Vorbericht

16. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2008/2009
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
1:1
SV Wilhelmshaven
SV Wilhelmshaven

Premiere gegen ein Überraschungsteam...

von Timo Görner

...aus dem Norden der Fußball-Republik. Der SV Wilhelmshaven reist angesichts des bisherigen Abschneidens durchaus als "leichter Favorit" nach Chemnitz.

Rückblick auf die letzte Saison:
Der SVW war 2007 zum zweiten Mal nach 2001 aus der damals noch drittklassigen Regionalliga Nord abgestiegen - diesmal auch sportlich und das deutlich. Für die folgende Spielzeit konnte deshalb maximal der Sprung in die mittlerweile viertklassige Liga Ziel und Möglichkeit sein. Bemerkenswert am Abschneiden des letzten Jahres war die gleiche Stärke heim- wie auswärts. Vor den eigenen Fans wurden nur 3 Spiele verloren – alle gegen Mitaufsteiger (Kiel/2:4, Oberneuland/0:4 und Hannover 96 II/1:2). Dafür wurden 11 Siege bejubelt und 48:22 Tore eingefahren, dabei Nordhorn (7:2), VfB Lübeck II (6:1) und Henstedt-Rhen (5:0) kräftig deklassiert. Auf Reisen wiederum erwies sich Wilhelmshaven als ähnlich gut, kassierte gar nur 2 Niederlagen. Bereits vor den letzten beiden Spieltagen konnten die Nordseeanrainer den Aufstieg feiern, dank des 6. von 7 Siegen bei einem Gastspiel. Als Spitzenteam präsentierte sich Wilhelmshaven auswärts vor allem in Kiel (1:1), Altona (2:1) und Oldenburg (2:1). Mit 73 Toren stellte der SVW mit Staffelprimus Kiel die zweitbeste Offensive hinter Altona (80). 38 Gegentore waren Platz 3 in der Abteilung "Tore verhindern". Zweimal jeweils nach Runde 24 und 25 konnte Wilhelmshaven die Tabellenführung erobern und 13x Rang 2. Es war ein verdienter Aufstieg des Mitfavoriten auf die Plätze 1 bis 4.
Im Landespokal flog der SVW diesmal bereits in der 2. Runde aus dem Wettbewerb. Beim Bezirksoberligisten SV Brake (0:1) war hier Endstation. Im DFB-Pokal wiederum kam das Aus in Runde 1 gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:4).

Delegierungen für diese Saison:
18 Spieler gingen, 12 kamen. Damit wurde der Kader von 24 auf 18 verkleinert. Im Abwehrbereich wechselten Viktor Pekrul (25) und der Italiener Dario Fossi (27) im "Doppelpack" nach Oberneuland. Marc Heitmeier (23) stieg in die Liga 3 (Offenbach) auf. Nicht mehr dabei im Mittelfeld sind Routinier Andreas Mayer (35/VfB Oldenburg) und der Italo-Argentinier Sergio Sagarzazu (20). Im Angriff hat mit dem Russen Sergey Zimin (28/BV Cloppenburg) der Topstürmer der Oberliga-Nord 2007/2008 den SVW verlassen. Er erzielte in 31 Punktspielen beeindruckende 24 Tore. Ebenfalls herausragend in der Vorsaison war der nach Braunschweig abgewanderte Kanadier Riley O'Neill (23/11 Tore). Der Rest spielte keine große Rolle. Erwähnenswert ist noch der Abgang des Nigerianers Emmanuel Izuagha (28/ohne Ziel), der 2000/2001 im CFC-Kader für die 2. Bundesliga stand.
Neu im Tor ist Fabian Lucassen (21/FC St. Pauli II). In der Abwehr wurde der ehemalige U20-Nationalspieler (4 Spiele) Sebastian Zinke (23/Hessen Kassel) und Marc-André Nimptsch (23/VfL Bochum II) geholt. Im Mittelfeld stießen Daniel Beyer (25/Hessen Kassel) und als Ausleihe der Kanadier Jonathan Beaulieu-Bourgault (20/FC St. Pauli) zum Verein. Im Angriff verpflichtete Wilhelmshaven den US-Amerikaner Marcus Storey (26/TuS Heeslingen), den Polen Wojciech Pollok (26/Bonner SC) und den Slowenen Maksut Azizi (22) vom dortigen Erstligisten NK Ivancna Gorica. Bemerkenswert ist, dass es 3 "Doppelpacks" gab: Je 2 Akteure kamen vom FC St. Pauli, 2 aus Kassel und 2 aus Bonn.

