Revanche im Sachsen-Derby Nr. 1 gegen einen Angstgegner ohne Stadion...
... denn zum einen gilt der Dresdner SC nach den Erfahrungen der letzten 12 Monate als ein solcher und zum anderen stehen die Schwarz-Roten aus der Friedrichsstadt momentan ohne ihr "Heinz-Steyer-Stadion" an der Pieschener Allee da, welches in den Stunden und Tagen der "Jahrtausendflut" in der Landeshauptstadt im wahrsten Sinne des Wortes baden ging. Erst in frühestens 3 Monaten kann wieder von einer nutzbaren Anlage die Rede sein und nach dem Horror beim Ortsnachbarn Dynamo am letzten Sonntag weigert sich der Verein verständlicherweise, auch nur ein weiteres "Heimspiel" an der "Rue de la Randale" (bekannt auch als Lennéstraße) auszutragen. Mit entsprechenden Forderungen an die Stadt zur Bereitstellung einer regionalligatauglichen Anlage ging der Club von Ex-Bundestrainer Helmut Schön unter der Woche in die Offensive und bringt diese damit in erhebliche Schwierigkeiten. In Frage kam unmittelbar nach der Flut und der Erkenntnis der immensen Schäden bereits das Stadion an der Eisenberger Straße auf der anderen Elbseite im Stadtbezirk "Pieschen-Süd", wo momentan Rotation Dresden in der Stadtliga seine Heimspiele bestreitet, die II. von Dynamo in der Landesliga kickt und was weniger betroffen war als z. B. die Anlagen des FV Laubegast 06 und des DSC.
Die Anlage des in der Regel "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" spielenden zweiten Dresdner Oberligisten FV Dresden-Nord jedenfalls dürfte z. B. für Spiele gegen den CFC oder Vereine wie Rot-Weiß Essen mit größerem Fanandrang und entsprechendem "B-und C-Potential" keine Erwärmung beim DFB finden. Ob es die Anlage an der Eisenberger Str. sein wird, ebenfalls abzuwarten.
Man darf also gespannt sein, wo der CFC in der Rückrunde seine Künste präsentieren wird. Denn man munkelt in Dresden bereits eifrig, dass die Stadtväter einen aufwendigen Wiederaufbau im "Ostra-Gehege" eher missmutig gegenüber stehen und zukünftig lieber beide Vereine in einem stadteigenen Stadion zur Kostenverringerung des finanzschwachen Dresdens sehen, zumal das "Steyer-Stadion" nicht einer gewissen Baufälligkeit und Sanierungsbedürftigkeit entbehrt und der DFB die Arena für diese Saison nur noch für 5.000 Zuschauer in der Regionalliga als zulässig definierte.
Angstgegner deshalb, weil man entweder das Spiel verlor oder wenn man siegreich blieb mindestens 1 Kicker der Himmelblauen für mehrere Wochen verletzt ausfiel. Wie z.B. Ersin Demir im letzten Test vor den 13 Spielen der Rückrunde vergangene Spielzeit beim 2:1 im "Jugendstadion" des Sportforums, als der beim DSC für ungenügend befundene und später beim SC Verl anheuernde Daniel Sengewald unserem neuen Torjäger vom Dienst das Schlüsselbein durch seinen übermotivierten Einsatz als Testspieler demolierte und Ersin für 5 Wochen ausfiel und einfach nicht mehr so richtig in die Gänge kam. Dafür wurde wenigstens das Spiel gewonnen, was in der abgelaufenen RL-Saison dem CFC nicht gelang. Nicht mal ein Pünktchen wurde gezeitigt und nach dem 1:2 in der Hinrunde auch noch beim DSC vor 500 Dresdner und rund 1.500 eigenen Fanatikern nach mittelmäßiger Leistung mit 0:1 verloren und damit vor der Winterpause die schwache und magerer Restrunde eingeläutet.
Für den DSC sollte der eher überraschende Sieg gegen den CFC Auftakt zu einer kleinen Serie sein, denn in den folgenden Spielen verabschiedete man sich mit zwei weiteren Erfolgen gegen die beiden späteren sportlichen Absteiger aus Düsseldorf (3:1/H) und Köln (2:0/A) in die Winterpause und ließ die Hoffnungen auf den Klassenerhalt wieder reichlich wachsen, denn zum 15. aus Düsseldorf als vermeintlichen ersten Absteiger lagen nun 4 Zähler Abstand.
