Spielbericht // Saison 2006/2007

 
VfB Auerbach
VfB Auerbach5:4 n.E.Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Achtelfinale - Oddset Sachsenpokal - Saison 2006/2007
Dienstag, 31. Oktober 2006, 14:00 Uhr
Stadion Ziegeleiweg, Auerbach
Zuschauer: 1.150
Schiedsrichter: Heinrich (Torgau)
VfB AuerbachTorfolgeChemnitzer FC
T Berger
A Gerloff (89. BleyGelbe Karte)
A Gerber
A GorschinekGelbe Karte
A Petrukhin (45. Weigl)
M Vogel
M Kramer
M PannachGelbe Karte
M Wieland (68. Schmidt)
S Wemme
S Schuch

Trainer: Dünger
Tore Fehlanzeige

Elfmeterschießen:
0:1 Baumann
Gerber verschießt
0:2 Sinaba
1:2 Bley
1:3 Kellig
2:3 Schmidt
Becker verschießt
3:3 Kramer
3:4 Schumann
4:4 Berger
Sambou verschießt
5:4 Vogel

T Klömich
A SieberGelbe Karte
A BaumannGelbe Karte
A ThöneltGelbe Karte
A Bachmann
M Tomoski (61. Schumann)
M Becker
M Wölfel (68. Kunert)
M Sambou
S Sinaba
S Schlosser (100. Kellig)

Trainer: Müller
Spielbericht

Erst zu lässig, dann mit schwachen Nerven

Von Erik Büttner

Raus und aus. Das war es mit einer weiteren Runde DFB-Pokal in Chemnitz. Am Reformationstag schied der Chemnitzer FC aus dem Sachsenpokal aus und verspielte damit einen möglichen weiteren Auftritt gegen einen Bundesligisten. Davon darf man jetzt weiter im Vogtland träumen. Denn der VfB Auerbach besiegte die Himmelblauen mit 5:4 im Elfmeterschießen, nachdem beiden Mannschaften 120 Minuten nicht reichten, um auch nur einen Treffer zu erzielen.

CFC-Trainer Joachim Müller schickte vor 1150 Zuschauern am Auerbacher Ziegelweg eine Elf ins Rennen, in der Schumann, Kellig und Kunert fehlten. Auch der wohl noch grippegeschwächte Adamu nahm nur auf der Bank Platz. Dafür stand Tomoski in der Startformation und auch der in Pößneck torhungrige Sinaba.

Der vermeintliche Favorit kam nie richtig ins SpielSchon diese Aufstellung ließ erahnen, dass der CFC den bis dato in der aktuellen Oberligaspielzeit noch sieglosen VfB Auerbach etwas unterschätzt. Das setzte sich auf dem Spielfeld fort. Die himmelblauen Spieler agiert lässig und glaubten wohl, die Partie könne mal so im Vorbeigehen gezogen werden. Doch der VfB stemmte sich nach Kräften und mit seinen vorhandenen Mitteln gegen den Tabellenführer. Diese Mittel waren zwar sehr beschränkt, aber da auch der CFC nicht das abrief, was er eigentlich kann, blieb es beim Pausenstand von 0:0. Bei nur einer Großchance für den CFC (Sinaba/5.) und ein paar weniger zwingenden Möglichkeiten für Auerbach kein Wunder.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur wenig. Chemnitz spielte weiter Tralala-Fußball und Auerbach ackerte. Heraus kam wieder nicht viel mehr als Kampf und Krampf. Auch die Torraumszenen blieben bescheiden. Schumann vertendelte die aussichtsreichste mit einem schlechten Querpass auf Bachmann (69.). Auf der anderen Seite drosch Gerloff 2 Minuten vor dem eigentlichen Ultimo einen Freistoß an den Pfosten (88.).

Und so musste Schiedsrichter Heinrich zu einer weiteren halben Stunde Gruselfußball bitten. In der Verlängerung vergab zunächst Baumann freistehend per Kopf den Matchball (107.). Dann rettete Klömich 2x glänzend gegen den allein durchgestarteten Wemme (108., 110.). In der 119. Minute schließlich traf der eingewechselte Kellig, doch der Schiriassistent dachte sich wohl: 'Wenn schon Verlängerung, dann auch Elfmeterschießen' und hob die Fahne.

Das Elfmeterschießen schließlich lief zunächst gut für Chemnitz: Baumann traf, Gerloff semmelte durch Nachhilfe von Klömich wieder nur an den Pfosten, Sinaba traf, dazwischen auch Kellig und Auerbachs Bley. Zwischenstand 3:1 für Chemnitz. Dann trat Schmidt an und schoss über den Kasten. Doch Chemnitz' Jubel kam zu früh, Schiri Heinrich ließ wiederholen - angeblich stand Klömich nicht auf der Linie - und Schmidt traf zum 2:3. Dann trat Becker an den Punkt und schoss an den Pfosten. Besser machten es Schumann sowie Kramer und Torwart Berger für den VfB. Also gab es schon wieder Verlängerung. Während sich für die Hausherren schnell Vogel als Schütze stellte, konnte sich bei den Himmelblauen keiner so richtig durchringen. Und so musste schließlich Sambou ran. Und der wusste schon, warum er eigentlich nicht schießen wollte, denn sein Schuss wurde sichere Beute von Torwart Berger. Und weil Vogel dem CFC den goldenen Schuss versetzte brach das Vogtland (zumindest das rund um Auerbach) in kollektiven Jubel aus, während im Gästeblock einige wieder mal austickten und das nicht zu knappe Polizeiaufgebot auch noch rechtfertigten.

Dass die CFC-Spieler schließlich betröppelt das VfB-Stadion verlassen mussten, war zwar unglücklich, aber nicht unverdient. Chemnitz hatte die Partie viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen und ließ deshalb den nötigen Biss wie auch die nötige Konzentration vermissen. Nur dadurch gelang es dem VfB Auerbach mit seinen einfachen Mitteln ins Spiel zu kommen und mit dem CFC Schritt zu halten. Am Ende haben sich die Himmelblauen dieses völlig unnötige Pokalaus selbst zuzuschreiben. Einzig positiv ist, dass auch 1998/1999 der CFC als Tabellenführer aus dem Sachsenpokal flog, der Rest ist bekannt...

Wertung: 4,5 (schlechtes Pokalspiel, das aber wenigstens dramatisch war)

Bester Himmelblauer: Klömich


<< 10. Spieltag 11. Spieltag >>