CFC-Stammtisch: Besorgte Fans fordern Antworten auf gegenwärtige CFC-Situation

10.10.2000, 14:26 Uhr | 767 Aufrufe
An die 80 Fans der Chargen jung bis alt drängten sich in dem kleinen Chemnitzer Gartenlokal, um von den CFC-Oberen namens S.Menz (Manager), J.Kuze (Trainer), Hr.Kruse (Pressesprecher) und P.Müller (Geschäftsführer) Antworten auf die besorgniserregende Situation bei den Himmelblauen zu bekommen.

Stammtischinitiator Heinz Franke eröffnete den Abend mit einer längeren Einleitung, in welcher er gute und schlechte Zeiten des CFC aufführte, und das die Fans immer hinter ihrem Verein gestanden haben. Dies sollte aber auch der Verein erkennen und daher einfach mehr mit seinen Treuen reden. Grosse Sorge bereite ihm vor allem die momentane Lage, welche akute Abstiegsgefahr erkennen ließe.

Stadionsprecher O. Kadner übernahm das Mikro und managte die Antworten der CFC-Oberen. Nach den allgemeinen Dankesworten für die Einladung folgte schnell der erste Kracher. Kuze teilte mit, das er den Kader von 29 Spielern auf 22 verkleinert habe und sich somit auch mehr Ruhe und Ordnung im Team erhofft. Der Vertrag mit Biskup wurde aufgelöst und die Spieler Weber, Hähnge, Kunze, sowie Findeisen können sich einen neuen Verein suchen oder ihren Vertrag absitzen. Menz apellierte hierbei an den sportlichen Ehrgeiz der Spieler. Die zwei Nigerianer können laut Kuze dem CFC momentan auch nicht weiterhelfen und sollen auf Leihbasis bis zur Weiterentwicklung abgegeben werden. Weiterhin äusserte sich Kuze erfreut über die 14-tägige Trainingsmöglichkeit, seine Spieler würden immer besser seine Vorstellungen umsetzen.

Pressesprecher Kruse versuchte dann, die Öffentlichkeitsarbeit des CFC zu bewerten. Man habe sicherlich in dieser schwierigen Situation einfach zu lange geschwiegen und will Meinungsbildungen in der Öffentlichkeit jetzt offensiver begegnen, oder anders gesagt, einfach mehr mit den Fans reden. Die fachliche Kompetenz der Morgenpost wurde in Frage gestellt, die seriösere und zahmere Freie Presse für ihren samstäglichen Artikel ('6 Gründe für Krise beim CFC') sehr gelobt. Kruse betonte ebenso wie auch Menz, nicht an seinen Posten zu kleben, welcher ihn (Kruse) mit der Aufgabenfülle eh überrascht hätte.

Ein anwesender Vertreter des Sponsorenringes fragte nach der Beantwortung des offenen Briefes an den CFC (Fragen der Sponsoren nach der Transfertätigkeit des Sommers und den Aktivitäten zur Sicherung Klassenerhalt) und vor allem nach der ausstehenden Antwort von Präsident Nofri. Nach Kritisierung des Öffentlichmachens der Aktion wurde seitens Menz/Kruse auf den feststehenden Termin für nächste Woche zur Klärung aller offenen Sponsorenfragen verwiesen. Sponsor Jeske verteidigte die Aktion mit dem Hinweis, das seitens des CFC keine Antwort kam und daher über die Presse Druck aufgebaut werden musste. In eine ähnliche Kerbe wurde seitens eines CFC-Mitgliedes geschlagen, welches den berechtigten Vorwurf brachte, das Nofri beim vorsommerlichen Rücktritt auf der Präsidiumswahl die Mitglieder "wie dumme Schuljungen" behandelte - später wurde er Präsident und sprach markige Worte, und jetzt hört man gar nichts mehr vom "starken" CFC-Präsidenten. Pressesprecher Kruse versprach, mit Nofri darüber zu sprechen.