Begleitet wurde die Saison von Turbulenzen im Umfeld in wirtschaftlichen und personellen Fragen. Spieler verklagten den Verein wegen seit Monaten ausstehender Gehälter und erstritten sich die Teilnahme am Training vor Gericht (Groß, Milde), die Argentinier (Cassano, Sanchez) zickten ebenfalls um die Wette (Urlaubsverlängerungen) und hatten alsbald keine große Lust mehr auf den DSC und die 3. Liga und als der DSC am 16. Spieltag gegen den VfL Osnabrück zu Hause nach peinlicher Vorstellung aus Sicht des DSC-Chefs Thomas Dathe mit 0:2 verlor, wurde als neuer Kurs die "Sanierung des Vereins auch mit dem Risiko des sportlichen Abstiegs verkündet". Hielten das manche damals noch für enttäuschte Bockigkeit des umtriebigen Jung-Unternehmers, so wurde bald klar, dass der DSC diesen Kurs gehen musste, um nicht wie schon andere Vereine in Sachsen (Zwickau, Leipzig 2x) vor die Hunde zu gehen und größeren Schaden für die Zukunft zu nehmen.
Die einstmals hoffnungsvollen Perspektiven nach dem souveränen Regionalliga-Nord-Aufstieg 2000 (wo Dynamo ja draußen blieb) waren sowieso schon einer Ernüchterung gewichen. Sportlich ging es schrittweise bergab und Dresden zeigte seiner sportlichen Nr. 1 die kalte Schulter, zu Dynamo gingen im Schnitt doppelt so viele Fans in der Oberliga als zum DSC in die attraktivere Regionalliga. Vergangene Saison begeisterten sich noch rund 1.000 Zuschauer pro Spiel für die Erben von Schön, Hoffmann und alter Dresdner Fußball-Tradition. Der Gesamtschnitt dieser RL lag bei knapp 3.788, diese Saison übrigens zur Zeit nur bei knapp 3.000. Schlechter waren da nur die Amateure von Bremen und Leverkusen sowie Fortuna Köln. Die Saison 2000/2001 brachte dem DSC wenigstens noch 1.400 Zuschauer zu Hause im Schnitt.
Logische Folge dieser Umstände waren trotz der Verpflichtung von Eberhard "Matz" Vogel als erfahrenen Trainer (allerdings noch nie im Abstiegskampf) der klare sportliche Abstieg,. nimmt man mal Platz 15 als regulären ersten Abstiegsplatz als Meßlatte. 6 Zähler (32 Punkte) trennten den DSC als 16. vom SC Paderborn 07 als 14, immer noch 5 vom SC Preußen Münster als "normal ersten Absteiger". In den 13 Spielen der Rumpf-Rückrunde kamen die durch diverse Abgänge geschwächten Landeshauptstädter gerade mal noch zu 7 Gewinnpunkten in 13 Spielen und waren damit schlechteste Elf der Rückrunde, vom 23. bis 26. Spieltag blieb man ohne jeglichen Zähler und rutschte angesichts der Steigerung der mitbedrohten Clubs aus Münster, Magdeburg entscheidend in den Tabellenkeller. Eine Woche später flog dann auch mit Karsten Petersohn erneut der Trainer nach dem 0:0 in Aue und dem nunmehr 7. sieglosen Spiel in Serie, "Matz" Vogel wurde etwas überraschend verpflichtet, damit seit Wiederbelebung des DSC 1991 der erste Coach, der früher nicht für Dynamo Dresden gespielt hatte (Müller, Schulz, Kreische, Peterson).
Mit dem ersten und einzigen Sieg dieser geschrumpften Rückserie gelang wenigstens die Verteidigung von Platz 16 vor Fortuna Düsseldorf mit dem minimalen Vorsprung von 2 Toren durch ein eher unverhofftes 3:2 gegen den feststehenden Regionalliga-Nord-Primus und Zweitligaaufsteiger VfB Lübeck, worauf die gegen Aue mit 3:0 "nutzlos siegreichen" Fortunen aus der "Tote-Hosen-Stadt" Düsseldorf den diesmal unvermeidbaren Gang in die Oberliga Nordrhein "feiern durften". Der Begriff von den "Lübecker Marzipanschweinen" machte alsbald in der bekanntermaßen emotionalen Welt der Rot-Weißen Fußballfreunde vom Rhein die Runde, welche sich verschaukelt fühlten und nur noch durch eine Verweigerung der Lizenz für den DSC eine Chance gehabt hätten, zum zweiten Mal in Folge von derartigen außersportlichen Entscheidungen zu profitieren (vergangene Saison FC Sachsen Leipzig, Wilhelmshaven).
