"Fille" ohne Gewissenbisse gegenüber Urgestein "Mehlo"

16.04.2004, 22:50 Uhr | 1197 Aufrufe
Heinz Franke hatte zum sehr gut besuchten 126. CFC-Stammtisch ins Gartenheim Erdenglück geladen - und stand gleich zu Beginn im Mittelpunkt des Geschehens: Der sympathische Ex-Geschichtslehrer, welcher noch auf der letzten Mitgliederversammlung mit unmissverständlichen Worten "seinen Stammtisch" gegen die geplanten CFC-Dienstagsspiele verteidigt hatte, gibt ab sofort die Organisation des Stammtisches aus gesundheitlichen Gründen ab. Als Nachfolgerin wurde Karin Kreher aus dem bisherigen Organisationsteam des Stammtisches mit der zukünftigen Durchführung beauftragt. Mit Blumen und vielen Dankesworten wurde Heinz Franke für die vielen schönen und stets interessanten Stunden im Erdenglück gedankt. Auch das Team der CFC-Fanpage möchte sich diesen Dankesworten zu Beginn dieses Berichtes anschliessen.

Als erster himmelblauer Gast nahm Steffen Süßner am Tisch Platz. Noch im letzten Sommer hatte der mittlerweile zum Stammspieler aufgestiegenen Goalie den Wunsch gehabt, den CFC zu verlassen. Seiner Meinung nach hätte es im Umfeld einfach zu viele Personen gegeben, die ihm seine alten Fehler und somit einen Stammplatz zwischen den Pfosten vorenthielten. Kontakte zu Sachsen Leipzig und zum Karlsruher SC waren vorhanden, aber letztendlich blieb Süßner dem CFC erhalten. Zum Glück, denn nach der Verletzung von Holger Hiemann glänzte der Chemnitzer mit besten Paraden zwischen den Pfosten. Das dabei ausgerechnet am "Freudenhaus" Millerntor ein unterschätzter Ball zum einzigen Gegentor führte, ärgert "Süsse" ganz besonders. Mit den Himmelblauen möchte Süßner noch hoch hinaus - am besten bis 2006 in die zweite Bundesliga. Im Übrigen hätte sich Steffen durchaus gewünscht, daß Hiemann noch ein weiteres Jährchen aktiv gewesen wäre, denn nach seiner eigenen Einschätzung würde es ihm gut tun, wer er einen starken Rivalen hinter seinem Rücken spüren würde. Befragt nach seinen doch eher angespannten Verhältnis zu Hiemann meinte Süßner nur, daß er dies ganz in Ordnung finde, wenn sich Torhüter aufgrund der Konkurrenzsituaion etwas aus dem Wege gehen würden. Den Fans wiederum möchte Steffen trotz seiner stets sehr schnellen FiWi-Ehrenrunde nicht aus dem Wege gehen - das fixe Abklatschen resultiere vielmehr daraus, daß er als Torhüter keinen so stark erhitzten Körper wie die Feldspieler habe und er somit einfach nur schnell in die Kabine kommen möchte.

Schatzmeister Karlheinz Sarfert wusste den Fans zu berichten, daß sich die Lage um die himmelblauen Finanzen etwas entspannt habe. Bei der Erteilung der Lizenz für die Saison 04/05 sei mit keinen größeren Schwierigkeiten zu rechnen, auch wenn es wie im Vorjahr höchstwahrscheinlich erneut zu Auflagen kommen wird. Allerdings sei die Lage keinesfalls so, daß der CFC nunmehr finanziell auf Rosen gebettet sei - eher im Gegenteil - nach wie vor würde jeder Euro benötigt und ein strenger Sparkurs gefahren. Dazu zählten unter anderem auch der Teilumzug der Marketing-GmbH ins Sportforum und die Überführung der hauptamtlichen Tätigkeit von Rico Steinmann in ein Ehrenamt. Sarfert konnte den neugierigen Fans auch berichten, daß die geplante Aufnahme eines Kredites auf das in Erbbaurecht befindliche FiWi-Gelände vom Regierungspräsidium abgesegnet worden sei. Der Verein sei nunmehr auf der Suche nach einem Geldinstitut mit bestmöglichen Kreditoptionen. Nach wie vor würde man beim CFC gern sehen, daß sich ein überregionaler Großsponsor bei den Himmelblauen engagiere, um den angestrebten Wiederaufstieg mittelfristig absichern zu können. Aber auch aus den eigenen Reihen gebe es neue Initiativen, wie z.B. den "Club der 100", um den Verein zu fördern und nach vorn zu bringen. Weniger gute Nachrichten brachte ein Blick in die dunklen Ecken der himmelblauen Schatzkiste zu Tage. Noch immer gibt es laufende Gerichtsprozesse, wo Ex-Kicker angebliche Gehälter bzw. Prämien einfordern, die den Haushalt des CFC belasten könnten. Größter Happen ist hierbei, wie auch schon auf der letzten MV erwähnt, die CeBag, bei der der Insolvenzverwalter nach wie vor der Ansicht wäre, vom Verein Geld einfordern zu können. Schmunzelnd meinte der Schatzmeister aber zum Schluß, daß die von ihm erstellten Gegenforderungen den Streitwert leicht übertreffen würden.

