Bericht vom 107. CFC-Stammtisch im Gartenheim Erdenglück

13.03.2002, 17:17 Uhr | 906 Aufrufe
Vom Verletzungspech verfolgt: Markus AhlfZum diesmaligen Stammtisch hatte Organisator Heinz Franke von himmelblauer Seite das Vorstandsmitglied Dr. Eberhard Langer, CFC-Kapitän Torsten Bittermann, Abwehrspieler Marco Franke und Rekonvaleszent Markus Ahlf eingeladen. Das FCK-Urgestein Frank Uhlig, seiner Zeit Kopfballungeheuer a'la Jan Schmidt, mußte leider kurzfristig absagen.
Zu Beginn ergriff Dr. Langer das Wort und stellte der versammelten himmelblauen Gemeinde wichtige Neuigkeiten zum Thema CFC und DFB vor. Als erstes blickte er aber noch einmal auf den letzten Samstag zurück und ließ seinen Unmut über die Fehlentscheidung des Schiedsrichters bei der roten Karte freien Lauf - dies ganz aus der Sicht als Zuschauers, nicht der des Vorstandes ;o). Dann ging Langer auf die 3 Neuverpflichtungen der Winterpause ein und betonte, daß alle 3 Spieler extern über Sponsoren finanziert würden - Zeitungsparolen wie "Können die sich das überhaupt leisten!?" seien daher völlig unangebracht. Trotz allen bleibe die finanzielle Situation angespannt - der Verein hat im Gegensatz zu Essen oder Braunschweig einfach kein vergleichbar starkes Umfeld, wo eben auch das Land oder die Stadt kräftig mit unter die Arme greift. Zur Olympiabewerbung Sachsens meinte Langer, daß er hier für den CFC einen Nachteil sehe, da für dieses Großereignis natürlich auch bisherige himmelblaue Sponsoren umworben würden - man stehe gerade deshalb in engen Kontakt mit der Sponsorenfamilie. Weiterhin gab Langer bekannt, daß im Vorfeld des U21-Länderspieles am 26.03. noch freiwillige Kräfte gesucht würden, die die Fischerwiese nach dem Spiel gegen Aue wieder in vorzeigbaren Zustand versetzen. Das Großreinemachen ist für Sonntag, den 24.03. geplant. Ebenfalls dick anstreichen sollte man sich den 19.05., denn da ist beim CFC das nächste himmelblaue Fanclub-Turnier vorgesehen. Als nächsten Punkt informierte Langer darüber, daß es Anfang Mai ein Abschiedsspiel für Toni Ananiew geben wird, dessen Einnahmen einer Hilfsorganisation in Bulgarien und dem CFC-Nachwuchs zugute kommen sollen. Toni soll gegen Ende des Jahres sogar die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen und er hat im Einvernehmen mit dem Verein geplant, die A-Lizenz als Trainer zu angehen. Letzter Punkt bei Langers Rede war die bevorstehende DFB-Tagung Anfang Mai und die dabei im Raum stehenden Reformen betreffs der Regionalliga. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es ab Sommer die Regelung geben, daß "jeder Club der dritten Klasse sechs für deutsche Auswahlteams spielberechtigte Kicker" in den 18-Mann-Kader zu berufen hat. Weiterhin sollen von diesen sechs Akteuren zwei nicht älter als 21 Jahre sein, und - um den Kuddelmuddel perfekt zu machen - müssen in jedem Spiel pro Team vier U24-Spieler in der ersten Elf dabei sein. Langers Nachsatz, daß die Zusammenlegung der zwei RL-Staffeln vorerst vom Tisch ist, ging im kopfschüttelnden Gemurmel der anwesenden Spieler und Fans beinahe unter.
Erster Gast am Tisch war dann der Kapitän der Himmelblauen, Torsten Bittermann, der natürlich sofort mit Fragen zum schlechten Spiel gegen Kiel konfrontiert wurde. Bitti erklärte, daß die Mannschaft selber damit unzufrieden war, welches Gegurke sie am Samstag angeboten hat und daß die Spielauswertung von Schulle bedeutend länger ausfiel als sonst. Es fehle einfach die körperliche und geistige Lockerheit. Die körperliche Fitness könne dabei sicher eine Folge der Winterpause sein, welche sich demnächst von selbst korrigieren könnte. Die andere, die geistige Fitness sei viel komplizierter zu erlangen. Nach Meinung des Käptn's ist im Winter zuviel vom möglichen Aufstieg geredet worden - sowohl vom CFC selbst, als auch das Umfeld und vor allem die Medien. Natürlich wolle man die Chance beim Schopfe packen, aber selbst ein dritter Platz wäre doch ein Erfolg nach dem lausigen Start in die Regionlliga. Das würde zu oft verkannt und einige Spieler hätten einfach den Kopf nicht frei. Aus diesem Grund würde es Bitti auch gut finden, wenn die Trainer versuchen würde, das Thema Aufstieg von den Köpfen der Spieler fernzuhalten.