Der Trainer:
Trotz der guten sportlichen Situation gab es bereits einen Wechsel auf der Trainerbank.Seit 23.09.2008 betreut der Kroate Boris Ekmescic (44) die Mannschaft. Er folgte auf seinen Landsmann Predrag Uzelac (42), der am gleichen Tag wegen "Vereinsschädigender Äußerungen" in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den HSV II entlassen wurde. Auslöser waren wohl Differenzen mit dem Vorstand angesichts wirtschaftlicher Turbulenzen. Ekmescic besitzt noch einen Vertrag bis zum Saisonende und fungierte zuvor als Co-Trainer von Uzelac. Als Teammanager ist übrigens Wolfgang "Maxe" Steinbach (54) aktiv. Dem Fanpage-Leser ist er sicherlich noch gut bekannt aus seiner langjährigen Laufbahn beim 1. FC Magdeburg.

Die Mannschaft:
Stammtorwart ist der Bosnier Amir Halilovic (33). In der Abwehr sind Sebastian Zinke (23), Marc-André Nimptsch (23) und der Slowake Peter Suchy (32) gesetzt. Im Mittelfeld sind dies Andreas Gaebler (24), Stefan Conrad (24), Kapitän Waldemar Kowalczyk (33) aus Polen und der Kanadier Jonathan Beaulieu-Bourgault (20). Der SVW hat in seinem Aufgebot mit dem zweiten Polen Wojciech Pollok (26), dem Slowenen Maksut Azizi (22) und dem US-Amerikaner Marcus Storey (26) nur 3 Stürmer zur Verfügung. Pollok ist momentan eine Art "sportliche Lebensversicherung" mit der beeindruckenden Quote von 14 Toren in 14 Spielen. Damit spielt der aktuelle Torschützenkönig der Staffel bei unserem Gegner. Gut vorstellbar ist, dass Pollok in der nächsten Saison anderweitig beschäftigt ist. Mit nur 16 Feldspielern und 2 Torhütern präsentiert der Wilhelmshaven den kleinsten Kader der Staffel. Im Schnitt zählt dieser 25,7 Jahre. Problematisch dürfte es werden, wenn der SVW von Verletzungen und Sperren betroffen ist. Bislang ist das weitestgehend ausgeblieben. Man fing sich zwar zwei Rote Karten für Halilovic und Kowalczyk ein, konnte aber Sperren aufgrund einer 5. Gelben Karten bislang noch vermeiden und blieb von längeren Verletzungspausen verschont. Wilhelmshaven spielt bislang wohl absolut am obersten Limit, verglichen mit dem FC Oberneuland.

