Meistersaison: "Spitzenreiter, Spitzenreiter" & Sieg im FDGB-Pokal!

20.10.2016, 09:15 Uhr | 1208 Aufrufe
Programmheft zum SpielNach dem 6. Spieltag ergab sich für den FCK eine interessante Konstellation in der Oberligatabelle. Der Club lag auf dem 3. Platz, punktgleich mit dem 1. FC Lok Leipzig, der nur durch das bessere Torverhältnis vor dem FCK auf Platz 2 stand. Und am 7. Spieltag hieß es: Lok Leipzig gegen den FC Karl-Marx-Stadt! Würden die Himmelblauen einen Auswärtssieg in Probstheida schaffen, würde man in der Tabelle auf jeden Fall auf den zweiten Rang nach oben rücken. Spitzenreiter Rostock (10 Punkte) war beim Tabellenletzten Lok Stendal zu Gast - eigentlich eine klare Sache, aber vielleicht gab es dort ja eine Überraschung! Am Ende lief der Spieltag perfekt für die Elf von Trainer Horst Scherbaum. Der FCK führte Lok Leipzig auf dem eigenen Rasen in Probstheida regelrecht vor und siegte mit viel Lob von der Fachpresse mit 2:0 durch Tore von Eberhard Schuster und Joachim Posselt. Und in Stendal gelang der Clou des Tages - Spitzenreiter Hansa Rostock vergeigte die Partie beim Letzten mit 0:1. Der Club sprang damit an die Tabellenspitze (11 Punkte), gefolgt vom amtierenden Meister Vorwärts Berlin und Carl Zeiss Jena (jeweils 10). Diese Tabellenführung gab der FCK bis zum Saisonende nicht mehr ab, auch wenn das damals, am 7. Spieltag, überhaupt noch nicht zu erahnen war.

7. Spieltag der Saison 1966-67
1. FC Lok Leipzig - FC Karl-Marx-Stadt 0:2
FCK-Aufstellung: Hambeck - Kreul, Feister, P. Müller, A. Müller - Posselt, Schuster, Steinmann - Lienemann, Erler, Vogel
Torschützen: 0:1 Schuster (74.), 0:2 Posselt (76.)
Zuschauer: 12.000 (Bruno-Plache-Stadion)

Fuwo-Schlagzeile zum neuen Spitzenreiter FCKAus dem Fuwo-Spielbericht: Wer hätte wohl vor dieser Spitzenbegegnung schon daran gedacht, daß die Leipziger, die zu unseren technisch befähigsten Vertretungen zählen, solch eine unfreiwillige Lektion in ihrem ureigensten Metier erteilt bekommen würden? Denn wie die Männer um Erler nach der spielerisch gutklassigen ersten Halbzeit sich noch zu steigern vermochten, das war schon imponierend. Schon in der ersten Hälfte schlugen sie die technisch feinere Klinge, selbst die Youngster Posselt, P. Müller und Lienemann spielten frech und selbstbewußt wie alte Routiniers, und durch Steinmann, der von Schuster uneigennützig drei Meter vor dem Leipziger Gehäuse freigespielt wurde, hatten sie neben zwei, drei anderen Chancen eine Riesenmöglichkeit. [..]

Tabellenstand in der Oberliga nach dem 7. SpieltagDa Drößler durch die Manndeckung gegen Lienemann [..] nichts für den Aufbau im Mittelfeld tun konnte, und Zerbe und Trölitzsch dazu einfach nicht in der Lage waren, hingen Frenzel und Engelhardt, die bei Feister und P. Müller ohnehin in guter Obhut waren, fast völlig in der Luft und erzielten keine Wirkung. [..] Anders dagegen die Gäste. Durch die inkonsequente Deckungsarbeit der Lok-Abwehr taten sich für die quirligen Schuster, Lienemann und Vogel weite Räume auf. Von Erler und dem nach der Pause mit nach vorn gehenden A. Müller immer wieder angespielt, waren die Tore nur noch eine Frage der Zeit. Wie diese Treffer dann jeweils nach wundervollen Kombinationen, bei denen jedesmal Lienemann den letzten entscheidenden Paß gab, herausgespielt wurden, war sehenswert.



