Vorbericht

2. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2026/2027
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
3:0
BFC Preussen
BFC Preussen

Heimauftakt des CFC mit viel Spannung und der Frage …

von Timo Görner

… kann man den starken Auftakt bestätigen oder geht es eher im Auf und Ab der letzten Saison weiter. Eins ist sicher, ein Selbstläufer dürfte es beim Gastspiel des Vorjahresaufsteigers so oder so nicht werden. Der BFC Preußen kommt mit Qualität im Kader und dem unbedingten Willen zu uns, mehr zu holen als letztes Wochenende.

Die letzte Saison unseres Gegners:

Der Aufsteiger aus dem Südwesten der Hauptstadt konnte mit seinem ersten Jahr in der viertklassigen Regionalliga zufrieden sein. Der Klassenerhalt wurde vorzeitig geschafft, bereits nach Spieltag 29 war dies rechnerisch zu 99% sicher. Die Adlerträger da auf einem sehr guten 7. Platz in der Tabelle, deutlich vor dem anderen BFC. Bemerkenswert war, dass man zu Hause wie auswärts nicht weit auseinanderlag und sich jeweils als absolut ligatauglich erwies. Der Abstiegskampf war, im Gegensatz zu Dynamo aus Hohenschönhausen nie ein Thema.

Vor dem Hinspiel an der Gellertstraße standen 7 Punkte aus 5 Spielen. Bei Vorjahres-Neuling Zehlendorf wurde 2:0 gewonnen, dazu Chemie (2:1) besiegt. Ärgerlich die Pleite im anderen Stadt-Duell gegen Weinrot-Weiß (1:2), gegen die alle 3 Pflichtspiele verloren gehen sollten. Lange Gesichter nach Luckenwalde (0:3). Bei uns dann wie jeder noch weiß, lag der 3. Saisonsieg in greifbarer Nähe. Bis zur Winterpause hielten sich die Lankwitzer ganz stabil. Konnten 5-mal gewinnen und überraschten in 3 Duellen die Liga erheblich. In Halle wurde (1:0) gewonnen, Lok mit 2:0 und Zwickau 3:2 besiegt. Furios die 2. Hälfte in Babelsberg zum 5:2. Auch Altglienicke kam nur zum Remis im "Preußen-Stadion", das Jahr 2025 in der Liga wurde mit einem kleinen Dämpfer in Eilenburg (0:1) beendet.

Die Ausgangsposition vor dem Frühjahr 2026 dennoch sehr gut, 13 Punkte waren es als 8. auf Platz 16. In den weiteren 16 Punktspielen erreichte die Mannschaft solide 24 Zähler. Setzte in Erfurt (1:0) das nächste Achtungszeichen, bevor es in eine kleinere Ergebniskrise ging. Der BFC 5-mal sieglos, musste sich über die nächsten Stadtderby-Pleiten in Hohenschönhausen (1:3), bei Hertha BSC II (0:5) ärgern. Es lief aber schnell wieder besser. Man holte Punkt für Punkt zum sicheren Ligaverbleib und blieb unberechenbar. So wurde die Liga an der Spitze spannend gemacht, 3:1 in Probstheida gewonnen. Auf der anderen Seite das 3:6 gegen Babelsberg. Der CFC ging ohne Zähler aus dem Rückspiel heraus. Es sollte nie irgendwas Richtung Tabellenkeller anbrennen.

Im eigenen Stadion die Adlerträger die achtbeste Gemeinschaft, lediglich 5 Niederlagen bei 8 Siegen. Auf Reisen wurde es immerhin Rang 10, der Saldo nur knapp im Negativ-Bereich bei 6-5-7. 50:55 Tore insgesamt stellten die neuntbeste Offensive, zwölftbeste Defensive. Einziger richtiger Wermutstropfen das Aus im Landespokal-Viertelfinale gegen "Angstgegner" BFC Dynamo (1:3). Der Traum vom 5. Gewinn nach 1979, 1980, 1981, 2016 und Teilnahme am DFB-Pokal 2026/2027 ausgeträumt.

Delegierungen für diese Saison:

Das Personalkarussell drehte sich ja im Vorjahr recht heftig, als bis zum Ende 18 neue Spieler kamen und 22 den Club verließen. Quasi eine fast komplette Mannschaft aufgebaut wurde mit mehreren doch bekannteren Namen. Diesmal blieb es erheblich ruhiger mit je 9 Akteuren in beide Richtungen.