Unser Bundes-FilleShooting-Star Mario Fillinger musste natürlich erst einmal von seiner U20-Berufung erzählen, was der sympathische junge Mann natürlich gern tat. Neuland sei es für ihn gewesen, und eine tolle Erfahrung, in der er sich stolz und zugleich etwas merkwürdig gefühlt habe, sich als einziger RL-Vertreter unter den ganzen BuLi-Vereinen zu tummeln. Mittlerweile hat der gebürtige Pirnaer auch einen persönlichen Berater, der ihm in seiner fußballerischen Entwicklung an der Seite stehen soll. Nein, Steffen Karl wäre es nicht, meinte "Fille" lachend. Seinen Schritt, damals von Heidenau, später Striesen, nicht zu Dynamo, sondern zum CFC zu wechseln, habe er noch nie bereut, da hier in Chemnitz einfach die besseren Bedingungen vorhanden gewesen wären. Ein Resultat dessen sei für ihn die Auswahlberufung. Auf die Frage, warum ihn Rohde nicht schon eher bei der "Ersten" eingesetzt habe, meinte Mario, daß er einfach zu oft verletzt gewesen sei, um sich durch konstante Leistungen für den RL-Kader anbieten zu können. Ob er Gewissenbisse hätte, mit seiner Rolle auf der linken Seite das Urgestein Mehlhorn verdrängt zu haben - nein, allerdings sei die linke Außenbahn auch für ihn Neuland gewesen, da er im Nachwuchsbereich eher im zentralen Mittelfeld eingesetzt wurde. Trotz seiner Auswahlnominierung möchte er sich zunächst beim CFC weiterentwickeln, möglichst aufsteigen, da es zuviele Talente gegeben habe, die vorschnell gewechselt und gescheitert sind.

Als letzter Gast war John Bemme, der derzeitige Chef der CFC-Oldiemannschaft, am Tisch zu Gast. Er erzählte von den alten Zeiten, als noch ein Stefan Persigehl und Michael Glowatzky für den FCK stürmten und er als dritte Kraft auf seinen Einsatz hoffte. Als dann 1986 Hans Richter von Lok Leipzig nach Karl-Marx-Stadt zurückkehrte, sah John nur noch ganz wenig Chancen auf einen Stammplatz und ging den damals ungewöhnlichen Weg hinauf ins Gebirge zu den lilafarbigen Fußballern. Somit kann es heute schon einmal vorkommen, daß er als "Zwischenweltbewohner" auch Anfragen von den Auer Oldies bekommt, ob er nicht aushilfsweise mal fix die Töppen für die Erzgebirgler schnüren könnte. Trotzdem bleibt Bemme für immer den Himmelblauen zugetan, und entscheidende Treffer, wie zum diesjährigen Oldieturnier, würden sein Chemnitzer Herz höher schlagen lassen. Als Chef des Oldie-Teams hat er bereits Kontakte zu Ulf Mehlhorn und Sven Köhler geknüpft, die beide nicht abgeneigt sind, nach dem bevorstehenden Laufbahnende dem himmelblauen Leibchen weiterhin ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit gebe es bei der CFC-Traditionsmannschaft aber eher keine "Nachwuchssorgen", da es genügend interessierte Ex-Himmelblaue gäbe. Und außerdem, so Bemme lachend, würde Bähringer ja mindestens noch ein Jahrzehnt für die Oldies spielen, da dieser fit wie ein Turnschuh wäre.

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