Nächster Gast am Tisch war der dauerverletzte Abwehrspieler Markus Ahlf, der letzten Sommer vom diesjährigen Weltpokalsiegerbesieger FC St. Pauli gekommen war. Trotz seiner erneuten Verletzung, die ihn wahrscheinlich erst zum Ende der Saison wieder fit werden lässt, war keine Spur von Niedergeschlagenheit zu spüren. Er fiebert mit den Mannen vom Millerntor regelmäßig mit und der Sieg gegen die Bayern war auch für ihn ein Hochgenuß. Trotz der Erfolge der alten Kameraden und seiner Verletzung hat er seinen Wechsel zum CFC noch nicht bereut und glaubt fest an seine himmelblaue Zukunft. Angesprochen auf das Thema erste Liga, meint er, daß er bei Pauli eh nur wieder den Lückenstopfer gespielt hätte. Da sieht der Verteidiger beim CFC eine größere Perpsektitive und er geht fest davon aus, daß er in gesunder Verfassung einen Stammplatz haben wird. In Sachsen fühle er sich übrigens "sauwohl", auch wenn Chemnitz natürlich nicht mit Hamburg vergleichbar wäre.
Zu einem kurzen Zwischenstop ging es dann an den Nachbartisch, wo Dr. Langer die letzten Minuten seiner knapp bemessenen Zeit zur Verfügung stand. Auch hier ließ der Ex-OB von Karl-Marx-Stadt seinen Gefühlen noch einmal freien Lauf und wetterte über die Zunft der Schiedsrichter, die von der ersten Liga bis zur Landesliga in seinen Augen immer mehr Spielausgänge beeinflussten. Damit kam Langer zum Thema Nachwuchs, wo im letzten Spiel der CFC-Reserve Rolleder angeblich dreimal im Abseits gesehen wurde, was aber wohl nicht so war. Aber auch andere Sorgen waren zu hören - die angestrebte Bündelung des westsächsischen Nachwuchses im Leistungszentrum des CFC scheint bisher nur der FSV Zwickau zu unterstützen, mit dem man einen Kooperationsvertrag unterzeichnet hätte. Verrückt wird es, wenn junge Spieler aus Thüringen oder Brandenburg zum CFC stossen wollen - der ca. 300 Euro teure Internatsplatz wird vom Freistaat nämlich nur bezuschusst, wenn der Kicker auch Sachsen kommt. Tolle Bürokratie, tolle Nachwuchsförderung.
Letzter Gast am Tisch war dann Marco Franke, der gegen Kiel als Schmidt-Ersatz aktiv war. Auch er konnte sich die schlechte Leistung gegen Kiel nicht recht erklären. Als Spieler würde man zwar spüren, daß es nicht läuft - aber dann etwas dagegen zu tun, sei sehr schwer - und so schleppt man sich eben mehr schlecht als recht über die Zeit. Der CFC sei mit den 3 Stürmern der Kieler, die noch recht häufig ihre Positionen wechselten, überhaupt nicht klar gekommen. Die Frage des Stammtisches, warum ein junger Marco Franke keinen alten Jan Schmidt aus der Abwehr verdrängen kann, behagte dem Talent nicht so recht. Seiner Meinung nach spiele er nicht schlechter als voriges Jahr - und da kam er in der zweiten Bundesliga auf immerhin 15 Einsätze. Manchmal beschleiche ihn auch das Gefühl, als "ewiges" Talent zu gelten und somit beim Trainer von vornherein schlechtere Karten zu besitzen. Trotzdem rechnet sich Marco für das nächste Jahr auch aufgrund der eventuellen Neuregelungen in der RL größere Chancen auf einen Stammplatz aus. Zum Thema Fans und Kommerzialisierung meinte Franke, daß sich der Fußball keineswegs von den Fans entfernen darf - er als Spieler könne dadurch zwar mehr Geld verdienen, aber Fussball ohne Fans ist vollkommen undenkbar.

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