Spielbericht // Saison 1982/1983

 
FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt0:41. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg
Finale - FDGB-Pokal - Saison 1982/1983
Samstag, 04. Juni 1983, 15:00 Uhr
Stadion der Weltjugend, Berlin
Zuschauer: 48.000
Schiedsrichter: Stenzel (Senftenberg)
FC Karl-Marx-StadtTorfolge1. FC Magdeburg
T Krahnke
A Bähringer
A BirnerGelbe Karte
A UhligGelbe Karte
A Schwemmer
M A. Müller
M Eitemüller (46. Schubert)
M J. Müller
S RichterGelbe Karte
S Bemme
S Neuhäuser

Trainer: Manfred Lienemann
0:1 Streich (34.)
0:2 Wittke (37.)
0:3 Streich (53.)
0:4 Pommerenke (87.)

T Heyne
A Stahmann
A Raugust
A Mewes
A Schößler
M Wittke
M Pommerenke
M Steinbach
S Halata
S Streich (75. Cebulla)
S Hoffmann

Trainer: Claus Kreul
Pressestimmen

FUWO

4:0 - keine Laune des Zufalls!

Das Ticket für das Endspiel in BerlinIm Vorfeld des 32. Pokalspiels überwogen die gedämpften Töne. "Kein Schlager, kein Hit. Enttäuschte unter sich. Ein unpopuläres Finale". So hörte sich das an. [..] Bei seinen sieben Endspielen war der 1. FCM eigentlich nur dreimal durch bessere Punktspielplatzierungen gegenüber seinen Widersachern favorisiert (`69 gegen den FCK, `73 gegen Lok Leipzig und am Sonnabend wiederum gegen die Karl-Marx-Städter). [..] Aber was gilt das schon in der Unwiderfuflichkeit von 90 Minuten? Da zählt allein das Engagement, die Tagesform, die Steigerungsfähigkeit, die Psyche. Bei keinem unserer 14 Endspielsieger harmonierten alle diese Faktoren so wie beim 1. FCM! [..] "Sieben Endspiele, sieben Siege, das soll uns erst einer nachmachen", so Kapitän Jürgen Pommerenke. [..]

Die Dinge seien beim Namen genannt: für den 1. FCM sprachen die Cuptradition, die Routine (mit Heyne, Raugust, Mewes, Pommerenke, Steinbach, Streich und Hoffmann waren noch sieben Akteure aus dem `79er Finale in Berlin dabei), das vorteilhaftere individuelle Repertoire wie die kollektive Kompaktheit. Trümpfe des FCK (fünfmal Halbfinalist, zum zweitenmal und noch dazu nach dem 0:4 von 1969 abermals gegen den 1. FCM im Endspiel!)? Seine jugendliche Vitalität, die Unbekümmertheit und die einmalige Chance, vor den Vorhang treten und mit Beifall überschüttet werden zu können. [..]

Der FCK spielte den Part - und sein fleißiges Bemühen sei hier ausdrücklich anerkannt - seiner Durchschnitts-Punkttreffen, mit bescheidener Durchschlagskraft (auch Richter blieb blaß), ohne Fortuna bei Uhlig-Kopfbällen. Magdeburg geriet phasenweise in die Nähe akzeptabler Punktspiel- und Pokalleistungen, überzeugte durch Entschlossenheit, durch Kombinationsverständnis und Kontergespür gleichermaßen. Willensqualitäten steckten durchaus in den Vorstößen des FCK. Aber es waren nur Kratzer am Lack. Bei Stahmann, Mewes (was für ein Pensum!) und Schößler wurde nichts porös. [..]

Magdeburg zerstörte die Hoffnungen des Außenseiters, als Pommerenke, Steinbach, Wittke, Mewes, Schößler und Halata die erklärte Absicht des FCK (totalen "Pärchenbetrieb") negierten. Dem Lösen vom Mann folgte die spielerische Gelöstheit im Mittelfeld ("Hier lagen unsere entscheidenden Nachteile", so Manfred Lienemann). Weder Eitemüller (gegen Pommerenke) noch Uhlig (gegen Streich) und schon gar nicht Schwemmer (kontra Halata) vermochten die Gefahren zu bannen. Kein Wunder, daß zu den sieben bisherigen Endspieltorschützen des 1. FCM vier neue hinzukamen! [..]

(Günter Simon)

Spielerstimmen

Jürgen Bähringer, Kapitän FCK (FuWo)
"Wir wußten um unsere Außenseiterrolle, wollten sie aber unter allen Umständen besser wahrnehmen."

Jürgen Pommerenke, Kapitän 1.FCM (FuWo)
"Wir gingen mit der festen Zuversicht in dieses Treffen, es zu gewinnen. Das die Moral intakt ist, zeigte sich wohl eindeutig. An eine so schnelle, klare Entscheidung war vorher allerdings nicht zu denken."

Roland Hauschild, Vorsitzender FCK (FuWo)
"Die Höhe der Niederlage ist zweifellos deprimierend. Gute Aktionen in der 1. Halbzeit, mit denen wir unseren Gegner beeindrucken konnten, dürfen über den Gesamteindruck keinesfalls hinwegtäuschen, daß doch noch eine gewisse Leistungsdifferenz zu unseren Spitzenmannschaften besteht."

Herbert König, Vorsitzender 1.FCM (FuWo)
"Wir sind glücklich, nach einer doch keinesfalls zufriedenstellenden Meisterschaftssaison nachgewiesen zu haben, zu welcher Leistung die Elf bei voller Konzentration auf ihre Aufgabe und entsprechend guter nervlicher Verfassung fähig ist."

Günther Schneider, Vizepräsident DFV (FuWo)
"In einer 15minütigen Phase der 1. Halbzeit war der FCK zu einer gleichwertigen Partie fähig, dann lagen alle Vorteile auf Seiten der Magdeburger Elf. Mit dem 3:0 durch Streich war der Spannungsgehalt aus dem Spiel."

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