Die aktuelle Saison bislang:
Rang 5 hätte vor dem Start in die ungewisse Saison wohl kaum einer im Umfeld des SVW vermutet, ebenso nicht vermeintliche und echte Experten. Bemerkenswert ist die Stärke im Offensivbereich: 23 Tore kann momentan keine andere Mannschaft überbieten. Schon zum Auftakt ließ Wilhelmshaven aufhorchen, als es in Kiel Topfavorit Holstein mit 2:0 bezwang. Teil 1 des schwierigen Startprogramms war bewältigt, Teil 2 (Babelsberg 1:1) ebenfalls. Auch in Halle (1:1) konnte der SVW punkten. Auswärtssieg Nr. 2 sollte bei Herthas U23 (3:1) folgen. Der Rückschlag sollte dann kommen, eine durch ausstehende Gehaltszahlungen frustrierte Truppe stimmte offenbar "mit den Füßen ab". Die Folge war die Heimklatsche gegen den HSV II (0:4) - das letzte Spiel von Uzelac. Auf dem Platz hielt Wilhelmshaven dann aber erstmal wieder voll dagegen und konnte die folgenden 6 Begegnungen unbesiegt gestalten. Magdeburg (2:2) konnte in Wilhelmshaven nicht siegen, in Lübeck (3:1) wurde eines der Nordderbys gewonnen. Ärgerlich war nur das 0:0 zu Hause gegen den FC Sachsen. Nach 11 Spieltagen hatte sich der SVW oben festgesetzt (5.). Die 2. Niederlage setzte es dann ausgerechnet in Cottbus (0:1). Doch die Blamage wurde gut verdaut, Altona (4:1) deklassiert und damit die "fast weiße Weste" gegen die Nordvereine gegen Oberneuland (1:0) behalten. Heim- wie auswärts weist Wilhelmshaven eine solide Bilanz im "grünen Bereich" auf. Auf Reisen wurden erst 6 Gegentore kassiert, dafür 11 geschossen.
Allerdings blamierte sich der SVW erneut im Landespokal, diesmal beim Oberligisten TuS Pewsum bereits in Runde 1 (4:5).

Das Umfeld:
Sportlich läuft es optimal, wirtschaftlich bleibt manches unklar. Anfang November sorgte ein Bericht im "Kicker" für Aufsehen im Umfeld und bei den Interessierten der Regionalliga Nord. Von Seiten des Vereins wurde umgehend dementiert, der Wahrheitsgehalt auf 10% beziffert. Demnach sind die angesprochenen Auflagen des DFB zum damaligen Zeitpunkt erfüllt worden. Bestätigt wurden "indirekt" Forderungen aus dem Vorjahr in Form von ausstehenden Gehältern. Fakt bleibt allerdings, dass Mannschaft und Trainer Ende September in einen Ausstand für das Training traten und die Entlassung von Uzelac eben darin ihre Wurzeln hatte. Dr. Hans Herrnberger fungiert als Chef des Vorstandes. Als "starker Mann" gilt aber eher Albert Sprehe im Aufsichtsrat, dessen Unternehmen auch als Hauptsponsor engagiert ist. Laut verschiedenen Quellen zahlt Sprehe zudem Spielergehälter und entscheidet maßgeblich über personelle Angelegenheiten wie im Fall Steinbach.
Das Zuschauerinteresse am SV Wilhelmshaven ist eher dürftig, trotz der sehr guten sportlichen Entwicklung der Zuspruch enttäuschend. Lediglich 640 Besucher im Schnitt können sich für die Heimspiele im "Jade-Stadion" begeistern. Nur Magdeburg sorgte für einen einigermaßen würdigen Rahmen (1.236). Oberneuland lockte im letzten Spiel auf eigenem Rasen noch 345 zahlende Fußballfreunde an. Der Gästeblock in der Fischerwiesen-Nordkurve im dürfte am Samstag eher weitestgehend unbewohnt bleiben. Die Regionalliga ist bei dieser Tendenz und dem allgemeinen Desinteresse in Stadt und Umland für den SV ein enorm schwieriges Unterfangen...
16. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2008/2009
Samstag, 06. Dezember 2008, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.150
Schiedsrichter: Beitinger (Regensburg)


Tore

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich

Chemnitzer FC SV Wilhelmshaven
11Tabellenposition5
19
15
1,3
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
26
14
1,9
5 (33,3%)
6 (40,0%)
Siege
Niederlagen
7 (50,0%)
2 (14,3%)
23:18
1,5:1,2
Tore
Tore pro Spiel
23:15
1,6:1,1
4:0 gegen FC Hansa Rostock II (A), VFC Plauen (A)Höchster Sieg4:1 gegen Altonaer FC 93 (H)
3:4 gegen Altonaer FC 93 (A)Höchste Niederlage0:4 gegen Hamburger SV II (H)
s-U-s-S-nDie letzten SpieleU-n-S-S-n
keineAktuelle Serienkeine

Die Bilanz

 ZahlSUNTore
Alle Spiele00000:0
Heimspiele00000:0
Auswärtsspiele00000:0
Ligaspiele00000:0
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Links zum Gegner