Komödienstadl in Plauen beim 2:1-Testspielsieg des CFC

24.07.2003, 09:50 Uhr | 356 Aufrufe
Wenn man ein Punktspiel mit 2:1 gewinnt, hat man (fast) alles richtig gemacht. Wenn man ein Testspiel 2:1 gewinnt, dann hat man alles richtig gemacht, wenn der Gegner höherklassig spielt. Wenn er dies aber nicht tut, dann deutet das auf noch jede Menge Trainingsarbeit hin.
Genau so sieht es beim Chemnitzer FC nach dem Freundschaftsspiel beim VFC Plauen aus. Zwar konnten die Himmelblauen die Partie mit 2:1 gewinnen, doch der Sieg war alles andere als souverän oder gut herausgespielt.

CFC-Trainer Frank Rohde ließ zunächst wieder die vermeintliche Stammformation auflaufen. Gegenüber den Spielen gegen den FC Oberlausitz und den FC Augsburg gab es keinerlei Änderungen. Wünschenswert wäre es allerdings gewesen.
Die Abwehr ist nach wie vor die souveränste Abteilung der Himmelblauen. Dennoch hinterließ sie gegen den Oberligisten nicht den sicheren Eindruck wie noch gegen Augsburg. Vor allem Markus Ahlf hatte keinen glücklichen Tag, war öfters im Zweikampf unterlegen. Steffen Karl dirigierte seine Abwehr wieder souverän, doch auch er zeigte ab und an kleine Unsicherheiten.
Beim Mittelfeld schließlich kann einem als geneigter himmelblauer Fan das Grausen kommen. Schindler und Zivic zeigten sich etwas gefestigter, doch regionalligatauglich war die Leistung noch lange nicht. Tino Wächtler war stets bemüht und laufstark, doch fehlt noch einiges, um ihm eine ordentliche Partie bescheinigen zu können. Und Daniel Göhlert, ja er zeigte wieder mal eine Episode aus dem Horrorstreifen "Der Ball und ich". Am besten zeigte sich da noch der "alte Mann" Ulf Mehlhorn. Über seine linke Seite liefen die meisten Angriffe der Himmelblauen und die wenigsten der Plauner.
Der Angriff des CFC ist auch noch nicht dieses Wortes wert. Viel zu sehr sind Meissner und Biermann noch mit sich selbst und damit beschäftigt im Mittelfeld auszuhelfen.
Spielkultur, wie sie die Plauener vorzeigten, fehlt fast komplett beim Regionalligisten. Zu oft wurden nur lange Bälle in die Mitte geschlagen. Über die Flügel ging fast gar nichts, und wenn, dann landeten die Flanke überall, nur nicht in der nähe eines himmelblauen Stürmers. Von Zeit zu Zeit, das soll nicht totgeschwiegen werden, kamen wirklich schöne Spielszenen zustande, doch meist verpufften sie wirkungslos.

Doch es reichte trotzdem um einen engagierten und spielstarken VFC Plauen zu besiegen. Zwar erarbeitete sich der Oberligist sehenswert und am Fließband Chancen, nur zwingend waren sie selten. Holger Hiemann hatte gerade genug zu tun, um nicht kalt zu werden. Die Gastgeber waren eine Stunde lang das optisch bessere Team, doch die Tore schossen die Chemnitzer. bzw. wie beim 1:0, sie erzwangen sie. Wächtler flankte flach in die Mitte und Plauens Pietsch vollstreckte ins eigne Netz. Nur 3 Minuten später tanzte Mehlhorn wieder jenen Pietsch aus und markiert mit einem schönen Schlenzer von links ins rechte untere Eck das 2:0.
Der Spielverlauf war damit schon etwas auf den Kopf gestellt, und Plauen jetzt völlig planlos. Durchdachte Spielzüge wie noch in Halbzeit 1 kamen nun seitens der Gastgeber überhaupt nicht mehr, bei den Gäste war das ja im gesamten Spiel nie anders gewesen. Erst mit dem Abpfiff gelang dem VFC der verdiente Anschlusstreffer, allein er nützte nichts mehr.

Beide Trainer sprachen nach dem Schlusspfiff dennoch von einem verdienten Sieg der Himmelblauen. Bei Rohde klang das so: "Ich denke, wir haben verdient gewonnen. Plauen war der erwartet schwere Gegner. Sie waren ein guter Test für uns." Worte, die ein Trainer oft benutzt, wenn er mit der Leistung der eignen Mannschaft nicht ganz zufrieden ist. Und so legte Rohde auch gleich noch eine kurze Problemanalyse nach: "Wir haben zu wenig zugelaufen und hatten zu wenig Ballsicherheit." Einen der wenigen positiven Aspekte im CFC-Spiel hatte dagegen Plauens Trainer Tino Vogel erkannt: "Der CFC stand sehr gut gestaffelt".

Für die mitgereisten himmelblauen Anhänger war dieses Spiel auch ein kleiner "Komödienstadl". Denn das Plauener Publikum erwies zum Amüsement der CFC-Fans seinem Ruf als "zänkisches Bergvolk" alle Ehre. Begriffe wie "Holzhacker" schallten den CFC-Spielern bei jedem noch so zaghaften Tackling entgegen. Offenbar scheint man im Vogtland Fußball eher als eine Unterart von Ballet zu verstehen, was teilweise auch die VFC-Spieler so umsetzten. Die Stimmung jedenfalls war einem Derby würdig, auch wenn dies nur auf Testbasis statt fand.

Statistik:

VFC Plauen - Chemnitzer FC 1:2 (0:0)
Aufstellung CFC: Hiemann - Karl - Ahlf, Teichmann - Wächtler, Schindler (73. Simic), Göhlert, Zivic, Mehlhorn (65. Gillert) - Meissner (73. Rolleder), Biermann (46. Meyer)
Aufstellung VFC: Golle - Hölzel - Pietsch, Gemeiner (81. Zapyshny) - Risch, Gleis, T. Pannach, Spranger (46. M. Pannach), Paulick - Zapyshny (67. Marose), Popa (56. Kellig)
Tore: 0:1 Pietsch (59./Eigentor), 0:2 Mehlhorn (62.), 1:2 Marose (90.)
Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)
Zuschauer: ca. 800 im Vogtlandstadion, Plauen

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