Innenverteidiger Adrian Kireski (25/ Aubstadt) wechselte in die Bayern-Staffel. Der Deutsch-Libanese Chadi Ramadan (23) zog ins Lößnitztal. Im linken und rechten Mittelfeld zu Hause mit 9 Toren herausragender Akteur im Vorjahr. Sturm-Allzweckwaffe und Kapitän Patrick Breitkreuz (34/4) beendete seine Laufbahn, wurde Co-Trainer. Damit sind beide Torschützen der letzten Saison gegen uns Freitag nicht mehr dabei. Ein gutes Omen?

Erwähnenswert noch, dass Keeper Steffen Westphal (27) nach seiner schweren Gesichtsverletzung an der Gellertstraße und Rückkehr in den Kader nicht mehr zum Einsatz kam, keinen neuen Vertrag erhielt.

Bei den Neuen findet sich auch wieder Namen mit gewissem Bekanntheitsgrad. Im Tor stieß Florian Palmowski (25/Luckenwalde) zum BFC. Beim FSV im Vorjahr fast immer Nr. 1. Nino Lessel (21/Babelsberg) ist Innenverteidiger, bei 03 im Frühjahr 2026 etablierte Größe. Einer von 2 Neuen aus Potsdam. Ede Gramberg (23/Fordham Rams) verteidigt Links, kam aus den USA. 2022 von der Jugend von Energie Cottbus in die Staaten gegangen. Wie Nessel gebürtiger Berliner. Lucas Vierling (28/Greifswald) gilt als "6er" wie Luis Inderwisch (19/Neustrelitz). Maurice Covic (28/Babelsberg) spielt meist den "8er". Bei 03 starke 4 Tore + 6 Vorlagen. Gleiche Position Luan Midzaiti (19/SFC Stern U19), Nord-Mazedonier und da ehemals U18. Finn Cramer (20) ist Mittelstürmer, ab Januar 2026 vom VfL Osnabrück an Nord-Regionalligist SSV Jeddeloh II verliehen. Auf Rechtsaußen agiert Melvin Berkemer (21/Roda JC U21), kam aus den Niederlanden. Nachwuchsspieler, die hier den nächsten Schritt gehen wollen und Spieler wie Vierling, Palmowski, Covic, die bei ihren Ex-Vereinen feste Größen waren, sind für die Neuzugänge dieses Jahr signifikant.

Die sportliche Leitung:

Daniel Volbert (53) hat weiter das Sagen für die Erste Mannschaft. Das im nun 4. Jahr mit der Bilanz von 140 Spielen – 80 Siegen – 27 Remis – 33 Niederlagen bei 357:164 Toren. Neben Thorben Marx (45) unterstützt wie erwähnt Patrick Breitkreuz (34) als Co-Trainer. Die Keeper coacht der Türke Gökhan Aydin (41), das seit 2020. Als Aktiver u. a. bei Optik Rathenow, Berliner AK.

Als Sportlicher Leiter fungiert nach wie vor Pierre Seiffert, Ex-Nationalspieler Marko Rehmer (54) wirkt als Berater des Managements. Rommel Abou-Chaker (48) ist seit Januar 2026 der Abteilungsleiter Fußball.

Die aktuelle Saison bislang:

Im Gegensatz zur Situation vor 1 Jahr war die Aufgabe des Aufbaus der Mannschaft kleiner. Der BFC Preußen gab sich zumindest nach außen keinen Ambitionen auf den Kampf um den "Platz an der Sonne" hin. Das suggerierte auch die nicht so offensive Personalpolitik bei den Neuen.

Die Vorbereitung verlief betreffs der Testspiele wechselhaft. Interessanterweise gab es Duelle mit 2 Ligakonkurrenten und da den beiden Aufsteigern. Bei Tasmania wurde 4:1 gewonnen, dafür beim RSV Eintracht Stahnsdorf (0:1) verloren. Dem Gegner vom Ligaauftakt. Eine von 2 Niederlagen, das gleiche Resultat gab es bei Regionalliga-Absteiger Meuselwitz. Dafür verlief im Gegensatz zu uns die "Generalprobe" sehr positiv mit 5:0 bei Nord-Regionalligist SV Werder Bremen II. Mit dem "scharfen Start" wird man wohl nicht so zufrieden gewesen sein. Liga-Neuling RSV Eintracht holte ein verdientes 1:1 im "Preußen-Stadion". Konnte das 1:0 aus Minute 28 nach knapp 1 Stunde ausgleichen und das verteidigen. Es sollten eigentlich 3 Punkte werden zur Einstimmung auf den folgenden schwierigen Dreierpack CFC (A), Lok (H) und Aue (A). Im Pokal geht es am 23.08. in Hauptrunde 2 zu Landesligist Spandauer SC Teutonia 99.

