Spielbericht // Saison 2007/2008

 
FC Sachsen Leipzig
FC Sachsen Leipzig2:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
11. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2007/2008
Sonntag, 04. November 2007, 13:30 Uhr
Zentralstadion, Leipzig
Zuschauer: 4.872
Schiedsrichter: Hammer (Ranis)
FC Sachsen LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T SüssnerGelbe Karte
A BaumGelbe Karte
A KöckeritzGelbrote Karte
A Möckel
A Rozgonyi
M RacanelRote Karte (90. Gerber)
M Heinze
M Hempel
M Oswald
S Lee GandaaGelbe Karte (83. Semmer)
S Reimann

Trainer: Leitzke
1:0 Racanel (13./Elfer)
2:0 Reimann (33.)
2:1 Kellig (59./Elfer)
2:2 Gerber (90./Eigentor)

Besondere Vorkommnisse:
Racanel und Schumann bekommen auf der Ersatzbank die Rote Karte

T Klömich
A Kunert
A BaumannRote Karte
A Becker
A Troschke (63. SinabaGelbe Karte)
M Großmann
M Bachmann (46. Reinhardt)
M MüllerGelbe Karte (87. Thönelt)
M Schlosser
S Sonnenberg
S KelligGelbe Karte

Trainer: Vogel
Spielbericht

Eine "Hammer-Partie" voller Emotionen, Toren und bunter Karten

Von Pierre Schönfeld

Dieses Derby zwischen dem FC Sachen Leipzig und dem CFC wird wohl keiner der live im Stadion war, so schnell vergessen. Die 4.800 Zuschauer im Zentralstadion sahen eine hochemotionale Partie mit vier Toren, viele gelben und vier Roten Karten, einem hoffnungslos überforderten Schiri Hammer und einem Happy End für Himmelblau in wahrhaft letzter Minute.

Doch der Reihe nach. Der CFC lief bis auf eine Ausnahme - Troschke für den verletzten Sieber - mit der Elf, welche unter der Woche beim Landespokal in Laubegast erfolgreich war, im Zentralstadion auf. Beim FC Sachsen standen mit Karsten Oswald und Steffen Süssner zwei ehemalige Himmelblaue in der Startelf.
In der Anfangsviertelstunde sah man einen offensiv agierenden FC Sachsen. Das ist insofern bemerkenswert, da das die einzige Phase des Spiels bleiben sollte, in denen man den Eindruck gewinnen konnte, dass Grün-Weiss hier Heimspiel hatte. Gleich die erste Chance für Leipzig-Leutzsch sollte dann auch zum 0:1 durch einen Foulelfmeter führen. Vorausgegangen war ein weiter Ball in den CFC-Strafraum, welcher zwischen Kunerth und Klömich landete. Doch die Beiden waren sich nicht einig, wer den Ball nun nehmen sollte und so spritzte Lee Ganda dazwischen und fiel. Schiri Hammer wollte ein Foul gesehen haben und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Racanel liess sich die Chance nicht entgehen und verwandelte souverän. Mit der Führung im Rücken zog sich Leipzig zurück und überliess den Himmelblauen das Feld. Die spielten auch munter nach vorn, aber insbesondere bei Ecken und Freistößen, von denen es viele gab, zeigte man sich insgesamt zu harmlos. Die beste Gelegenheit hatte der Club noch durch den Sachsen-Spieler Möckel, welcher per Kopf nach Müller-Freistoß seinen eigenen Keeper zur Glanzparade zwang (22.).
Mitten in seiner Drangphase musste der CFC den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach einem Stellungsfehler von Becker konnte Lee Ganda über rechts kontern, dessen erster Schuss wird von Klömich noch pariert, der Ball kommt aber wieder zum Sachsen-Spieler welcher in die Mitte flankt wo der allein stehende Reimann keine Mühe hat einzunetzen. 0:2 aus himmelblauer Sicht! Und noch einen Rückschlag mussten die Himmelblauen vor der Pause verkraften. Lee Ganda war gegen Bachmann so brutal eingestiegen, dass unser Spieler verletzt rausgetragen musste. Eigentlich eine klare Rote Karte, zog Hammer hier nur Gelb - eine von vielen fragwürdigen Entscheidungen des Mann in Schwarz.