Der Dresdner SC blieb drin, aber die Perspektiven für die neue Saison heißen "Knallharter Überlebenskampf, sportlich wie auch weiter wirtschaftlich." Vor allem das Engagement der ESAG als Hauptsponsor und ein kleiner Kreis von Gönnern und Mäzenen hält den Verein momentan einigermaßen stabil am Leben und mindert das Risiko einer Insolvenz. Großartige Einnahmen an Zuschauern und TV-Geldern sind ja weiterhin nicht zu erwarten.
Für die aktuelle Saison wurde dem DSC das Etikett "Fortuna Köln 2002/2003" verpasst, denn auch der Verein vom Rhein stand in der abgelaufenen Saison vor einer schier unlösbaren Aufgabe, nachdem den SC Fortuna damals wegen der krassen finanziellen Lage des Clubs insgesamt 13 Spieler verlassen hatten und man wenige Tage vor Saisonbeginn Mühe hatte, eine zahlenmäßig (im Sonderheft des "Kicker" beim Kader waren damals 2 Torleute und 13 Feldspieler aufgeführt) konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubekommen. Auch für den DSC gestaltete sich die Personalplanung für die neue Saison schwierig. Es gab erwartungsgemäß weitere Abgänge zu anderen Vereinen, am Schmerzlichsten dürfte dabei der Wechsel bzw. die Heimkehr von "CFC-Schreck" Hendryk Lau (2 der 3 Tore) zum SV Babelsberg 03 gewesen sein. Ebenso ein Comeback feiern diese Saison Sven Ratke und Rene Beuchel beim Lokalrivalen Dynamo. Ronny Ernst kehrte dem Verein ebenfalls den Rücken um bei Rot-Weiß Essen die 2. Bundesliga anzupeilen. Daniel Gunkel ging zum SC Preußen nach Münster, Boris Lucic hängte seine Profikarriere nach wechselvoller Laufbahn mit Stationen in Chemnitz beim CFC, Aue, Zwickau, Sachsen Leipzig und nun DSC quasi an den berühmten Nagel und präsentierte sich erst am Sonntag der kleinen CFC-Fangemeinde in Neugersdorf beim dortigen OFC, der bekanntermaßen in der Oberliga Nordost Süd kickt. Tino Wächtler als Ex-Chemnitzer (VfB und dann 1999 bis 2000 beim CFC) war im Grunde auch schon weg, fand aber wohl keinen neuen Verein und kehrte nunmehr reuemütig an die Pieschener Allee zurück. 3 weitere Aktive (Kukulies, Lines, Petrak) gingen erstmal unbekannten Weges. Das sind die Abgänge jetzt, ohne die während der Saison 2001/2002.
Für diese 9 offiziellen "Weggeher" sollte nun entsprechender billiger Ersatz her und hier musste man sich zwangsläufig vor allem in unterklassigen Ligen umsehen, wo man insgesamt 12 inklusive der "Last-Minute-Leute" mal fündig wurde. Für das Tor wurde Christian Beer (21) verpflichtet, welcher in der abgelaufenen RL Nord beim 1. FC Magdeburg schon zum Einsatz kam und den man ohne den Zwangsabstieg des FCM wohl schwer bekommen hätte, sag ich mal so. In der Abwehr ein etwas bekannteres Gesicht mit Uwe Kramer (25) vom FSV Zwickau, welcher dort sein Kapitänsamt gleich mit abgab und eher im Streit von der Halde schied. Mit ihm kam Andre Gumprecht (27) gleich mit, welcher für das Mittelfeld vorgesehen ist. Robert Krause (22) kommt als veranlagter Kicker vom Sachsenligisten VfL Pirna-Copitz 07 und als letzten Neuzugang nominell für den Läuferbereich kam mit Jens-Uwe Zöphel (33) ein erfahrener Kicker aus der "Cottbuser Pokalheldentruppe" von 1997 vom Zweitligaaufsteiger Wacker Burghausen.
Den Sturm stellte man nach den Abgängen von Sanchez und Lau komplett neu zusammen und hier gibt´s einen alten Bekannten mit Frank Seifert (30) vom Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt, der in der Saison 1994/1995 seine Töppen für den CFC schnürte und später nach Cottbus, Leipzig zum VfB und schließlich nach Erfurt ging. Ebenfalls so was wie einen Bekanntheitsgrad sollte Sven Kubis (27) besitzen, der so ein wenig als "ewiges Talent" gilt und von den Amateuren des FC Energie Cottbus kam, vor Jahren auch mal im Lößnitztal aktiv war. Robert Pietsch (21) kommt aus der II. Mannschaft der Dynamos, Jens Schaumkessel (23) aus der Landesliga vom NFV Gelb-Weiß Görlitz. Martin Smisek (23) ist als Tscheche neben dem Ukrainer Kurilenko mittlerweile der einzige Ausländer im Team, vorbei die "Gaucho-Zeiten" mit Cassano, Bustos, Sanchez. Mit der Verpflichtung von Jörg Schwanke (33) kurz vor dem 2. Spieltag gelang dem DSC dann doch noch eine recht unverhoffte und spektakuläre Verpflichtung des Routiniers mit Stationen wie zuletzt SC Paderborn 07, 1. FC Union Berlin, LR Ahlen, VfL Bochum, BFC Dynamo, Dynamo Dresden. Aus Oldenburg kam dazu Martin Gaubatz vom in der Regionalliga-Relegation gescheiterten VfB Oldenburg an die Elbe.
