Spielbericht // Saison 2000/2001

 
SV Waldhof Mannheim
SV Waldhof Mannheim0:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
12. Spieltag - 2. Bundesliga - Saison 2000/2001
Freitag, 10. November 2000, 19:00 Uhr
Carl-Benz-Stadion, Mannheim
Zuschauer: 5.000
Schiedsrichter: Berg
SV Waldhof MannheimTorfolgeChemnitzer FC
T Hollerieth
A Kies
A Boukadida
A Vukotic
A RehmGelbe Karte
M Cissé (75. Maier)
M Montero
M Vata
M Catic (63. Vincze)
S Klausz
S Delic (63. Protzel)

Trainer: Rapolder
Tore Fehlanzeige

T Süssner
A Mehlhorn
A Podunavac
A Franke
M Renn
M Köhler
M Kluge
M Skela (77. Ivankovic)
M Oswald
S Krupnikovic (76. Avdic)
S KujatGelbe Karte (70. Tetzner)

Trainer: Kuze
Spielbericht

Gelungenes Debüt von Heimkehrer Renn

Von Lars Günther (CFC-Fanclub "Blauer Stern" Rochlitz)

Mit geteilten Erwartungen machten wir uns auf die lange Reise in die Kurpfalz. Zwar war der CFC im vorangegangenen Heimspiel mal wieder äußerst schwach und konnte gegen Mannheim noch nie gewinnen, doch machten die Verpflichtung von Olaf Renn und das Fehlen zweier Mannheimer Spieler Hoffnung auf einen Punktgewinn. Über die A6, die mehr Parkplätze als das Chemnitz-Center hat, kamen wir auch ganz gut vorwärts, doch am Zielort selbst verfuhren wir uns eine geschlagene Stunde lang. Kleine Ursache, große Wirkung: Wie sich später herausstellte, waren wir 100 Meter vorm Stadion falsch abgebogen. Bei der Irrfahrt ließ sich schon der geringe Stellenwert des SVW erahnen, denn weder waren irgendwelche Fans zu sehen noch wußte einer der Eingeborenen den genauen Weg zum Stadion.

Am Stadion noch ein kleiner Beweis der westdeutschen Unkenntnis über die Verhältnisse im Osten: Unter unzähligen Schals an einem Verkaufsstand fand sich als einziger Ostvertreter der des BFC Dynamo. Man sollte eben nicht nur die Meisterlisten anschauen, wenn man was verkaufen will.
Vorm Stadion dann doppelte übergründliche Leibesvisitation, der ich nicht einmal durch Tarnung als Bratwurstesser entgehen konnte. Nachdem den mordlüsternen Chemnitzern endlich alle Rauchbomben, Bengalfackeln, Handgranaten und Pornohefte abgenommen worden waren, konnten wir das ansehnliche Carl-Benz-Stadion betreten. Dort trafen wir nicht die erwarteten 15 CFC-Fans, nein, bis Spielbeginn trudelten etwa 100 Verrückte ein, darunter aber außer den Ultras und den "Uns Ulfern" nur wenige bekannte Gesichter. Enttäuschend war dagegen die Anzahl der Mannheimer. Angeblich 5000 Zuschauer verloren sich im weiten Rund, geschätzt hätte ich 3000. Gut gefüllt war lediglich der Mannheimer Fanblock, der allerdings nur eine sehr durchschnittliche Leistung bot. Ähnliches kann man auch über uns Chemnitzer sagen, wir waren einfach zu wenig, die an einer Leistung wie in Nürnberg wirklich interessiert waren. So lief nur das Standardprogramm: Chemnitz, Super CFC, nichts Beeindruckendes eben. Zu verstreut, viele einfach zu langweilig, aber immer noch besser als die meisten anderen Fangruppen an ihren guten Tagen.

Zum Spiel muß ich nicht viele Worte verlieren. Es war eine dieser Begegnungen, bei denen von Anfang an alles auf ein 0:0 hinausläuft. Chemnitz zeigte diesmal eine gute kämpferische Einstellung und stand in der Abwehr relativ sicher. Man hatte eigentlich nicht das Gefühl, daß die schwachen Gastgeber ein Tor erzielen könnten. Das gleiche galt für die Himmelblauen, die erst gegen Ende zu 3 großen Chancen kamen. Avdic und der vom DSF unterschlagene Köhler konnten jedoch ihre Chancen nicht nutzen, weshalb ein durchaus möglicher Sieg nicht zustandekam.

Einzelkritiken kann ich nicht präsentieren, aber kein Himmelblauer fiel in irgendeiner Hinsicht besonnders auf. Auch Olaf Renn nicht. Einige Fans waren zwar nicht gut auf ihn zu sprechen, größere Unmutsbekundungen blieben aber aus. Hoffentlich bleibt das auch am Sonntag so. Ich hatte den Eindruck, er ist wieder dort angekommen, wo er hingehört. Beim Abklatschen nach dem Spiel kam er strahlend zu uns und schmetterte ein kräftiges "Danke Männer" in den Abendhimmel.Nach dem Spiel hatten wir noch ordentlich Spaß mit den bekannten kleinen grünen Männeln. 15 Mann weigerten sich, den Block zu verlassen und feierten euphorisch den Punktgewinn, was die Feierabendstimmung der Polizei gründlich verdarb.
Absoluter Hit war dabei "Wir ham bezahlt, wir ham bezahlt, wir ham bezahlt, wir bleiben hier...", und trotz unserer Aufforderung gingen die Polizisten nicht nach Hause. Nach einer Viertelstunde wurde es ihnen dann aber zu bunt, sie marschierten in unseren Block in dem nun uns gehörenden Stadion ein und vertrieben uns mit Hinweis auf ihren gesetzlich garantierten Feierabend und ihr Gewaltmonopol ("Wenn ihr kloppen wollt, müßt ihr´s sagen."), was wir mit "Wir haben Angst" kommentierten. Wir gingen also nun kloppen und wurden von der Polizei vorbei an Zehntausenden gefährlichen Mannheimern zum Parkplatz eskortiert.
Bis zum nächsten Westbesuch...

Wertung: 3

Bester Himmelblauer: Mehlhorn

<< 11. Spieltag 13. Spieltag >>