Geburtsdatum:08.04.1943 (78 Jahre)
Geburtsort:FrankenbergDeutschland
Größe:1.79 m
Nationalität:DeutschlandDeutschland
Position:Sturm
Im Verein: 01.07.1962 bis 30.06.1970 (8 Jahre)
Porträt auf Transfermarkt.de
Kapitän:Kapitän der Himmelblauen in der Zeit vom 01.07.1969 bis 30.06.1970.
Nationalteam:A-Nationalspieler während seiner Zeit beim Club.
74 Einsätze (25 Tore) für DDRDDR
davon 31 Spiele/ 11 Tore für SC Motor, SCK und FCK und 43 Spiele/ 14 Tore für Carl Zeiss Jena, Debüt am 16.12.1962 gg. Guinea (3:2), Abschied am 21.04.1976 gg. Algerien (5:0)
Stationen:(1) SC Karl-Marx-Stadt
(2) FC Karl-Marx-Stadt
(3) FC Carl Zeiss Jena
Jugendvereine:SG Niederwiesa, SC Motor Karl-Marx-Stadt (FCK-Jugend)
Erfolge:

DDR-Meister (FCK 1967)

FDGB-Pokalfinale (FCK 1969)

DDR-Fußballer des Jahres (FCK 1969)

DDR-Pokalsieger (Jena 1972, 1974, 1980)

EC-Finale (Jena 1981)

Spiele/ Tore*: 143 / 59
Bester Spieler: 0 Nennungen
*Gesamtzahl für FCK und CFC
Pfeilschneller Linksaußen und Rekord-Oberligaspieler

Einer der Groessten, den die Himmelblauen je hatten: Matz VogelVogel, Verräter! Der schnelle Linksaußen nahm den Ball in der Bewegung mit, lief noch ein paar Schritte und flankte nach innen. Präzise. Der Ball beschrieb einen Bogen und narrte die komplette Karl-Marx-Städter Abwehr. Schon lange vor Manni Kaltz schlug Vogel Bananenflanken. Besser, genauer. Nur nannte man diese nicht so. Es war nicht erwünscht. Vogel, Verräter! Der Lärm schwoll an, das Geschehen auf dem Rasen war nun eher zweitrangig. Vogel, Verräter! Vogel, Verräter! Mancher Gelegenheitsbesucher auf den Rängen des Dr. Kurt-Fischer-Stadions blickte fragend seinen Nachbarn an: Vogel, Verräter? Hier in der Industriestadt vergaß man nicht. Es war der Herbst 1976 und 6 Jahre zuvor delegierte man den Nationalspieler Eberhard Vogel vom FCK zum FC Carl Zeiss Jena. Hin zu Ducke und Weise, seinen Mitstreitern aus Buschners Team. Die Olympiade und die Fußball-WM in der Bundesrepublik standen vor der Tür, da musste man die Kräfte bündeln. Und Karl-Marx-Stadt war eh abgestiegen. Was sollte Vogel in der 2. Liga? Unvorstellbar.

Matz, so nannte man ihn ob seines Nachnamens, fuhr zur WM und spielte gegen Australien, Chile und Argentinien. Es waren Höhepunkte in seinem Leben. Ebenso die Olympiade in München 1972, wo er mit der Bronzemedaille heimkehrte. Seine Laufbahn begann 1957 in dem kleinen Ort Niederwiesa, als er für Traktor stürmte und von wo man ihn in die Bezirksstadt holte. Das war 1959. Es ging nun steil bergauf. 3 Jahre später bereits das Länderspiel-Debüt, dem noch weitere 73 Kappen folgen sollen. Von seinen 25 Toren sind noch viele in Erinnerung. Da war der direkt verwandelte Eckball gegen die UdSSR 1964 oder die 40-m-Rakete gegen Peter Shilton 1970. Auch national sorgte Vogel für Furore. Mit 440 Spielen in 21 Serien führt er für immer die ewige Bestenliste der DDR-Fußballer an und schoss seit seinem Debüt bei den Himmelblauen im Herbst 1961 insgesamt 188 Tore. Lob und Ehrungen folgten zuhauf. Aber nur mit dem FCK wurde er DDR-Meister.

