Spielbericht // Saison 2003/2004

 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:2Borussia Dortmund II
Borussia Dortmund II
17. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2003/2004
Samstag, 22. November 2003, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.200
Schiedsrichter: Kemmling (Burgwedel)
Chemnitzer FCTorfolgeBorussia Dortmund II
T Süssner
A Karl
A Ahlf
A TeichmannGelbe Karte (77. Arzt)
M GillertGelbe Karte
M Göhlert
M Schindler
M Mehlhorn
M Meissner
S BiermannGelbe Karte (67. Simic)
S Rolleder

Trainer: Rohde
0:1 Aledrissi (33.)
0:2 Brzenska (78.)

T Kleinsteiber
A Kasperidus
A Knoche
A Brzenska
A Kohlmann
M Aldressi (90. Bouhraoua)
M Risser
M Bugri
M Seggewiß
S Solga (87. Wood)
S Akgün (77. Beckmann)

Trainer: Köppel
Spielbericht

Not gegen Elend: Schwache Dortmunder gewinnen bei noch schwächerem CFC

Von Thoralf Wätzold

Der Chemnitzer FC schlittert weiter dem Abgrund entgegen. Mit 0:2 unterlag der CFC den ersatzgeschwächten Amateuren von Borussia Dortmund.

2200 Zuschauer sahen bei bestem Fußballwetter ein sehr niveauarmes Spiel. Dem CFC gelang es nur in den ersten 15 Minuten Druck zu machen und sich Torchancen zu erarbeiten. Sogar von ihrem spielerischen Können zeigten die Akteure einige Ansätze. Meissner zieht nach schönem Doppelpaß mit Rolleder halbrechts in den Strafraum, scheitert aber am herausgelaufenen Torhüter (4.). Nur drei Minuten später verspringt Schindler der Ball nach langem Pass von Göhlert, so dass wiederum der Torhüter die Nase vorn hat. Und nach einer Flanke von Ulf Mehlhorn köpft Rolleder am Tor vorbei. Dann war die himmelblaue Herrlichkeit aber schon vorbei. Dortmund hatte nun mehr vom Spiel und kam zu Chancen. Brzenska marschierte mit dem Ball am Fuß von der Mittellinie durch die komplette rechte Verteidigung der Chemnitzer, zog an der Strafraumgrenze nach innen und schloß das Schaulaufen mit einem platzierten Schuß in Richtung langes Eck ab. Zum Glück zeigte sich Steffen Süßner im Tor der Gastgeber in blendender Form und fischte den Ball noch aus der Ecke. Nach gut einer halben Stunde war er allerdings machtlos. Eine lange Flanke aus dem Mittelfeld unterläuft Sven Teichmann, der hinter ihm stehende Aledrissi umkurvte noch Steffen Karl und schob unhaltbar zum 0:1 ein. Kurz vor der Halbzeit hatten die Hausherren noch eine Möglichkeit. Bei einem Konter durch Stefan Meissner versucht dieser es mit seinem schwächeren linken Fuß, an statt zum völlig freistehenden Falk Schindler in die Mitte abzulegen.

Damit ging es in die Halbzeit, in der die Cheerleader, personell aufgestockt und mit einem neuen Outfit, eine neue Kostprobe ihres von fehlendem Rhythmusgefühl und schlechter Choreographie beherrschten Könnens darboten. Aber wahrscheinlich haben sie sich nur dem bisherigen Spielverlauf angepasst.

Wer nun geglaubt hat, die erste Halbzeit wäre schon schlecht gewesen, der sah sich leider getäuscht. Die Chemnitzer präsentierten nun Standfußball, es gab keine Anspielstationen im Mittelfeld, es wurde immer wieder hinten rum gespielt, die Verantwortung zum Mitspieler geschoben. Sascha Gillert und Daniel Göhlert zeigten sich hier noch am risikofreudigsten, allerdings ohne in irgendeiner Art und Weise Gefahr vor das Dortmunder Tor zu bringen. Der CFC kam zwar vereinzelt noch zu Strafraumsituationen, allerdings ohne dabei zwingend Torgefahr auszustrahlen. Falk Schindler legt den Ball lieber aus aussichtsreicher Position zum schlechter positionierten Ulf Mehlhorn ab, Rolleder setzt sich im Luftkampf durch, köpft aber genau auf den Torwart. Dortmund war hier gefährlicher. Einen Freistoß fischt Süßner aus dem Dreiangel und auch im Eins zu Eins kann er sich zwei mal behaupten. Beim 0:2 wiederum war er chancenlos. Nach einer Ecke wird Brzenska im 5-Meter-Raum quasi „angeschossen“, stand dort so frei, dass es fast schon unmöglich war, den an seinen Fuß springenden Ball nicht im Tor unterzubringen (78.). Das war die Entscheidung. Die restlichen reichlich 10 Minuten dümpelten so vor sich hin. Dortmund versuchte sich noch im Kontern, während die Chemnitzer noch einmal ganz deutlich zeigten, warum hier die quasi mit der A-Jugend angetretenen Gäste aus Dortmund völlig verdient führten. Die Tribüne begleitete das Spiel gegen Ende hin mit „Rohde raus“-Rufen, die Südkurve sah es da schon realistischer und sang „Bis auf Süßner könnt Ihr alle geh‘n“ und „Wir ham die Schnauze voll“, bis der sichtlich gelangweilte Schiedsrichter Kemmling die anwesenden Zuschauer erlöste und das Spiel abpfiff.

Man kann den Himmelblauen den Willen nicht absprechen, die kämpferische Komponente war zufrieden stellend. Nur fehlt es der Mannschaft an Potenzial, sie hat keinen Führungsspieler, keinen Antreiber. 8 Niederlagen in 10 Spielen sind eindeutig zu viel, aber der Tabellenplatz spiegelt leider das tatsächliche Leistungsvermögen der Mannschaft wieder. Frank Rohde ist wirklich nicht zu beneiden, es muss ihm schnell gelingen, aus der Ansammlung von Spielern eine Mannschaft zu machen, die den Kampf gegen den Abstieg annimmt und gewillt ist, diesen (mit hoffentlich positiven Ausgang) bis zum Ende zu führen. Denn nächste Woche kommt der FC Sachsen Leipzig zum Abstiegs-Schlager an die Gellertstraße, und wenn man nicht schon vorzeitig für die Oberliga planen möchte, muss dort dringend ein Sieg her.

Wertung: 4,5 (Schlechter Regionalligakick)

Bester Himmelblauer: Süßner

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