Spielbericht // Saison 1974/1975

 
FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt1:1BFC Dynamo
BFC Dynamo
17. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1974/1975
Samstag, 05. April 1975, 15:00 Uhr
Dr.-Kurt-Fischer-Stadion, Karl-Marx-Stadt
Zuschauer: 14.000
Schiedsrichter: Kulicke (Oderberg)
FC Karl-Marx-StadtTorfolgeBFC Dynamo
T Fichtner
A Wolf
A P. Müller
A Sorge
A Heydel
M J. Müller
M Göcke
M Rauschenbach (74. K. Lienemann)
S Ihle
S Schellenberg
S Sachse

Trainer: Erler
1:0 Sachse (50.)
1:1 Schulenberg (83.)

T Creydt
A Jonelat
A Trieloff
A Eigendorf
A Ullrich
M Terletzki
M Lauck
M Johannsen (74. Noack)
M Schulenberg
S Riediger
S Netz

Trainer: Nippert
Pressestimmen

Fuwo

Schulenberg riß alle mit

Dieter Erler merkte rechtzeitig, was sich im Mittelfeld durch Schulenberg für eine Gefahr zusammenbraute. Aus diesem Grunde beorderte er statt Rauschenbach, bei dem sichtlich die Kräfte schwanden, K. Lienemann zur Bewachung. Aber auch dieser frische Mann konnte den Tatendrang des Berliners, der seine Mannschaft zu einem furiosen Endspurt mitriß, nicht mehr eindämmen. Der Ausgleichstreffer ("Ich lief in die hohe Eingabe von frank Terletzki voll mit dem Kopf hinein", freute sich der 25-jährige) krönte seine hervorragende Leistung. Ihm am nächsten beim BFC kamen der 18-jährige Junioren-Auswahlspieler Trieloff [..], sowie der umsichtige Libero Jonelat und Torhüter Creydt. Er machte vor allem in der Startphase mehrere FCK-Großchancen (Sachse, Ihle, Schellenberg, Sorge) zunichte. Imponierend in dieser Phase die weiträumige, wuchtige und sehr variabel aufgezogene Angriffsgestaltung der Platzherren, bei denen sich im Vorwärtsgang keiner an seine Position gebunden fühlte [..].

Aber die Berliner, die mit einigen Glück die ersten kritischen Situationen überstanden, zeigten sich davon unbeeindruckt, nahmen mit Fortdauer des Spieles diese Gangart an. Ja, sie verschärften gegen Spielende noch nach Belieben und brachten damit die so selbstbewußt gestarteten Hausherren in arge Verlegenheit. Erfreulich, daß trotz des hohen Einsatzes der Spielgedanke und die individuellen Leistungen im Dienst der Mannschaft im Vordergrund standen. Neben Libero Wolf, der sechzig Minuten lang unermüdlich mitstürmte, dem exakte Pässe schlagenden J. Müller und Sachse überzeugte vor allem der 22-jährige Torhüter Fichtner. Er agierte keineswegs wie ein Ersatzmann. Vor allem zwischen der 64. und 71. Minute stellte er seine glänzende Reaktionsfähigkeit gegen Netz, Jonelat und bei einem verunglückten Heber von Wolf unter Beweis.

(Klaus Thiemann)

Trainerstimmen

Dieter Erler (Fuwo)
"Das Unentschieden geht in Ordnung. Wir hätten das Spiel in der Startphase entscheiden können. Später kamen wir noch in Verlegenheit. Unser Nachlassen führe ich auf taktische Schnitzer zurück. Nach dem 1:0 wurde nichts mehr riskiert."

Harry Nippert (Fuwo)
"Anfangs spielten wir zu reserviert. Erst der Rückstand legte in der Mannschaft die vorhandenen Potenzen frei. Sie riß mit lobenswerten Mut und Elan fast noch das Spiel herum. Beide Mannschaften stellten das spielerische Moment in den Vordergrund."

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