Spielbericht

Achtelfinale - FDGB-Pokal - Saison 1972/1973
SG Dynamo Dresden
SG Dynamo Dresden
8:1
FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt

Pressestimmen

FuWo

Dresden schoß den Vogel ab: 8 Treffer!

"Große Hoffnungen machen wir uns nicht, spätestens aber nach 30 Minuten wissen wir, ob im Rückspiel noch was drin ist." FCK-Trainer Gerhard Hofmann machte von der Startphase vieles abhängig. Wie seine umformierte Abwehr (Debütant Schädlich rückte ins Abwehrzentrum), wie seine ohne Neubert, Bartsch doch erheblich geschwächte Elf dem [..] Dynamo-Ansturm begegnet, standhält, das war auch für ihn die große Frage. Am Ende zuckte er nur die Schultern. "Sehr gutes und sehr schlechtes Spiel liegen oft dicht beieinander", sagte er, sichtlich um Fassung bemüht. In seiner Trainerlaufbahn hat er "acht Sachen" noch nie mitbekommen. Und das Kuriose dabei - in der von ihm so gefürchteten Startphase sah seine Elf nicht entfernt wie der spätere große Verlierer aus.

Nach 24 Minuten führte Dynamo zwar schon mit 12:0 Ecken, aber nach Toren lag der Gastgeber 0:1 zurück. Petzold war kurz nach Anpfiff in eine Freistoßvorlage J. Müllers gespritzt und hatte Boden überrascht. Und an weiteren zwingenden Chancen (Wolf vergab allein vor Boden in der 29. die größte) zum Ausbau des Vorsprungs mangelte es nicht. Der FCK spielte da aus geschlossener Abwehr kreuzgefährliche Konter, "nur vor dem Tor wirkten wir leider lammfromm" (Trainer Hofmann). Dynamo zeigte sich vom 0:1-Schrecken nicht verwirrt, allenfalls angestachelt. Die FCK-Chancen rührten daher, daß ein jeder unbedingt, teils überhastet, zum Angriffsdrang beitragen wollte, in der Deckungsarbeit aber Konsequenz missen ließ. Dieser Mangel ist nicht neu und "beginnt in Angriff und Mittelfeld", wie Harry Nippert betonte. "Unser Prinzip, jeder stürmt bei Ballbesitz, jeder stört und deckt bei Ballverlust, klappt im zweiten Teil noch nicht immer und nicht überall." [..]

Dem FCK fehlte es an redlichem Mühen wahrlich nicht, doch ab dem 1:1-Ausgleich durch den tatendurstigen und "bissigen" Richter war es um ihn geschehen. Obgleich der Gast seine beweglichsten, konsequentesten Deckungsspieler Schuster (an Heidler), Franke (an Richter), P. Müller (an Riedel) auf die Dynamo-Flitzer orientiert hatte, waren diese einfach nicht zu halten. [..] Die Fülle an Doppelpässen (Dörner), Finten (Kreische), Dribblings (Häfner, Richter) brach wie ein Unwetter über den FCK herein, nach gutem Start erlebte er binnen 40 Minuten ein Debakel, das Trainer Hofmann drastisch als "Auseinanderfliegen" bezeichnete.

(Horst Friedemann)

Achtelfinale - FDGB-Pokal - Saison 1972/1973
Samstag, 25. November 1972, 15:00 Uhr
Dynamo-Stadion, Dresden
Zuschauer: 14.000
Schiedsrichter: Heinemann (Erfurt)
SG Dynamo Dresden
T Boden (65. Urbanek)
A Dörner
A Ganzera
A Sammer
A Wätzlich (46. Geyer)
M Häfner
M Rau
M Kreische
S Riedel
S Richter
S Heidler

Trainer: i.V. Nippert
FC Karl-Marx-Stadt
T Krahnke
A Schädlich
A Schuster
A Sorge (73. Dost)
A Franke
A P. Müller
M Göcke
M J. Müller
S Wolf
S Petzold
S Rauschenbach (33. Krasselt)

Trainer: Hofmann
Tore
0:1 Petzold (2.)
1:1 Richter (29.)
2:1 Kreische (33.)
3:1 Richter (37.)
4:1 Riedel (43.)
5:1 Häfner (47./Foulelfmeter)
6:1 Richter (53.)
7:1 Dörner (59.)
8:1 Kreische (67.)