Spielbericht // Saison 2020/2021

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:2FSV Zwickau
FSV Zwickau
Halbfinale - Sachsenpokal - Saison 2020/2021
Mittwoch, 12. Mai 2021, 15:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Schiedsrichter: Hempel (Großnaundorf)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Zwickau
T Jakubov
A Aigner
A Schimmel
A Vidovic
A Köhler
M T. Müller
M Campulka
M Bickel (76. Grym)
M KurtGelbe Karte
M M. Roscher (86. S. Roscher)
S Freiberger (72. Ogbidi)

Trainer: Berlinski
0:1 König (35.)
0:2 Schröter (39./Foulelfer)
1:2 Campulka (47.)
2:2 T. Müller (79.)
3:2 Ogbidi (84.)

T Brinkies
A StanicGelbe Karte (86. Willms)
A Nkansah
A Frick
A Coskun
M Schikora (54. Könnecke)
M Möker
M Schröter (86. Hauptmann)
M Drinkuth
S König
S StarkeGelbe Karte

Trainer: Enochs
Spielbericht

Berlinskis Joker stachen! CFC dreht sensationelles Sachsenpokal-Halbfinale

Von Pierre Schönfeld

Nach 45 Minuten war der Bericht vom Sachsenpokal-Halbfinale zwischen dem Regionalligisten Chemnitzer FC und dem Drittligisten FSV Zwickau, welcher gerade vorzeitig die Klasse gehalten hatte, im Grunde schon geschrieben. Er hätte vom Favoriten gehandelt, der seiner Rolle gerecht geworden wäre. Von abgezockten Zwickauern, die ihre Überlegenheit souverän in Tore umgemünzt hätten. Vom bemühten, aber letztlich chancenlosen Underdog aus Chemnitz, der seit einem halben Jahr keine Wettkampfpraxis hatte.

Denn zur Halbzeit stand es 2:0 für den FSV. Hochverdient. Doch was dann geschah, hätte einen volle Fischerwiese mit Garantie zum Kochen gebracht. Denn der Club kam zurück. Und wie!

Doch der Reihe nach.

Derbyzeit in Chemnitz. Und keiner darf ins Stadion. Mit Ausnahme von ein paar Ausgewählten wie Gerd Schädlich, der auf beiden Seiten erfolgreiche Äras prägte. Vor dem Stadion waren schon wie im Viertelfinale gegen Auerbach um die 70 Clubfans, die ihren CFC supporteten.

CFC - FSV Zwickau 3:2Das letzte Mal, als die beiden Mannschaften im Sachsenpokal aufeinandertrafen war am 29. Mai 2019. Damals schlug Regionalligameister CFC den Drittligisten aus Zwickau mit 2:0. Doppeltorschütze war Tobias Müller. Er und Keeper Jakubov waren die Einzigen die damals und heute von Beginn an auf dem Platz standen.

CFC-Trainer Berlinski konnte auf den zuletzt in Quarantäne befindlichen Mittelfeldregisseur Christian Bickel zurückgreifen. Auf Zwickauer Seite stand mit Ronny König ein ehemaliger Himmelblauer in der Startelf.

Ca. eine halbe Stunde gestaltete sich das Spiel relativ ausgeglichen. Zwickau hatte Glück, als eine Flanke von Schimmel an die Latte des Zwickauer Gehäuse landete (7.). Auf der anderen Seite klatschte ein Kopfball von Schröter ebenfalls an das Torgebälk (27.). Der FSV hatte da schon den Druck erhöht und wurde in dieser Phase seiner Favoritenrolle gerecht. Die Enochs-Elf drückte aufs Tor und nachdem erst der beste Zwickauer, Schröter, (31.) und dann Drinkuth aussichtsreiche Chancen vergaben, war's dann in der 35. Minute passiert. Einen Schuß von Starke konnte Schimmel noch auf der Linie abwehren, dann setzte Altmeister Ronny König den Ball in die Maschen. Der CFC versuchte direkt gegenzuhalten, doch ein Fernschuß von Bickel wurde von Brinkies pariert und Müller zielte über das Zwickauer Tor. Als kurz darauf Zwickaus Möker über Vidovic im Strafraum stolperte und Schröter den fälligen Elfer zum 2:0 für Zwickau souverän verwandelte, schienen in dieser Partie alle Messen gesungen.

CFC-Youngster Max Roscher setzte mit einem engagierten Sprint in die Zwickauer Hälfte gleich nach Wiederanpfiff das richtige Signal. Und tatsächlich sollte es kurz darauf im Kasten von Brinkies einschlagen. Ecke kurz ausgeführt, Köhler bringt den Ball nach innen und Campulka schiebt flach ein. Der Anschluss!
CFC - FSV Zwickau 3:2Ging hier noch was? Zunächst sah es nicht so aus. Zwickau stand hoch, hatte wieder gute Gelegenheiten durch Schröter und Könnecke und liess den CFC fast in Strafraumhöhe nicht zum Spielaufbau kommen. Fast hätte das Zwickauer Pressing zum Eigentor durch Campulka geführt, der in Bedrängnis den Ball Richtung Tormitte spielte. Doch Kuba konnte in letzter Sekunde das Leder noch aus der Gefahrenzone schlagen (67.).
Berlinski wechselte, brachte Grym für Bickel und Ogbidi für Freiberger. Doch zunächst hatte der FSV die große Gelegenheit zum 3:1, als Coskun eine Ecke auf die Latte setzte (79.). Dann kam die Zeit der Einwechsler. Freistoß von Grym aus dem Halbfeld und Müller hält den Nischel ran - der Ausgleich in der 81. Minute! Dann tankte sich Schimmel auf der rechten Seite durch, brachte den Ball in die Mitte auf Ogbidi, der sich gegen die Zwickauer Abwehr durchsetzte und zum 3:2 einnetzte. Spiel gedreht! Und was kam vom Drittligisten aus Zwickau? Nichts! Der FSV war sichtlich geschockt und konnte sich keine Chance mehr herausarbeiten. Dafür hatte der eingewechselte Simon Roscher (für Namensvetter Max Roscher) noch das 4:2 auf den Fuß, vergab die Chance allerdings etwas kläglich. Letztlich war's egal - die Himmelblauen stehen im Finale des Sachsenpokal!

Fazit: Wahnsinn! Es war großes Kino, was die Truppe von Daniel Berlinski gegen Zwickau abgeliefert hat. Sich so gegen den im Wettkampfrhythmus befindlichen Favoriten aus Zwickau zurückzufighten war großer Sport. Chapeau! Jetzt wartet am 29. Mai das Finale im Sachsenpokal auf den Club. Der Gegner wird aus der Partie zwischen Lok Leipzig und Dynamo Dresden ermittelt. Kommen die Schwarz-Gelben ins Finale dann ist das gleichbedeutend mit der Teilnahme im DFB-Pokal für den CFC, da Dynamo am Saisonende auf jeden Fall unter den TOP4 der 3. Liga landen wird.

Wertung: 2,0. Wahnsinns-Comeback in Halbzeit 2.

Beste Himmelblaue: Köhler, Ogbidi


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