Spielbericht // Saison 2013/2014

 
SSV Markranstädt
SSV Markranstädt1:2 n.V.Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Viertelfinale - Sachsenpokal - Saison 2013/2014
Dienstag, 25. Februar 2014, 19:00 Uhr
Stadion am Bad, Markranstädt
Zuschauer: 800
Schiedsrichter: Rosenkranz (Plauen)
SSV MarkranstädtTorfolgeChemnitzer FC
T Berger
A Werner
A LerchlGelbe Karte
A Zimmermann (74. Hesse)
A RonneburgGelbe Karte
M Frenzel (62. Kind)
M Haider Kamm Al AzzaweGelbe Karte
M Krieger
M Zickert
M Ibold
S Nüchtern (67. Habeland)

Trainer: Weber
0:1 Fink (59.)
1:1 Werner (83.)
1:2 Fink (117.)

T Pentke
A Stenzel
A Bankert
A Hofrath
A Birk
M Hensel
M Pusch (46. Kegel)
M Garbuschewski
M PfefferGelbe Karte (100. Semmer)
S Fink
S FörsterGelbe Karte (43. Mauersberger)

Trainer: Heine
Spielbericht

Fink erspart dem Club die Elfmeter-Lotterie

Von Frank Neubert

Der Chemnitzer FC steht im Halbfinale des Sachsenpokals. Allerdings wurde es beim SSV Markranstädt ein hartes Stück Arbeit für den CFC, dass er am Ende mit 2:1 erst in der Verlängerung für sich entscheiden konnte. Der oft gehörte Spruch, dass ein gutes Pferd nur so hoch wie nötig springt, traf hier schon nicht mehr zu. Der himmelblaue Gaul schlüpfte kurz vor Schluss einfach unter der Hürde hindurch. Aber was solls, am Ende zählt allein das Weiterkommen.

Fink hat zum 1:0 getroffen!Manch einer der Zuschauer fühlte sich an das Sachsenpokalfinale vor knapp zwei Jahren erinnert, als die Himmelblauen sich gegen die ebenfalls unterklassigen Hohensteiner zum Pokalsieg quälten. Denn der SSV Markranstädt präsentierte sich im eigenen Stadion dem Drittligisten als absolut gleichwertig und brachte Chemnitz zum Wanken. Die Gastgeber gingen aggressiv und gallig in die Zweikämpfe und ließen den Club gar nicht erst richtig ins Spiel kommen. So hatten die Hausherren in einer von wenigen Chancen geprägten ersten Halbzeit trotzdem die klareren Möglichkeiten. Doch Pentke oder die eigene Ungenauigkeit standen der Führung im Weg. Für Chemnitz hatten Pfeffer und Stenzel die Führung auf dem Fuß; zu wenig für den Klassenunterschied. Da half auch nicht, dass CFC-Trainer Heine mit Fink und Förster zwei Stürmer aufbot. Allerdings musste Förster, der stark um die zweite Gelbe Karte bettelte, bereits drei Minuten vor der Halbzeit aus dem Spiel genommen werden.

Nach der Halbzeit änderte sich das Bild zunächst nicht. Ein Geniestreich von Anton Fink in Form einer Drehung und eines satten Schusses von der Strafraumlinie brachte dann die Chemnitzer Führung (59.), aber keine Ruhe ins Spiel. Markranstädt spielte weiter munter und aggressiv auf, manchmal zu engagiert, was Schiedsrichter Lars Rosenkranz bisweilen zu nachgiebig durchgehen ließ. Zweimalige Rudelbildung unter Beteiligung aller Aktiven war die Folge. Nach einem besonders rüden Einsteigen (82., Revanchefoul an Mauersberger) hatte der SSV Glück, dass es keinen roten Karton gab. Der CFC ließ sich von der Hektik beeindrucken und kassierte nach einem eigenen Angriff per Blitzkonter das 1:1. Sven Werner vollendete den Angriffszug des Oberligisten mustergültig mit einem Schuss ins lange Toreck. Aufgrund der Spielanteile und mehrerer guter Möglichkeiten absolut verdient für den Gastgeber.