Programmheft zum SpielNach dem spannenden Kampf um die Tabellenspitze in der DDR-Oberliga stand mit der 2. Hauptrunde des FDGB-Pokals eine Pflichtaufgabe für die Himmelblauen an. Die Auslosung wollte, dass der FCK nach Cottbus musste. Allerdings nicht zur BSG Energie, sondern zur ASG Vorwärts. Dieser Verein wurde 1955 als "SC Vorwärts der Luftstreitkräfte Cottbus" gegründet und existierte bis 1974. In der Saison 1966-67 spielte der Verein zusammen mit dem Ortsrivalen BSG Energie in der DDR-Liga (Staffel Nord), der zweithöchsten Spielklasse der DDR. Am Saisonende kam die BSG Energie auf dem 3. Platz und die ASG Vorwärts auf dem 5. Platz in der Liga ein. Der FCK tat sich bei den Armee-Fußballern schwer, obwohl Cheftrainer Scherbaum die erfolgreiche Elf vom 2:0-Sieg in Leipzig aufbot. Joachim Posselt erzielte in der Verlängerung das 2:1 und sorgte für das Weiterkommen des Clubs. Aber auch andere Teams taten sich in der 2. Hauptrunde schwer: Dynamo Dresden brauchte in Eisenhüttenstadt wie der FCK die Verlängerung für das siegbringende 2:1, und Wismut Aue flog bei der ASG Vorwärts Leipzig (DDR-Liga) mit 4:1 krachend aus dem Wettbewerb. Die FCK-Anhänger der damaligen Zeit werden darüber ganz gewiss nicht traurig gewesen sein :-)

2. Hauptrunde im FDGB-Pokal, Saison 1966-67
ASG Vorwärts Cottbus - FC Karl-Marx-Stadt 1:2 n.V.
FCK-Aufstellung: Hambeck - Kreul, Feister, P. Müller, A. Müller - Posselt, Schuster, Steinmann - Lienemann, Erler, Vogel
Torschützen: 1:0 Meißner (15.), 1:1 Lienemann (44.), 1:2 Posselt (93.)
Zuschauer: 5.000 (Stadion "8. Mai")

Torschütze zum 1:1 - Manfred LienemannAus dem Fuwo-Spielbericht: Der Kommentar des Cottbuser Trainers Hans-Jürgen Stenzel verdient Beachtung, weil er für die sinnvolle Einstellung des Außenseiters sprach und weil genauso die Vorwärts-Elf über 120 Minuten handelte: "Für uns war von vornherein klar, wir können nur durch ein offensives Spiel eine ansprechende Partie liefern und unsere Pokalchance suchen. So bin ich zufrieden. Und ich hoffe nur, daß wir diese spielerische Steigerung in der Meisterschaft fortsetzen können." Und auch FCK-Cheftrainer Horst Scherbaum lobte, nachdem er die eigene Elf ob zu vieler Dribblings im Mittelfeld und vieler ausgelassener Chancen kritisierte, die respektable Leistung des Ligavertreters: "Vorwärts hat nicht nur gekämpft, sondern auch in den spielerischen Belangen sehr ordentlich mitgehalten.
Das 1:0 gab Cottbus die nötige Sicherheit für seine Aktionen." Die Vorwärts-Elf steigerte sich im Vergleich mit dem Oberliga-Spitzenreiter in eine Form, wie es die eigenen Anhänger in dieser Saison noch nicht erlebten. [..] Beim FCK vermißte man doch ein wenig das kraftvolle, zielgerichtete Spiel der letzten Meisterschaftspartien, obwohl alle Akteure viel in Bewegung waren, [..] und beide Läufer sich geschickt ins Angriffsspiel einschalteten. Nach gut einer Stunde Spielzeit setzte sich die spielerische Reife der Gäste aber doch zusehends durch. [..]


Surftipp:
» Zum Spielplan des FC Karl-Marx-Stadt in der Meister-Saison 1966-67

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