Spielbericht // Saison 2012/2013

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:1Hallescher FC
Hallescher FC
8. Spieltag - 3. Liga - Saison 2012/2013
Samstag, 01. September 2012, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.900
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Chemnitzer FCTorfolgeHallescher FC
T Pentke
A Stenzel
A Wilke
A Buchner
A Birk
M PfefferGelbe Karte
M Hörnig
M Kegel (84. Jansen)
M Sträßer
M Landeka
S Fink

Trainer: Schädlich
1:0 Fink (50./Handelfer)
1:1 Wagefeld (87.)

T Horvat
A BenesGelbe Karte
A MouayaGelbe Karte
A Wagefeld
A KanitzGelbe Karte
M HartmannGelbe Karte
M Hauk (59. Teixeira)
M Mast (70. Sautner)
M Pichinot (80. Shala)
M Lindenhahn
S Zeiger

Trainer: Köhler
Spielbericht

Unrühmliches Ende einer "Woche zum Vergessen"

Von Pierre Schönfeld

Der CFC hat gegen den Halleschen FC im Duell der "Dosenstopper" 1:1 gespielt. Ein glückliches Ergebnis für die Elf vom Chemnitzer Urgestein Sven Köhler, fiel doch der Ausgleich für Halle kurz vor Schluss und hatte den Spielverlauf - vor allen nach der starken zweiten Halbzeit - förmlich auf den Kopf gestellt.

Doch mehr als das sportliche Ergebnis werden die Nebengeräusche der Partie in der himmelblauen Fanszene diskutiert werden. Nach einer Woche voller Negativnachrichten, dem "NEIN" der Landesdirektion zum Stadionbau und der Fahnenflucht von Aydemir zum VfR Aalen gab es nun das "Nachspiel" zu den Ereignissen im Pokal gegen Dynamo Dresden. Schon zu Beginn des Spiels sorgte ein Transpi in der Südkurve mit der Aufschrift "Wer verbietet, der hat Angst" bei den knapp 6.000 Zuschauern für Aufsehen. Später wurde bekannt, dass Spruchbänder zur Verabschiedung des bisherigen Fanprojektleiters Kay Herrmann vom Verein 3h vor Spielbeginn verboten wurden. Offizieller Grund - zu kurzfristige Anmeldung der Transpis.
Doch der Höhepunkt sollte noch kommen. Etwa 20 Minuten waren gespielt, als ca. 20-25 Securityleute mit einigen Polizisten im Schlepptau in den Block 5 einmarschierten und einzelne Leute nach draußen beförderten. Über den Stadionlautsprecher wurde eine "Personalienfeststellung" aufgrund der Ereignisse gegen Dynamo bekanntgegeben. Die Reaktion der Ultras erfolgte prompt. Aus Solidarität zu den Ausgesperrten und der Vorgeschichte mit dem Transpi verließ man die Südkurve und der Platz unter der Anzeigetafel blieb ab diesem Zeitpunkt gähnend leer. An den Zäunen wurden - bis auf 4 Stück - die Fanclubfahnen abgehängt.
Vom Vorplatz der Fanhalle stieg etwas später noch Rauch auf, da dort kurzerhand ein paar Bengalos gezündet wurden. Das rief wiederum die Polizei auf den Plan, die die Fanhalle von der Heinrch-Schütz-Straße abriegelte. Ärger mit der Polizei gab es auch kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit, als vor dem Stadion stehende Fans nicht mehr ins Rund hineingelassen und im Stadion befindliche Fans nicht mehr herausgelassen wurden. Nach dem Spiel begründete dies der Verein in einer Stellungnahme mit "Sicherheitsgründen" und dem "weiteren störungsfreien Fortgang des Spieles".

