Meistersaison: Punktgewinn in Halle und 4:1-Sieg gegen Dresden

06.10.2016, 10:00 Uhr | 1742 Aufrufe
Programmheft zum SpielNach vier Spieltagen der Meistersaison 1966-67 stand für den FCK am 27.08.66 die Auswärtsfahrt nach Halle auf dem Programm. Mannschaftskapitän Dieter Erler war immer noch verletzt, für ihn rückte Posselt in das Sturmzentrum, flankiert von Lienemann und Vogel. Halle kämpfte und zwang Hambeck im FCK-Tor zu Glanzparaden, auf der Gegenseite prüften Lienemann und Vogel den Hallenser Torwart Wilk. Am Ende blieb es beim 0:0 und das Fachblatt Fuwo fasste die Partie in einem Satz zusammen: "Spielerische Abgeklärtheit des FCK egalisierte Halles kämpferische Vorteile." Da der Vorjahresmeister Vorwärts Berlin bei Lok Stendal mit 3:2 verlor, rückte der FCK durch das Remis in Halle sogar auf den 4. Tabellenplatz vor. Eberhard Vogel wurde für seine gezeigte Leistung sogar in die Fuwo-Rubrik "Spieler des Tages" aufgenommen. Dort heißt es: "Obgleich der FC Karl Marx Stadt in Halle keinen Treffer erzielte, stiftete der Linksaußen mit seinen Dribblings und überraschenden, plazierten Torschüssen mehr als einmal größte Gefahr und war kaum in seinem Aktionsradius einzuengen."

5. Spieltag der Saison 1966-67
HFC Chemie - FC Karl-Marx-Stadt 0:0
FCK-Aufstellung: Hambeck - Kreul, Feister, P. Müller, A. Müller - Hüttner, Schuster, Steinmann - Lienemann, Posselt, Vogel
Zuschauer: 8.500 (Kurt-Wabbel-Stadion)

Fuwo-Schlagzeile zum Spiel HFC-FCKAus dem Fuwo-Spielbericht: In Halle sah man keine Tore (wie schon in der letzten Saison zwischen beiden), und doch erlebte man ein Spiel voller Dramatik. Kämpferische Szenen gab es in Hülle und Fülle. Und die 17:7 Ecken des HFC spiegeln wider, daß dieses belebende Fluidum vor allem vom kämpferischen Stil Halles ausging. Trainer Horst Sockoll schüttelte denn auch mit dem Kopf, daß es wieder nicht zum Heimsieg reichte. Warum? Nationalspieler Erler mag den Gästen zur Krönung ihrer Spielanlage gefehlt haben, aber mit vorbildlichem Einsatz aller gelang es ihnen dennoch, die kämpferischen Vorteile der Gastgeber durch ein weit rationelleres, abgeklärteres, kurz systematischeres Spiel wettzumachen. Geschicktes Freilaufen, gute Ballführung, exaktes Zuspiel ließen das deutlich sichtbar werden. Und Vogels taktische Spielzüge und sein gefürchtetes Schußvermögen stifteten viel Unruhe in Halles Deckung, vor allen bei den Verteidigern. [..]

FCK-Torhüter Manfred HambeckDie Würze des interessanten Treffens war die harte Prüfung, die der drangvolle Linksaußen Nicht, zweifellos der agilste Stürmer, dem Gästetorwart auferlegte. Zweimal (3., 16.) mußte Hambeck das Leder prallen lassen (Abstauber waren nicht zur Stelle), später holte er mit tollen Flugparaden weitere Scharfschüsse aus dem linken oberen Winkel und auch harte Prüfungen durch Nowotny, Stricksner und Lehrmann bestand Hambeck mit Bravour. Sieben Minuten vor Spielende hatte er das Glück des Tüchtigen zur Seite - der Pfosten rettete für ihn. [..] Die schwierigsten Schüsse durch Lienemann und Vogel parierte Wilk aber nicht minder eindrucksvoll. Beide Trainer hielten bei Würdigung aller Momente das Unentschieden für einen Spielausgang, der den Leistungen gerecht wurde.



