Chemnitz-Cup geht nach Berlin - CFC wird nur Vorletzter

04.01.2004, 23:20 Uhr | 831 Aufrufe
Der große Knaller war das Hallenturnier um den "Chemnitz-Cup" vor 4400 in der nicht ausverkauften Chemnitz-Arena nicht. Das lag sicher nicht nur - aber auch - an der kläglichen Vorstellung des Gastgebers Chemnitzer FC. Das Gruppenspiel gegen Aue ging verloren - Vorrundenaus. Den Pokal sicherte sich später Union Berlin nach einem 6:8 im Neunmeterschießen gegen Energie Cottbus.

Schon vor dem Beginn des Turniers war zu bemerken, dass den Chemnitzer und Auer Fanlagern das Derby auf der "grünen Wiese" fehlt. Es wurde sich auf beiden Seiten mehr oder weniger stimmgewaltig auf das Duell in der Vorrunde eingesungen. Einen Vorgeschmack auf das Parkett-Derby sollte schon die Vorrundenpartie Union gegen Aue (4:5) liefern, die CFC-Fans feuerten die Unioner an, Aue siegte trotzdem verdient.
Die Chemnitzer Vorfreude auf den Vergleich der beiden Dauerrivalen CFC und FCE wurde im Spiel dann schnell getrübt: Schubitidse brachte Aue zum 1:0 Halbzeitstand in Führung. Nach dem Wechsel sorgte CFC-Neuzugang Ifet Taljevic für den Ausgleich und Hoffnung im himmelblauen Lager. Doch Jank und Tchipev nahmen sie wieder in brutalster Weise. Gillerts Anschlusstor in der Schlussminute kam zu spät und war durch Aues 4:2 eh wertlos. Wenigstens konnten sich die CFC-Fans gewiss sein, dass das Stimmungsduell zu ihren Gunsten ausgefallen war.
Dahingehend konnten weder die Energie-Fans und erst recht nicht die Chemie-Fans etwas reißen. Die Energetiker saßen stumm in ihrem Block, Chemiker waren fast nicht da. Dass sie die Halle nicht gefunden hatten, ist nur ein Gerücht... Klein aber stimmgewaltig präsentierte sich die Berliner Anhängerschaft. Die Lila-Fans dagegen zeigten Probleme beim intonieren ihres Lieblingsliedes "Holzmichl". Dreimal in Folge hoben sie mit ihren Armen zu früh ab...
Trotz der doch recht brisanten Fan-Mischung blieb alles recht ruhig. Kleinere Scharmützel zwischen Chemnitzern und Auer auf der Toilette oder zwischen Chemnitzern und Unionern in der Halle beendeten sich von selbst oder die sich sehr wichtig nehmenden Ordner.

Der CFC musste im zweiten Vorrundenspiel gegen Union dringend siegen, um die Finalrunde zu erreichen. Ein Remis reichte wegen des Torverhältnisses nicht. "Es wäre typisch, wenn der CFC in der Vorrunde rausfliegt. Es wäre wie draußen: Auswärts alles abräumen und vor eignem Publikum scheitern.", hatte CFC-Fan Susann Krüger schon böse Vorahnungen. Und die sollten schnell bestätigt werden.
Das Spiel hatte kaum begonnen, da führten die Berliner auch schon mit 2:0. Doch der gut aufgelegte Taljevic glich mit einem Doppelpack noch vor der Halbzeit aus. Nach der Pause hatten die Himmelblauen ihre Sturm und Drangphase. Angetrieben von einer nun wahrlich tobenden Halle erspielte sich der CFC Chance um Chance, doch nur Rolleder traf mit einem Lupfer aus der eignen Hälfte. Das war zu wenig, denn Sobotzik und Keita drehten in den letzten 3 Minuten die Partie. Wächtlers Ausgleichstreffer mit der Schlusssirene kam wieder zu spät.
Der Gastgeber wurde mit dem Vorrundenaus für zwei lethargische Vorstellungen bestraft. Zu inkonsequent wurde angegriffen, zu häufig unnötig der Ball verloren. Auch der "fliegende Torwart" Göhlert hatte alles andere als einen guten Tag, seine "Fernschüsse" stellten nie Gefahr dar.

Das Turnier schien nun fast gelaufen, aber die CFC-Fans konnten ja noch helfen Aue vom Finale fernzuhalten. Cottbus wurde nun von den Himmelblauen Anhängern angetrieben und schaffte es, die schon ergebnistechnisch enteilten Veilchen einzuholen und sogar mit 7:6 zu schlagen. Wenigstens eine kleine Genugtuung für die geplagte himmelblaue Seele.

Der CFC selbst durfte dann noch einmal im Verlierer-Duell ran. Widzew Lodz wurde da zwar mit 6:1 abgefertigt, doch so richtig riss das keinen mehr vom Stuhl. Nur noch der harte Kern sorgte für Stimmung unterm Hallendach. Laut wurde es dann auch nur noch einmal im Spiel um Platz 3. Doch die Anti-Aue-Sprechchöre der Chemnitzer halfen diesmal nicht, die Lößnitztaler gewannen gegen Sachsen Leipzig mit 7:2.
Im Finale versuchten nur noch die Unioner Fans die permanente, nervige Ballermann- und Feten-Hits-Musik zu übertönen. Sie wurden belohnt, Union glich einen 4:1-Rückstand aus und gewann schließlich sogar das vom übermotivierten R.SA-Moderator Peter Höhne sooo herbeigesehnte Neunmeterschießen mit 4:2. Aus Reihen der Berliner kam auch der beste Turnierspieler, Salif Keita. Bester Torwart wurde Aues Hahnel, bester Torschütze Florian Bruns vom FC Energie.

Statistik:
Der CFC spielte mit: Klömich, Göhlert, Wächtler, Simic, Taljevic, Rolleder, Gillert, König, Schindler, Biermann
Vorrunde:
CFC - Aue 2:4; Tore: Taljevic, Gillert
CFC - Union 4:4; Tore: Taljevic (2), Rolleder, Wächtler
Spiel der Verlierer:
CFC - Lodz 6:1; Tore: Simic (2), Schindler, Biermann, König, Taljevic

Halbfinals:
Aue - Cottbus 6:7, Union - FC Sachsen 7:3
Finale:
Cottbus - Union 6:8 n.N., (4:4)


Bilder:
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