„Wenn es funktioniert, ist das pure Glückseligkeit“ – Philipp Uhlig über die 60-Jahre-Choreo
19.02.2026, 08:00 Uhr | 1.950 Aufrufe
Am Rande des Jubiläumsspiels sorgte die Südkurve mit einer aufwendigen 60-Jahre-Choreo für Gänsehaut. Wir haben mit Philipp Uhlig von den UC 99 über besondere Emotionen, monatelange Arbeit – und ein Budget von 25.000 Euro gesprochen.
Hallo Philipp, beschreib mal Deine Gefühle nach der Choreo am Sonntag.

Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht so richtig, was ich dazu sagen soll. Man macht sich monatelang Gedanken, plant jedes Detail – und wenn es dann wirklich funktioniert und man das gemeinsam mit den Jungs durchzieht und dieses überwältigende Ergebnis sieht, ist das pure Glückseligkeit und auch Stolz.
Die Textpassagen waren ebenfalls eine Zeitreise – von Berichten zur Meisterschaft bis zu Worten von Chris Löwe zum Neuanfang, vom Aufstieg 1999 und 2011 bis zum Pokalspiel gegen Mainz.
Gerade wenn Bild und Musik ineinandergreifen, Emotionen geweckt werden und die Leute Gänsehaut haben, ist das schon großartig.
Kannst Du die Gedanken hinter der Choreo erläutern? Zu sehen waren sieben Personen, darunter bekannte Gesichter wie Gerd’l und Olaf.
Uns war wichtig, diesmal die Fans in den Vordergrund zu stellen – nicht die Spieler, was sonst oft bei Jubiläumschoreos der Fall ist. Die sieben Personen standen symbolisch für verschiedene Generationen und Epochen unseres Vereins. Gut sichtbar in den jeweiligen Trikots, die sie tragen.
Ecke beispielsweise steht für die Zweitligazeit. Gerd’l trägt das Meistertrikot von 1967. Der Ultra mit Megafon repräsentiert den Aufstieg 2011.
Die Kinder stehen für die letzten beiden Jahre – und für die Zukunft des Vereins.
Im Grunde war das ein Zeitstrahl durch 60 Jahre Vereinsgeschichte. Von der Meisterschaft über die Zweite Liga und den Aufstieg 2011 bis in die Gegenwart. Diese Verbindung der Generationen ist die Kernbotschaft.
Seit wann habt ihr Euch darauf vorbereitet?

Die ersten Gedanken dazu gab es schon im April. So richtig konkret wurde es dann im November, als klar war, dass wir die Genehmigung für die Dachkonstruktion zur Realisierung der Hochziehelemente bekommen. Ab da ging’s in die heiße Phase.
Wie entsteht so eine Idee? Sitzt ihr da bei einem Bier zusammen und brainstormt?
Ganz so romantisch ist es nicht. Wir haben eine Kommunikationsgruppe und eine eigene AG „Choreographie“. Insgesamt sind da etwa 15 Leute aktiv.
Man trifft sich, diskutiert Entwürfe, verwirft Ideen, findet Kompromisse. Das ist ein Prozess. Am Ende muss es inhaltlich passen, technisch umsetzbar sein – und natürlich emotional funktionieren.
Wieviel Arbeit steckt in so einer Choreo?
Seit November waren wir unter der Woche eigentlich jeden Tag dran. Planung, Malen, Organisieren, Abstimmen – das ist ein riesiger Aufwand. Wie viele Stunden genau? Unzählige.
Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Verein?
Sehr engagiert. Vor allem beim Hochziehelement – das ist jetzt ein neues, fest installiertes Element im Stadion und ermöglicht uns diese Art von „3D-Choreos“. Ohne die Unterstützung aus der Geschäftsstelle, insbesondere den persönlichen Einsatz von Tommy Haeder, hätte das nicht funktioniert.
Da reden wir von Zuständigkeiten der Stadt und der GGG, von Änderungen an der Dachkonstruktion und zig Formularen, die auszufüllen sind. Wir haben im April letzten Jahres damit angefangen.
Ein Ingenieurbüro musste eine statisch sichere Lösung entwickeln, damit das Hochziehen gefahrlos funktioniert. Metallplatinen wurden verbaut – dauerhaft installiert.
Was kostet so etwas eigentlich?
Alles in allem etwa 25.000 Euro. Allein das Netz zum Anheben der 3D-Elemente hat rund 3.500 Euro gekostet.
Dazu kommen Farben, Malwerkzeuge, Panzertape und weiteres Material für die Konstruktion. Das summiert sich.
Gibt es schon Pläne für den nächsten Anlass?
Im Pokal könnten wir bekanntlich noch auf zwei bestimmte Vereine treffen – da besteht durchaus die Möglichkeit, wieder aktiv zu werden.
Die CFC-Fanpage sagt nochmal "Chapeau" und Respekt für eine überragende Choreo und freut sich auf weitere dieser Art. Vielen Dank an "Uhl" für das angenehme Gespräch.
Das Gespräch führte Pierre Schönfeld.Surftipp:»
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