Diese Truppe soll also die "Mission Impossible" in Angriff nehmen, denn viele halten den DSC für den Abstiegskandidaten Nr. 1. Personell vermeintlich geschwächte Mannschaft, kaum großartige Heimspielunterstützung, Dynamo im Nacken als Konkurrent. Lediglich in "Matz" Vogel als Coach sehen einige noch die Chance für den DSC und angesichts der Prognosen und der Umstände fühlt man sich so ein wenig an Fortuna Köln vorige Saison erinnert, denn auch die Kölner starteten erstaunlich gut und lagen nach 6 Spieltagen mit 6 Zählern bei nur 2 Niederlagen recht solide wenigstens nicht tief unten drin. Ende ist bekannt, was folgte waren 10 Niederlagen in Folge und der Absturz ganz nach unten mit dem Abstieg am Schluss. Böses Omen für den DSC, aber vielleicht straft man ja alle Kritiker die berühmten Lügen. 8 Zähler hat man aus den 5 Spielen bislang geholt, allerdings wären es normal auch nur 5 gewesen, denn beim insgesamt chancenlosen Auftritt am 1. Spieltag an der Osnabrücker "Bremer Brücke" (0:2) rettete den DSC die Dusseligkeit der VfL-Verantwortlichen, welche mit Wolfgang Schütte einen gesperrten Spieler einsetzten.
Am 2. Spieltag setzte man dann ein Achtungszeichen mit dem 2:1 zu Hause vor rund 1.000 Fans gegen den Geheimfavoriten und Vorjahres-5. aus Uerdingen, wobei sich dieser Sieg angesichts des bislang für die Niederrheiner enttäuschenden Saisonverlaufs (16. Platz) auch ein wenig relativiert. Beim 0:2 in Paderborn eine Woche später ließ man wieder nur relativ wenig von berechtigten Hoffnungen auf den Klassenerhalt verspüren. Das Spiel gegen die Werder-Amateure fiel dann wie schon in der letzten Saison aus, diesmal allerdings unter erheblich katastrophaleren Begleitumständen.
Eine gute Moral bewies die Truppe dann am Wochenende nach der Flut mit dem 3:3 beim Zweitligaabsteiger SV Babelsberg 03, wo man allerdings noch ein 3:0 aus der Hand gab, 2 Zähler die am Ende eventuell noch weh tun werden. Wiederum kein Heimspiel dann am vergangenen Sonntag gegen Lokal- und Erzrivale an der "Rue de la Randale", wo nur ca. 500 Schwarz-Rote Freunde des runden Leders dem Spiel beiwohnten und sich dafür dann auch noch den Gewalttätigkeiten der Dynamo-Hools und ihrer nicht minder zu verachtenden Beifallsklatscher und Jubler ausgesetzt sahen.
Was die Neueinkäufe bzw. in diesem Fall eher Verpflichtungen anbelangt, fällt die Bilanz durchwachsen aus, so konnten sich Uwe Kramer (Abwehr), Jens-Uwe Zöphel (Mittelfeld), Robert Krause (Mittelfeld), sowie im Angriff Sven Kubis und Robert Pietsch Stammplätz erkämpfen, auch wenn bei den beiden letztgenannten der Begriff "Volltreffer" noch nicht unbedingt zutrifft. Jens Schaumkessel spielt bislang noch eher eine "Joker-Rolle" im bislang 3-mal erfolgreichen nominellen Angriff (2x Kubis, 1x Pietsch). Die beiden anderen Treffer markierten bislang Jörg Schwanke (1) und Uwe Kramer (1). Zufrieden dürfte man mit Jörg Schwanke sein, der auch schon einmal ins Schwarze traf und eine entsprechende Verstärkung zu werden scheint. Ebenso konnte bislang der aus Oldenburg gekommene Martin Gaubatz überzeugen, der jedes Mal in der Stammformation stand. Die anderen Neuen spielen bislang kaum eine ernste Rolle, wobei Martin Smisek im Angriff als hoffnungsvolle Neuverpflichtung schon vor Saisonbeginn durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt wurde.
