Spielbericht // Saison 2008/2009

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC8:9 n.E.FC Sachsen Leipzig
FC Sachsen Leipzig
Viertelfinale - Sachsenpokal - Saison 2008/2009
+++ Nachholespiel +++
Dienstag, 07. April 2009, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.259
Schiedsrichter: Klemm
Chemnitzer FCTorfolgeFC Sachsen Leipzig
T Klömich
A NowakGelbe Karte
A Emmerich
A Wilke
A SieberGelbe Karte
M Kunert (91. Reinhardt)
M Becker (79. Sonnenberg)
M Müller
M Schlosser (79. Hampf)
S Boltze
S Kellig

Trainer: Schädlich
Tore Fehlanzeige

Elfmeterschießen:
0:1 Baum
1:1 Kellig
1:2 Rupf
2:2 Müller
Heinze gehalten
Wilke gehalten
2:3 Balic
3:3 Hampf
3:4 Backhaus
4:4 Boltze
4:5 Schinke
5:5 Sonnenberg
5:6 A. Grimaldi
6:6 Sieber
6:7 Köckeritz
7:7 Reinhardt
7:8 Gerber
8:8 Nowak
8:9 N. Grimaldi
Emmerich gehalten

T Lippmann
A Köckeritz
A Gerber
A Rupf
A Breitkopf (114. A. Grimaldi)
M Balic
M Garbuschewski (120. Heinze)
M Baum
M N. GrimaldiGelbe Karte
S Schinke
S BackhausGelbe Karte

Trainer: Heyne
Spielbericht

120 Minuten umsonst geackert

Von Erik Büttner

Das Gesicht tief in den Händen vergraben, lag Chemnitz' Jörg Emmerich vor der Südkurve der Fischerwiese. Dass er, und nicht Sebastian Klömich sich der Verantwortung gestellt hatte, interessierte nicht mehr. Bereits mehrere Minuten lang hatte sich Emmerich mit schmerzenden Oberschenkel über den Platz geschleppt und sich trotzdem noch als Anspielstation angeboten, während sich seine Nebenmänner versteckten. Doch verschossen ist verschossen, ausgeschieden ist ausgeschieden - das Leben ist Grausam. Nebenan jubelte der insolvente FC Sachsen Leipzig: Totgesagte leben länger. Und sie wussten nicht so recht, wie sie zu ihrem ersten Sieg auf der Fischerwiese nach über 30 Jahren gekommen waren. Zwar hatten die Leipziger in der Nachspielzeit 3 hochkarätige Torchancen (2x Nicola Grimaldi, Garbuschewski), doch in der normalen Spielzeit war von ihnen rein gar nichts zu sehen.

Der 20. Elfmeter entschied das Spiel für LeipzigEs spielten vom Anpfiff an nur die Hausherren. Nach den üblichen 15, 20 starken Startminuten des CFC verflachte die Partie wie gewohnt. Etwas Aufregung boten nur Klömich mit einem Wackler und Kunert, der freistehend kläglich vergab. Nach der Pause wurde es zumindest spannender. Das Spielniveau blieb den Tabellenplätzen der beiden Mannschaften entsprechend niedrig. Doch im Gegensatz zu Leipzig zeigte sich Chemnitz engagiert und kämpferisch, schaffte es sogar zeitweise die Massen auf den Rängen hinter sich zu bringen. Doch immer wieder zerstörten unsaubere Aktionen Stimmung wie Spielfluss. Tormöglichkeiten ergaben sich für den CFC nur selten, weil durch unsachgemäße Behandlung des Spielgerätes keine Aktion ordentlich zum Abschluss gebracht werden konnte. Entweder die Flanken landeten im Tor-/Seitenaus oder die Mitspieler verstanden die Idee des Passgebers nicht oder der Ball konnte einfach vom Passempfänger nicht unter Kontrolle gebracht werden. So war aller Kampf und Einsatz umsonst. Leipzig genügte es, sich in der eigenen Hälfte einzumauern und mit viel Glück die 90 Minuten zu überstehen.

Besonders in der 2. Hälfte der Verlängerung wurde dann jedoch der Kraftverlust bei den Himmelblauen spürbar. Chemnitz versucht noch viel, wurde aber in der Abwehr anfällig. Klömich verhinderte - wie schon erwähnt - 2 sichere Tore gegen Nicola Grimaldi. Auch wenn die Partie weit entfernt von hoher Fußballkunst war, zumindest an Spannung und Unterhaltungswert mangelte es nicht. Dafür sorgte letztendlich auch das Elfmeterschießen. Die Anspannung stand allen der 3250 Zuschauer wie den Akteuren auf den Rasen ins Gesicht geschrieben. Nach 4 in den Ligapartien verschossenen Elfmetern stellte sich in Reihen der Himmelblauen die Frage: Wer soll schießen. Kellig und Müller beantworteten die Frage und glichen die Führungen von Leipzigs Baum und Rupf aus. Dann verschoss Heinze - die himmelblaue Freude währte nur kurz, denn Wilke, der sich im Laufe des Spiel deutlich gesteigert hatte, verschoss im Anschluss ebenso. Hampf, Boltze, Sonnenberg, Sieber, Reinhardt und Nowak egalisierten jeweils wieder die Vorgaben von Balic, Backhaus, Schinke, Grimaldis Köckeritz und Gerber, dann aber nahm das Drama um Jörg Emmerich seinen Lauf...

Man darf gespannt sein, wie die Mannschaft diese Niederlage verarbeiten wird. Doch sieht man mal vom Elfmeterschießen ab, lässt die Partie für die Begegnung in Babelsberg nichts gutes hoffen. Denn eine Entwicklung zum Besseren war trotz hohem Engagement in den letzten Partien nicht zu erkennen. Mit Ausnahme von 2, 3 Himmelblauen hat momentan keiner in Reihen des CFC Regionalligaformat.

Wertung: 3 (Spannendes wenn auch niveauarmes Spiel)

Beste Himmelblaue: Emmerich, Boltze, Klömich


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