Vogel im FCK-Dress 19691982 ist es zu Ende. Oldie Eberhard Vogel hängt mit 39 Jahren die Töppen an die Wand. Er wird Nachwuchstrainer beim DFV. Seine Stars heißen fortan Matthias Sammer und Rico Steinmann. Auch privat lebt er für seinen Sport, die beiden Söhne Tino und André wurden ebenfalls Fußballer. Nach der Wende änderte sich einiges.
Der Vogel muss fliegen! So forderten im Herbst 2001 die Fans des FC Magdeburg, als die Leistung nicht mehr stimmte. Nach dem Auftritt beim Chemnitzer FC (0:1), an alter Wirkungsstätte, flog er dann tatsächlich. Raus. Man wollte ihn nicht mehr. Das war das Trainergeschäft. 1986 erkämpfte er mit den DDR-Junioren den EM-Titel, später assistierte er DDR-Trainer Ede Geyer und betreute den Nachwuchs in Gladbach und Köln. Danach trainierte er Hannover 96, führte Hoyerswerda nach oben und versuchte sich in Togo. 2000/2001 stieg Vogel mit dem 1.FCM in die Regionalliga auf und schlug die Bayern im DFB-Pokal. Seit April 2002 ist er nun Trainer beim Dresdner SC.

Eigentlich eine sehr erfolgreiche Story. Und wenn er in der kommenden Saison wieder in Chemnitz gastiert, wird niemand mehr rufen: Vogel, Verräter. Das ist schon lange vorbei.

(Peter Rohleder, Stand 04/2002)
Zur Person:

- Geboren: 8.4.1943 in Altenhain bei Chemnitz
- Familienstand: Verheiratet mit Angela Höhne (1968 DDR-Meisterin über 100 Meter), 2 Söhne, Tino und André

Karriere:

Sportliche Laufbahn:

FC Karl-Marx-Stadt

- beim Club von 1959 bis 1970, dabei 198 Spiele/70 Tore
- 1. Oberliga-Trainer: Heinz Werner
- Debüt: Herbst 1961 gegen 1.FC Magdeburg und gleich ein Tor beim 1:1
- Erfolge: DDR-Meister 1967, Fußballer des Jahres 1969, 2 Spiele im EC I

FC Carl Zeiss Jena

- aktiv von 1970 bis 1982, dabei 242 Spiele/118 Tore
- FDGB-Pokalsieger 1972, 1974, 1980
- 47 Spiele im Europacup/11 Tore
- Finalist im EC der Pokalsieger 1981 in Düsseldorf gegen Dynamo Tbilissi (1:2)

» mit 440 Einsätzen Rekord-Oberliga-Spieler der DDR

Länderspiele:

- 74 Spiele / 25 Tore
- Debüt: 16.12.1962 in Conakry gegen Guinea 3:2 (1 Tor)
- Ende: 21.04.1976 in Cottbus gegen Algerien 5:0
- Erfolge: Bronze bei Olympiaden 1964 und 1972, WM-Teilnahme 1974 (3 Spiele)

Vogel Anfang der 60er Jahre

Eberhard Vogel als Nationalspieler Trainerkarriere:

1983-89 Nachwuchstrainer im DFV
1989-90 Co-Trainer DDR-Nationalmannschaft
1990-91 Amateurtrainer Borussia Mönchengladbach
1991-92 Amateurtrainer 1. FC Köln
1992-93 Trainer Hannover 96
1994-96 Trainer FC Carl Zeiss Jena
1996-97 Trainer VfB Pößneck
1997-98 Nationaltrainer Togo
1999-00 Trainer FSV Hoyerswerda
2000-01 Trainer 1. FC Magdeburg

seit 04/02 Trainer Dresdner SC
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