Für Bachmann kam nach der Pause Reinhardt in die Partie, die jetzt an Fahrt aufnahm. Der CFC drängte auf den Anschluss, inbes. Müller zog aus allen Lagen ab, so in der 49. Minute als Süssner einen seiner Schüsse in bekannt starker Manier entschärfen konnte. Dann, in der 53. Minute, durfte der erste Spieler duschen gehen. Köckeritz hatte Sonnenberg an der Auslinie wie beim Eishockey weggecheckt, so dass der Chemnitzer minutenlang behandelt werden musste. Die Quittung für den Leutzscher, zweite Gelbe Karte und damit Platzverweis. Die Partie wurde nun hektisch, die Stimmung auf den Rängen war auf dem Siedepunkt. Und tatsächlich schaffte der CFC den Anschluss. Die Gründe dafür dürfte (zugegebenermassen) wiederum nur die "Pfeife" wissen, die wohl ein Foul von Oswald an Reinhardt gesehen hatte. Jedenfalls zeigte Hammer auf den Punkt, Kellig verwandelte cool (59.). Der CFC weiter am Drücker, Leutzsch konterte. Bei einem dieser Konter wird Reimann von Baumann ebenfalls per Bodycheck gestoppt (ähnliche Szene wie bei Köckeritz). Doch der Sachsen-Stürmer mimt den sterbenden Schwan, präsentierte den eingesprungenen Rittberger mit mehrfacher Drehung und gekonntem Wälzen, so dass Hammer Baumann glatt Rot zeigte. Eine klare Fehlentscheidung! Wildes Getümmel danach auf dem Spielfeld mit Spielern, Ersatzspielern und Betreuern des CFC (das Foul war vor der CFC-Bank passiert). Mittendrin auch Ersatzspieler Stefan Schumann, welcher - wie auch die TV-Bilder danach eindeutig beweisen sollten - von Lee Ganda geschubst wird. Der revanchiert sich, schubst zurück, Lee Ganda mimt den sterbenden Schwan Numero 2 und Schumann bekommt ebenfalls den Roten Karton unter die Nase gehalten. Jetzt war richtig Pfeffer in der Partie, es ging zur Sache, keine Seite schenkte der anderen was. Auch Sinabas Einsteigen gegen einen Chemiker war hart an der Grenze (66.). Der CFC bestürmte weiterhin das Sachsen-Gehäuse ohne jedoch die grossen Gelegenheiten herauszuarbeiten. So tickte die Uhr erbarmungslos herunter, Süssner spielte auf Zeit und erhielt zu Recht Gelb dafür. Dann waren die 90 Minuten rum und Hammer liess aufgrund der vielen Unterbrechungen 5 Minuten nachspielen.
Um Zeit zu schinden nahm Sachsen-Coach in der Nachspielzeit den Wechsel vor, für den er sich heute noch gewaltig in den Allerwertesten beissen düfte. Er nahm Racanel heraus und brachte Gerber. Und eben dieser Gerber stellte sich vor der letzten Chance des Spiels (es war die 93. Minute), einem Freistoß halbrechts von Schlosser, in den Strafraum. Schlosser lief an, zirkelte den Ball scharf in den Strafraum hinein, wo Gerber stand und das Leder im eigenen Kasten versenkte. Der Ausgleich! Gigantischer Jubel auf dem Grün und bei den über tausend mitgereisten Chemnitzer. Doch noch war nicht Schluss, denn der ausgewechselte Racanel war mit dem Spielverlauf gar nicht einverstanden, geigte das dem Schiri und bekam ebenfall die Rote Karte, die vierte dieser Begegnung!
Doch dann war endlich Schluss in einem denkwürdigen Spiel und einem mehr als verdienten Punktgewinn für Himmelblau.

Fazit: Es war kein gutes Spiel des CFC. Bei den Gegentoren zeigten sich Schwächen in der Hintermannschaft und vorne agierte man über weite Strecken zwar überlegen aber im Abschluss zu harmlos. Nichtsdestotrotz ein grosses Kompliment an die Truppe, dass sie sich nie aufgegeben hat und deshalb verdient auch den Ausgleich in letzter Minute schaffte. So sieht ein Tabellenführer aus :-).

Wertung: 2,0. Nicht hochklassig aber hochdramatisch.

Bester Himmelblauer: Müller


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