Spielbericht // Saison 2008/2009

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:1TSG 1899 Hoffenheim
TSG 1899 Hoffenheim
1. Runde - DFB-Pokal - Saison 2008/2009
Sonntag, 10. August 2008, 17:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.758
Schiedsrichter: Perl (München)
Chemnitzer FCTorfolgeTSG 1899 Hoffenheim
T Klömich
A BaumannGelbe Karte
A Kunert
A WilkeGelbe Karte
A Emmerich (74. Reinhardt)
M LiebersGelbe Karte
M Becker
M Boltze
M Schlosser (71. Bachmann)
S Kellig
S Sonnenberg

Trainer: Schädlich
0:1 Ibisevic (77.)

T Özcan
A Ibisevic
A Weiss (65. Teber)
A Ibertsberger
A Ba
M Nilsson
M CopadoGelbe Karte (65. Paljic)
M Beck
M DiasGelbe Karte (89. Vorsah)
S Marques
S Compper

Trainer: Rangnick
Spielbericht

Hoffenheim siegt gegen Klömich

Von Erik Büttner

CFC-Chef Matthias Hähnel wirkt schon etwas missmutig: "Am Ende zählt nur das Ergebnis." begegnete er einem Zuschauer, der ein gutes Spiel gesehen haben wollte. Doch was hatte Hähnel erwartet? Schließlich konnte der CFC als Viertligist gegen den Bundesligisten Hoffenheim das Ergebnis mit 0:1 doch denkbar und achtbar knapp halten.

Großstadt gegen Dorf - vierte Liga gegen erste Liga6.758 Zuschauer sahen vom Anpfiff weg ein munteres Spiel. In Minute 2 war es Demba Ba, der Sebastian Klömich zu einer ersten Glanztat zwang. Nicht einmal 60 Sekunden später verfehlte Steffen Kellig mit einem wuchtigen Pfund aus 20 m das Tor nur um Zentimeter. Chemnitz suchte folgend sein Heil in einer massiven Defensive. Das bereitete den Gästen aus der Bundesliga einiges Kopfzerbrechen. Nur bei schnellen Gegenstößen gelang es der TSG das himmelblaue Bollwerk zu durchbrechen. Noch versuchte der CFC auch offensiv Akzente zu setzen. Aber auch hier waren gute Aktionen eher Mangelware. Schnell wurde der Klassenunterschied deutlich. 1899 spielte präziser und war stets gedanklich wie körperlich schnell. Dennoch benötigte Hoffenheim knapp eine halbe Stunde um den Gastgeber so weit im Griff zu bekommen, dass dieser jegliche Bemühungen dem Tor nahe zu kommen einstellte.
Das Chemnitzer Team bestand aus 2 völlig neben dem Spiel herlaufenden Stürmern Kellig und Steven Sonnenberg sowie 8 Abwehrrecken und einem Torwart. Eben jenem Torwart Klömich, der sich langsam in einen Rausch spielte. Zunächst parierte er abermals gegen Ba. Dann segelte Klömich im Dauereinsatz durch seinen Strafraum und fischte unter Applaus von den Rängen auch die unmöglichsten Bälle den Bundesligaangreifern von den Füßen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild auf dem Platz nur wenig. Hoffenheim zeigte sich noch einen Tick bissiger, hatte weiter zuhauf gute Möglichkeiten, bekam aber den Ball nicht ins Tor. "Wir haben versucht Fußball zu spielen. Aber das war bei diesem Rasen nicht einfach." erklärte TSG-Trainer Ralf Rangnick. Vermutlich ist er aus Hoffenheim ein Geläuf gewohnt, dass selbst Wembleys Platzwart grün und blau vor Neid werden lässt. Doch Chemnitz ist wohl eben auch beim Rasen nur viertklassig...
Schicke Choreo - aber am Ende triumphierte der Verein aus dem Jahr 1899Zurück zur Partie: Erstaunlich blieb, dass Chemnitz sich nicht mehr wehrte. Zwar wurde in der Defensive mit aller Kraft gerackert, doch außerhalb des eigenen Strafraums hätte man sich als Zuschauer doch mehr Biss und Einsatz gewünscht. Besonders Sonnenberg rieb sich wieder einmal mehr Dialogen mit dem guten Schiedsrichters Perl auf, als dass er sich aufs Spiel konzentrierte. Kellig fehlte wohl die Zuarbeit aus einem nicht vorhandenem Mittelfeld, um sich besser in Szene setzen können. Boltze zeigte sich einmal mehr als ballverliebter und damit uneffektiver Spieler. Schlosser konnte abgekämpft nach guter erster Halbzeit keine Akzente mehr setzen.
So war es dann nur eine Frage der Zeit, bis die TSG das Tor treffen würde. Das passierte dann in Minute 78 als eine Hoffenheimer Armada die in sich zusammengefallene CFC-Verteidigung austanzte und Ibisevic schließlich vollstreckte. Da war dann auch der mit Abstand beste Himmelblaue, Torhüter Klömich machtlos.
Es blieben dem CFC noch reichlich 10 Minuten um doch noch den Bock umzustoßen. Doch den Himmelblauen fehlten wohl Mumm und Kraft gleichermaßen. Jedenfalls warteten die knapp 7.000 CFC-Anhänger vergeblich auf eine Schlussoffensive. Nur ein scharfer Freistoß von Becker (88.) brachte Hoffenheims Sieg noch einmal ernste Gefahr.

"Es war über 90 Minuten ein Spiel Klömich gegen Hoffenheim, was wir eben 1:0 gewonnen haben." resümierte Rangnick nach der Partie. Dem konnte CFC-Trainer Gerd Schädlich nur beipflichten: "Wir haben von Klömi gelebt, aber auch bis zum Schluss an unsere Minichance geglaubt." Doch an die glaubten vermutlich nicht alle seiner Schützlinge. Jedenfalls wurde man den Eindruck nicht los, dass Chemnitz mit angezogener Handbremse spielte. Bezeichnend, dass nach der Führung Hoffenheim Fore-Checking spielte, etwas, was man eigentlich vom in knappen Rückstand liegenden Außenseiter hätte verlangen können.
Doch wie dem auch sei, die Defensivleistung macht Mut für die kommende Regionalligasaison. Nur ein Gegentor gegen einen Bundesligisten, das ist sehr ordentlich. Nur im Angriff hat Trainer Schädlich wohl noch einiges an Arbeit vor sich. Aber in Liga 4 wird dann vielleicht auch beim CFC wieder mit einem Mittelfeld gespielt.

Wertung: 2,5 (Spannende Pokalpartie, die doch der Favorit gewann)

Bester Himmelblauer: Klömich

  1. Spieltag >>