neuzugänge beträgt lediglich knapp 21 Jahre, einigermaßen Regionalliga-erfahren sind nur Balic, Joof, Puttkammer und Moslehe.

Der Trainer
Wolfgang Steinbach (54) trägt wie beim letzten Aufeinandertreffen die Verantwortung, er besitzt noch einen Vertrag bis Ende der Saison. Steinbach steht vor der enorm schweren Aufgabe aus der Fülle an Neuzugängen ein schlagkräftiges Team zu formen.

Die Mannschaft
Der SVW geht mit einer der jüngsten Aufgebote der 3 Regionalliga-Staffeln in die neue Saison. Das Stammaufgebot wird im Grunde ausschließlich von den Neuzugängen gebildet. Im Tor sollte Andre Weis (19) die Nr. 1 sein. In der Abwehr gelten Ante Balic (25) und Robert Stark (22) nach den letzten Testspielen als gesetzt. Dazu kommen Jan-Christian Meier (21) und Lasse Neubert (21). Im Mittelfeld vertraut Steinbach Pa-Malick Joof (23) und Steffen Puttkammer (20) sowie Ali Moslehe (22) von Beginn an. Chancen auf einen Stammplatz haben auch noch Kevin Nennhuber (21), Patrick Reinsch (19) und Musa Karli (19). Im Angriff gilt Max Wegner (20) als feste Größe, im letzten Vorbereitungsspiel erzielte er 5 Tore. Dahinter stehen Patrick Bärje (23), Martin Habben (22) parat. Ob Wilhelmshaven gegen den CFC letztendlich auch mit dieser Formation beginnt, ist nicht 100% sicher. Auch beim SVW war man über die Vorstellungen in der Vorbereitung nicht immer glücklich und hatte ebenfalls Verletzungspech. So fällt Waldemar Jurez (23) für die nächsten 6 bis 8 Wochen aus (Mittelfußbruch). Er galt in der "Problemzone Angriff" nach den Abgängen eigentlich als Stammkader. Das Ziel mit diesem Aufgebot kann nur der Klassenerhalt sein. Eine Platzierung im einstelligen Bereich wäre ein Riesenerfolg, fast schon eine faustdicke Überraschung.

Das Umfeld
Die Voraussetzungen für den Regionalliga-Fußball in Wilhelmshaven haben sich nicht gerade verbessert. Der Etat wurde auf 500.000 EUR deutlich reduziert. Auf der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung Ende Juni 2009 wurde bekannt, dass Hauptsponsor Albert Sprehe in den 2 Jahren zuvor jeweils Defizite im Haushalt ausgeglichen hat und somit das Überleben des Vereins sichern konnte. Ziel der Vereinschefs ist es, den Club auf eine wirtschaftlich gesunde Basis zu stellen. Deshalb soll auch nur ein machbarer Etat gelebt werden, auch wenn man damit als einer der Abstiegskandidaten in die Saison 2009/2010 geht.
Beklagt wird immer wieder der fehlende Rückhalt in der Stadt und im Umland, sichtbar an einem Zuschauerschnitt von 492 zahlenden Fußballfreunden. Gerade mal noch 352 interessierten sich für das letzte Heimspiel der abgelaufenen Saison gegen den CFC, 2 Wochen zuvor gegen Türkiyemspor waren es gar nur 274. Auch Derbys wie gegen Kiel (588) und Lübeck (312) brachten keinen Run auf die Stadiontore. Magdeburg mit 1.285 Fans war der Rekordbesuch, auf Seiten der Verantwortlichen aber ebenfalls eher enttäuschend. So gesehen stellt die 4. Liga in Wilhelmshaven eine sportliche und wirtschaftliche Gratwanderung dar. Mehr als den Verbleib in der Regionalliga zu sichern, erscheint als Wunschtraum.

Das Stadion

Das Jade-Stadion in seiner jetzigen Form feiert in den nächsten Monaten seinen 10. Geburtstag. Am 1. August wurde die neue 6,2 Mio. DM teure Arena eingeweiht. In nur 34 Monaten entstand auf dem Gelände des Sportforums Wilhelmshaven eine reine Fußballarena, die über 3 überdachte Tribünen verfügt. 2.200 Gäste können sitzen, der Rest muss teils ungeschützt vor Regen stehen. Insgesamt dürfen 7.500 Zuschauer die Stadiontore passieren. Das Bild des Jade-Stadions prägen die 8 dreieckigen Flutlichtmasten, die auf dem Dach der Haupt- und Gegentribüne platziert sind. 2008 wurde das Stadion für die Regionalliga fit gemacht, u.a. bekamen auch die Flutlichter mehr Lebenskraft so dass sie jetzt UEFA-gerecht mit 800 Lux doppelt so hell wie vorher strahlen. Davon werden die CFC-Fans, die auf der unüberdachten Südtribüne stehend dem Spiel folgen werden, leider nichts mitbekommen. Dafür werden sie aber einen interessanten Groundpunkt verbuchen dürfen.

Die Route

In Chemnitz geht’s auf die A4 und über die bekannte Route via Nossener Dreieck und die A14 gen Magdeburg. Ab dem Kreuz Magdeburg fährt man weiter auf der A2 bis zum Kreuz Hannover-Ost. Dort wechselt man auf die nach Norden führende A7. Nun wird es interessant: Denn die A7 befährt man nur bis zum Dreieck Walsrode, denn von dann an führt uns die A27 in Richtung Bremen. Am Bremer Kreuz wechselt man auf die A1, die uns nun zum Dreieck Stuhr bringt. Von da an ist die A28 Richtung Oldenburg der Untergrund für unser Fahrzeug. Am Kreuz Oldenburg-West ordnet man sich auf die Richtungsfahrbahn Wilhelmshaven ein, denn nun wird uns zum Finale die A29 an die Nordsee schaffen. An der Ausfahrt Wilhelmshaven verlässt man dann die Autobahn, weiter geht es auf der Ostfriesenstraße in die Stadt hinein. Dort wo die Straße an einer von der Autobahn ca. 2km entfernten großen Kreuzung zum 2 Mal mehrspurig wird, biegt man links in die Friedensstraße ein (es geht nur links oder geradeaus!). Nach ein paar Metern tauchen links etwas abseits der Straße die charakteristischen Flutlichtmasten des Jade-Stadions auf. Dort sucht man sich links einen Parkplatz und läuft die restlichen Meter zur Arena.

Adresse des Jade-Stadions: Friedenstraße 111, 26386 Wilhelmshaven
Distanz ab Chemnitz-Nord: ca. 590 km
Fahrzeit: ca. 6 h

Bilanz gegen SV Wilhelmshaven

Alle Spiele aus CFC-Sicht

Spiele2
Siege1
Unentschieden1
Niederlagen0
Tore CFC:Gegner2:1
Neutralausgeglichene Bilanz

Rückblick auf die letzten 3 Spiele