Das Spieler-Kollektiv:

Zum Ligaauftakt stand wie erwartet Florian Palmowski (25) im Tor. Daran dürfte sich für den Freitag nichts ändern. Karl Albers (23) ist der derzeit zweite Keeper. Im Vorjahr die Nr. 1. Ab Mitte Oktober 2025 in jedem Punktspiel im Kasten, kam nach dem Ausfall von Steffen Westphal an der Gellertstraße zu diesem Status und absolvierte 80 Spiele in unserer Liga. Zuvor bei Tennis Borussia, seinem Heimatverein.

In der Abwehr wird die Viererkette gespielt. Das Innenverteidiger-Duo bildeten gegen den RSV Eintracht Neuzugang Nino Lessel (21) und der erfahrene Charmaine Häusl (30). Aktiv in der WM-Qualifikation 2026 für die Seychellen. Bei Standards in Tornähe oft mit vorn. Alternativen auf der Position Leo Sommerfeld (21), Lenny Stein (30). Ben Meyer (27) auf Links dürfte auch erstmal weiter gesetzt sein, bringt 174 Spiele in dieser Staffel in die Bilanz ein. Hat wohl die Nase vorn gegen Ede Gramberg (23). Alexander Dikarev (21) begann auf Rechts, weitere Option Oliver Maric (23). Letzterer zuvor hier aktiv für Lichtenberg 47, FC Viktoria Berlin und Luckenwalde. Man ist hier durchaus ordentlich besetzt.

Im Vorjahr setzten die Trainer auf das 4-4-2 mit der "Doppel 6". Zum Start wurde das 4-3-3 versucht und somit vom System her offensiver agiert. Vorstellbar, dass am Freitag wieder defensiver angefangen wird. Keine Überraschung auch hier, Lucas Vierling (26) durfte zentral vor der Kette beginnen. Routinier Niklas Brandt (32) hingegen stand nicht im Kader. Für Youngster Luis Inderwisch (19) wird es wohl erstmal schwer werden, da vorbeizukommen. Auf der "8er" Position kann man neben Kapitän Philip Fontein (32) nun auf Maurice Covic (27) bauen. Zwei Spieler, die potentiell als Eckfeiler anzusehen sind. Luan Midzaiti (19) – siehe Inderwisch. Einziger nomineller "10er" im Team ist Ole Hoch (24). Gegen Ende der Vorsaison außen vor, wie Brandt letztes Wochenende auf der Tribüne.

Im Angriff gibt es einiges Gedränge. Vor allem, sollte man wieder zum 4-4-2 gehen. Philipp Kühn (23) und Finn Cramer (20) gelten als Mittelstürmer. Nikolas Frank (21) gibt normalerweise die "hängende Spitze". Erzielte am Samstag das 1:0. Kam vor 3 Jahren aus der U19 hoch. Schon im Vorjahr gut am Start, in 25 Einsätze 7 Tore und 18-mal Startelf. Vermutlich bei uns wieder in vorderster Front. Auf Linksaußen lief Luca Butkovic (21) auf, ausgebildet beim HSV. Dazu kommt Jasin Abou-Chaker (18), U21-Nationalspieler Palästinas und Filius des Abteilungsleiters – siehe oben. Kam ebenfalls aus der U19. Den rechten Flügel besetzten Oluwaseunnla Eni-Owo Adekunle (24), Kanto Fitiavana Voahariniaina (29) – aus Madagaskar und Melvin Berkemer (21) als einer der Neuen.

25 Spieler umfasst das Aufgebot derzeit inkl. der hier 2 Keeper. 24,8 Jahre im Schnitt nach deren 25,2 zuvor. Kein Vergleich mit den Aufstiegskandidaten, aber solide besetzt bei gestandenen Spielern dieser Klasse. Siehe Palmowski, Albers, Häusl, Vierling, Brandt, Fontein, Covic, Maric. Dazu vielversprechenden jüngeren Akteuren. Lessel, Dikarev oder Frank. Ein Team, dass, wenn das Potential ausgeschöpft wird, wieder in der Region landen kann wie im Vorjahr. Die Qualität scheint nicht geringer auszufallen als 2025/2026.

