Bericht vom 109. CFC-Stammtisch

17.05.2002, 19:48 Uhr | 1058 Aufrufe
Holger HiemannLetzten Dienstag fanden sich zum 109. CFC-Stammtischtreffen von himmelblauer Seite Silvio Meier, Holger Hiemann, Krystian Prymula und Ronny König ein. Viele der anwesenden Fans hatten sich vor allem auf das Erscheinen von Lutz Waszik gefreut, um endlich fundierte Antworten auf ihre brennenden Fragen zur finanziellen Lage und zur himmelblauen Zukunft zu bekommen. Leider mußte der CFC-Manager kurzfristig absagen, da ein wichtiger Gesprächstermin bei den Chemnitzer Stadtwerken ins Haus stand. Stammtischorganisator Heinz Franke zeigte sich im Laufe des Abends zwar enttäuscht, wird aber wie alle anderen Fans am Mittwoch der Presse entnommen haben, daß Waszik's Termin bei den Stadtwerken erfolgreich war und vorzeitige Gelder für den klammen CFC-Haushalt gewonnen werden konnten.
Natürlich drehten sich die ersten Fragen um die Themen Haushaltloch und Lizenz, auch wenn die anwesenden himmelblauen Gäste mehr oder weniger zu verstehen gaben, daß sie nicht viel mehr wüßten, als was die Fans bereits den Chemnitzer Medien entnehmen konnten. Traurige Tatsache ist nach wie vor, daß die Spieler weiterhin auf das am 15.April fällig gewesene Märzgehalt warten. Allerdings sollen in dieser Woche die ersten Zahlungen erfolgen.
Hiemann zeigte sich gut aufgelegt und flachste mit den Fans, daß beim CFC ein regelrechter Run auf den Stammtisch zu verzeichnen gewesen sei, da es hier eine warme Mahlzeit und ein Getränk für die mittellosen Spieler gäbe. Im ernsthaften Gespräch versicherte der Keeper Ronny König später, daß es in der Truppe keinen Stimmungsabbruch gibt und das gerade die letzten Spiele bewiesen haben, daß die Leistung auf dem Platz stimmt. Er selbst hat sich, wie andere auch, zum Verzicht auf einen Teil seines Gehaltes bereit erklärt. He-Man denkt nach wie vor daran, seine Karriere in Chemnitz ausklingen zu lassen, einen Zeitrahmen habe er dafür aber noch nicht. Augenzwinkernd erklärte er, daß er mit dem CFC dieses Jahr noch kein Spiel verloren hat, und daß dies vor allem daran liegt, daß er nach dem Heimspiel immer mit Meissner eine Dose Faxe an der Tanke holt. Zum leidigen Thema Bitti meinte Holger, daß er bei dem Vorfall nicht live anwesend war, aber die Mannschaft wohl mittlerweile einen Brief an den Vorstand verfasst habe, in dem sie ihren eigenen Standpunkt darlegt. Letzter Gesprächsmittelpunkt war dann die CFC-Fanpage und das He-Man mal wieder mit einer Kolumne dran wäre - welche nach dem Saisonende auch kommen soll. Hiemann bestätigte zum wiederholten Male, zu den Stammlesern zu gehören und das er sogar öfters schon interessante Artikel ausgedruckt und zur Mannschaft mitgenommen hat.
Von Ronny König war zu erfahren, daß er ab Sommer einen 4-Jahres-Vertrag bekommen soll und dann zum Team der ersten Mannschaft stoßen wird. Bisher trainiert König immer noch bei der zweiten Mannschaft mit. Selbstkritisch merkte der Youngster an, daß er bei seinem ersten Einsatz schon bißchen aufgeregt war und dadurch auch eine gute Torchance überhastet Krystian Prymula vergeben hat. Ronny's fussballerische Wiege stand in St. Egidien bei Hohenstein-Ernstthal, womit er in guter himmelblauer Tradition von Rauschenbach und Tetzner steht. Vor 2 Jahren wurde König vom CFC-Scout Lienemann entdeckt und zum Club gelotst. Die neue Regionalligaregelung zugunsten der jungen Spieler sieht das Nachwuchstalent natürlich als Vorteil für sich selbst an.
Silvio Meier mußte gleich zu Beginn die Frage beantworten, ob sein offizieller Job beim CFC nun Mannschaftsleiter oder Co-Trainer ist. Der gut aufgelegte Meier erklärte, daß er beides sei, aber trotzdem nur ein Gehalt beziehe. Eigentlich ist ja auch Barsikow als Co-Trainer des CFC angestellt, da sich aber Barsi mehr um die zweite Mannschaft kümmere, bleibe eben viel Abeit für ihn übrig. Zurückblickend auf die Karkuth-Ära meinte Silvio, daß Dirk Karkuth einfach kein Gefühl für den Umgang mit Menschen hatte und daher zurecht abgelöst wurde. Mit dem aktuellen Chefcoach Matthias Schulz könne er sehr gut zusammenarbeiten und er hätte sich auch gefreut, daß Schulle beim CFC nächstes Jahr weitermacht. Zur verkorksten Rückrunde, als die Mannschaft in den ersten Spielen kein Bein auf die Erde brachte, meinte Silvio, daß es vielleicht ratsamer gewesen wäre, den vereinsinternen Druck beim Thema Wiederaufstieg etwas zu bremsen.
Letzter Gast am Tisch war Krystian Prymula, der bekantlich erst in der Winterpause zum CFC gekommen war und sich mit seinen bisherigen Auftritten bei den Himmelblauen schon einen ordentlichen Namen gemacht hat. Krystian bestätigte, daß er wohl die schnellsten Beine unter den deutschen Profis hat, denn bisher sei selbst in der Bundesliga niemand bekannt, der 30 Meter in 3,68 sec läuft. Noch im Herbst war Prymula für den Berliner AK aufgelaufen, bis es dort kein Geld mehr gab und sein Vertrag somit hinfällig wurde. Ein Angebot, zu den Amateuren der Hertha zu wechseln, schlug Krystian aus, da er beim CFC mit der Spielklasse Regionalliga die besseren Zukunftschancen sah. Prymula stammt ursprünglich aus Polen, aus der Nähe von Breslau, ist aber aufgrund deutscher Vorfahren nach Deutschland übergesiedelt und spielt daher mit deutschem Paß. Einen ordentlichen Spitzname bekam er beim CFC auch schon verpasst, aufgrund seiner Ähnlichkeit taufte man ihn schlichtweg "Tschewtschenko". Seine Lieblingsposition auf dem Rasen ist die des Stürmers, allerdings käme er auch mit seiner jetzigen Rolle als Rechtsaußen ganz gut klar. Auf die Frage, welche Chancen er sich denn gegen die Sturmdenkmäler Krieg und Meissner ausrechne, antwortete der junge Mann unbekümmert, daß er sich sicher sei, auch gegen diese Beiden bestehen zu können - und bei einer anderen eigenen Meinung wäre er hier an der verkehrten Stelle - recht so, Krystian!

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