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30. Spieltag · Regionalliga Nordost
Hertha 03 Zehlendorf
Wappen von Hertha 03 Zehlendorf
vs.
Wappen von Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Freitag, 17. April 2026, 19:00 UhrErnst-Reuter-Sportfeld, Berlin

Abschluss der "Berliner Wochen" beim designierten Absteiger …

Von Timo Görner
… der sich quasi auf Abschiedstour aus der Regionalliga befindet. Eine ebenso trostlose Spielzeit absolviert hat wie zuweilen unsere Auftritte waren. Der CFC steht am Freitag durchaus unter Druck, endlich mal wieder auch bei vermeintlich unattraktiven Spielen zu liefern und für den nächsten Mittwoch die richtige Einstimmung zu schaffen.

Die Saison unseres Gegners bisher:

Der Verbleib in der Regionalliga Nordost ist diesmal nur noch durch ein mittelschweres Wunder möglich. Auch wenn man weniger Spiele hat als die Konkurrenz aus Leipzig, Greifswald, Eilenburg. Zum Vorletzten sind es 7 Punkte, bei derzeit möglichen 3 Absteigern auf Rang 15 nun 14 und zudem 27 Tore. Das 2:0 bei Lok war eine "mittlere Sensation" und ließ wieder hoffen. Es folgten 6 meist deutliche Niederlagen mit dem desaströsen Heimauftritt gegen Chemie Leipzig. Dort musste unbedingt ein Sieg her, um die Hoffnungen noch am Leben zu halten. Bei noch 6 offenen Begegnungen müssen vermutlich mindestens 5 Siege her. Schwer vorstellbar nach den letzten Wochen. Offensive wie Defensive erwiesen sich bis auf Ausnahmen nicht ligatauglich.

Im Vorjahr kam die Mannschaft sehr gut in die Gänge, stand nach 7 Spieltagen auf einem nicht für möglich gehaltenen 3. Platz mit 13 Punkten. Konnte alle 3 Heimspiele für sich entscheiden, mit dem 5:0 zum Auftakt gegen Zwickau. Dazu kam auch ein 3:0 in Luckenwalde. Einziger Tiefpunkt das 2:6 in Jena. Eben diese gute Phase sollte am Ende für den Klassenerhalt hilfreich sein, denn danach ging es erstmal abwärts. Diesmal standen nach 7 Begegnungen 6 Niederlagen und kein Sieg, die "Rote Laterne" und das Aus für Schröder-Nachfolger Steffen Israel. 5-mal blieb man erstmal ohne Punkte bei 1:14 Toren. Wieder in Jena (0:4) und Halle (1:5) die Hertha chancenlos. Das Lokalderby gegen Aufsteiger Preußen (0:2) auch ohne Ertrag.

Den ersten Zähler holten die Blau-Weißen gegen Hertha BSC II (2:2). Bis zur Winterpause konnten 7 weitere eingefahren werden. Einziger Dreier das 2:1 gegen den BFC Dynamo. Ordentlich noch die Remis gegen Erfurt, in Greifswald (1:1). 4 der Pleiten knapp, u. a. bei uns und gegen Zwickau (0:1). So ganz als "Gurkentruppe" präsentierte sich das Team nicht immer. Insgesamt kam aber zu wenig raus. Die Ausgangsposition vor dem Frühjahr 2026 schwierig, 8 Punkte auf den sicheren Nichtabstiegsplatz 15 nicht unaufholbar, aber Herausforderung. Personell wurde reagiert. 6 packten die Sachen, 3 kamen neu dazu. Der Nachfolger von Steffen Israel mit Tilman Käpnick durfte weitermachen.

Vor dem Freitag schaut es düster aus. Das rettende Ufer weit entfernt. Der Abstieg wohl nur abzuwenden, wenn der Staffelsieger die Relegation packt, es keinen Absteiger aus Liga 3 gibt und Magdeburg aus der 2. Bundesliga absteigt. Der letzte Platz scheint etabliert. Die Bilanz 2026 11 Spiele – 1 Sieg – 3 Remis – 7 Niederlagen, 7:28 Tore. Bis zur Käpnick-Entlassung kurz vor dem Duell mit Chemie standen zu Hause 3 Remis gegen Meuselwitz, Luckenwalde (1:1), Eilenburg (0:0). Zu wenig, hätten Siege hergemusst. Dem Lichtblick nach Leipzig folgten 0:4-Klatschen bei Altglienicke, in Babelsberg, ein 0:3 gegen Jena. Nach Chemie auch beim BFC Dynamo keine Chance (1:5). Am Dienstag die nächste Abfuhr, diesmal bei Hertha BSC II (1:3). Offensiv, Defensiv, als Heim– und Auswärtsteam ist die "kleine Hertha" jeweils Letzter. Im Landespokal kam das Aus im Halbfinale bei Ligarivale VSG (0:4). Auftakt der Negativserie von 6 Pflichtspiel-Niederlagen in Folge.

