Spielbericht // Saison 2014/2015

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:1Borussia Dortmund II
Borussia Dortmund II
27. Spieltag - 3. Liga - Saison 2014/2015
Samstag, 28. Februar 2015, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.046
Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg)
Chemnitzer FCTorfolgeBorussia Dortmund II
T Pentke
A Conrad
A EndresGelbe Karte
A Scheffel
A Poggenberg
M Lais (46. Kehl-GomezGelbe Karte)
M Danneberg
M Türpitz (86. Ofosu)
M Lorenzoni (88. Cincotta)
S Löning
S Fink

Trainer: Heine
0:1 Jordanov (37.)
1:1 Fink (39.)
2:1 Fink (57.)
3:1 Türpitz (69.)

T Alomerovic
A Hornschuh
A Zimmermann
A Güll
A Narey
M KefkirGelbe Karte
M Jordanov
M Solga
M Ioannidis (77. Maruoka)
M NyarkoGelbe Karte (46. Amini)
S Harder

Trainer: Wagner
Spielbericht

Chemnitz kann doch Rückstand

Von Erik Büttner

Na also, der Chemnitzer FC kann doch noch Spiele drehen! Nachdem in bisher allen Saisonspielen mit Rückstand der Ofen für den CFC aus war, konnten die Himmelblauen am 27. Spieltag gegen die U23 von Borussia Dortmund aus einem 0:1 noch ein 3:1 herausschießen. Basis dafür waren zwei Geniestreiche von Anton Fink.

CFC-Trainer Karsten Heine muss sich zunächst Gedanken über seine Aufstellung machen. Fabian Stenzel fehlt gesperrt nach seiner fünften Gelben Karte, für ihn rückt etwas überraschend Marc Lais in die Startelf. Zudem verletzte sich unter der Woche Nils Röseler und so blieb Heine zumindest die harte Entscheidung zwischen Rückkehrer Kevin Conrad und dem in Unterhaching gut agierenden Tom Scheffel erspart. Conrad rückt in die Innenverteidigung, Scheffel bleibt hinten rechts und macht dort wieder ein richtig gutes Spiel.

Die Partie wird vom Anpfiff an engagiert von beiden Mannschaften geführt. In den ersten Minuten haben die Gäste etwas mehr Zug, schaffen es aber nicht an einer gut agierenden CFC-Verteidigung vorbei. Aber auch bei den Himmelblauen sieht das Offensivspiel noch etwas gemüht aus, dennoch gibt es erste zaghafte Annäherungen an das von Zlatan Alomerovic gehütete Dortmunder Tor. Nach 15 gespielten Minuten trudelt der Ball dann auch vorbei am BVB-Torhüter, der Tor-Einspieler verstummt aber schnell wieder im Lautsprecher. Das Schiedsrichtergespann hatte eine Abseitsstellung von Schütze Anton Fink gesehen und lag damit…falsch. Fink wirkt zwar in der Folge noch nicht richtig auf dem Spielfeld angekommen, doch bei den interessanten Szenen vor dem Tor ist er stets dabei. In Minute 17 verzieht er einen Schuss deutlich, sein Freistoß in Minute 31 liegt schon besser. Doch noch immer macht sich der CFC in der Offensive mit ungenauem Spiel das Leben schwer und das hat Folgen. Denn als Dortmund ein ungenaues Abspiel am eigenen Strafraum abfängt, Edisson Jordanov von Lais nicht gestört wird und einfach mal auf den Kasten bolzt, da schlägt es hinter Philipp Pentke ein und es steht 0:1 (37.). Das Tor ist nicht mal unverdient, denn der BVB hatte in den letzten Minuten auch zwei durchaus gute Chancen.

Doch im Gegensatz zu vorangegangenen Partien antwortet Chemnitz diesmal schnell. Ecke, Fink auf Löning, Löning auf Fink, Fink im ganz spitzen Winkel und da donnert er das Leder zwischen Alomerovics linkem Ohr und dem Pfosten ins Netz. Diesmal kann der Tor-Einspieler ausgespielt werden: Chemnitz 1,Dortmund…auch 1.

In der Pause wechselt Heine, lässt den schwachen Lais in der Kabine und bringt Marcel Kehl-Gomez ins Spiel. Mit ihm kommt mehr Kampf und Zug ins Spiel und Chemnitz bekommt die BVB-Bubis immer besser in den Griff, noch aber bleiben die Offensivaktionen Stückwerk. Doch dann schlägt Conrad eine schöne Flanke auf Anton Fink, der verliert den Ball eigentlich an Verteidiger Zimmermann und Torwart, doch die beiden sind sich nicht richtig einig und deshalb lupft der Anton den Ball einfach ins Tor. Das Spiel ist gedreht! Zugegeben, das Bein von Fink lag schon ziemlich hoch in der Luft und gefährlich in Torwartnähe. Doch Schiedsrichter Jöllenbeck wollte wohl seinen Fehler aus der 15. Minute gut machen - dafür häufen sich dann in den Schlussminuten die von der Tribüne nicht nachvollziehbaren Entscheidungen. Sei es drum, der CFC hat jetzt richtig Bock und donnert Dortmund die Bälle um die Ohren. Einer davon schlägt auch ein. Als Fink den Ball am Strafraum herrlich abschirmt, durch die Abwehr steckt, steht Türpitz völlig frei und schiebt den Ball ins lange Eck (69.).

Mit diesem Tor war die Entscheidung gefallen. Dortmund versucht sich zwar noch am Anschluss, findet aber seinen Meister in der sicheren himmelblauen Abwehr. Dazu hat der CFC die klareren Chancen auf das vierte Tor. Das aber fällt nicht und so bleibt es beim umjubelten und gefeierten 3:1.

Dieser Sieg gegen Dortmund war erwartet, aber er bedurfte schon harter Arbeit. Mit diesem Dreier kann der CFC nun etwas entspannter die nächsten Aufgaben angehen, was aber nicht heißen soll, dass die Zügel auch nur einen Deut locker gelassen werden dürfen. Was dann nämlich passiert, hat das 0:1 gezeigt. Wichtig ist auch, dass der CFC den Fluch der Rückstände gebrochen hat. Vielleicht fällt ja nun auch noch der Fluch auf fremden Platz.

Wertung: 2,5 (erst etwas fades Spiel, die Tore brachten dann die Würze)

Beste Himmelblaue: Fink, Scheffel, Conrad

Trainerstimmen

David Wagner (BVB) bei MDR-Online:
"Wir sind gut in die Partie hineingekommen, haben wenig gefährliche Torraumszenen zugelassen und sind durch einen Super-Fernschuss in Führung gegangen. Leider haben wir postwendend den Ausgleich bekommen. Insgesamt gesehen, sind zwei der drei Gegentore durch individuelle Fehler geschehen. Wir konnten im Angriff zu wenig Durchschlagskraft entwickeln und haben am Ende verdient verloren."

Karsten Heine (CFC) bei MDR-Online:
"In der ersten Halbzeit sind uns nur wenig gefährliche Strafraumaktionen gelungen. Den Rückstand haben wir durch einige Fehlpässe im Spielaufbau mit eingeleitet. Danach hat meine Mannschaft mit dem 1:1 eine sehr gute Reaktion gezeigt. Dieser Ausgleich war wichtig. Es ist uns das erste Mal in dieser Saison gelungen, ein Spiel zu drehen. Nach dem zweiten Tor haben wir kaum noch etwas zugelassen und haben verdient gewonnen."

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