Spielbericht // Saison 1974/1975

 
FC Hansa Rostock
FC Hansa Rostock1:0FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt
18. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1974/1975
Samstag, 12. April 1975, 15:00 Uhr
Ostseestadion, Rostock
Zuschauer: 7.000
Schiedsrichter: Kulicke (Oderberg)
FC Hansa RostockTorfolgeFC Karl-Marx-Stadt
T Schneider
A Sykora
A Kische
A SeeringGelbe Karte
A Wandke
M DeckerGelbe Karte (70. Hahn)
M Rahn
M Schühler
S Lenz
S Streich
S Radtke

Trainer: Hergesell
1:0 Radtke (75.)

T Fichtner
A Wolf
A P. Müller
A Sorge
A HeydelGelbe Karte
M J. Müller
M Rauschenbach
M Göcke (80. M. Lienemann)
S Ihle
S Schellenberg
S Sachse

Trainer: Erler
Pressestimmen

Fuwo

Im Wollen waren sich alle einig

In den zwei Jahrzehnten seines Bestehens hat das Rostocker Ostsee-Stadion - seine Rasenfläche ist fast noch schlechter als der Tabellenstand des FC Hansa - schon viele Tore gesehen. Kaum ein Treffer jedoch wurde wohl so umjubelt wie der Radtkes in der 75. Minute. "Kein Wunder", meinte Werner Drews, der Assistent Helmut Hergesells, "er brachte uns zwei Punkte, die wir dringend brauchen. Und vielleicht brachte er noch mehr: Hoffnung, aus der Selbstbestätigung erwächst, zumal heute noch vieles mißlang, wir unsere Chancen nur ungenügend nutzten." Der FC Hansa gewann ohne Zweifel verdient, und er machte viel Wind. Zu lange jedoch, über eine Stunde wohl, blies er aus unterschiedlichen Richtungen, so daß sich die Bemühungen aller nicht im erforderlichen Maße vereinen konnten. Freilich, im Wollen waren sich ale Rostocker einig. Das spürte man von der ersten Sekunde an. och im Umsetzen ging zunächst nahezu alles daneben [..].

Eine Halbzeit lang ließ der FCK die bessere Orientierung, die klügere Aufteilung des Raumes erkennen. Dafür sorgten Heydel, das gut aufeinander abgestimmte Mittelfeldtrio, die drei beweglichen Spitzen, das raschere Schalten. [..] Zwei Fakten allein verdeutlichen, wie stark der FCK nach der Pause abbaute: In der zweiten Halbzeit erzielte er keinen Eckball mehr, und lediglich Sachse (64., Außennetz) versuchte sich in dieser Zeit im Torschuß. "Ansonsten nahm mir unsere Deckung alle Arbeit ab", lobte Dieter Schneider seine Vorderleute. Ohne Zweifel hatte dieses Nachlassen im verstärkten Bemühen des FC Hansa seine Ursache darin, daß die Rostocker nun mit Macht und mit ein wenig mehr spielerischem Können den Sieg anstrebten. Doch hinzu kam wohl auch, daß bei einigen FCK-Akteuren die Kraft nachließ.

(Klaus Schlegel)

Spielerstimmen

Helmut Schühler, FCH-Kapitän (Fuwo)
"Dieses 1:0 brachte uns zwei wertvolle Punkte, die uns sicherlich Auftrieb geben werden, uns hoffen lassen, im Kampf gegen den Abstieg zu bestehen. Freilich lief bei uns in spielerischer Hinsicht nicht alles nach Wunsch, was in unserer Situation wohl auch verständlich scheint. Immerhin war jedoch jeder von uns von dem eisernen Willen beseelt, den FCK zu schlagen. [..]"

Frank Sorge, FCK-Kapitän (Fuwo)
"So schwach wie heute in der zweiten Halbzeit haben wir lange nicht mehr gespielt. Ich glaube, daß vor allem bei unseren jungen Leuten dann die Kraft nachließ. Allerdings muß ich sagen, daß der FC Hansa nach der Pause den Rhythmus diktierte, verdient gewann. In der Not wachsen einem Flügel, und das war bei den Rostockern der Fall. [..]"

Trainerstimmen

Helmut Hergesell (Fuwo)
"Daß wir verdient gewonnen haben, darüber gibt es wohl keinen Zweifel. Wenngleich nicht alles bei uns nach Wunsch lief, so steigerten wir uns erheblich, kämpften wie aus einem Guß, vergaben allerdings noch zu viele Chancen."

Dieter Erler (Fuwo)
"In zahlreichen Situationen nach dem Wechsel wirkte unsere Abwehr leichtfertig, überheblich gar. Das wurde bestraft. Rostock besaß die klareren Chancen, gewann verdient. Vor der Pause wiesen wir Verbesserungen nach, die jedoch noch nicht stabil genug sind."

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