Spielbericht // Saison 2004/2005

 
FC St. Pauli
FC St. Pauli0:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
13. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2004/2005
Freitag, 15. Oktober 2004, 19:30 Uhr
Millerntorstadion, Hamburg
Zuschauer: 15.762
Schiedsrichter: Otte (Damme)
FC St. PauliTorfolgeChemnitzer FC
T Hollerieth
A Lechner
A Morena
A Gunesch
M Mazingu
M Taljevic
M Uilacan (83. Abdel)
M Eger (60. Ahrens)
M Adrion
S WojcikGelbe Karte
S Siberie (72. Ageno)

Trainer: Bergmann
Tore Fehlanzeige

T Süssner
A Mehlhorn
A Ahlf
A Gillert
M Meyer
M KarlGelbe Karte
M GöhlertGelbe Karte
M KanitzGelbe Karte
S Lenk (90. Pinto)
S Schindler (63. Stark)
S Fillinger

Trainer: Barsikow
Spielbericht

Steffen Süssner nicht zu überwinden!

Von Peter Rohleder

Dieser Mann hielt das 0:0 fest und bot ein überragendes Spiel. Er pflückte alle Flanken runter, hielt scharfe Schüsse sicher und gab der Abwehr den nötigen Halt. Kein Spieler des FC St. Pauli vermochte ihn zu überwinden. Dabei hatte man noch vor dem Spiel in der Stadionzeitung über ihn gewitzelt und seinen Heimatverein Fortschritt Erdmannsdorf despektierlich behandelt. Die Rechnung folgte auf dem Fuße.

Bereits im Vorfeld warnte Pauli-Trainer Bergmann vor einem „ekligen Spiel“ und hatte dabei das Defensivverhalten der Chemnitzer im Blick. Schon nach den ersten 45 Minuten sah er sich vollauf bestätigt. Vor „nur“ 15 762 Zuschauern stürmten die Kiezkicker bedingungslos auf das Chemnitzer Tor, und es schien nur noch um die Höhe der Chemnitzer Niederlage zu gehen. Der CFC wurde komplett eingeschnürt, und besonders der Ex-Chemnitzer Ifet Taljevic zeigte sich hoch motiviert. Er besaß auch die erste richtige Chance (8. Min) des Spiels, doch seinen Ball konnte der zurückgeeilte Ulf Mehlhorn knapp vor der Linie noch wegschlagen. Trotz drückender Feldüberlegenheit vermochten es jedoch die Hamburger nicht, sich entscheidend durchzusetzen und die Gästeabwehr zu knacken. Tatsächlich wurde kaum eine richtige 100prozentige Torchance erarbeitet, und dann stand da auch noch ein Süssner im Tor.

In der 2. Halbzeit befreite sich der laufstarke Chemnitzer FC teilweise aus der Umklammerung und versuchte nach vorn zu spielen. Lauerte zuvor nur ein Spieler im Mittelfeld auf einen Konter, so gewann man deutlich mehr Spielanteile und spielte manch erfolgversprechenden Angriff. Zweimal besaß Göhlert die große Chance zu Führung, als er zunächst eine Eingabe neben das Tor und kurz vor Ende einen Drehschuß über den Kasten setzte. Probleme bereiteten dem CFC die eigenen Ecken, welche kurz, flach und kläglich von Kanitz geschlagen bereits an der Strafraumlinie Beute der Heimelf und Ausgangspunkt für einen neuen Angriff wurden. In der 50. Minute traf Richmar Siberie mit einem Schuß von rechts aus spitzem Winkel nur den Pfosten, einen Ball, den 1988 Marco van Basten noch sicher versenkte. Das war es dann aber auch, denn von nun an bemühten sich auch die Gäste des Abends.

Am Ende war tatsächlich noch ein Sieg möglich, und nicht nur die 300 mitgereisten CFC-Fans ersehnten den Schlußpfiff des guten Schiedsrichter Otte herbei. Zum Abklatschen erschienen die Himmelblauen zahlreich am Zaun und zeigten sich ob des einen Punktes dann doch zufrieden. „Die schlechteste Mannschaft, welche diese Saison am Millerntor gastierte, hat einen Punkt mit nach Hause genommen“, lautete der Kommentar eines Pauli-Fans nach Spielende. Nicht zufrieden konnte man mit dem Verhalten einzelner Schlachtenbummler im Gästeblock sein, die sich nach etwa einer Stunde Spielzeit mit den Ordnungskräften ein Scharmützel lieferten und wieder Stoff für Vorbehalte gegenüber ostdeutschen Fußballfans lieferten. Nicht umsonst wurde dieses Spiel an einem Freitagabend angepfiffen, in der Hoffnung auf möglichst wenig anreisende Hooligans.

Beste Himmelblaue: Süssner, Mehlhorn, Göhlert

Pressestimmen

Freie Presse
Süßner stark am Kiez [..] War das Remis beim FC St. Pauli nun ein "Pünktchen" Hoffnung? Auf jeden Fall hat das 0:0 vor mehr als 15000 Zuschauern gezeigt, dass der Chemnitzer FC vor großem Publikum auch zu großen Taten fähig ist. Zwei Wochen nach dem 3:2 in Osnabrück wuchs das Team von Trainer Dirk Barsikow zumindest kämpferisch erneut über sich hinaus. [..] Mit dem Toreschießen wird der CFC auch weiterhin seine Probleme haben, wenn die Stürmer so blass bleiben [..] Nun muss am Samstag zu Hause gegen Union Berlin endlich der Knoten platzen.

Hamburger Abendblatt
Beton-Taktik belohnt [..] Wie spielt man gegen ein Kellerkind? [..] konzentriert und druckvoll. [..] St. Pauli versuchte vergeblich, das Abwehr-Bollwerk erfolgreich zu bezwingen, während Chemnitz rigoros auf Zeit spielte.

Die Welt
In der Offensive fehlt es dem FC St. Pauli an Durchschlagskraft und zündenden Ideen [..] Tatsächlich fehlten den Hanseaten neben dem Glück aber auch die Ideen. Einzig in der Anfangsphase konnte man Chemnitz unter Druck setzen.

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