Im Kader sind nunmehr Spieler wie Thomas Hoßmang (35), Andreas Diebitz (37) neben Frank Seifert die Bekanntesten und mittlerweile auch erfahrensten Leute. Insgesamt macht mir der Kader bei aller sichtbarer Problematik einen Eindruck, der dennoch eine Chance im Kampf um den Regionalligaverbleib hat. Da uns der DSC zudem in der vergangenen Saison auch als Außenseiter gegenübertrat und alle 6 Zähler abnahm sollte jegliche Geringschätzung der "weniger üblen Dresdner" von Haus aus verbitten.
Die Anlage des in der Regel "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" spielenden zweiten Dresdner Oberligisten FV Dresden-Nord jedenfalls dürfte z. B. für Spiele gegen den CFC oder Vereine wie Rot-Weiß Essen mit größerem Fanandrang und entsprechendem "B-und C-Potential" keine Erwärmung beim DFB finden. Ob es die Anlage an der Eisenberger Str. sein wird, ebenfalls abzuwarten.
Man darf also gespannt sein, wo der CFC in der Rückrunde seine Künste präsentieren wird. Denn man munkelt in Dresden bereits eifrig, dass die Stadtväter einen aufwendigen Wiederaufbau im "Ostra-Gehege" eher missmutig gegenüber stehen und zukünftig lieber beide Vereine in einem stadteigenen Stadion zur Kostenverringerung des finanzschwachen Dresdens sehen, zumal das "Steyer-Stadion" nicht einer gewissen Baufälligkeit und Sanierungsbedürftigkeit entbehrt und der DFB die Arena für diese Saison nur noch für 5.000 Zuschauer in der Regionalliga als zulässig definierte.
Angstgegner deshalb, weil man entweder das Spiel verlor oder wenn man siegreich blieb mindestens 1 Kicker der Himmelblauen für mehrere Wochen verletzt ausfiel. Wie z.B. Ersin Demir im letzten Test vor den 13 Spielen der Rückrunde vergangene Spielzeit beim 2:1 im "Jugendstadion" des Sportforums, als der beim DSC für ungenügend befundene und später beim SC Verl anheuernde Daniel Sengewald unserem neuen Torjäger vom Dienst das Schlüsselbein durch seinen übermotivierten Einsatz als Testspieler demolierte und Ersin für 5 Wochen ausfiel und einfach nicht mehr so richtig in die Gänge kam. Dafür wurde wenigstens das Spiel gewonnen, was in der abgelaufenen RL-Saison dem CFC nicht gelang. Nicht mal ein Pünktchen wurde gezeitigt und nach dem 1:2 in der Hinrunde auch noch beim DSC vor 500 Dresdner und rund 1.500 eigenen Fanatikern nach mittelmäßiger Leistung mit 0:1 verloren und damit vor der Winterpause die schwache und magerer Restrunde eingeläutet.
Für den DSC sollte der eher überraschende Sieg gegen den CFC Auftakt zu einer kleinen Serie sein, denn in den folgenden Spielen verabschiedete man sich mit zwei weiteren Erfolgen gegen die beiden späteren sportlichen Absteiger aus Düsseldorf (3:1/H) und Köln (2:0/A) in die Winterpause und ließ die Hoffnungen auf den Klassenerhalt wieder reichlich wachsen, denn zum 15. aus Düsseldorf als vermeintlichen ersten Absteiger lagen nun 4 Zähler Abstand.
Begleitet wurde die Saison von Turbulenzen im Umfeld in wirtschaftlichen und personellen Fragen. Spieler verklagten den Verein wegen seit Monaten ausstehender Gehälter und erstritten sich die Teilnahme am Training vor Gericht (Groß, Milde), die Argentinier (Cassano, Sanchez) zickten ebenfalls um die Wette (Urlaubsverlängerungen) und hatten alsbald keine große Lust mehr auf den DSC und die 3. Liga und als der DSC am 16. Spieltag gegen den VfL Osnabrück zu Hause nach peinlicher Vorstellung aus Sicht des DSC-Chefs Thomas Dathe mit 0:2 verlor, wurde als neuer Kurs die "Sanierung des Vereins auch mit dem Risiko des sportlichen Abstiegs verkündet". Hielten das manche damals noch für enttäuschte Bockigkeit des umtriebigen Jung-Unternehmers, so wurde bald klar, dass der DSC diesen Kurs gehen musste, um nicht wie schon andere Vereine in Sachsen (Zwickau, Leipzig 2x) vor die Hunde zu gehen und größeren Schaden für die Zukunft zu nehmen.
