Spielbericht // Saison 2020/2021

 
1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig1:0 n.V.Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Finale - Sachsenpokal - Saison 2020/2021
Samstag, 29. Mai 2021, 14:05 Uhr
Sportschule, Leipzig
1. FC Lok LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T Gies
A EglsederGelbe Karte
A HeynkeGelbrote Karte
A Sirch
M Berger (115. Lucenko)
M Abderrahmane
M Piplica (86. Urban)
M Mehmedocic
M Pfeffer (120. Stendera)
S Nattermann (97. Jäpel)
S Ziane

Trainer: Civa
1:0 Ziane (111.)

Besondere Vorkommnisse:
Keine Zuschauer wegen Corona.

T Jakubov
A VidovicGelbe Karte (67. Grym)
A Bickel (106. Knechtel)
A KurtGelbe Karte
A M. Roscher (79. Ogbidi)
M Campulkas
M Schimmel
M Freiberger (114. Keller)
M Aigner
M Köhler
S Müller

Trainer: Berlinski
Spielbericht

CFC geht gegen LOK K.O.!

Von Lenny

Der Chemnitzer FC hat im Sachsenpokalfinale gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig alle fußballerischen Tugend ad acta gelegt und vollkommen verdient verloren. Auf dem Sportplatz der DFB-Sportschule "Egidius Braun" in Leipzig-Abtnaundorf - normalerweise ausgelegt für 500 Zuschauer - siegte die Lok’sche mit 1:0 nach Verlängerung. Der Sachsenpokal erlebte damit eine Premiere - zum ersten Mal in seiner Geschichte holten die blau-gelben Messestädter den sächsischen Titel. Das Tor des Tages erzielte Ziane mit einem sehenswerten Distanzschuss in der 112. Minute.

Fanansammlungen nur bei den Abfahrten

1. FC Lok Leipzig - CFC 1:0 n.V.Beide Fanlager verabschiedeten ihre Mannschaft mit Support, pyrotechnischen Erzeugnisse und dem eindeutigen Ziel, den Sachsenpokal zu holen. Im Vorfeld hatten die Vertreter des Sächsischen Fußball-Verband (SFV) um "kooperatives Verhalten" geboten - und dem kamen sämtliche Fans nach. Um das Areal der Sportschule blieb es die ganze Zeit über ruhig. Die Polizei Leipzig sicherte in Zusammenarbeit mit der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie Kollegen aus dem Freistaat Bayern das Sachsenpokalfinale ab - und verlebten entsprechend im Leipziger Sonnenschein einen ruhigen Tag. Hubschrauber, Lautsprecherfahrzeuge, Wasserwerfer, Polizeidiensthunde und Polizeireiter standen zur Verfügung, kamen aber nicht zum Einsatz. Einzig auf dem Rasen ging es intensiv zur Sache.

Never change winning Teams

Beide Trainer - sowohl Daniel Berlinski als auch Almedin Civa - boten die Siegerelf aus dem Halbfinale auf. Beim CFC stand mit Freiberger ein etatmäßiger Angreifer in der Startformation; Shala, Breitfelder und Caciel sind allesamt noch nicht wieder fit und Dartsch wurde im Winter an den ZFC Meuselwitz abgegeben. Auf der Gegenseite ging der ehemalige CFC-Kicker Sascha Pfeffer zielstrebig voran. Der Lok-Kapitän war es auch, welcher in der ersten Halbzeit die beste Möglichkeit hatte. Seinen Schuss aus 17 Metern kratzte Jakubov in der 38. Minute aus dem Winkel. Einige Zeigerumdrehungen zuvor schob Ziane den Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Die Leipziger zeigten Wille und Leidenschaft, waren sich bewusst, worum es in diesem Spiel geht - nämlich um den neu designten Sachsenpokal!

Die Himmelblauen als Titelverteidiger waren durchaus mit Schwung in die Partie gestartet und hatten ihrerseits mit Bickel und Freiberger gute Gelegenheiten. Mitte der ersten Halbzeit gab es dann kurzzeitig einen Schockmoment, als Max Roscher unsanft von Berger von den Beinen geholt wurde. Schiedsrichter Jens Klemm aus Gröditz beließ es bei einer Ermahnung und der Youngster, der viel Einsatz zeigte, konnte zum Glück weiterspielen.