Krankenlager / Strafbank:

Aktuell sind keine Ausfälle dieser Art bekannt.

Prognose:

Wurde bereits angesprochen, mit dem Abstiegskampf sollten die Berliner nichts zu tun bekommen. Auch wenn die Ergebnisse der Testspiele und der Auftakt nicht ganz den Erwartungen entsprachen.

Bilanz gegen unseren Gegner:

Bedarf einer Verbesserung, die Ausbeute aus dem Vorjahr mit dem glücklichen 1:1 in Chemnitz nach Elfmeter in der Nachspielzeit und 1:2 in Berlin-Lankwitz. Negativ fällt zudem ins Gewicht, das kein Tor von uns aus dem Spiel erzielt wurde. Der Anschlusstreffer bei den Preußen war ein Eigentor.

Das Umfeld / Wirtschaft/ Stimmung:

Vor ein paar Monaten waren die Ambitionen noch durchaus beachtlich, zumindest mittelfristig wird die 3. Liga anvisiert. Man wollte den Hut in den Ring werfen im Kampf um die Nr. 3 der Stadt hinter Union und Hertha BSC. Neben dem sportlichen Erfolg soll auch die Infrastruktur entsprechend wachsen und ausgebaut werden. Die Rede war von der "Preußen Arena 3.0". Die mit neuem Funktionsgebäude, Sporthotel, zwei Sporthallen, Beachvolleyballfeld, Kita. Als Kernprojekt ein modernisiertes Stadion für 4.000 Zuschauer. 70 Millionen Euro könnte bzw. solle das Ganze kosten bzw. wurden kolportiert. Aber von Seiten des Vereins nach unten korrigiert. So die Ansagen im Juli 2025 nach dem Aufstieg in die Regionalliga. Noch ist nicht bekannt, wie die Finanzierung aussehen würde. Als Säulen stehen Fördermittel, Kredite und Investoren im Raum. Bemerkenswert bleibt aber die Aussage, erst bei einem gewissen Niveau der Infrastruktur auch in die 3. Liga zu gehen. Im "Preußen-Stadion" ist zum Beispiel die Flutlichtanlage derzeit (noch) nicht auf dem Level, welche den Anforderungen des NOFV entsprechen.

Vom Zuspruch auf den Rängen her lag man 2025/2026 im unteren Drittel der Liga beim Schnitt von 612. Vor Altglienicke, Eilenburg. Zehlendorf. In 3 Begegnungen wurde es vierstellig. Chemie mobilisierte 1.200, der BFC Dynamo 1.096, Jena 1.006. Tristesse im Lokalderby gegen Altglienicke bei 145. Der CFC lockte 477. Zumindest ein Anstieg zu den 265 aus der Aufstiegssaison 2024/2025 in der Oberliga Nordost Nord. Wobei da noch die 2.025 aus dem "Endspiel" gegen Eintracht Mahlsdorf positiv ins Gewicht fallen. Ansonsten wurde es mehrmals nur zweistellig. Gegen Eintracht aus Stahnsdorf waren die 526 ganz ordentlich. Am Freitag dürfte man wohl nur mit einer ganz kleinen Abordnung aus Berlin rechnen. Neben dem Fußball sind im Verein Handball, Volleyball und Gymnastik an Bord. Auf dem Trikot der Ersten Mannschaft wirbt das Logo einer Berliner Firma für Bauausführung und Immobilien aus dem Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Daneben unterstützen u. a. die Firma des ehemaligen Mäzen des Berliner AK, 2 bundesweit agierende Ketten von Fitnessstudios und eine ebenso bundesweit bekannte Biermarke aus dem Sauerland. Keine großen Geldgeber, aber man ist hier durchaus solide aufgestellt.
2. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2026/2027
Freitag, 31. Juli 2026, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.639
Schiedsrichter: Riemer (Eisenhüttenstadt)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele20112:3
Heimspiele10101:1
Auswärtsspiele10011:2
Ligaspiele20112:3
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

2025/2026Regionalliga Nordost6. SpieltagChemnitzer FC - BFC Preussen1:1 (0:1)
2025/2026Regionalliga Nordost23. SpieltagBFC Preussen - Chemnitzer FC2:1 (2:0)

Links zum Gegner