Die einstmals hoffnungsvollen Perspektiven nach dem souveränen Regionalliga-Nord-Aufstieg 2000 (wo Dynamo ja draußen blieb) waren sowieso schon einer Ernüchterung gewichen. Sportlich ging es schrittweise bergab und Dresden zeigte seiner sportlichen Nr. 1 die kalte Schulter, zu Dynamo gingen im Schnitt doppelt so viele Fans in der Oberliga als zum DSC in die attraktivere Regionalliga. Vergangene Saison begeisterten sich noch rund 1.000 Zuschauer pro Spiel für die Erben von Schön, Hoffmann und alter Dresdner Fußball-Tradition. Der Gesamtschnitt dieser RL lag bei knapp 3.788, diese Saison übrigens zur Zeit nur bei knapp 3.000. Schlechter waren da nur die Amateure von Bremen und Leverkusen sowie Fortuna Köln. Die Saison 2000/2001 brachte dem DSC wenigstens noch 1.400 Zuschauer zu Hause im Schnitt.
Logische Folge dieser Umstände waren trotz der Verpflichtung von Eberhard "Matz" Vogel als erfahrenen Trainer (allerdings noch nie im Abstiegskampf) der klare sportliche Abstieg,. nimmt man mal Platz 15 als regulären ersten Abstiegsplatz als Meßlatte. 6 Zähler (32 Punkte) trennten den DSC als 16. vom SC Paderborn 07 als 14, immer noch 5 vom SC Preußen Münster als "normal ersten Absteiger". In den 13 Spielen der Rumpf-Rückrunde kamen die durch diverse Abgänge geschwächten Landeshauptstädter gerade mal noch zu 7 Gewinnpunkten in 13 Spielen und waren damit schlechteste Elf der Rückrunde, vom 23. bis 26. Spieltag blieb man ohne jeglichen Zähler und rutschte angesichts der Steigerung der mitbedrohten Clubs aus Münster, Magdeburg entscheidend in den Tabellenkeller. Eine Woche später flog dann auch mit Karsten Petersohn erneut der Trainer nach dem 0:0 in Aue und dem nunmehr 7. sieglosen Spiel in Serie, "Matz" Vogel wurde etwas überraschend verpflichtet, damit seit Wiederbelebung des DSC 1991 der erste Coach, der früher nicht für Dynamo Dresden gespielt hatte (Müller, Schulz, Kreische, Peterson).
Mit dem ersten und einzigen Sieg dieser geschrumpften Rückserie gelang wenigstens die Verteidigung von Platz 16 vor Fortuna Düsseldorf mit dem minimalen Vorsprung von 2 Toren durch ein eher unverhofftes 3:2 gegen den feststehenden Regionalliga-Nord-Primus und Zweitligaaufsteiger VfB Lübeck, worauf die gegen Aue mit 3:0 "nutzlos siegreichen" Fortunen aus der "Tote-Hosen-Stadt" Düsseldorf den diesmal unvermeidbaren Gang in die Oberliga Nordrhein "feiern durften". Der Begriff von den "Lübecker Marzipanschweinen" machte alsbald in der bekanntermaßen emotionalen Welt der Rot-Weißen Fußballfreunde vom Rhein die Runde, welche sich verschaukelt fühlten und nur noch durch eine Verweigerung der Lizenz für den DSC eine Chance gehabt hätten, zum zweiten Mal in Folge von derartigen außersportlichen Entscheidungen zu profitieren (vergangene Saison FC Sachsen Leipzig, Wilhelmshaven).
Der Dresdner SC blieb drin, aber die Perspektiven für die neue Saison heißen "Knallharter Überlebenskampf, sportlich wie auch weiter wirtschaftlich." Vor allem das Engagement der ESAG als Hauptsponsor und ein kleiner Kreis von Gönnern und Mäzenen hält den Verein momentan einigermaßen stabil am Leben und mindert das Risiko einer Insolvenz. Großartige Einnahmen an Zuschauern und TV-Geldern sind ja weiterhin nicht zu erwarten.
