Gefragte Stammtischgäste: Barbara Ludwig und Karsten Heine

13.11.2013, 16:54 Uhr | 129 Aufrufe
Rappelvoll war es gestern wieder am frühen Abend im Gartenheim Erdenglück. Grund waren die beiden illustren Gäste beim CFC-Stammtisch. Die Organisatoren hatten die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und den neuen Cheftrainer Karsten Heine zum Gespräch mit den himmelblauen Fans eingeladen. Olaf Kadner führte mit beiden Gästen erst eine lockere Talkrunde, in der es bereits viele interessante Antworten gab, im zweiten Teil des Abends konnte das anwesende Publikum seine Fragen an die beiden Gäste loswerden.

Die Oberbürgermeisterin erzählte aus ihren Kindheitstagen, wie sie mit ihrem Bruder zum FCK gepilgert ist und sogar selbst beim Straßenfußball gegen die Lederkugel getreten hat. Nach der Wende blieb sie dem Chemnitzer Fußball verbunden und stand im Sommer 1999 inmitten der Jubelmenge vor dem Rathaus, die den Wiederaufstieg des CFC in die 2. Bundesliga gefeiert hat. Später hat sie ihr eingeschlagener politischer Weg erst nach Dresden ins Sächsische Staatsministerium und von dort im Jahr 2006 als Nachfolgerin von OB Seifert selbst ins Chemnitzer Rathaus geführt. Wenn der CFC gut spielt und gewinnt, wie z.B. gegen Leipzig, dann mache sich in ihr eine wohlige Stimmung breit und noch anstehende Aufgaben gehen viel leichter von der Hand. Im Gegensatz dazu fühlen sich Niederlagen wie die gegen Wiesbaden einfach "beschissen" an.

Barbara Ludwig und Karsten Heine beim StammtischZu dem in Chemnitz zäh diskutierten Stadionbau plauderte die OB aus, daß es schon vor dem Aufstieg 2011 einige Treffen mit Dr. Hänel gab, der seinerseits bei der Stadt immer um eine neue & moderne Spielstätte geworben hatte. Ihr selbst sei klar gewesen, daß so ein Bau nur im Zuge eines Aufstiegs und mit einer vertrauenswürdigen Vereinsführung möglich sein würde. Als dann der Aufstieg vor dem Rathaus gefeiert wurde und die Sprechchöre "Neues Stadion!" erklangen, schoß es Ludwig durch den Kopf: "Na, wenn ihr wüßtet!" Im Juni 2011 wurde dann der Entwurf vorgestellt und mit dem Werben im Stadtrat begonnen. Als studierte Pädagogin wäre ihr aber wichtig gewesen, daß zuerst bzw. zeitgleich bei der Chemnitzer Körperbehindertenschule ein Neubau angeschoben wird, da ebenso dieser dringend benötigt wurde. Nun werden an der Heinrich-Schütz-Straße - nur wenige 100m voneinander entfernt - beide Bauten zugleich errichtet.

Cheftrainer Karsten Heine wurde von Moderator Kadner zu seinem Wechsel nach Chemnitz befragt, und der Berliner erzählte locker aufgelegt, daß er sehr gern zugesagt hätte und sich freue, nach dem ausgelaufenen Vertrag bei Hertha wieder im Profibereich ein Team trainieren zu können. Die Niederlage gegen Wiesbaden wäre bitter gewesen, aber nichtsdestotrotz hätte er auch positive Ansätze seiner Elf gesehen, und er bot dem Stammtisch an, daß auch anhand von Videosequenzen untermauern zu können, falls Interesse bestünde. Heine wies darauf hin, daß die oft als langsam und wackelig bezeichnete Abwehr, zur Zeit "die ärmste Sau auf dem Platz ist", da sie die Fehler der Offensivkräfte ausbügeln müsse (Siegtreffer von Wiesbaden!). Dort würde er im Training auch zuerst ansetzen - eine echte Verteidigung beginnt für ihn ganz vorn im Sturm.

Natürlich gab es auch Fragen zum "Lebenswandel" der Kicker, da erst am Montag Olaf Renn in der Freien Presse auf mangelnde Einstellung hingewiesen hatte. Heine schmunzelte etwas und meinte, daß sei ihm schon zwei Minuten nach der Ankunft in Chemnitz erzählt worden. Es gäbe beim Club ein klar vereinbartes Zeitregime, an welches sich alle zu halten hätte. Zu den wabernden Gerüchten wäre ihm aber kein konkreter Fall - auch auf Nachfrage - unter die Finger gekommen, denn dann hätte es eine entsprechende Strafe gegeben. Man sollte mit derartigen Gerüchten auch vorsichtig umgehen, mahnte der Chefcoach. Vor dem Stammtisch hätte er sich im Übrigen nach dem Stand beim Stadionbau erkundigt, ob da alles in Sack und Tüten wäre. Als nämlich die Oberbürgermeisterin als Partnergast angekündigt wurde, hatte der 58-jährige schon befürchtet, von der Stadtchefin wegen der unschönen Tabellensituation des Vereins ordentlich gepiesackt zu werden.

Zum Vormerken: Am 3. Dezember findet im "Erdenglück" der alljährliche Weihnachtsstammtisch mit Tombola und Trikot-Versteigerungen statt.

Foto: Peggy Schellenberger

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