Garbuschewski beim FreistoßNun ging es für beide Teams in die Verlängerung und hier konnte der CFC langsam wieder punkten. Denn bei Markranstädt schwanden mit zunehmender Spielzeit die Kräfte, so dass die gefährlichen Konter immer öfter ausblieben und der Club endlich Dominanz auf dem Spielfeld erreichte. Aber nun zeigte sich ein anderes, altes Problem: Wie kreiert man aus einer solchen Überlegenheit gute Chancen? Viel zu oft wurde abgelegt, noch einmal der Querpass gespielt, der nächste freie Mann gesucht. Zwingende Chancen blieben Mangelware, trotzdem sollte es ein Happy End geben. Als wohl alle Zuschauer - wie damals in Hohenstein-Ernstthal - schon mit einem Elfmeterschiessen rechneten, gelang dem Duo Garbuschewski & Fink die himmelblaue Erlösung und die Spielentscheidung: Von Garbuschewski angespielt traf Fink aus fast identischer Position wie beim 1:0 zum 2:1-Endstand in der 117. Minute.

So bleibt unter dem Strich der glückliche Einzug ins Halbfinale des Sachsenpokals, wo bereits der von Andi Richter trainierte Regionalligist VfB Auerbach als nächster Gegner feststeht (Spieltermin noch unbekannt). Angesichts der wichtigen Aufgabe in Rostock sollte man an diese Pokalpartie schnell einen großen Haken setzen und zum Ligabetrieb übergehen. Natürlich wäre es fein gewesen, wenn es einen das Selbstbewusstsein stärkenden, klaren Sieg gegeben hätte. Den gab es aber nicht. Es war ein dreckiger, glücklicher Sieg. Wobei, mal ehrlich, warum kann nicht genau -das- zum Vorbild für den Auftritt an der Küste werden?

Wertung: 4

Beste Himmelblaue: Pentke, Mauersberger

Pressestimmen

MDR-Online

CFC zittert sich ins Halbfinale

[..] Beide Teams boten den Zuschauern im Stadion am Bad in Markranstädt einen tollen Pokalabend, in dem sich der Klassenunterschied nur am Ende bemerkbar machte.[..] Pfeffer hatte die erste nennenswerte Möglichkeit für den CFC, als er aus 20 Metern nur knapp am rechten Pfosten vorbeischoss (5.). Aber auch die Gastgeber setzten früh ein Ausrufezeichen, als Ibold einen SSV-Angriff aus etwa 18 Metern abschloss und Pentke gerade noch die Hände an den Ball bekam (10.). [..] Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Chemnitzer FC den Druck und erarbeitete sich mehr Ballbesitz. Dennoch hatten die Gastgeber die erste gute Chance zur Führung, als Ronneburg aus elf Metern nur knapp über das Tor köpfte (54.). Den Torbann brach schließlich CFC-Stürmer Fink, als er aus etwa 18 Metern Torentfernung zum Abschluss kam und den Ball im linken unteren Ecke unterbrachte (59.). [..] Lerchl hatte schon den Ausgleich auf dem Fuß (71.), den besorgte dann Werner nach einem schönen Konter in der 84. Minute. Der Oberligist hatte sich zurück ins Spiel gekämpft und verteidigte das 1:1 bis zum Ende der regulären Spielzeit. [..] Markranstädt ging ein wenig die Puste aus, und das ständige Anrennen der Gäste wurde schließlich durch Anton Finks zweites Tor belohnt (117.). Chemnitz zieht somit verdient, aber mit einem blauen Auge ins Halbfinale ein.


Trainerstimmen

Heiko Weber (SSV) bei MDR-Online:
"Grundsätzlich freut es mich für uns, dass wir heute gezeigt haben, was hier alles möglich ist. Gute Zuschauerresonanz, ein toller Gegner, eine aufopferunsgvolle Leistung. Schade nur, dass es nicht bis ins Elmeterschießen ging. Ich denke, dass wir das in der ersten Halbzeit gut gemacht haben. Die Truppe hat gezeigt, dass sie sich am Geggner steigern kann. Dieses Spiel sollten wir so mit in unseren Alltag nehmen. Dem CFC wünsche ich den Klassenerhalt und wir werden weiter daran arbeiten, dass wir künftig häufiger solche Spiele erleben können."

Karsten Heine (CFC) bei MDR-Online:
"Gratulation an Markranstädt. Und Respekt, was sie hier in dem Spiel geleistet haben. Bei uns war die erste Halbzeit katastrophal. Ohne Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten, Wille und Leidenschaft. Folgerichtig haben wir keine richtige Torchance gehabt. In der zweiten Halbzeit war das etwas besser, was dann auch zur Führung geführt hat. Wie wir uns dann aber auskontern lassen, ist amateurhaft gewesen. In der Verlängerung wurde der Kräfteverschleiß bei Markranstädt deutlich. Meine Mannschaft hat da gezeigt, dass sie den Sieg erringen wollte. Am Ende zählt nur das Weiterkommen."

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