Delegierungen seit dem Hinspiel:

Es gab reichlich Bewegung mit 6 Ab – und 3 Neuzugängen. Dazu das "Trainerbeben" vor ein paar Tagen mit Nebengeräuschen.

Bei den 6 gab es im Grunde nichts Erwähnenswertes, alle Akteure konnten sich nicht etablieren.

Den Weg zu Hertha fand Innenverteidiger Rocco Capoano (20) von Ex-Regionalligist Berliner AK 07. Kam dort auf 42 Spiele (4 Tore) in 1 ½ Jahren. Louis Schulze (21/Erfurt) verteidigt Links, bei Rot-Weiß 7-mal Anfangself im Herbst 2025. Ausbildung im Nachwuchs von Dynamo Dresden. Diren-Mehmet Günay (22/Greifswald) gilt als "8er", konnte sich bei den Norddeutschen am Ende nicht durchsetzen. Eine Rückkehr in die Hauptstadt, zuvor im Nachwuchs von TeBe und später zum FC Viktoria.

Die sportliche Leitung:

Sieht den 3. Trainer der Saison mit Marco Böning (40), aktuell als Interim. Zuvor Co-Trainer von Tilman Käpnick (32). Dieser wurde am 06.04.2026 beurlaubt, hatte ohne Absprache mit der Vereinsführung der Mannschaft seine Weiterbeschäftigung nach Saisonende verkündet. Das kam bei dieser nicht gut an und führte zur vorzeitigen Trennung. Er hatte wiederum zuvor Mitte September 2025 Steffen Israel (40) beerbt. Der Einstand ging gegen Chemie Leipzig im "Spiel der letzten Chance" gründlich daneben. Özkan Berber (46) unterstützt nun als zweiter Coach neben Sebastian Huke (36).

Der Grieche Panagiotis Matlis (61) betreut die Keeper, das bereits seit 2008. Michael Stüwe-Zimmer (70) fungiert als Teammanager.

Das Spieler-Kollektiv:

Im Tor ist der Grieche Alexios Dedidis (24) klare Nr. 1. Das in 25 Punktspielen, 2-mal vertreten durch den Ukrainer Dmytro Karika (20). Wie zuletzt beim BFC Dynamo und bei Hertha BSC II am Dienstag, dort war Dedidis nach der Roten Karte gegen Chemie wegen Handspiel außerhalb des 16ers gesperrt. Cedric Wermund (21) gilt als Nr. 3.

In der Abwehr wurde wie am gesamten System immer mal gewechselt. Mal die Dreier-, dann die Vierer- und Fünferkette. Der Ertrag mäßig. Momentan scheint die Viererkette das bevorzugte Gerüst in der Abwehr zu sein. Als Innenverteidiger hat sich Jake Wilton (27) fast durchgängig empfehlen können, dazu der Angolaner Nanitonda Quiala (20/1). Dazu kommt auch Ernes Smailovic (24), der aber auch hin und wieder als "6er" unterwegs ist. Winter-Neuzugang Rocco Capoano (20) ist keine feste Größe. Linksverteidiger Louis Schulze (21) hingegen schon vor Fabian Bunger (19). Rechts schaffte der Japaner Shinji Yamada (32) in der Frühjahrsrunde endgültig den Stamm-Status. In der Anfangsphase fehlte bis Mitte September die Spielberechtigung. 2021/2022 14 Spiele in der 3. Liga für Viktoria Berlin.