Für die aktuelle Saison wurde dem DSC das Etikett "Fortuna Köln 2002/2003" verpasst, denn auch der Verein vom Rhein stand in der abgelaufenen Saison vor einer schier unlösbaren Aufgabe, nachdem den SC Fortuna damals wegen der krassen finanziellen Lage des Clubs insgesamt 13 Spieler verlassen hatten und man wenige Tage vor Saisonbeginn Mühe hatte, eine zahlenmäßig (im Sonderheft des "Kicker" beim Kader waren damals 2 Torleute und 13 Feldspieler aufgeführt) konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubekommen. Auch für den DSC gestaltete sich die Personalplanung für die neue Saison schwierig. Es gab erwartungsgemäß weitere Abgänge zu anderen Vereinen, am Schmerzlichsten dürfte dabei der Wechsel bzw. die Heimkehr von "CFC-Schreck" Hendryk Lau (2 der 3 Tore) zum SV Babelsberg 03 gewesen sein. Ebenso ein Comeback feiern diese Saison Sven Ratke und Rene Beuchel beim Lokalrivalen Dynamo. Ronny Ernst kehrte dem Verein ebenfalls den Rücken um bei Rot-Weiß Essen die 2. Bundesliga anzupeilen. Daniel Gunkel ging zum SC Preußen nach Münster, Boris Lucic hängte seine Profikarriere nach wechselvoller Laufbahn mit Stationen in Chemnitz beim CFC, Aue, Zwickau, Sachsen Leipzig und nun DSC quasi an den berühmten Nagel und präsentierte sich erst am Sonntag der kleinen CFC-Fangemeinde in Neugersdorf beim dortigen OFC, der bekanntermaßen in der Oberliga Nordost Süd kickt. Tino Wächtler als Ex-Chemnitzer (VfB und dann 1999 bis 2000 beim CFC) war im Grunde auch schon weg, fand aber wohl keinen neuen Verein und kehrte nunmehr reuemütig an die Pieschener Allee zurück. 3 weitere Aktive (Kukulies, Lines, Petrak) gingen erstmal unbekannten Weges. Das sind die Abgänge jetzt, ohne die während der Saison 2001/2002.
Für diese 9 offiziellen "Weggeher" sollte nun entsprechender billiger Ersatz her und hier musste man sich zwangsläufig vor allem in unterklassigen Ligen umsehen, wo man insgesamt 12 inklusive der "Last-Minute-Leute" mal fündig wurde. Für das Tor wurde Christian Beer (21) verpflichtet, welcher in der abgelaufenen RL Nord beim 1. FC Magdeburg schon zum Einsatz kam und den man ohne den Zwangsabstieg des FCM wohl schwer bekommen hätte, sag ich mal so. In der Abwehr ein etwas bekannteres Gesicht mit Uwe Kramer (25) vom FSV Zwickau, welcher dort sein Kapitänsamt gleich mit abgab und eher im Streit von der Halde schied. Mit ihm kam Andre Gumprecht (27) gleich mit, welcher für das Mittelfeld vorgesehen ist. Robert Krause (22) kommt als veranlagter Kicker vom Sachsenligisten VfL Pirna-Copitz 07 und als letzten Neuzugang nominell für den Läuferbereich kam mit Jens-Uwe Zöphel (33) ein erfahrener Kicker aus der "Cottbuser Pokalheldentruppe" von 1997 vom Zweitligaaufsteiger Wacker Burghausen.
Den Sturm stellte man nach den Abgängen von Sanchez und Lau komplett neu zusammen und hier gibt´s einen alten Bekannten mit Frank Seifert (30) vom Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt, der in der Saison 1994/1995 seine Töppen für den CFC schnürte und später nach Cottbus, Leipzig zum VfB und schließlich nach Erfurt ging. Ebenfalls so was wie einen Bekanntheitsgrad sollte Sven Kubis (27) besitzen, der so ein wenig als "ewiges Talent" gilt und von den Amateuren des FC Energie Cottbus kam, vor Jahren auch mal im Lößnitztal aktiv war. Robert Pietsch (21) kommt aus der II. Mannschaft der Dynamos, Jens Schaumkessel (23) aus der Landesliga vom NFV Gelb-Weiß Görlitz. Martin Smisek (23) ist als Tscheche neben dem Ukrainer Kurilenko mittlerweile der einzige Ausländer im Team, vorbei die "Gaucho-Zeiten" mit Cassano, Bustos, Sanchez. Mit der Verpflichtung von Jörg Schwanke (33) kurz vor dem 2. Spieltag gelang dem DSC dann doch noch eine recht unverhoffte und spektakuläre Verpflichtung des Routiniers mit Stationen wie zuletzt SC Paderborn 07, 1. FC Union Berlin, LR Ahlen, VfL Bochum, BFC Dynamo, Dynamo Dresden. Aus Oldenburg kam dazu Martin Gaubatz vom in der Regionalliga-Relegation gescheiterten VfB Oldenburg an die Elbe.