Viele Fragen und Vorwürfe drehten sich natürlich um die verfehlte Einkaufspolitik in der Sommerpause. Menz selber gestand hier auch offen ein, mehr "Masse als Klasse" gekauft zu haben. Gleichzeitig erwehrte er sich aber auch den Schuldvorwürfen, das er als Manager "ja nicht mit der Stoppuhr hinterm Busch steht" und demzufolge der sportliche Leiter, Christoph Franke, am Ende gesagt hätte: "Ja, aus diesem Spieler mache ich was". Die Entscheidung, ob ein Spieler dem CFC sportlicherseits etwas bringt, wurde nur von C. Franke getragen, nach dem "Ja" des Trainers bestand die Aufgabe des Managers darin, einen guten Vertrag auszuhandeln. Wunschspieler wie Däbritz und Heidrich waren für den CFC wegen ihren Gehaltsvorstellungen unbezahlbar. Andere mittlerweile hochgelobte Spieler wie Helbig (Cottbus) und Rath (Pauli) seien von ihm an Franke herangetragen worden, aber von Franke für nicht zweitligatauglich eingeschätzt worden. O-Ton Menz: "Ihr könnt Franke anrufen - es war so".

Fragen nach dem Rücktritt von C. Franke und der Verpflichtung von J. Kuze wurden ähnlich wie in der Talkrunde im Vita-Center beantwortet. Franke sei am Dienstag nach dem Heimspiel gegen Saarbrücken von sich aus zurückgetreten, gleichzeitig mit ihm wollten Nofri und Menz das Handtuch werfen, bei den letzteren stimmte der Verwaltungsrat wegen der dann vorherrschenden schweren Führungskrise aber nicht zu. Kuze sei auf Einladung von Menz und von diesem wiederum auf Information von Krupnikovic auf der Durchreise nach Bremen zu dem CFC-Heimspiel eingeladen gewesen. In einem Gespräch zwischen Nofri, Menz und Kuze um Beratertätigkeit beim CFC ergab sich dann der Gedanke, Kuze als doppelsprachigen Trainer zur besseren Integration der neuen Spieler einzusetzen, und Kuze willigte ein.

Josip Kuze beantwortete diverse Fragen zu Auswechslungen und gestand auch einen möglichen eigenen Fehler ein. Er hatte bis zwei Stunden vor Spielbeginn vor, Jan Schmidt in Oberhausen auflaufen zu lassen, hat sich aber dann wegen der fehlenden Spielpraxis gegen ihn entschieden. Fragen nach seiner Tätigkeit über den nächsten Sommer hinaus beantwortete Kuze erstmal mit der vordergründigen Zielsetzung Klassenerhalt, danach könne man über vieles reden.

Auf Fragen zum Thema Verstärkungen, auch zu den Gerüchten um die finnischen Stürmer, äusserte sich Menz dahingehend, das bei ihm jeden Tag an die 10 Faxe eingingen, auf denen diverse Spielerberater ihre Jungs anbieten. Einzig entscheidend sei aber, das der Trainer sagt, er brauche diesen oder jenen Mann - dann klopft der Manager den Vertrag ab und wenn alles passt, dann wird der Spieler verpflichtet. Menz betonte hierbei nochmals die gute Zusammenarbeit zwischen ihm und Waszik, welche sehr fruchtbringend gewesen sei. Unter dem Übergangspräsidium mit Schreiter wäre er aber quasi fast handlungsunfähig gewesen, und das gerade in der Transferzeit. Erst mit Nofri habe das CFC-Management seine Schlagkraft zurückbekommen.

Geschäftsführer Müller beantwortete dann diverse Fragen zur Fanarbeit und war auch nach Ende der Veranstaltung an nahezu jedem Tisch noch persönlich zu Gast und zu ausführlichen Gesprächen bereit. Er verdeutlichte die Notwendigkeit der Fans für die Mannschaft, engagiert sich auch 100% für das Bedanken der Mannschaft bei den Fans, bat aber auch um Verständnis, das nach den Sprechchören im Ulm-Heimspiel gerade die Ausländer im Team die Kabine als Aufenthaltsort vorgezogen haben.

Die letzte offizielle Frage (der Schreiber des Berichtes wurde auserwählt) im Gartenheim Erdenglück drehte sich um die mangelhafte Internet-Arbeit des CFC, nichtbeantwortete E-Mails und schmerzlich vermisster persönlicher Live-Auftritt der himmelblauen Helden in Forum oder Chat. Kadner und Kruse gelobten Beserung, vor allem in Absprache mit S. Fritzsche (off. Page). Besser wäre es, denn die Konkurrenz aus den lilanen Erzbergen schläft nicht, was auch bei der Fragestellung an die CFC-Oberen als Seitenhieb erwähnt wurde.

Nach diverser Diskussion mit den Tischnachbarn oder einem der verbliebenen CFC-Grössen leerte sich das Lokal allmählich mit der verbleibenden Hoffnung, in Aachen mindestens einen Punkt zur Krisenbewältigung zu ergattern. Schaunmermal.

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