Das zentrale defensive Mittelfeld sieht Iba May (27/2) vorn. Auch schon höherklassig in Braunschweig mit 15 Spielen in der 2. und 3. Liga. Wichtig auf dieser Position auch Kapitän Sven Reimann (32/1), diese Saison weniger Einsätze durch Verletzung. Davud Keskin (19) war feste Größe bis Ende Oktober 2025. Dann durch Verletzung raus. Als "8er" gelten der Schweizer Nathan Wicht (22), Ron Wachs (23), Jules Hasenberg (21), Diren-Mehmet Günay (22). Günay scheint da vorn zu liegen, Hasenberg blieb "Ergänzungsspieler". Wicht wurde seit der Winterpause nicht mehr berücksichtigt. Zuvor gesetzt. Wachs rückte zeitweise in den Angriff. Offensivmann Stanley Keller (24/2) stand zuletzt nicht im Kader, insgesamt keine befriedigende Saison auch hier nach der Babelsberg-Station. Rechts spielt Ben Schulz (20/4) ein gutes Jahr mit 7 Torbeteiligungen. Jonas Burda (22) ist Links zu Hause.

Im Angriff fehlt in diesem Jahr wenigstens ein Kicker mit entsprechender mindestens ordentlicher Quote wie zuvor Polat oder Baro. Auch ein Grund für das Abschneiden insgesamt. Erfolgreichster Akteur hier Linksaußen Niklas Doll (26) mit 3 Treffern in 22 Einsätzen. Erzielte das Tor im Hinspiel. Dahinter folgt Mittelstürmer Noah Jones (24/4), beim BFC Dynamo und Dienstag mit dem Ehrentreffer für die Mannschaft. Routinier Nicolas Hebisch (36) ist komplett ohne Torbeteiligung in der Liga und auch Pokal. Patrick-Emmanuel Abé (20) bietet 1 Vorlage. Rechtsaußen Ernesto Carratala-Jimenez (24) spielt kaum eine Rolle.

Spätestens nach dem Debakel gegen Chemie Leipzig wurde die Planung für die nächste Saison in der Oberliga Nordost intensiviert. 11 haben Vertrag bis 2027. Darunter sind mehrere, die keine etatmäßigen Stammspieler sind. Keller, Wicht, Capoano, Hasenberg. Dafür hat ein Ben Schulz sicherlich andere Vereine auf sich aufmerksam gemacht. Zehlendorf könnte ein paar € Ablöse erreichen. 14 sind bis Saisonende gebunden. May, Wilton, Doll, Jones, Dedidis. Ein zumindest mittlerer Umbruch ist zu erwarten.

Die Transferbilanz:

21 Neuzugänge gab vor dem Start, 3 dann in der Winterpause.

Von den 21 haben sich Alexios Dedidis (Jena), Ernes Smailovic (RSV Eintracht 1949 Stahnsdorf), Iba May (Austria Klagenfurt), Nathan Wicht (FC Luzern), Ben Schulz (eigene U19), Niklas Doll (Wacker Burghausen), Noah Jones (FC Viktoria Berlin), Shinji Yamada (Bremer SV) etabliert. Wicht spielt allerdings wie angesprochen seit Ende Winterpause keine Rolle mehr. Davud Keskin (FC Viktoria Berlin U19) überraschte erst positiv, hatte dann Verletzungspech.

Die anderen konnten die Trainer nur zeitweise überzeugen wie Stanley Keller (Babelsberg). Oder sind bereits wieder weg.

Von den 3 aus der Winterpause klappt es für Diren-Mehmet Günay (Greifswald) am besten.

Fazit insgesamt: alles in allem eher durchwachsen.

Gewinner der Saison bislang:

Ben Schulz kam aus der eigenen U19 und schaffte den Sprung in den Stammkader. Das auch mit ordentlicher Quote an Torbeteiligungen. Denkbar, dass er zumindest in der Liga bleibt, das bei einem auch ambitionierten Club.

Krankenlager / Strafbank:

Davud Keskin fehlt am Freitag definitiv wegen seiner langwierigen Knieverletzung.

Prognose:

Der Abstieg ist wohl nicht mehr zu vermeiden, maximal noch Rang 17 ist machbar. Der wird aber höchstwahrscheinlich nicht reichen. Es sei denn, der 1. FC Magdeburg steigt noch ab oder ein paar km weiter von uns geschieht ein mittelschweres Wunder.