Programmheft zum SpielNach dem 5. Spieltag (HFC - FCK 0:0) legte die DDR-Oberliga eine Spielpause von nahezu unglaublichen vier Wochen ein. Grund dafür war die Standortbestimmung der Auswahlmannschaften (Nationalelf, Olympiaauswahl, Nachwuchs-Nationalmannschaft), auf die in der DDR - nach der verpassten WM 1966 in England – sehr viel Wert gelegt wurde. Die Nationalmannschaft siegte z.B. in Karl-Marx-Stadt gegen Ägypten mit 6:0 (2:0, 3:0 Erler, 4:0 Vogel), gegen Polen mit 2:0 (1:0 Erler) und auch Rumänien wurde mit 2:0 besiegt. Stets mit dabei waren vom FCK die Spieler Dieter Erler und Eberhard Vogel. In der Oberliga ging es am 24. September weiter, und zwar mit der Partie des Tabellenvierten (FCK) gegen den Tabellensechsten (SGD). 13.000 Zuschauer sahen auf der Fischerwiese einen energisch stürmenden FCK, gegen den die Dresdner kaum ein Mittel fanden. Laut Spielbericht der Fuwo ergingen sich die Gäste angesichts des klaren Spielstandes in einigen Frustfouls - wie man das heute nennen würde. Nach dem klaren 4:1 sonnte sich der FCK auf dem 3. Tabellenplatz (9 Punkte) und hatte nur noch Lok Leipzig (ebenfalls 9 Punkte) und Hansa Rostock (10 Punkte) in der Tabelle vor sich. Und das nächste Auswärtsspiel sollte den Club am 7. Spieltag zu den Leipziger Eisenbahnern führen...

6. Spieltag der Saison 1966-67
FC Karl-Marx-Stadt - SG Dynamo Dresden 4:1
FCK-Aufstellung: Hambeck - Kreul, Feister, P. Müller, A. Müller - Posselt, Schuster, Steinmann - Lienemann, Erler, Vogel
Torschützen: 1:0 Erler (2.), 2:0 Steinmann (29.), 3:0 Lienemann (59.), 4:0 Posselt (75.), 4:1 Gumz (90.)
Zuschauer: 13.000 (Fischerwiese)

Torschütze zum 4:0 - Joachim PosseltAus dem Fuwo-Spielbericht: Die vierwöchige Meisterschaftspause hat der FCK offensichtlich blendend überstanden. Die Elf hinterließ jedenfalls spielerisch wie auch konditionell einen famosen Eindruck und bot eine ausgeprägte Mannschaftsleistung sehr modernen Zuschnitts. „Wir richteten unser besonderes Augenmerk auf die spielerischen Elemente, und dabei vergaß dennoch keiner, in irgendeiner Spielphase zu kämpfen“, bemerkte erfreut Trainer Horst Scherbaum. Was die Gastgeber so stark machte, war die Tatsache, daß jeder einzelne (wenn auch verständlicherweise mit unterschiedlicher Wirkung) sein Können, seine Stärken in den Dienst des mannschaftlichen Zusammenwirkens zu stellen wußte. Da suchten alle das Spiel, wurden, sobald die Dresdner in Ballbesitz waren, zu Abwehrakteuren, die Stürmer zu den ersten Zerstörern. [..]

Fuwo-Tabelle nach 6. SpieltagLienemann, Erler, Steinmann (hielt mit einer Kopfplatzwunde energiegeladen durch) stifteten in der nicht wendig, schnell genug wirkenden Dynamo-Abwehr immer wieder helle Aufregung, und dann stießen aus dem Hinterhalt A. Müller, Posselt, Schuster geschickt nach vorn. So retteten sich einige Dresdner oftmals mit unschönen Fouls (Ziegler, Pfeifer), gab es einige häßliche Revancheakte (so Kreul an Kreische, wofür überhaupt?), die dem tempoerfüllten Treffen unerfreuliche Begleiterscheinungen waren. Die Elbestädter hatten diesmal in allen Mannschaftsteilen dem FCK nichts Gleichwertiges entgegenzuhalten. [..]


Surftipp:
» Zum Spielplan des FC Karl-Marx-Stadt in der Meister-Saison 1966-67

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