Stadion-Diskussion: OB Ludwig fordert "mehr Mut für Chemnitz!"

01.09.2011, 23:02 Uhr | 731 Aufrufe
Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gab sich bei der heutigen Podiumsdiskussion als glühende Verfechterin des Stadion-Neubaus und dürfte somit auch beim letzten himmelblauen Fan die "Balkon-Affäre" ausgemerzt haben. Angesichts weltweiter Finanzkrisen und städtischer Einsparungen warb das Stadtoberhaupt leidenschaftlich für die Aufwertung der Stadt mit einem neuen Fußballstadion. Einen sehr schönen Bogen spannte die OB zur aktuellen Festwoche "100 Jahre Neues Rathaus". Im Jahr 1911 hätte die Stadt ebenfalls vor vielen wichtigen Entscheidungen gestanden, Krankenhäuser und Schulen wurden in der Kaiserzeit dringend gebraucht. Trotzdem entschied sich der damalige Stadtrat, das Wagnis mit dem Bau des Neuen Rathauses einzugehen. Als Bekenntnis zur Stadt und als Bauwerk, auf welches die Chemnitzer stolz sein sollten. Genau diesen Mut forderte Ludwig nun für das "Ja" zum neuen Stadion ein.

Modell der neuen FischerwieseIn den 90 Minuten auf dem Neumarkt wurden viele Worte gesprochen, prägnante Sätze formuliert (Gerd Schädlich: "Wenn wir letzte Saison genauso zweifelnd aufgetreten wären, wie jetzt manche Bedenkenträger beim Stadionbau, wären wir niemals aufgestiegen!") und interessante Zahlen gewälzt. Moderiert von Marion Tetzner beschäftigte sich die achtköpfige Talkrunde mit der Vorstellung des Neubaus und dem Finanzierungsmodell durch die städtische Tochter GGG. Dr. Hänel legte dar, daß der CFC derzeit nur mit einer Sondergenehmigung auf der Fiwi spielt und der DFB Taten zur Verbesserung der Spielstätte erwartet. Um das alte Stadion drittligatauglich zu machen, müßten 2,5 Mio Euro investiert werden. Besser wäre es aber, dieses Geld gleich in ein neues Stadion zu stecken, welches dann auch Zweitligaansprüchen genügen würde. Desweiteren würde Chemnitz mit dem neuen Stadion endlich wieder Anschluß zu anderen ostdeutschen Städten bekommen, wo derartige Arenen bereits stehen (Dresden, Leipzig) bzw. im Bau (Halle, Zwickau) oder in Planung (Jena, Erfurt) sind.

Zustimmung zum Stadion-Neubau gab es von Heiko Schinkitz (Die Linke, Stadtsportbund), Detlef Müller (SPD, Niners-Chef) und Bäckermeister Wolfgang Meyer (FDP), nur Thomas Lehmann von der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zeigte sich als ausgesprochener Widerpart. Von der Befürchtung die Mieter der GGG würden durch die Baukosten zusätzlich belastet bis hin zum Vorschlag, die städtische Gewerbesteuer zur externen Finanzierung des Stadions zu erhöhen, grätschte der Verleger des Chemnitzer Stadtmagazins "371" die Themen verbal ab. Ein verärgerter Rentner meldete sich bei der folgenden Befragung des Publikums zu Wort und unterstellte Lehmann, daß dieser sich nicht wie ein Chemnitzer Stadtrat aufführen würde. Trotzdem war es für die rund 250 anwesenden Zuhörer wichtig, zu wissen, daß der Neubau in keinster Weise abgenickt ist, sondern äußerst phantasiebegabte Gegner hat. Vielleicht sollte jeder himmelblaue Fan einmal in sich gehen und sich selbst fragen, was er ganz persönlich dazu beitragen kann, daß die Fischerwiese 2.0 tatsächlich gebaut wird...

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