Bilanz gegen unseren Gegner:

Es ist das 8. Duell, nach dem knappe Sieg im Hinspiel liegen wir vorn. Aber nur knapp mit 3 Siegen gegen 2 Niederlagen bei 10:4 Toren. Der letzte und bislang einzige Sieg bei den Zehlendorfern in Berlin datiert vom 12.07.1996. mit 4:1. Die ersten beiden Treffer übrigens durch Michael Ballack. Danach verloren wir zweimal mit 0:1.

Das Umfeld / Wirtschaft / Stimmung:

Bei den Verantwortlichen hat man die Regionalliga zumindest offiziell zu den Akten gelegt, auch wenn wie beschrieben ja noch ein Hintertürchen und die Rettung durchaus möglich ist. Aber so vage und eher unwahrscheinlich, dass man zumindest auf die Oberliga Nordost Nord 2026/2027 orientiert. Die Planungen dafür laufen. Der Kader soll so aufgestellt sein, dass ein Mitspielen an der Tabellenspitze möglich ist. Ironie der Geschichte, das Kapitel Regionalliga Nordost wird zu einer Zeit zu Ende gehen, wo die eigene Spielstätte endlich freigegeben ist. Nachdem monatelang die Errichtung eines den Sicherheitsanforderungen entsprechenden Gästeblocks nicht vorankam. Weil das zuständige Bezirksamt nicht in die Gänge kam. Jetzt kann auf dem " Ernst-Reuter-Stadion" gegen jeden Gegner gespielt werden und ist das Ausweichen auf die Anlage des wohl bald Sechstligisten FC Viktoria Berlin nicht mehr notwendig. Das erste Duell in der heimischen Arena war die Begegnung gegen den FSV 63 Luckenwalde am 08.03.2026. 3 weitere folgten gegen Eilenburg, Jena und Chemie Leipzig.

Beim Zuspruch liegt Hertha 03 derzeit im Schnitt bei 595, hinter Hertha BSC II und vor dem weiteren Ortsrivalen BFC Preußen. Ein Rückgang zu 675 aus dem Vorjahr. Den besten Besuch vermeldete der Club gegen Chemie Leipzig, vierstellig mit 1.183. Das einzige Mal über 1.000, Jena lag noch knapp drunter (955). Meuselwitz und Altglienicke wollten nur etwas mehr als 200 sehen. Am Freitagabend gegen den CFC dürften sich nicht mehr als 400 zum Gang ins Stadion an der Onkel-Tom-Str. 40 motivieren. Finanziell konnten die letzten beiden Jahre zumindest nach außen ordentlich bewältigt werden. Das angesichts der Herausforderungen mit den höheren Kosten im Bereich Sicherheit, dem leidigen Ausweichen an den Ostpreußendamm aufgrund der bekannten Problematik im eigenen Stadion. Der stake Mann in der Vereinsführung bleibt Kamyar Niroumand, IT-Manager mit Stationen bei mehreren namhaften Unternehmen. Bereits seit 2003 Präsident des Vereins und seit 6 Jahren Vizepräsident des Berliner Fußball-Verbands (BFV).

Die Tabellenverläufe

Hertha 03 ZehlendorfChemnitzer FC
18.Hertha 03 Zehlendorf9.Chemnitzer FC

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AufstiegsplätzeAbstiegsplätze

Der Vergleich

Hertha 03 Zehlendorf
gegen
Chemnitzer FC
18
Platz
9
14
Punkte
38
27
Spiele
29
0,5
Punkte pro Spiel
1,3
2 (7,4%)
Siege
10 (34,5%)
17 (63,0%)
Niederlagen
11 (37,9%)
20:57
Tore
44:44
0,7:2,1
Tore pro Spiel
1,5:1,5

Form und Bestwerte

2:0 gegen 1. FC Lok Leipzig (A)
Höchster Sieg
0:5 gegen BSG Chemie Leipzig (H)
Höchste Niederlage
0:4 gegen FSV Zwickau (A), FC Rot-Weiß Erfurt (H)
UNNNN
Letzte fünf Spiele
4 Niederlagen in Folge
15 Spiele in Folge ohne Sieg
Aktuelle Serien
2 Niederlagen in Folge
3 Spiele in Folge ohne Sieg

Bilanz gegen Hertha 03 Zehlendorf

Alle Spiele aus CFC-Sicht

Spiele7
Siege3
Unentschieden2
Niederlagen2
Tore CFC:Gegner10:4
Neutralausgeglichene Bilanz

Rückblick auf die letzten 3 Spiele