Diese Truppe soll also die "Mission Impossible" in Angriff nehmen, denn viele halten den DSC für den Abstiegskandidaten Nr. 1. Personell vermeintlich geschwächte Mannschaft, kaum großartige Heimspielunterstützung, Dynamo im Nacken als Konkurrent. Lediglich in "Matz" Vogel als Coach sehen einige noch die Chance für den DSC und angesichts der Prognosen und der Umstände fühlt man sich so ein wenig an Fortuna Köln vorige Saison erinnert, denn auch die Kölner starteten erstaunlich gut und lagen nach 6 Spieltagen mit 6 Zählern bei nur 2 Niederlagen recht solide wenigstens nicht tief unten drin. Ende ist bekannt, was folgte waren 10 Niederlagen in Folge und der Absturz ganz nach unten mit dem Abstieg am Schluss. Böses Omen für den DSC, aber vielleicht straft man ja alle Kritiker die berühmten Lügen. 8 Zähler hat man aus den 5 Spielen bislang geholt, allerdings wären es normal auch nur 5 gewesen, denn beim insgesamt chancenlosen Auftritt am 1. Spieltag an der Osnabrücker "Bremer Brücke" (0:2) rettete den DSC die Dusseligkeit der VfL-Verantwortlichen, welche mit Wolfgang Schütte einen gesperrten Spieler einsetzten.
Am 2. Spieltag setzte man dann ein Achtungszeichen mit dem 2:1 zu Hause vor rund 1.000 Fans gegen den Geheimfavoriten und Vorjahres-5. aus Uerdingen, wobei sich dieser Sieg angesichts des bislang für die Niederrheiner enttäuschenden Saisonverlaufs (16. Platz) auch ein wenig relativiert. Beim 0:2 in Paderborn eine Woche später ließ man wieder nur relativ wenig von berechtigten Hoffnungen auf den Klassenerhalt verspüren. Das Spiel gegen die Werder-Amateure fiel dann wie schon in der letzten Saison aus, diesmal allerdings unter erheblich katastrophaleren Begleitumständen.
Eine gute Moral bewies die Truppe dann am Wochenende nach der Flut mit dem 3:3 beim Zweitligaabsteiger SV Babelsberg 03, wo man allerdings noch ein 3:0 aus der Hand gab, 2 Zähler die am Ende eventuell noch weh tun werden. Wiederum kein Heimspiel dann am vergangenen Sonntag gegen Lokal- und Erzrivale an der "Rue de la Randale", wo nur ca. 500 Schwarz-Rote Freunde des runden Leders dem Spiel beiwohnten und sich dafür dann auch noch den Gewalttätigkeiten der Dynamo-Hools und ihrer nicht minder zu verachtenden Beifallsklatscher und Jubler ausgesetzt sahen.
Was die Neueinkäufe bzw. in diesem Fall eher Verpflichtungen anbelangt, fällt die Bilanz durchwachsen aus, so konnten sich Uwe Kramer (Abwehr), Jens-Uwe Zöphel (Mittelfeld), Robert Krause (Mittelfeld), sowie im Angriff Sven Kubis und Robert Pietsch Stammplätz erkämpfen, auch wenn bei den beiden letztgenannten der Begriff "Volltreffer" noch nicht unbedingt zutrifft. Jens Schaumkessel spielt bislang noch eher eine "Joker-Rolle" im bislang 3-mal erfolgreichen nominellen Angriff (2x Kubis, 1x Pietsch). Die beiden anderen Treffer markierten bislang Jörg Schwanke (1) und Uwe Kramer (1). Zufrieden dürfte man mit Jörg Schwanke sein, der auch schon einmal ins Schwarze traf und eine entsprechende Verstärkung zu werden scheint. Ebenso konnte bislang der aus Oldenburg gekommene Martin Gaubatz überzeugen, der jedes Mal in der Stammformation stand. Die anderen Neuen spielen bislang kaum eine ernste Rolle, wobei Martin Smisek im Angriff als hoffnungsvolle Neuverpflichtung schon vor Saisonbeginn durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt wurde.
Im Kader sind nunmehr Spieler wie Thomas Hoßmang (35), Andreas Diebitz (37) neben Frank Seifert die Bekanntesten und mittlerweile auch erfahrensten Leute. Insgesamt macht mir der Kader bei aller sichtbarer Problematik einen Eindruck, der dennoch eine Chance im Kampf um den Regionalligaverbleib hat. Da uns der DSC zudem in der vergangenen Saison auch als Außenseiter gegenübertrat und alle 6 Zähler abnahm sollte jegliche Geringschätzung der "weniger üblen Dresdner" von Haus aus verbitten.
Den anreisenden DSC-Supportern einen diesmal wohl ungefährlicheren Aufenthalt beim Spiel mit dem runden Leder in der geilsten Stadt der Welt und uns ein Ende dieser "kleinen schwarzen Serie".