Es scheint fraglich, ob sich der Verein mit diesen Maßnahmen wirklich einen Gefallen getan hat. Dass er nach den Rauchbomben im Pokal hart durchgreifen will, war angekündigt und ist im Grundsatz auch verständlich, kann es doch nicht angehen, dass aufgrund überzogenen Selbstdarstellungszwangs bestimmter Gruppierungen dem Verein massiv geschadet wird.
Doch während des Spiels demonstrativ im Block einzumarschieren, riecht nach reiner Machtdemonstration und schafft eher neue Probleme als dass es bestehende löst. Genauso gut hätte man die Maßnahme vor oder nach dem Spiel - wesentlich geräuschloser - durchführen können.
Gerade in einer Zeit, in der hinsichtlich des Kampfes um das neue Stadion, insbesondere Zusammenhalt gefragt ist, bringt eine reine Konfrontationspolitik keine Punkte. Jetzt sind zum Glück erstmal zwei Wochen Pause. Man kann sich nur wünschen, dass diese Zeit sinnvoll für klärende Gespräche zwischen Fans und Verein genutzt wird.

Doch zurück zum Sportlichen. Über die erste Halbzeit gibt es nicht viel zu berichten, in einem zerfahrenen Spiel gab es ein paar wenige Chancen auf beiden Seiten. Zunächst zielte Lindenhahn am CFC-Kasten vorbei. Danach scheiterte Landeka mit einem tollen Freistoß an Horvath. Dann war es Pichinot, der frei auf Pentke zulaufend am Tor vorbeischoß. Kurz vor der Pause zielte Fink nach einer Birk-Hereingabe knapp neben das Gehäuse von Horvath. So ging es ohne Tore in die Pause.

Verändertes Bild in der zweiten Halbzeit. Es spielte nur noch der CFC. Als Hartmann in der 50. Minute bei einem Landeka-Freistoß mit der Hand zum Ball ging, zeigte der Rostocker Schiri Dankert auf den Punkt. Zuvor hatte der HFC bereits Glück gehabt, dass Dankert ein Handspiel von Kanitz nicht gesehen hatte.
Fink ließ Horvath mit einem platzierten Flachschuß keine Chance und verwandelte zur vielumjubelten Führung. Die Chancen danach hätten wohl für zwei Spiele gereicht:

- Landeka knallt freistehend aus sieben Metern ans Außennetz
- Stenzel passt nach innen zu Fink - doch zu ungenau
- Mouaya rettet nach einem Kegel-Schuß auf der Linie
- Fink zielt aus 20 Metern einen Freistoß knapp neben das Tor von Horvath
- Landekas Freistoß wird Beute von Horvath
- Wilke verpasst nur knapp eine Hereingabe von Pfeffer

Halle wußte sich gegen die Überlegenheit der Himmelblauen nur durch überhartes Einsteigen zu wehren und sammelte insgesamt vier gelbe Karten.
Das Auslassen bester Möglichkeiten sollte sich am Ende für den CFC bitter rächen. Drei Minuten vor Schluss gab es Freistoß für die Rot-Weißen an der Strafraumgrenze. Ex-Dynamo Wagefeld schießt über die Mauer und der Ball zappelt samt Keeper Pentke im Netz. Der (unverdiente) Ausgleich für Halle und die Krönung auf eine Woche zum Vergessen. Dass der eingewechselte Jansen im direkten Gegenzug nur die Lattenunterkante des Hallenser Tores traf - es war fast schon symptomatisch.

Der HFC fährt mit einem glücklichen Punkt zurück nach Halle, die Himmelblauen hingegen müssen erstmal die Tiefschläge dieser Woche verarbeiten. Es besteht vor allem Redebedarf - zwischen Verein und Fans sowie zwischen Verein, der Stadt und der Landesdirektion.

Wertung: 3,0

Beste Himmelblaue: Fink, Birk, Pfeffer

Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Wir waren zu dumm, das Spiel zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit haben wir gut nach vorn gespielt. Man muss aber auch mal eine Führung über die Zeit bringen. Man darf auch nicht so ungestüm in die Zweikämpfe gehen. Der Freistoß kann vom Torwart auch mal gehalten werden."

Sven Köhler (MDR-Online)
"Es war ein glücklicher Punktgewinn. In der ersten Halbzeit haben beide Teams das letzte Risiko vermieden. Es gab keine Großchancen. Dem 1:0 ging ein unnötiges Handspiel voraus. Danach hat Chemnitz sehr druckvoll auf das zweite Tor gespielt und erzielte es aus welchen Gründen auch immer nicht. Der Ausgleich per Freistoß fiel dann sehr glücklich."

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