Keine Tore, eine Ampelkarte

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts: Die Leipziger blieben das aktivere Team und konnten einige Gelegenheiten verbuchen, um die verdiente Führung zu erzielen. Nach einem Freistoß von Mehmedovic landete der Kopfball von Sirch für alle überraschend am Pfosten. Der himmelblaue Titelverteidiger war weiterhin sehr blass unterwegs - und spielte ab der 72. Minute auf einmal in Überzahl. Nach wiederholtem Foulspiel sah Heynke, bis dato der Aktivposten in der Innenverteidigung der Lok’sche, die gelb-rote Karte. Ein Wendepunkt?! Mitnichten! 1. FC Lok Leipzig - CFC 1:0 n.V.Unmittelbar danach hatte der 1. FC Lokomotive Leipzig drei Chancen. Eglseder zog aus der Distanz ab, Jakubov parierte gut und den Nachschutz setzte Nattermann deutlich drüber. Pfeffer, der wie ein Duracell-Hase Meter um Meter lief, scheiterte kurze Zeit später nach einem sensationellen Solo am himmelblauen Schlussmann, der heute als einziger in überragender Form war. In der letzten Minute gab es noch ein Leipziger Geschenk, und zwar nach Rückpass einen indirekten Freistoß aus 15 Metern. Der für den gelb-verwarnten Vidovic eingewechselte Grym ließ den Lucky-Punch leichtfertig liegen und schoss kläglich an der Mauer.

Sonntagstor am Samstagnachmittag entscheidet Sachsenpokal

Daniel Berlinski hatte Zeit, um seine Spieler auf die Verlängerung mit einer Taktik gegen die zehn tapfer kämpfenden Leipziger einzustellen, aber damit versagte er. Zwar verfehlte sein schwacher Kapitän mit einem feinen Schuss das Lok-Gehäuse, jedoch lief anschließend prompt nichts mehr in der Offensive. Auch Bickel und Kurt verweigerten größtenteils die spielerische Arbeit. Wer folglich dachte, dass die elf Himmelblauen Kapital aus der Überzahl schlagen, der irrte - und das galt auch für die Verlängerung.

Die Leipziger erarbeiteten sich aus einer kompakten Defensive heraus weitere Möglichkeiten. Sowohl Ziane als auch Jäpel fanden jedoch in Jakubov ihren Meister. Torlos endete entsprechend die erste Hälfte der Verlängerung. In der 112. Minute fasste sich Ziane ein Herz und hämmerte das runder Leder aus 20 Metern brachial in die Maschen, Jakubov machte sich zwar lang, konnte aber den wuchtigen Einschlag nicht verhindern. Der Torschütze wurde beim Jubel von seinen Teamkollegen begraben, acht Minuten bis zum Lok-Coup waren noch auf der Uhr.

Der CFC warf - wie sollte es auch anders sein - final alles nach vorn, er blieb aber bis zum Schlusspfiff harmlos. Mit diesem auf ganzer Linie enttäuschenden Auftritt verpasste der Chemnitzer FC den Titel-Hattrick - und das vollkommen verdient. Die Leistung der Berlinski-Schützlinge war - bis auf Jakubov sowie mit Abstrichen von Campulka und Max Roscher - für ein Finale nicht würdig. Der 1. FC Lokomotive darf hingegen feiern, am Stadion warteten 1.000 blau-gelbe Anhänger auf den frischgebackenen Landespokalsieger zur Siegessause.

Lokomotive darf sich auf Highlight-Spiel freuen

1. FC Lok Leipzig - CFC 1:0 n.V.Die Spieler des 1. FC Lokomotive Leipzig sind die ersten, welche den neuen Sachsenpokal, welcher eine Ähnlichkeit zum DFB-Pokal vorweist, in die Höhe recken duften. Der von der Leipziger Bronzebildgießerei Noack aus einem Guss hergestellte massive Pott bringt ein stolzes Gewicht von 13,12 Kilogramm auf die Waage. "Der neue Pokal sollte etwas wiegen, man sollte daraus trinken können und er sollte nicht kaputt gehen", benannte Alexander Rabe, Pressesprecher des Sächsischen Fußball-Verband (SFV), die wichtigsten Anforderungen.

Auf der neuen Siegertrophäe können - neben den bereits vermerkten Titelträger seit 1991 - die nächsten 20 Landespokalsieger eingraviert werden, mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig ist nun der erste nach einem intensiven Finale gefunden worden. Die Messestädter nehmen darüber hinaus zum ersten Mal am DFB-Pokal teil und dürfen sich auf ein Highlight-Spiel freuen. Außerdem über eine eine Prämie in Höhe von mindestens 120.000 Euro. Diese hätte auch der Chemnitzer FC Fußball GmbH gut zu Gesicht gestanden, dementsprechend war die Laune auch der Vereins- und GmbH-Chefin Romy Polster nach dem Spiel. Daniel Berlinski bewertet das Spiel folgendermaßen: “Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, aber leider auch kein gutes.” Diese Meinung hat er zweifelsfrei exklusiv. Nun: Sommerpause.

Wertung: 5,5 - Sommerfußball, als wäre es ein Testspiel und kein Sachsenpokalfinale

Beste Himmelblaue: Jakubov, Campulka, Max Roscher


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